Archive for the ‘Biodiversität’ Category

BRD: Fairer Handel – Wendemanöver in der Sackgasse?

Samstag, Juli 28th, 2012

“Grenzen der Zertifizierung

Bilanz und Ausblick

Von Carolin Callenius und
Francisco Mari

Explosionsartig erleben wir, wie immer mehr Nachhaltigkeits-Siegel Teil unseres Alltags werden. Von Bio, Fair Trade, den Runden Tischen, diversen Biospritplaketten bis zu Pro Planet und MSC (Marine Stewardship Council) hinter den Begriff Nachhaltigkeit verbergen sich die unterschiedlichsten Ziele, Kriterien, Systeme und Akteure. Allen gemein ist, dass sie bei den Importen von Agrarprodukten ansetzen. Diese sollen – je nach selbst gesetztem Zielunterschiedlich – aus einer Produktion kommen, die auf Raubbau am Regenwald verzichtet, in der keine Kinder arbeiten müssen, die Arbeiter gerecht behandelt werden, besonders wenig Treibhausgase verursacht oder/und die Artenvielfalt geschützt wird. Zu Recht wird kritisiert, dass dieses Schildermeer nicht mehr überschaubar ist. Es ist auch zunehmend unklar, welchem Siegel man Glauben schenken kann; da sich bei den meisten Siegeln höchstens eine Hand voll Experten noch auskennen.

In den Expertenzirkeln wird eifrig diskutiert, wie man diese Siegel noch weiter verbessern kann, wie man sie zusammenfassen kann und in ihrer Reichweite umfassender machen könnte und wie unabhängig eine Kontrolle der Zertifizierung sein muss. Zeitgleich wachsen aber auch die Zweifel, ob angesichts der immensen globalen Probleme diese kleinen Reformen am Agrarhandel ausreichen. Reicht das Plus für Menschen und Umwelt im Süden aus, um die Nachhaltigkeitsziele von Umwelt und Entwicklung zu erreichen? Oder dient nicht gar das Ganze nur als Beruhigungspille gegen das schlechte Gewissen? Denn der übermäßige und wachsende Konsum – auch von besiegelten Produkten – hat Folgen für die Menschen und die Umwelt im Süden.

Es besteht kein Zweifel, dass einzelne Produkte − inklusive ihrer Herstellungsprozesse und Folgewirkungen − durch eine Zertifizierung verbessert werden können. Wir aber wollen in diesem Artikel ein paar Fragen aus entwicklungspolitischer Perspektive aufwerfen, die die Grenzen des Instruments thematisieren, und welche Probleme wir wahrnehmen, die mittels der Zertifizierung selbst nicht behoben werden können:

• Ist eine exportorientierte Landwirtschaft oder Landnutzung mit zertifizierten Produkten grundsätzlich ein besserer Entwicklungsweg für die Länder des Südens als die nichtzertifizierten Exporte?

• Wer profitiert von der Zertifizierung und wer hat das Nachsehen?

• Welche ökologischen oder »fairen« Grenzen hat das Instrument der Zertifizierung?

Alle drei Fragen werden von vielen Bauernverbänden und Nichtregierungsorganisationen im Süden zunehmend kontrovers diskutiert.

Exporte von Rohstoffen als richtiger Entwicklungsweg?

Zunächst will die Zertifizierung nichts weiter, als bestehende Agrarhandelsströme qualitativ verbessern. Dabei geht es immer um unsere Ansprüche als KonsumentInnen im Norden. Egal ob für Biosprit, Schokolade, Tropenholz, Palmöl oder Shrimps, gleichgültig ob öko oder fair oder beides – die Standards werden in den Industrieländern gesetzt. Für die lokalen Märkte im Süden spielen diese Zertifizierungen, ja meist auch die Produkte selber, keine Rolle. Keine Verbraucherin in Costa Rica fragt nach öko-fairen Bananen oder in Dakar nach einer MSC-Sardine. Konsequenterweise heißt das, dass aus Sicht der KonsumentInnen im Süden niemand Zertifizierungen oder private Standards braucht.

In den Ländern selbst aber beobachten wir, dass diese Nachfrage häufig zusätzlich erfolgt; während gleichzeitig die natürlichen Ressourcen immer knapper werden. Während also einerseits die durchschnittlichen Ackerflächen pro Betrieb immer kleiner werden, beansprucht der Exportanbau immer größere Flächen und greift meist auf die besten Böden und Wasserressourcen zurück. Diese Knappheit an Land, Wasser, Biodiversität, etc. führt dazu, dass die Eigenversorgung mit Grundnahrungsmitteln in den letzten Jahren drastisch abnimmt. Viele Entwicklungsländer sind zunehmend von Nahrungsmittelimporten abhängig.

