Archive for Juli, 2011

Global: Krieg – Die Rückkehr der Barbarei

Sonntag, Juli 31st, 2011

“Der Kreis des Krieges

Von Arkadi Babtschenko

(Auszug LI 93 – 3.323 von insgesamt 17.625 Zeichen)

Jeder Krieg hat seinen Radius der Ausbreitung. Dessen Kreis ist scharf umrissen. Seine Überquerung empfindet man physisch – es ist aus, du hast die Linie überschritten, du bist drin im Kreis. Gut möglich, daß es zwei Kilometer vor der Linie überhaupt keinen Krieg gibt; hier jedoch ändert sich alles sofort. So als hätte jemand einen Schalter betätigt, und schon bist du in einer völlig anderen Welt.

Die ersten Empfindungen sind bei allen gleich: „Es geschieht nicht mit mir, das ist nur ein Film“, und: „Mutter, nimm mich zurück in deinen Bauch!“ Das Geschehen erscheint irreal: „Das kann nicht sein. Irgendwo weit weg vielleicht. Auf den Bildern eines Filmstreifens – da schon. Aber hier doch nicht, nicht jetzt und nicht mit mir.“

Das Umfeld ändert sich. Niedergebrannte Häuser, Tierkadaver, zerbombtes Kriegsgerät, der Rauch von Feuersbrünsten, Flüchtlinge mit Ziegen, mit zusammengeschnürter Habe, die wie Trauben an den Lastern hängen. Obdachlose mit irren Augen. Verwundete. Verwirrte Rekruten. Ein Tollhaus. Ringsum nur Kriegstechnik, nur noch Gebrüll und Gefluche. Es gibt weder Strom noch Wasserleitungen noch Geschäfte, weder Telefon noch Taxis – nichts, was unsere gewohnte Welt ausmacht. Das Auge erfaßt nur den Zerfall, die Menschen leben auf der Straße oder in Kellern. Sie trinken getauten Schnee oder Wasser aus Flüssen und Sümpfen. Angst, Verzweiflung, Bosheit und Anspannung liegen in der Luft. Man fühlt sie buchstäblich auf der Haut.

Der Begriff „Haus“ hört auf zu existieren. Wenn im Innern einer menschlichen Behausung Schnee liegt, erzeugt das befremdende Gefühle.

Die Gerüche ändern sich, die Empfindungen, sogar die Farbtöne. Blauer Himmel, weiße Wolken, grüne Berge verschwinden, und es bleiben nur noch schwarzweiße Töne. Farben gibt es nicht mehr, sie werden vom Bewußtsein nicht mehr wahrgenommen.

Den stärksten Eindruck hinterläßt der Geruch. Im Krieg ist er ganz anders. Er läßt sich nicht beschreiben und mit nichts verwechseln. Ein Gemisch aus Dieselabgasen, Staub, bitterem Brandrauch und weiß der Teufel was noch. Manchmal mischt sich Leichengeruch bei.

Das Blut hat nicht nur eine eigene Farbe, sondern auch einen eigenen Geruch. Es sind Gerinnsel, es lebt noch. Ist eine Arterie durchschlagen, so sieht das Blut gallertartig aus mit weißen Klümpchen darin; es fließt nicht, es fällt in Batzen aus einem Menschen heraus, man hat das Gefühl, als atmete es, es war ja in ihm drin, es ist auch Mensch – und der Geruch, den es verbreitet, ist ähnlich: schwer wie Schlachtfleisch. Es fällt einem schwer, zuzusehen, doch der Geruch ist noch schwerer. Und er prägt sich deutlicher ein.

(…)

Der Lauf der Zeit verändert sich. Die Welt wird klar und deutlich wie auf einer kontrastreichen Photographie. Du denkst bereits in Sekunden. Weiter als eine Stunde denkst du nicht mehr voraus. Ein ganzer Tag ist schon viel, verdammt viel.

Dein Körper hat dich vollkommen in der Gewalt. Du kannst ihn nicht zwingen, aufzustehen und langsam aufrecht unter Beschuß zu gehen – er läßt dich das einfach nicht tun. Er lernt von alleine, in die Erde einzutauchen, selbst wenn du noch gar nichts hörst, er wird dich und sich selbst vor Gefahren schützen.

