Archive for April, 2010

BRD: Die Militarisierung der zivilen Gerichtsbarkeit und das Völkerstrafgesetzbuch

Freitag, April 30th, 2010

“Justiz und Gesetz im Dienst der Kriegsführungsfähigkeit der Bundeswehr

Von Michael Haid

Nach der Herstellung der Einsatzfähigkeit der Bundeswehr müsse nun die zivile Justiz in Deutschland, der auch die Bundeswehrangehörigen unterworfen sind, nach der Auffassung des Parlamentarischen Geschäftsführers der FDP-Bundestagsfraktion, Jörg van Essen, „im Ausland einsatzfähig gemacht'[1] werden.

Das Vorhaben einer „einsatzfähigen Justiz’ korrespondiert eng mit der Änderung des anzuwendenden Rechts bei Straftaten, die deutschen Soldaten im Auslandseinsatz vorgeworfen werden. Aus Anlass des Luftangriffs nahe Kundus vom 4. September 2009 findet voraussichtlich nicht mehr das nationale Strafrecht Anwendung, sondern es wird das am 30. Juni 2002 in Kraft getretene Völkerstrafgesetzbuch herangezogen. Dieses räumt der Kriegsführungsfähigkeit der Bundeswehr einen weit größeren Spielraum hinsichtlich der in der Aufstandsbekämpfung getöteten Zivilisten (die sog. zivilen Begleitschäden) ein. Den Konsequenzen dieser beiden Entwicklungen widmet sich dieser Beitrag (…).”

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(Quelle: Linksnet.)

USA: Friedens-Nobelpreisträgerinnen für ökonomischen Druck auf Israel

Freitag, April 30th, 2010

“Statement of Support from Nobel Women Peace Laureates

To the ASUC Senate,

We the undersigned Nobel Women Peace Laureates support your courage and call on you to reaffirm the ASUC Bill in Support of UC Divestment from War Crimes. We stand united in our belief that divesting from companies that provide significant support for the Israeli military provides moral and strategic stewardship of tuition and taxpayer-funded public education money. We are all peace makers, and we believe that no amount of dialogue without economic pressure can motivate Israel to change its policy of using overwhelming force against Palestinian civilians. Last year’s nearly 400 women and children casualties in Gaza, and thousands more injured and killed, were all victims of a well armed military machine allowed to operate unchecked. A delegation of us went to Gaza and saw firsthand the evidence of wholesale killing and destruction. Our hearts grieve for Gaza and we demand that there be no more Gazas. We urge the UC system to take the lead in this direction as has been its tradition, and commend the students who are working to achieve this goal. We reject the portrayals of this action as anti-Semitic, and maintain that it does not make a choice between Palestinians and Israelis, but between universal freedom and oppression.

Signed,

Shirin Ebadi, Iran, 2003 Nobel Peace Laureate

Mairead Maguire (Corrigan), Ireland, 1976 Nobel Peace Laureate

Rigoberta Menchu Tum, Guatemala, 1992 Nobel Peace Laureate

Jody Williams, USA, 1997 Nobel Peace Laureate”

(Quelle: Cal Divest From Apartheid.)

USA: Gewerkschaftsmarsch auf die Wall Street

Freitag, April 30th, 2010

“US-Gewerkschafter: Marsch auf die Wallstreet

Amerikanische Gewerkschafter fordern nun, die Großbanken der Wallstreet für die Kosten und Folgen der Finanzkrise in Haftung zu nehmen Die Feststellung, dass 50% aller amerikanischen Haushalte infolge der durch die Banken ausgelöste Krise konfrontiert wurden mit der Arbeitslosigkeit mindestens einzelner Familienmitglieder sehen sie als Anlass, von den Banken Schadensersatz zu fordern und die Geschäfte der Banker mit einer Steuer zu belegen.

Die Tatsache, dass die US-Großbanken nun wieder Milliardengewinne melden, erzielt durch dieselben Geschäfte, die den Einsatz von 700 Milliarden Dollar zur Rettung der Banken erforderten, nachdem diese sich verspekuliert hatten, verursacht inzwischen erheblichen Unmut bei den Betroffenen.
Richard Trumka, Chef des amerikanischen Gewerkschaftsverbands AFL-CIO fasste dies aktuell in einem Beitrag der Huffington Post zusammen und es zeigt sich eine deutliche Radikalisierung, wie sie etwa in Deutschland nicht denkbar wäre: statt allgemein zu bleiben werden konkrete Forderungen erhoben, etwa nach einer Steuer auf Finanztransaktionen, deren Aufkommen auf 150 Milliarden kalkuliert wird. Darüberhinaus nach Hilfen für die vom Bankrott bedrohten kommunalen Haushalte, Besteuerung der Banker-Boni usw..