Eine Entwicklungsstrategie durch »Rohstoff- oder Agrarexporte« wurde in den letzten Jahrzehnten als der Königsweg propagiert. Sie versprach die gesteigerten Kostenvorteile in der Landwirtschaft und hohe Rohstoffpreise auszunutzen, um mit den Einnahmen Infrastruktur, Energie, Gesundheit und Bildung zu finanzieren. Niedrige Weltmarktpreise für Nahrungsmittel Nahrungsmittel förderten die Illusion man könne mit diesen Einnahmen auch die Ernährung der Bevölkerung sichern. Doch seit 2008 ist dieser Traum ausgeträumt. Die hohen und sehr stark schwankenden Nahrungsmittel- und Rohstoffpreise führten den Ländern ihre Abhängigkeit vom Weltmarkt und die Unsicherheit der Budgetplanung vor Augen. Weder die Armen in den Städten und noch weniger die große- Mehrheit der Landbevölkerung haben davon profitiert.

Im Hinblick auf die Bekämpfung von Armut und Hunger muss hinterfragt werden, ob eine Export-Expansion, auch wenn sie als nachhaltig zertifiziert ist, im Sinne einer ernährungssichernden, landwirtschaftlichen Produktion für die arme ländliche Bevölkerung in den Ländern des Südens zu wünschen und zu unterstützen ist. Letztendlich dient auch sie nur dazu, unsere Versorgung im Norden mit natürlichen Ressourcen abzusichern. Den meisten Zertifizierungen, wie FSC (Forest Stewardship Council) und den Runden Tischen fehlt bereits im Ansatz das Ziel der Armuts- und Hungerbekämpfung. Sie gehen in ihrem Anspruch oft nicht über eine Verringerung der schlimmsten (ökologischen und teilweise sozialen) Probleme hinaus. Auch die wachsende Ernährungsunsicherheit kann durch Zertifizierung nicht erfasst und nicht vermieden werden.

Sind denn die Mengen an zertifizierter Ware überhaupt nachhaltig verfügbar?

Es sind die gleichen Äcker, die gleichen Flüsse und Wälder, die, bisher von bäuerlichen Familien genutzt werden, nun aber von den Investoren in nachhaltige Produktion benötigt werden. Der Zugriff auf das Ackerland aber führt zu neuen ernst zu nehmenden Konkurrenzen, die in Folge auch zu Nahrungsmittelengpässen auf den lokalen Märkten führen können. Nämlich dann, wenn Menschen der Zugang zu den natürlichen Ressourcen geraubt wird oder wenn auf den lokalen Märkten nicht mehr ausreichend Lebensmittel zur Verfügung stehen oder nur zu Preisen, die für die Ärmsten schlicht nicht mehr bezahlbar sind. Zwar lässt sich überprüfen, ob bei der Anlage einer zertifizierten Plantage das Ackerland legal erworben wurde, ob Landkonflikte anhängig sind, oder Regenwald zerstört wurde und damit ausschließen, dass Menschen von ihrem Acker vertrieben, oder ohne ihre Einwilligung umgesiedelt wurden. Doch wird die wachsende Nachfrage nach Agrarimporten aus dem Süden – mit oder ohne Zertifizierung – zu weiteren indirekten Folgen führen. Denn die ursprünglichen Nutzer des Landes werden nun an anderen Orten beginnen zu produzieren, wo sie unter Umständen einen Raubbau an Primärwäldern vornehmen. Im Zuge des Wettlaufs um die natürlichen Ressourcen, wie Land und Wasser haben die besonders Benachteiligten oft das Nachsehen. Nomaden, Hirten, Fischer und Indigene werden in ihren Nutzungsrechten eingeschränkt und sind dann auch Opfer von »politisch korrekten « und zertifizierten Investitionen von landbesitzenden Kleinbauern.

»Die Dosis macht das Gift.« Dies wird in den Diskussionen um Agrotreibstoffe immer wieder deutlich: Denn ob mit oder ohne Zertifizierung, es wird nicht gelingen die steigende Nachfrage nach Agrarprodukten auf nachhaltige Weise zu befriedigen. Bei immer knapper werdenden natürlichen Ressourcen sind vielerorts die Grenzen für eine Produktionserweiterung bereits erreicht oder gar überschritten. Insbesondere dann, wenn immer mehr Energie und Grundstoffe aus Biomasse, Rohstoffe auf Erdölbasis ersetzen sollen. Bioethanol und Biodiesel benötigen jetzt schon zwei Prozent der weltweit verfügbaren Ackerflächen. Die neuen Hoffnungsträger einer »Grünen Technologie« aus nachwachsenden Rohstoffen, wie Biokerosin, Biokunststoff, Baufasern und Schmierstoffe werden diesen Trend fortsetzen.

Partizipation für wen?

Nachhaltigkeitsstandards funktionieren in gewisser Weise wie alle privatwirtschaftlichen Standards, die von Handels- und Industrieverbänden angewendet werden (beispielsweise Standards des Codex Alimentarius, der für die Einhaltung von Hygienestandards sorgt und private Standardnormen wie EUROGAP). Sie führen zu einer dem Agrobusiness genehmen Uniformität der Produkte, der sich alle Produzenten unterwerfen müssen. Da der Vormarsch der Supermärkte auch im Süden voranschreitet, verlieren Kleinproduzenten ihre lokalen Märkte und nur wenige, die in die Standarderfüllung der meist internationalen Handelsketten investieren können, beliefern sie. Alle Anderen müssen auch noch zusehen, wie Billigreste die den Standard nicht erfüllen, sie auch noch von den Straßenmärkten der Armen vertreiben.