Der veränderte Körper beginnt sein Bewußtsein zu ändern. Der Verstand, das Begreifen des Geschehens, schwindet. Man beginnt, ausschließlich mit Hilfe der Instinkte zu leben. Ein guter Soldat sein bedeutet noch lange nicht, genauer schießen und Handgranaten weiter werfen zu können. Ein guter Soldat sein heißt, einen Körper zu besitzen, in dem Instinkte erwacht sind. Es heißt, ein vernünftiger Australopithecus zu werden, in welchem sich der Verstand eines Menschen mit den verfeinerten Instinkten eines Tieres paart. Wer diesen Weg der Rückentwicklung von der Zivilisation zum Affen am schnellsten zurücklegt, wessen Nerven um Bruchteile eines Millimeters dicker geworden sind und wessen Impulsdurchlässigkeit um Nanosekunden höher liegt, der behält recht.

(…)”

 

(Quelle: Lettre International.)

Hinweis

Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift “Lettre”, aus der dieser Aufsatz stammt, kann in unserer Bücherei entliehen werden.

USA/Europa: Banken-Paaaaaarty!

Sonntag, Juli 24th, 2011

“Audit of the Federal Reserve Reveals $16 Trillion in Secret Bailouts

Posted by qu4nt|_|m w0rm

The first ever GAO(Government Accountability Office) audit of the Federal Reserve was carried out in the past few months due to the Ron Paul, Alan Grayson Amendment to the Dodd-Frank bill, which passed last year. Jim DeMint, a Republican Senator, and Bernie Sanders, an independent Senator, led the charge for a Federal Reserve audit in the Senate, but watered down the original language of the house bill(HR1207), so that a complete audit would not be carried out. Ben Bernanke, Alan Greenspan, and various other bankers vehemently opposed the audit and lied to Congress about the effects an audit would have on markets. Nevertheless, the results of the first audit in the Federal Reserve’s nearly 100 year history were posted on Senator Sander’s webpage earlier this morning.

What was revealed in the audit was startling: $16,000,000,000,000.00 had been secretly given out to US banks and corporations and foreign banks everywhere from France to Scotland. From the period between December 2007 and June 2010, the Federal Reserve had secretly bailed out many of the world’s banks, corporations, and governments. The Federal Reserve likes to refer to these secret bailouts as an all-inclusive loan program, but virtually none of the money has been returned and it was loaned out at 0% interest. Why the Federal Reserve had never been public about this or even informed the United States Congress about the $16 trillion dollar bailout is obvious — the American public would have been outraged to find out that the Federal Reserve bailed out foreign banks while Americans were struggling to find jobs.

To place $16 trillion into perspective, remember that GDP of the United States is only $14.12 trillion. The entire national debt of the United States government spanning its 200+ year history is “only” $14.5 trillion. The budget that is being debated so heavily in Congress and the Senate is “only” $3.5 trillion. Take all of the outrage and debate over the $1.5 trillion deficit into consideration, and swallow this Red pill: There was no debate about whether $16,000,000,000,000 would be given to failing banks and failing corporations around the world.

In late 2008, the TARP Bailout bill was passed and loans of $800 billion were given to failing banks and companies. That was a blatant lie considering the fact that Goldman Sachs alone received 814 billion dollars. As is turns out, the Federal Reserve donated $2.5 trillion to Citigroup, while Morgan Stanley received $2.04 trillion. The Royal Bank of Scotland and Deutsche Bank, a German bank, split about a trillion and numerous other banks received hefty chunks of the $16 trillion.

“This is a clear case of socialism for the rich and rugged, you’re-on-your-own individualism for everyone else.” – Bernie Sanders(I-VT)

When you have conservative Republican stalwarts like Jim DeMint(R-SC) and Ron Paul(R-TX) as well as self identified Democratic socialists like Bernie Sanders all fighting against the Federal Reserve, you know that it is no longer an issue of Right versus Left. When you have every single member of the Republican Party in Congress and progressive Congressmen like Dennis Kucinich sponsoring a bill to audit the Federal Reserve, you realize that the Federal Reserve is an entity onto itself, which has no oversight and no accountability.

Americans should be swelled with anger and outrage at the abysmal state of affairs when an unelected group of bankers can create money out of thin air and give it out to megabanks and supercorporations like Halloween candy. If the Federal Reserve and the bankers who control it believe that they can continue to devalue the savings of Americans and continue to destroy the US economy, they will have to face the realization that their trillion dollar printing presses can be stopped with five dollars worth of bullets.