Anlass des aktuellen Marsches auf Washington ist die Auseinandersetzung im Kongress um die Gesetzgebung zur Regulierung der großen Banken. Von seiten der Republikanischen Partei wurden alle Anstrengungen unternommen, um die Gesetzgebung zu blockieren, die durch die Demokraten initiiert worden war. Die Organisatoren des Marsches stellen dabei fest, dass auch der Gesetzentwurf der regierenden Demokraten bei weitem noch nicht ausreichend sei und verschärft werden müsse.

Dass ein erheblicher Teil des Parlaments unter dem Einfluss der Bankenlobby steht, ist inzwischen (…).”

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(Quelle: HH-Online.com.)

Vietnam: Warum der Vietnamkrieg noch allgegenwärtig ist

Freitag, April 30th, 2010

“Vietnams explosives Erbe

Vor 35 Jahren ging der Vietnamkrieg zu Ende. Doch noch immer leidet das Land unter den Folgen. An der ehemaligen Frontlinie gingen mehr Bomben nieder als über Europa im zweiten Weltkrieg.

 
Der Tag, an dem der Krieg zurück in sein Leben kam, begann für Le Kien wie ein Tag unter vielen anderen. Der Bauer bestellte Reisfelder und einen Gemüsegarten. Auch an diesem Tag verließ er morgens sein Haus. Kurz darauf kniete Kien in den Beeten, neben ihm spielte seine vierjährige Tochter. ‘Sie kam immer mit, wenn ich im Garten zu tun hatte’, erzählt er. Plötzlich tat es einen lauten Knall, Kien hatte mit seiner Hacke eine Streubombe getroffen.  ‘Meine Tochter war sofort tot, und ich war schwer verletzt. Ich hatte die Bombe nicht gesehen. Ich war ja in meinem Garten, und die Bombe lag ein wenig unter der Oberfläche versteckt.’ Der Krieg, dem Le Kiens kleine Tochter zum Opfer fiel, war da bereits seit 15 Jahren vorbei (…).”

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(Quelle: Deutsche Welle.)

Mexiko: Tödliche Schüsse auf Menschenrechtsdelegation

Freitag, April 30th, 2010

“Tödliche Schüsse auf Menschenrechtsdelegation in Mexiko

Paramilitärs attackieren Konvoi und ermorden eine Mexikanerin und einen Finnen. Politische Gewalt nimmt zu

Der tödliche Angriff von Paramilitärs auf eine internationale Menschenrechtsdelegation hat erneut ein Schlaglicht auf die zunehmende politische Gewalt in Mexiko gelenkt. Nach Aussagen von Augenzeugen war ein Konvoi mit rund zwei Dutzend Aktivisten am Dienstagnachmittag nahe der Gemeine San Juan Copala im südmexikanischen Bundesstaat Oaxaca von maskierten und schwer bewaffneten Männern angegriffen worden. Zwei Mitglieder der Delegation starben im Kugelhagel. Getötet wurden die Mexikanerin Beatriz Alberta Cariño Trujillo von der 25-jährige finnische Menschenrechtsaktivist Tyri Antero Jaakkola.

Die Delegation war auf dem Weg in die Gemeinde San Juan Copala, um (…)”

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(Quelle: Telepolis.)

Homesick for Nowhere

Freitag, April 30th, 2010

“A Journey Through Northern Afghanistan, Day 18

BY ANNA BADKHEN | APRIL 29, 2010

Refugees from a place that no longer exists, these Afghan settlers live in a slapped-together collection of tents on land that belongs to their ancestral enemy.

Dictionaries define it as the longing for home during a period of absence. There must be, then, a separate term for the pining of the 1,300 people who have settled in the wind-beaten tents, dugouts, and hand-slapped mud huts of Mawjir Kishlak. Their homesickness is without a specific object or duration; it is metaphysical and infinite. Their period of absence began before most of them were born.

Who knows when it will end?