Kleinproduzenten können sich die Kosten, die mit der Zertifizierung verbunden sind, oft nicht leisten. Aber auch Landwirte mittelgroßer Betriebe gehen ein hohes Risiko ein. Denn je höher ihre Investition, desto größer die Gefahr durch Markteinbrüche bei nur geringfügigen Nichtstandarderfüllungen. Kurzfristige Erfolgs- und Gewinnbestrebungen aller Beteiligten lassen auch im Geschäft mit zertifizierten Produkten keine Zeit, um die Umwelt der Produzenten langsam und nachhaltig an neue Markterfordernisse anzupassen. Dieses Anliegen wird allein von den Standards des fairen Handels aufgegriffen, die langfristig mit Beratung die Partner unterstützen und die Produzenten an eine soziale, manchmal auch an eine ökologische, Nachhaltigkeit heranführen.

Die Produktionsstrukturen sind mit Ausnahme des fairen Handels meist nicht berücksichtigt. Es werden immer nur das Produkt und die Herstellungsweise zertifiziert; aber nicht ob es von mechanisierten Großbetrieben hergestellt wurde oder in kleinen Strukturen vor Ort. Dagegen wehrt sich beispielsweise die brasilianische Landlosen- Organisation MST. Diese meint, dass Nachhaltigkeit unbedingt die Verteilung der Ressourcen beinhalten müsse, denn sonst gefährde der Anbau in immer größer werdenden Strukturen die Lebensgrundlage der Menschen.

Zertifizierung – nur ein grüner Anstrich?

Seit dem Beginn von Zertifizierungen wird heftig darüber gestritten, was denn unter Nachhaltigkeit verstanden wird. Während die Einen jeden Schritt, den die Industrie sich bewegt, als einen Gewinn ansehen (Statt der Nische soll der Mainstream erobert werden), kritisieren die Anderen, dass dies nur ein grünes Deckmäntelchen sei. Für letztere steht außer Frage, dass man gentechnisch verändertes Soja nicht als »verantwortungsvoll« zertifizieren kann; dass auch Monokulturen, die sich über zehntausende von Hektar erstrecken und große Mengen Pflanzenschutzmittel einsetzen, alles andere als nachhaltig sind. Viele Fragen sind offen: Ist nicht auch eine öko-faire Shrimps-Mast ein Widerspruch in sich? Kann es angesichts der überfischten Meere eine Öko-Aquakultur geben? Schützen Biotreibstoffe zwar das Klima, erzeugen sie aber gleichzeitig Probleme im Bereich des Erhalts von Umwelt und Menschenrechtschutz? Nachhaltigkeitszertifizierungen sind immer nur partiell. Das Wissen um die komplexen Zusammenhänge von Sozial- und Ökosystemen ist begrenzt, und die Wirkungen, die massive Eingriffe haben, sind in Öko- oder Sozialstandards nicht wirklich erfassbar und vorherzusehen.

Was wäre ein Ausweg?

Grundsätzlich muss sich jedes Land, jede Region fragen, in welchem Ausmaß Infrastruktur, Land, Wasser, Energie und Arbeitskraft in die Exportproduktion gehen soll, oder eben in die eigene Nahrungsversorgung und verarbeitende Kleinindustrien eingebracht werden. Den Landwirten, die die Mehrzahl der Hungernden ausmachen, wäre mehr gedient, wenn (…).”

Weiterlesen…

(Quelle: Forum Umwelt & Entwicklung.)

BRD: Interkultur praktisch

Dienstag, Juli 17th, 2012

“Der interkulturelle Frauengarten Rose in Oberhausen

Ort für ein gutes, gesundes Leben?

Wo wir leben:

Der Garten, in dem wir biologisch arbeiten, ist nicht irgendwo im luftleeren Raum angesiedelt. Er liegt in einem der größten Industriegebiete Europas, dem Ruhrgebiet, das über viele Jahrzehnte Zentrum der Schwerindustrie war und auch noch ist: Kohle, Stahl, Chemie. Luft und Böden sind belastet. So müssen wir häufiger als anderswo Bodenproben nehmen und kontrollieren.

Was uns umgibt:

Wir leben im 21. Jahrhundert, in den Zeiten der Globalisierung, in denen die Nahrungsmittel in allen Kontinenten produziert und in alle Welt verschickt werden. Die Multinationalen Konzerne der Nahrungsmittel- und Pharmaindustrie, der Agrarwirtschaft versuchen immer stärker, weltweit jeden Aspekt unserer Gesundheit und Ernährung zu kontrollieren. Die Pharmalobby versucht auch immer wieder, ein Verbot für den Anbau von Heilpflanzen zu erreichen.