The list of institutions that received the most money from the Federal Reserve can be found on page 131 of the GAO Audit and are as follows..

Citigroup: $2.5 trillion ($2,500,000,000,000)
Morgan Stanley: $2.04 trillion ($2,040,000,000,000)
Merrill Lynch: $1.949 trillion ($1,949,000,000,000)
Bank of America: $1.344 trillion ($1,344,000,000,000)
Barclays PLC (United Kingdom): $868 billion ($868,000,000,000)
Bear Sterns: $853 billion ($853,000,000,000)
Goldman Sachs: $814 billion ($814,000,000,000)
Royal Bank of Scotland (UK): $541 billion ($541,000,000,000)
JP Morgan Chase: $391 billion ($391,000,000,000)
Deutsche Bank (Germany): $354 billion ($354,000,000,000)
UBS (Switzerland): $287 billion ($287,000,000,000)
Credit Suisse (Switzerland): $262 billion ($262,000,000,000)
Lehman Brothers: $183 billion ($183,000,000,000)
Bank of Scotland (United Kingdom): $181 billion ($181,000,000,000)
BNP Paribas (France): $175 billion ($175,000,000,000)
and many many more including banks in Belgium of all places

View the 266-page GAO audit of the Federal Reserve(July 21st, 2011): http://www.gao.gov/new.items/d11696.pdf

Source: http://www.gao.gov/products/GAO-11-696
FULL PDF on GAO server: http://www.gao.gov/new.items/d11696.pdf
Senator Sander’s Article: http://sanders.senate.gov/newsroom/news/?id=9e2a4ea8-6e73-4be2-a753-62060dcbb3c3

 

(Quelle: Unelected.org)

Europa: Sauber, sauber!

Mittwoch, Juli 20th, 2011

“Massive Umweltbelastungen durch Edelmetalle in Kfz-Katalysatoren

Wissenschaftler warnen [2005] vor ökologischen und ökonomischen Folgen

Eine zwiespältige Bilanz ziehen renommierte Wissenschaftler über die Einführung der Katalysatoren vor über zehn Jahren. “Wenn man die ökonomischen und ökologischen Risiken der verfolgten Strategie betrachtet, ist das gesamte Bild nicht eindeutig positiv: die Produktion der für den Katalysator benötigten Edelmetalle der Platingruppe (PGM) Platin, Palladium und Rhodium ist mit schweren Umweltbelastungen verbunden. In einem schnellen Tempo werden die Vorräte der äußerst seltenen Metalle erschöpft und die Risiken einer ständigen Emission von PGM in die Umwelt müssen ernst genommen werden”, bemängeln Reinier de Man, selbstständiger Berater für “sustainable business development” in Leiden (Niederlande) und Armin Reller, Lehrstuhlinhaber für Festkörperchemie am Institut für Physik der Universität Augsburg.

Am 1. Januar 1993 traten in Europa neue Abgasgrenzwerte für Pkws in Kraft, die nur mit geregeltem Dreiwegekatalysator einzuhalten waren. Der Katalysator hat in den vergangenen zehn Jahren die verkehrsbedingten Stickoxidemissionen erheblich reduziert. Ohne den Katalysator wären sie um einen Faktor fünf höher gewesen. In diesem Sinne sei der Katalysator ein Beispiel einer erfolgreichen Umwelttechnologie, schreiben die Experten in einem Fachbeitrag für den Onlinedienst NeueNachricht.

Was die Experten bemängeln, ist allerdings der Produktionsvorgang bei Katalysatoren: “90 Prozent der PGM-Gewinnung kommt aus nur zwei Bergbaugebieten: Norilsk in Russland und Bushveld in Südafrika. Die nordamerikanische Produktion beträgt nur sieben Prozent der Weltproduktion. Die weltweite Versorgung mit PGM ist damit von zwei Ländern mit potenziell instabilen politischen und ökonomischen Verhältnissen abhängig”, so de Man und Reller. Mehr als die Hälfte der Palladiumproduktion werde für Katalysatoren verwendet. Bei Platin sei das etwas weniger. Fast die gesamte Rhodiumproduktion werde für Katalysatoren verwendet. “Für ein Gramm PGM werden ungefähr 300 Kilogramm Erz verarbeitet, für einen modernen Katalysator mit 20 Gramm PGM insgesamt bis zu 6.000 Kilogramm. Bei einer Haltbarkeit von 150.000 Kilometern sind das 40 Gramm pro Kilometer”, so die Autoren. Der Marktführer für Palladium ist die Firma Norilsk Nickel in Sibirien. Sie liefert zwei Drittel der weltweiten Palladiumproduktion. Ihre Kunden sind internationale Automobilkonzerne. Das Unternehmen wurde vor 70 Jahren von Stalin als Gefangenenlager gegründet. Seitdem hat sich die Firmengeschichte von Norilsk zu einer Erfolgsstory der russischen Industrie entwickelt.