The two knolls of Mawjir Kishlak — “Immigrant Village” in Dari — rise out of the clay road like the twin humps of a Bactrian camel. Children in bright dresses eddy around the dwellings that saddle the hillocks. Most of the children are barefoot. Their hair and voices are thick with dust. None of them seem to know their exact age. But their parents can tell you in which refugee camp they were born.

Most were born in Jalozai Refugee Camp, near Peshawar, Pakistan, where the 225 families that now squat in Mawjir Kishlak lived after fleeing the Soviet invasion of Afghanistan 28 years ago.

Some were born in Sholgara, a town southwest of Mazar-e-Sharif, in a field designated for buzkashi, the Afghan national sport that involves horsemen and a beheaded goat. The buzkashi field was where the Afghan Ministry for Refugees and Repatriation first dumped the families when they returned to their homeland two years ago.

The littlest ones were born here, in Mawjir Kishlak, where the ministry’s officials moved the families when the buzkashi season started. The ministry promised the refugees that Mawjir Kishlak was their final destination. That this land was in government possession and the government was allocating it to them. That finally, they were home.

When word of this reached Malim Salam in his large family house in Kishlak Qadim, two miles away, he was surprised.

Malim Salam spreads a piece of paper on the carpet of his large living room. The paper shows a map and some official-looking stamps. It is a deed to the hills of Mawjir Kishlak. His father owned the land before him, and his father’s father owned it before that. It is the pasturage of his sheep and goats. The government has never asked Malim Salam for permission to put any refugees on this land.

“I respect these people; I have nothing against them,” Malim Salam tells me. “I respect their human rights and I respect the government, so I have not kicked them out by force. But they have usurped my land.”

Misallocation of land has plagued the return of refugees to Afghanistan. Many refugees end up on land like the stretch of infertile, salt desert I visited two weeks ago, in Camp Shahraqi Mawjirin, with no access to jobs or health care or schools for the children. Many others, like the families in Mawjir Kishlak, are placed on contested or private land. People in Mawjir Kishlak, incidentally, have no access to health care or schools, either. The nearest water source is the Balkh River, a muddy mountain runoff that gurgles through a valley near Malim Salam’s house.

The conflict over Mawjir Kishlak is all the more contentious because the landowner is an ethnic Uzbek, and the returnees are Baluch, a Pashto-speaking people. Northern Afghanistan dwells in the blood Uzbek and Pashtun militias have spilled over decades of recurrent fighting with each other.

April is ending; it is time to take livestock to pasture. Malim Salam wants his grazing land back. Last week, he filed a petition to the government, asking that the refugees be removed.

“I’m not a powerful man. I am not against the government. I am not a warlord. I want to solve my problem legally,” he says, pushing the deed toward me again across the black-and-red crystal pattern of his carpet.

But the squatters’ elder, Mullah Ghulam Rasul, says that the families are not leaving. That the government has put them on this land and therefore it is rightfully theirs. That vagrancy has exhausted his small flock. He is a beautiful, tall man with an aquiline nose and ember-like eyes. He looks three decades older than his 54 years. A homesick year counts for two.

I don’t know the age of Bibi Rangina, who lets her wild gray hair hang unbraided under a large black scarf. She looks to be 100.

“They should either give us land, or bury us all in it,” she croaks, and spits.

Last year, the settlers began to fortify their encampment. Among the weathered donated tents bearing sky-blue UNHCR stamps, they built single-room huts out of clay. They clawed caves out of the face of the hill and roofed them with straw and sticks. They spread colorful, threadbare kilims inside and nailed wooden hooks into walls to hang handwoven cradles for their infants. Their dwellings began to take on the appearance of home.

Like the Little Prince, who started each day by pulling baobab sprouts out of his tiny planet, the women of Mawjir Kishlak begin each day by sweeping out snakes and frogs that have crawled into their huts and caves overnight.

And then, they keep sweeping. All day. Until their arms go numb. Until the kilims are impeccably, painfully clean. Until they can almost forget that clumps of dry earth shake loose out of the walls each time someone walks by. Until they can almost believe that they are home.

Until night seeps into the unlit camp in streaks of dusty ultramarine and umber, and white flashes of dry lightening flare over the twin humps of Mawjir Kishlak, and it is time to put another homeless, homesick day to bed.”

(Quelle: Foreign Policy.)