Die großen Pharmakonzerne versuchen, sich das gesammelte Wissen über die Heilwirkung von Pflanzen anzueignen. Sie versuchen, sich Pflanzen patentieren zu lassen, sie zu besitzen, um Bauern und Bäuerinnen das Recht auf eigenes gezüchtetes Saatgut wegnehmen zu können. Wir sind mit der Schulmedizin aufgewachsen, man hat uns eingeimpft, Ärzten, die diese Ausbildung haben, zu vertrauen. Wir möchten, daß Schulmedizin und die, die das alte Wissen über natürliche Heilmethoden haben, in den Dialog kommen.

Lebensmittel sind oft nicht mehr Mittel zum Leben. Sie sind mit allen nur erdenklichen chemischen Substanzen verändert.
Es gibt Bestimmungen und Gesetze in den verschiedenen Ländern, die nur den Verkauf von bestimmten Obst- und Gemüsesorten zulassen. Alte Sorten fallen da raus, krumme Gurken dürfen nicht verkauft werden usw.
Die Kontrolle der Industrien im Gesundheits- und Nahrungsmittelbereich hat das Ziel, den Profit für wenige zu sichern. Die Produktion verläuft häufig unter kriminellen Bedingungen. Ein paar der Gefährdungen:
Die Skandale bekommen wir oft nur am Rande mit: Klonfleisch, Käfig Eier, Gen Soja, hoch belastetes Gemüse. Über Futtermittel, Böden und Wasser gelangen Pestizide, Dioxine, Antibiotika und PCB ins Essen. Menschen, die im Gemüse-, Obst- und Blumenanbau arbeiten sind den Verseuchungen besonders ausgesetzt. Die Skandale im Bereich der Pharmaindustrie sind ebenso endlos.

Wir wehren uns:

Es gibt Gegenwehr, viele Bewegungen weltweit, die sich mit diesen Phänomenen auseinandersetzen, Bewegungen gegen die Gentechnik, gegen die Patentierung von Lebensmitteln, Organisationen wie Foodwatch, also Nahrungsüberwachung,
es gibt Ökotest, es gibt kritische Gruppen, die sich mit der Pharmaindustrie und deren Machenschaften beschäftigen. Ein wichtiger Teil davon ist der Kampf gegen die Biopiraterie. Biopiraterie bedeutet, daß sich Pharmakonzerne das Recht auf bestimmte Pflanzen und das damit verbundene Wissen sichern wollen. Sie lassen sich Patente auf Pflanzen geben und behaupten dann, sie gehören ihnen.
Die Pharmalobby versucht seit langem, ein Verbot für den Anbau von Heilpflanzen zu erreichen.

Welche Rolle spielen die interkulturellen Gärten in diesem Kontext?

Die Menschen, die sich in Interkulturellen Gärten treffen, versuchen, ein Stück Selbstbestimmung über das, was sie essen, welche Mittel sie zur Gesunderhaltung und bei leichten Krankheiten anwenden wollen, zu erreichen.
Wir wollen nicht abhängig sein von den zufälligen Resten einer Industriegesellschaft, möchten nicht in eine Vertafelung der Gesellschaft geraten. Wir möchten, daß die Menschen selber wieder die Bestimmung über ihr Leben bekommen.

Kräuter und Pflanzen haben sich seit Jahrtausenden bewährt. Es existiert ein großes, über so viele Jahrhunderte gesammeltes Wissen über die Wirkungsweise von Kräutern und Pflanzen als Mittel zum Leben. Über viele Jahrhunderte ist dieses mündlich weiter gegebene Wissen hauptsächlich von Frauen zusammengetragen worden.
Die Verschriftlichung geschah vorwiegend in den Klöstern und später in der männlich dominierten Wissenschaft. Die Menschen verloren ihre Beziehung zum Wissen über den eigenen Körper.

Als Menschen des 21sten Jahrhunderts aber wissen wir wenig über die Wirkung von Heil- und Wildkräutern, von Gemüse und Obst. Das Interesse, dieses Wissen wieder zu aktivieren, wächst. Im Oberhausener Garten, wie in vielen Gärten weltweit, tragen wir alles Wissen und Informationen, die in den verschiedenen Ländern vorhanden sind, zusammen. Wir pflanzen, wir probieren aus, wir tauschen, wir lernen voneinander. Gemüse, Obst- und Nussbäume, Beerensträucher, Blumen, Heil- und Wildkräuter wachsen im Garten. Die Kinder lernen, daß Gemüse und Obst nicht im Supermarkt wachsen.

Wir bekommen eine andere Beziehung zu allem Lebendigen (…).”

Weiterlesen…

 

(Quelle: Interkultureller Frauen-Garten in Oberhausen.)

Siehe auch:

Was zusammenwächst … Die Bewegung der interkulturellen Gärten
Oberhausen › Interkultureller Frauengarten

Brasilien: “Gegen die Rio +20 – Show”

Montag, Juni 4th, 2012

“Reclaiming our future: Rio +20 and Beyond

La Vía Campesina Call to action

On 20-22 June 2012, governments from around the world will gather in Rio de Janeiro, Brazil, to commemorate 20 years of the “Earth Summit”, the United Nations Conference on Environment and Development (UNCED) that first established a global agenda for “sustainable development”. During the 1992 summit, the Convention on Biological Diversity (CDB), the United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCC) and the Convention to Combat Desertification, were all adopted. The Commission on Sustainable Development (CSD) was also established to ensure effective follow-up of the UNCED “Earth Summit.”