“Im Umweltschutz dagegen hat sich seit den Kriegsjahren wenig getan: Die russische Bergbauindustrie ist die schmutzigste Industrie weltweit – Norilsk die meist verschmutzte Stadt Russlands und wahrscheinlich der ganzen Welt. Die Metalle werden mit veralteter Technologie aus dem schwefelhaltigen Erz gewonnen. Der Schwefeldioxid-Ausstoß von Norilsk wird auf 2,8 Mio. Tonnen geschätzt – das entspricht etwa dem gesamten SO2-Ausstoß in Deutschland. Dazu kommen Schwermetallemissionen und eine unvorstellbare Boden- und Wasserverschmutzung. Die Norilsk-Emissionen schädigen die Wälder in einem Umkreis von 7.520 Quadratkilometern, die Schwermetalle aus der sibirischen Stadt sind noch in Kanada und Skandinavien nachweisbar. Ein Teil der in Norilsk gewonnenen Erze wird auf der Kola-Halbinsel, nicht weit von Norwegen weiterverarbeitet. Der Transport dorthin findet mit atomkraftgetriebenen Eisbrechern nach Murmansk statt. Die Anlagen auf der Kola-Halbinsel sind ebenso veraltet wie die in Norilsk. Auch hier entwickelt sich eine Umweltkatastrophe, die wegen der Nähe zu Norwegen und Finnland allerdings mehr Aufmerksamkeit aus dem Westen erhält als die Probleme in Norilsk. Metalle verseuchen den Boden, aus der Tundralandschaft entsteht nach und nach eine Wüste. Wenn hier nichts passiert, ist die Natur für wenigstens 500 Jahre zerstört“, kritisieren de Man und Reller.

Auch beim Gebrauchs der Katalysatoren würden Umweltbelastungen auftreten. “In der Nähe von Straßen sind stark erhöhte PGM-Konzentrationen messbar und entsprechen dem Mengenverhältnis im Katalysator. Obwohl meist angenommen wird, dass die Umwelt- und Gesundheitsrisiken der PGM-Emissionen niedrig sind, bestehen Sorgen über die gute Wasserlöslichkeit extrem fein verteilter PGM-Teilchen und über die möglich damit verbundene Bioverfügbarkeit. Aber auch wenn solche Risiken ausgeschlossen werden können, entsteht dennoch ein großes Problem. Die äußerst seltenen PGM verteilen sich in die Umwelt und können nie rückgeholt werden. Bei einem Verlust von 20 Prozent bei jedem Katalysator wird bei vier Recyclingvorgängen bereits fast 60 Prozent in die Umwelt verteilt sein”, führen de Man und Reller weiter aus.

Vier Faktoren werden zu einem verstärkten Verbrauch dieser Metalle führen: die Zahl der Autos nimmt weltweit zu, mehr Länder werden Katalysatoren vorschreiben, pro Katalysator wird in Zukunft mehr PGM verwendet und durch die Einführung von Brennstoffzellen, die ebenfalls PGM benötigen, wird die Nachfrage zusätzlich zunehmen. “Diese Faktoren sind mit erheblichen Unsicherheiten behaftet, aber bereits eine qualitative Betrachtung der jeweiligen Trends macht plausibel, dass eine Zunahme der Nachfrage um einen Faktor vier in den kommenden 25 Jahren durchaus zu den Möglichkeiten gehört. Diese Situation wird auftreten, wenn die Nachfrage nach Pkws in den Entwicklungsländern stark zunimmt und zugleich die Brennstoffzellentechnologie einen Durchbruch erlebt. Dabei ist angenommen, dass die Brennstoffzellen mit relativ wenig PGM auskommen. Wenn aber eine höhere Menge PGM pro Brennstoffzelle gebraucht wird, könnte sich die Nachfrage nach PGM innerhalb von 25 Jahren sogar verzehnfachen”, prognostizieren de Man und Reller. Im Interesse der Umwelt und der Industrie müssten diese Risiken minimiert werden. Eine Strategie dazu sollte kurzfristig die Umweltbelastung bei der Produktion – vor allem in Russland – stark reduzieren, mittelfristig die Forschung nach potenziellen Umwelt- und Gesundheitsrisiken maximal fördern und längerfristig Technologien entwickeln, die zu einer Reduzierung des PGM-Gebrauchs oder einer Substitution führen.

“Kurzfristig müssen Automobil- und Katalysatorhersteller mit den Metalllieferanten zusammenarbeiten und gemeinsam einen Minimumstandard für nachhaltige PGM-Produktion definieren und implementieren. Vorrangig geht es um die Sanierung der russischen Anlagen. Es gibt bereits eine Kooperation zwischen Norwegen und Russland für die Sanierung der Metallwerke auf der russischen Kola-Halbinsel. Die unmittelbar durch die russischen Emissionen betroffenen Norweger zahlen 30 Mio. Euro und liefern zusätzlich günstige Kredite. Für die Sanierung der Anlagen in Norilsk sind aber erheblich höhere Investitionen notwendig. Hier sollte die westliche Industrie aus eigenem Interesse aktiv werden”, fordern de Man und Reller.

Gunnar Sohn | Quelle: pressetext.deutschland

Weitere Informationen: www.rdeman.nl
www.physik.uni-augsburg.de

 

(Quelle: innovations-report.)

Siehe auch:

Norilsk Nickel will [2011] Umweltverschmutzung verringern

Schweiz: Von Grossbanken und Menschenrechten

Mittwoch, Juli 20th, 2011

“Swiss Banks and Human Rights: Credit Suisse, UBS and Human Rights

Von Andreas Missbach

Since 2010, the major Swiss banks Credit Suisse and UBS have financed the world’s most controversial mining firm: Vedanta Resources. Vedanta earned the number two spot on a 2009 list of “most environmentally and socially controversial multinational companies” by RepRisk, a service provider for reputation risk, specializing in the financial sector. Vedanta took third place in 2010, right behind Transocean and BP. The acceptance of Vedanta as a new client shows that Credit Suisse and UBS disregard human rights in their business dealings.

The Berne Declaration launched the Web site www.banksandhumanrights.ch in April 2010, documenting controversial financing by Credit Suisse and UBS, and analyzing how the big banks deal with the topic of human rights. With new background research on the financial linkages and an update of the 2010 position paper, the Web site has now been completely updated.

With the acceptance of the “Guiding Principles on Business and Human Rights” in June 2011, the Human Rights Council determined that corporations are not only implicated by the direct causation of human rights violations, but also when they come in contact with violations via their products and services. This clearly includes the financing activities of banks, whether directly, via granting of credit, or indirectly, via assistance in the placement of shares and bonds. The UN Special Representative on Business and Human Rights, John Ruggie, states unequivocally with his Guiding Principles that the financial sector also has a responsibility to respect human rights.

The fulfilling of this “responsibility to respect human rights” requires of the banks a human rights policy, human rights due diligence, and transparency. Despite some progress by Credit Suisse, the processes and transparency of both major Swiss banks is clearly insufficient to fulfill the Guiding Principles of the UN Special Representative.

“It is shocking that Credit Suisse and UBS finance the scandalous Vedanta. What is crucial regarding banks and human rights is not how the processes look on paper, but rather that these processes are implemented in daily business practices so that banks do not contribute to human rights violations in their core business,” says Andreas Missbach, finance expert from the Berne Declaration.

Further Information: bankenundmenschenrechte.ch/en/background

 

(Quelle: BankTrack.org)

Japan: Nur noch 1 Billion Becquerel…

Mittwoch, Juli 20th, 2011

“1 Billion Becquerels Per Hour Emission of Radioactive Materials from Fukushima I Nuke Plant at the End of June

POSTED BY AREVAMIRPAL::LAPRIMAVERA

That’s an amazing reduction from the maximum emission of 2,000 terabecquerels per hour on March 15, it is actually one-2 millionth of the maximum, says TEPCO in the Reference No. 2 of the progress report on the “roadmap” to God knows where.