 

 

Twenty years later, governments should have reconvened to review their commitments and progress, but in reality the issue to debate will be the “green economy” led development, propagating the same capitalist model that caused climate chaos and other deep social and environmental crises.

La Vía Campesina will mobilize for this historical moment, representing the voice of the millions of peasants and indigenous globally who are defending the well-being of all by implementing food sovereignty and the protection of natural resources.

20 Years later: a planet in crisis

20 years after the Earth Summit, life has become more difficult for the majority of the planet’s inhabitants. The number of hungry people has increased to almost one billion, which means that one out of six human beings is going hungry, women and small farmers being the most affected. Meanwhile, the environment is depleting fast, biodiversity is being destroyed, water resources are getting scarce and contaminated and the climate is in crisis. This is jeopardizing our very future on Earth while poverty and inequalities are increasing.

The idea of “Sustainable Development” put forward in 1992, which merged “development” and “environment” concerns, did not solve the problem because it did not stop the capitalist system in its race towards profit at the expense of all human and natural resources:

- The food system is increasingly in the grips of large corporations seeking profit, not aimed at feeding the people.

- The Convention on Biodiversiy has created benefit sharing mechanisms but at the end of the day, they legitimize the capitalization of genetic resources by the private sector.

- The UN Convention on Climate Change, instead of forcing countries and corporations to reduce pollution, invented a new profitable and speculative commodity with the carbon trading mechanisms, allowing the polluter to continue polluting and profit from it.

The framework of “sustainable development” continues to see peasant agriculture as backwards and responsible for the deterioration of natural resources and the environment. The same paradigm of development is perpetuated, which is nothing less than the development of capitalism by means of a “green industrialization.”

The “Green Economy” – Final Enclosure?

Today the “greening of the economy” pushed forward in the run-up to Rio+20 is based on the same logic and mechanisms that are destroying the planet and keeping people hungry. For instance, it seeks to incorporate aspects of the failed “green revolution” in a broader manner in order to ensure the needs of the industrial sectors of production, such as promoting the uniformity of seeds, patented seeds by corporation, genetically modified seeds, etc.

The capitalist economy, based on the over-exploitation of natural resources and human beings, will never become “green.” It is based on limitless growth in a planet that has reached its limits and on the commoditization of the remaining natural resources that have until now remained un-priced or in control of the public sector.

In this period of financial crisis, global capitalism seeks new forms of accumulation. It is during these periods of crisis in which capitalism can most accumulate. Today, it is the territories and the commons which are the main target of capital. As such, the green economy is nothing more than a green mask for capitalism. It is also a new mechanism to appropriate our forests, rivers, land… of our territories!

Since last year’s preparatory meetings towards Rio+20, agriculture has been cited as one of the causes of climate change. Yet no distinction is made in the official negotiations between industrial and peasant agriculture, and no explicit difference between their effects on poverty, climate and other social issues we face.

The “green economy” is marketed as a way to implement sustainable development for those countries which continue to experience high and disproportionate levels of poverty, hunger and misery. In reality, what is proposed is another phase of what we identify as “green structural adjustment programs” which seek to align and re-order the national markets and regulations to submit to the fast incoming “green capitalism”.

Investment capital now seeks new markets through the “green economy”; securing the natural resources of the world as primary inputs and commodities for industrial production, as carbon sinks or even for speculation. This is being demonstrated by increasing land grabs globally, for crop production for both export and agrofuels. New proposals such as “climate smart” agriculture, which calls for the “sustainable intensification” of agriculture, also embody the goal of corporations and agri-business to over exploit the earth while labeling it “green”, and making peasants dependent on high-cost seeds and inputs. New generations of polluting permits are issued for the industrial sector, especially those found in developed countries, such as what is expected from programs such as Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation (REDD++) and other environmental services schemes.

The green economy seeks to ensure that the ecological and biological systems of our planet remain at the service of capitalism, by the intense use of various forms of biotechnologies, synthetic technologies and geo-engineering. GMO’s and biotechnology are key parts of the industrial agriculture promoted within the framework of “green economy”.

The promotion of the green economy includes calls for the full implementation of the WTO Doha Round, the elimination of all trade barriers to incoming “green solutions,” the financing and support of financial institutions such as the World Bank and projects such as US-AID programs, and the continued legitimization of the international institutions that serve to perpetuate and promote global capitalism.

Why peasant farmers mobilize

Small-scale farmers, family farmers, landless people, indigenous people, migrants – women and men – are now determined to mobilize to oppose any commodification of life and to propose another way to organize our relationship with nature on earth based on agrarian reform, food sovereignty and peasant based agroecology.

We reject the “Green Economy” as it is pushed now in the Rio+20 process. It is a new mask to hide an ever-present, growing greed of corporations and food imperialism in the world.

  • We oppose carbon trading and all market solutions to the environmental crisis including the proposed liberalization of environmental services under the WTO.
  • We reject REDD (Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation) which allows rich countries to avoid cutting their carbon emissions by financing often damaging projects in developing countries.
  • We expose and reject the corporate capture of the rio+20 process and all multilateral processes within the United Nations.
  • We oppose land grabs, water grabs, seeds grabs, forest grabs – all resources’ grabs!
  • We defend the natural resources in our countries as a matter of national and popular sovereignty, to face the offensive and private appropriation of capital;
  • We demand public policies from governments for the protection of the interests of the majority of the population, especially the poorest, and landless workers;
  • We demand a complete ban on geoengineering projects and experiments; under the guise of ‘green’ or ‘clean’ technology to the benefit of agribusiness. This includes new technologies being proposed for adaptation and mitigation to climate change under the banners of “geo-engineering” and “climate smart agriculture”, including false solutions like transgenic plants supposed to adapt to climate change, and “biochar” purported to replenish the soil with carbon.
  • We resolve to protect our native seeds and our right to exchange seeds.
  • We demand genuine agrarian reform that distributes and redistributes the land – the main factor in production – especially taking into account women and youth. Land must be a means of production to secure the livelihood of the people and must not be a commodity subject to speculation on international markets. We reject “market assisted land reform”, which is another word for land privatization.
  • We struggle for small scale sustainable food production for community and local consumption as opposed to agribusiness, monoculture plantations for export.
  • We continue to organize and practice agroecology based production, ensuring food sovereignty for all and implementing collective management of our resources

Call to action

We call for a major world mobilization to be held between 18-26 June in Rio de Janeiro, with a permanent camp, for the Peoples Summit, to counter the summit of governments and capital.

We will be in Rio at the People’s Summit where anti-capitalist struggles of the world will meet and together we will propose real solutions. The People’s Permanent Assembly, between the 18 and 22, will present the daily struggles against the promoters of capitalism y the attacks against our lands. Today, Rio de Janeiro is one of the cities which receive the most contributions from global capital and will host the Soccer World Cup and Olympics. We will unite our symbolic struggles from the urban to the landless movements and fishers.

We also declare the week of June 5th, as a major world week in defense of the environment and against transnational corporations and invite everyone across the world to mobilize:

  • Defend sustainable peasant agriculture
  • Occupy land for the production of agroecological and non-market dominated food
  • Reclaim and exchange native seeds
  • Protest against Exchange and Marketing Board offices and call for an end to speculative markets on commodities and land
  • Hold local assemblies of People Affected by Capitalism
  • Dream of a different world and create it!!
  • The future that we want is based on Agrarian Reform, Peasant’s based sustainable agriculture and Food Sovereignty!

GLOBALIZE THE STRUGGLE!!

GLOBALIZE HOPE!!!

 

(Quelle: La Via Campesina.)

Siehe auch:

Rio+20: INTERNATIONAL CAMPAIGN OF STRUGGLES: Peoples of the World against the Commodification of Nature

Chile: Mächtige Umweltmafia

Montag, Mai 16th, 2011

Fischer und Mapuche protestieren gegen Abwasser-Pipeline in den Pazifik

Von Benjamin Beutler

Der chilenische Zellulose-Multi »Celulose Aurauco y Constitución« (CELCO) ist mit einer jährlichen Produktion von rund fünf Millionen Tonnen der weltweit drittgrößte Zelluloseproduzent. Zugleich sorgte der Konzern für eines der großen Umweltprobleme in Südchile.

Über eine halbe Million Tonnen Zellulose im Jahr spuckt die Zellulosefabrik aus, die nahe gelegene Ortschaft San José de la Mariquina versorgt ein angeschlossenes Biomasse-Kraftwerk mit Strom. Nicht weit vom qualmenden Industriekomplex strömt der breite Río Cruces vorbei, wenige Kilometer stromabwärts liegt die Regionalhauptstadt Valdivia. Im Mai 1960 zerstörte das stärkste je gemessene Erdbeben so gut wie alle Ortschaften der südchilenischen Region.

Doch das jüngste Unglück in Valdivia ist von Menschenhand gemacht. Im Jahr 2004 stampfte der Zellulose-Multi CELCO sein riesiges Werk aus dem Boden. Chile ist der fünftgrößte Zellulose-Exporteur der Welt. Vor Ort wurde den skeptischen Bewohnern, darunter viele Gemeinden der indigenen Mapuche-Lafkenche, dasselbe wie eh und je versprochen: Arbeit, Sozialversicherung und geregeltes Einkommen. Doch damals wie heute lebt rund ein Drittel der Menschen in Armut, das Gros der CELCO-Spezialisten kam aus dem Norden. Richtig misstrauisch gegenüber der Fabrik wurden Anwohner und Naturschützer, als im stromabwärts gelegenen Schutzgebiet »Carlos Anwandter« die ersten der nur in Südamerika heimischen Schwarzkopfschwäne starben. 2005 war die Art, deren Brutgebiet sich von der Mitte Chiles und dem Südosten Brasiliens bis zum südlichsten Zipfel Südamerikas erstreckt, in dem Schutzgebiet komplett verschwunden.