Is this number, 1 billion becquerels per hour emission, good? TEPCO’s Matsumoto, in the press conference on July 19, avoided the judgment, and said he didn’t know, but it was one-2 millionth of what it had been on March 15.

On closer reading of the document, though, I noticed one strange thing about this emission number. TEPCO is talking about the radiation emission measured in cesium (cesium-134 and -137), not in iodine equivalence.

To come up with the iodine-131 equivalence, you have to multiply cesium-134 by 3, and cesium-137 by 40 (according to INES handbook). TEPCO doesn’t even give the breakdown of cesium 134 and -137 in its calculation of 1 billion becquerels/hour number. Other nuclides have even higher multiplier: americium-241 is 8,000, plutonium-239 is 10,000.

If half of 1 billion becquerels is cesium-134 and the other half is cesium-137, then in iodine-131 equivalence like in the previous calculations, the emission would be:

(0.5*3)+(0.5*40)=1.5+20!.5 billion becquerels/hour

Instead of 1 billion becquerels/hour, it would be 21.4 billion becquerels/hour in iodine equivalence, or 516 billion becquerels in one day. In less than 2 days, we would be talking about over 1 terabecquerels.

Why TEPCO would do the calculation in cesium instead of iodine equivalent? To make a ready comparison with the previous emission calculations difficult and to give the impression that the number is low?

And what about iodine? They may not be detecting radioactive iodine at Fukushima I Nuke Plant, but iodine-131 is still being detected in sewage sludge in Tokyo and other parts of Kanto.”

 

(Quelle: EX-SKF.)

Nordafrika / Mittlerer Osten: “Die Rolle des Internets wurde überschätzt”

Montag, Juli 18th, 2011

Interview

Sabine Geschwinder befragt Esra’a Al Shafei

“Wer ein Foto von Esra’a Al Shafei veröffentlichen will, bekommt einen Comic. Das ist sicherer. Denn die Studentin aus Bahrain betreibt ein Portal, bei dem kritische Stimmen aus Ländern wie Libyen oder Ägypten zu Wort kommen dürfen.

Comics gegen Homophobie, Gedichte, in denen schonungslos die Gewalt gegen Frauen dargestellt wird, oder Artikel, die direkt von Häftlingen aus dem Militärgefängnis stammen. Die Seite Mideast Youth bündelt jede Art von kritischen Stimmen, die sich für sozialen Wandel im Mittleren Osten oder Nordafrika einsetzen. Veröffentlichen kann jeder, der etwas beizutragen hat. Gegründet wurde die Seite vor fünf Jahren von der Studentin Esra’a Al Shafei, die zum Zeitpunkt der Gründung gerade 19 Jahre alt war. Mit Medien Monitor sprach die Internet-Aktivistin unter anderem über die Macht des Internets und die Angst vor Verfolgung.

Medien Monitor: Was glauben Sie, wird die Rolle des Internets in den Revolutionsbewegungen im Mittleren Osten über- oder unterschätzt?

Esra’a Al Shafei: Ich denke, in den aktuellen Revolutionen wurde die Rolle des Internets überschätzt und aufgeblasen. Mainstream-Medien sind auf den Zug aufgesprungen und haben die Bewegungen aufgebauscht, indem sie den Fokus besonders auf den Einsatz von Twitter und Facebook gelegt haben. Von den wirklichen Gründen, warum die Leute auf die Straße gegangen sind, haben sie abgelenkt. Diese Revolutionen “Facebook-Revolutionen”, “Twitter-Revolutionen” oder sogar “Internet-Revolutionen” zu nennen, ist genauso, als wenn man sie “Schuh-Revolutionen” nennen würde, nur weil alle Protest-Teilnehmer während der Proteste Schuhe getragen haben. Das Internet ist ein Werkzeug, nichts weiter. Man kann damit Wandel entfachen und man kann es nutzen, um Propaganda und Rassismus zu verbreiten. Den einzigen Unterschied macht nur die Entscheidung aus, wie man es nutzen will. Das Internet hat es aber möglich gemacht, dass Menschen diese Proteste verfolgen konnten, die sonst nicht dazu in der Lage gewesen wären.

Nach welchen Kriterien veröffentlichen Sie eigentlich die Artikel auf Ihrer Seite?

Die Artikel können offen eingestellt werden, ohne Moderation. Das Einzige, was wir machen, ist …

Weiterlesen…

 

(Quelle: Medien Monitor.)