Schnell wurde klar: Für den Tod der über 5000 Tiere konnte nur CELCO verantwortlich sein, die ihre giftigen Abwässer ungeklärt in den Cruces-Fluss eingeleitet hatte. Autopsien hatten eine hohe Konzentration von Metallen ergeben. Im Juli 2007 wurden zudem tausende verweste Fische angetrieben, einer von vielen »Störfällen« von CELCO. Heute ist das Feuchtgebiet tot. Die Schäden für Umwelt, Fischer und Tourismusindustrie erreichten 86 Millionen Euro, allein 2007 sei der Tourismus um 50 Prozent eingebrochen, belegen unabhängige Studien. Aktuell läuft ein Prozess gegen das Unternehmen, das mit Imagekampagnen und gekauften Expertisen jede Verantwortung von sich weist. Im Rahmen einer außergerichtlichen Einigung zahlte CELCO der Tourismus-Branche eine knappe Million Euro. Nun plant das Unternehmen eine Abwasser-Pipeline in die 40 Kilometer entfernte Pazifikbucht von Mehuín.

Auch wenn die »Katastrophe von Valdivia« in Chile erstmals Umweltverschmutzung in die Öffentlichkeit gebracht hat und zur Schaffung eines Umweltministeriums und von Überwachungsgremien führte, so hat die Zellulose-Wirtschaft doch weiter starke Freunde in der Politik. Chiles Ex-Präsident Eduardo Frei etwa wehrte im Senat die Vorwürfe gegen CELCO erfolgreich ab. Da es den Fischern der Mehuín-Bucht an einer starken Lobby fehlt, haben sie angesichts der drohenden Vernichtung ihrer Lebensgrundlagen Klage vor der »Interamerikanischen Menschrechtskommission« (CIDH) der »Organisation Amerikanischer Staaten« (OAS) eingereicht. Doch die Mühlen der Justiz mahlen langsam. Chiles Umweltministerium hat schon 2010 grünes Licht für die Pipeline gegeben.

 

(Quelle: Neues Deutschland.)

UN: Die bedrückende Situation der Indigenen Völker

Sonntag, Mai 15th, 2011

“The state of the world's indigenous peoples

By Myrna Cunningham and others

UN Permanent Forum on Indigenous Issues

Read the full text

HTML: The state of the world's indigenous peoples

This report on the state of the world’s indigenous peoples reveals alarming statistics on poverty, health, education, employment, human rights, the environment and more.

Indigenous peoples contribute extensively to humanity’s cultural diversity, enriching it with more than two thirds of its languages and an extrordinary amount of its traditional knowledge.

There are over 370 million indigenous people in some 90 countries, living in all regions of the world. The situation of indigenous peoples in many parts of the world is critical today. Poverty rates are significantly higher among indigenous peoples compared to other groups. While they constitute 5 per cent of the world’s population, they are 15 per cent of the world’s poor. Most indicators of well-being show that indigenous peoples suffer disproportinately compared to non-indigenous peoples. Indigenous peoples face systemic discrimination and exclusion from political and economic power; they continue to be over-represented among the poorest, the illiterate, the destitute; they are displaced by wars and environmental disasters; indigenous peoples are dispossessed of their ancestral lands and deprived of their resources for survival, both physical and cultural; they are even robbed of their very right to life.

In more modern versions of market exploitation, indigenous peoples see their traditional knowledge and cultural expressions marketed and patented without their consent or participation.

Of the some 7,000 languages today, it is estimated that more than 4,000 are spoken by indigenous peoples. Language specialists predict that up to 90 per cent of the world’s languages are likely to become extinct or threatened with extinction by the end of the century.

Although the state of the world’s indigenous peoples is alarming, there is some cause for optimism. The international community increasingly recognizes indigenous peoples’ human rights, most prominently evidenced by the UN Declaration on the Rights of Indigenous Peoples. Indigenous peoples themselves continue to organize for the promotion of their rights. They are the stewards of some of the world’s most biologically diverse areas and their traditional knowledge about the biodiversity of these areas is invaluable. As the effects of climate change are becoming clearer, it is increaslingly evident that indigenous peoples must play a central role in developing adaptation and mitigation efforts to this global challenge.

The State of the World’s Indigenous Peoples is the result of a collaborative effort, organized by the Secretariat of the United Nations Permanent Forum on Indigenous Issues. The Chapters were written by independent experts.

 

Contents:

Foreword by Mr. Sha Zukang Under-Secretary General for Economic and Social Affairs

Introduction by the Secretariat of the Permanent Forum on Indigenous Issues

Chapter I: Poverty and Well Being by Joji Carino

Chapter II: Culture by Naomi Kipuri

Chapter III: Environment by Neva Collings

Chapter IV: Contemporary Education by Duane Champagne

Chapter V: Health by Myrna Cunningham

Chapter VI: Human Rights by Dalee Sambo Dorough

Chapter VII: Emerging Issues by Mililani Trask”

 

(Quelle: Australian Policy Online.)

BRD: Die GTZ und die Palmöl-Connection

Dienstag, Mai 10th, 2011

“Africa: Development Agencies Support Harmful Oil Palm Production

By Julio Godoy

Increasing industrial production of oil palm in sub-Saharan African countries, carried out by foreign corporations, is destroying the livelihoods of millions of Africans and the biodiversity of ecosystems. Despite this, industrialised countries’ governments and development agencies continue to promote such production.

African countries most affected are Nigeria, the Democratic Republic of Congo and Ghana. But palm oil fields and industrial facilities are located in at least the half of sub-Saharan African countries.

In the vast majority of cases, the industrial production of oil palm is in the hands of foreign corporations, such as the French Bolloré group, the Brazilian petroleum group Petrobras, the Italian company ENI and the Singapore-based Wilmar International. Most of the exploiters are European Union-based companies.

The industrial system of oil palm production in Africa “is based on monoculture plantations where the land only produces palm fruits for industry,” according to Ricardo Carrere, an expert in forest management at the World Rainforest Movement (WRM).

The WRM, with a secretariat in Montevideo, Uruguay, is an international organisation promoting local people’s land rights.

“In most if not all cases, land is taken away from local communities with little or no compensation, and bio-diverse ecosystems, mostly forests, are destroyed and substituted by large areas of palm monocultures,” says Carrere, author of “Oil palm in Africa: Past, present and future scenarios”, a report that the WRM published in 2010.

Carrere told IPS that all the foreign oil palm facilities in Africa are characterised by appalling working conditions. “During the colonial times, slavery and forced labour were the daily toll of Africans in such plantations. In the modern system, the conditions are near-slavery with low-paid labour.”

As an example, Carrere mentions the oil palm plantations and industrial facilities managed by the Bolloré group in Cameroon. “The living and working conditions there are abysmal,” he comments. “The living quarters are insalubrious; there is no regular access to water or electricity; and the temporary employees earn extremely low wages.”

According to Carrere and other researchers, hundreds of subcontracted workers toil in these plantations and facilities for six days a week, sometimes from six o’clock in the morning until six o’clock at night, with no social security coverage and earning around two dollars per day.

In his survey, Carrere compared modern, foreign-led industrial palm oil production with the traditional process. “The modern system is even worse than the old one. The new one is characterised by extensive drainage of the land and widespread use of agrochemicals, both impacting on local water resources.”

The recent expansion of the industrial plantations of palm oil has been mostly led by growing demand in industrialised countries for so called agro-fuels, falsely seen as an ecological alternative to fossil fuels.

But the local ecological impact of the palm oil production in sub-Saharan African countries is disastrous, according to numerous surveys. The case of the Bugala Island plantations in Lake Victoria in Uganda serves as another illustration.

According to a study by the Kalangala District Forum of nongovernmental organisations, the palm oil plantations there have increased pressure on central forest reserves, substantially contributed to the depletion of forest products, deforestation, soil erosion and the draining of wetlands.

Furthermore, these plantations have had negative socio-economic effects for the communities living on the islands. These consequences include the violation of land rights of indigenous people, the loss of land as a safety net and reduced access for local communities to resources.

The forum also underlines that the plantations have contributed to the sudden rise of the price of land and destroyed the community-based local economy.

Carrere raises alarm about the “crucial role” of national, regional and multilateral institutions in the promotion and development of foreign investments in the industrialisation of palm oil production in sub-Saharan Africa.

It is important to stress that such support has ignored all the accumulated evidence regarding the negative social and environmental impacts of large-scale plantations elsewhere in the developing world, Carrere says.

He stresses that these international efforts have “also ignored the social benefits of traditional sustainable practices in the production of palm oil. As a result, most support has been aimed at the development of the industrial model and practically none has been provided to the traditional system.”

Among the international financial and multilateral institutions allegedly involved in the promotion of the industrialisation of palm oil in Africa, Carrere mentions the African Development Bank, the African Investment Bank, the European Union through the European Development Fund, the European Investment Bank and the EU Partnership Dialogue Facility.

Other foreign state agencies alleged to be exacerbating the expansion of palm oil in Africa are the U.S. development agency USAid and the U.S. department of agriculture, Britain’s department for international development (Dfid), Finland’s FinnFund and Germany’s agency for technical cooperation, among others.

United Nations agencies are also implicated, such as the Food and Agricultural Organisation and the International Fund for Agricultural Development that have intervened in favour of the industrial production of palm oil in Africa.

The foreign oil palm plantations and facilities in Africa have generated legal conflicts in companies’ countries of origin. In France, for instance, the Bolloré group in 2010 brought legal challenges against two press reports on its activities in Cameroon.

The court in Paris ruled that the first report could not be considered defamatory. In the second case, no ruling was handed down, apparently because the Bolloré group decided to withdraw the charges two weeks before the trial was scheduled to take place.”

 

(Quelle: IPS News.)