Archive for the ‘Gewalt’ Category

Israel / Gaza: Warten auf den neuen Krieg

Freitag, September 26th, 2014

“Was wurde eigentlich aus dem Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas?

Ein Monat nach Ende des Gaza-Krieges ist alles so schlecht wie eh und je

Von Fabian Köhler

Genau einen Monat ist es her, dass sich Israelis und Palästinenser auf einen Waffenstillstand einigten. Die gute Nachricht: das Abkommen wird größtenteils eingehalten. Die schlechte: leider nur von einer Seite.

Auf den Tag genau einen Monat ist es her, dass der jüngste Gaza-Krieg ein Ende fand. Tausende Raketen fielen in den Wochen zuvor auf israelische Städte, große Teile des Gazastreifens wurden in Trümmer verwandelt, Hunderttausende Menschen zu Flüchtlingen, mehr als 2.200 starben. Am 26. August einigten sich israelische und palästinensische Unterhändler in Kairo auf ein gemeinsames Abkommen: Die Waffen sollten schweigen, die Versorgungssituation für die Menschen im Gazastreifen verbessert werden. Einen Monat später ist alltägliche Gewalt zurückgekehrt, die Lage in Gaza so schlimm wie eh und je, die Bilanz des Waffenstillstandes ernüchternd (…).”

Weiterlesen…

 

(Quelle: neues deutschland.de)

Ukraine / Russland / NATO: Wege zur Deeskalation

Donnerstag, September 18th, 2014

“Dossier VII der “Kooperation für den Frieden”:

Der Ukraine-Konflikt – Kooperation statt Konfrontation

Vorgelegt von Andreas Buro und Karl Grobe mit Zuarbeit von Clemens Ronnefeldt

Der Ukraine-Konflikt, der noch vor drei Jahren kaum vorstellbar war, birgt gefährliches Eskalationspotential in sich. Er spielt sich auf drei Ebenen ab: Der Konfrontation zwischen den Westund Ost-Großmächten, auf der Ebene der innergesellschaftlichen Gegensätze der Ukraine und im bislang wenig beachteten Bereich zwischen den USA und der EU.

Militärstrategische wie wirtschaftliche Komponenten sind von großer Bedeutung. Ohne einen Blick auf die Geschichte sind die vielen Fäden des Konfliktes nicht zu entwirren. Die Gefahr der Eskalation des Konfliktes ist beträchtlich. Sie darf nicht zum Selbstläufer werden, den möglicherweise keiner der Konfliktakteure unter Kontrolle bekommt, sei es aus außenoder innenpolitischen Gründen.

Das Dossier der Kooperation für den Frieden hat zum Ziel, die Möglichkeiten einer Deeskalation darzustellen und damit einen Weg vorzuzeichnen, der Konfrontation zu Kooperation werden lässt.

Prof. Dr. Andreas Buro ist friedenspolitischer Sprecher des Komitees für Grundrechte und Demokratie, Koordinator des Monitoringund des Münchhausen-Projekts sowie des Dialog-Kreises, Aachener Friedenspreisträger 2008, Göttinger Friedenspreisträger 2013.

Dr. Karl Grobe ist freier Autor. Er war leitender außenpolitischer Redakteur der Frankfurter Rundschau.

Das Dossier steht zum kostenlosen Download zur Verfügung unter

http://aixpaix.de/europa/dossier_ukraine-20140814.html

oder

http://www.koop-frieden.de/sub/das-monitoring-projekt.html

Ein Kernstück des Dossiers sind Vorschläge für eine zivile Konfliktösung:

Vorschläge oder Road Map und Anforderungen an die involvierten Akteure für eine zivile Lösung des Konflikts mit weit reichender Perspektive für Vertrauensbildung und Kooperation.

Was kann also getan werden, um Deeskalation und eine friedliche Überwindung des Konflikts voranzutreiben? Hier Vorschläge für eine Road Map:

· Es besteht die Gefahr einer nicht gewollten militärischen Eskalation zwischen den Großmächten. Die NATO und Russland erklären deshalb, sie wollen auf keinen Fall den Konflikt militärisch austragen. Deshalb solle zwischen NATO und Russland ein rotes Telefon und ein entsprechender Krisenstab eingerichtet werden.

· Die EU begrüßt diese Erklärungen und bietet Hilfe zur Deeskalation an.

· Russland stimmt diesem Vorschlag zu und beteiligt sich an dessen Verwirklichung.

· Die NATO erklärt, sie beabsichtige nicht, die Ukraine als Mitglied aufzunehmen und auch nicht in anderer Form mit ihr militärisch zu kooperieren.

· Die EU erklärt, sie betrachte alle Teile des mit Kiew abgeschlossenen Assoziierungsabkommens, die sich auf eine militärische Kooperation beziehen, als ungültig.

· Kiew erklärt sich als neutral, wie es bereits in seiner Verfassung festgelegt sei. Es würde keinem Militärpakt beitreten.

· Die USA erinnern Russland an den trilateralen Vertrag zwischen der Ukraine, den USA und Russland vom 13.1.1994 in Moskau. Dabei wurden der Ukraine unter anderem Grenzgarantien zugesichert.

· Russland erklärt sich mit der Neutralität der Ukraine einverstanden und will sie dauerhaft respektieren.

· Russland beendet daraufhin stillschweigend seine Unterstützung für die Separatisten in der Ost-Ukraine.

· USA und EU akzeptieren die Neutralitätserklärung der Ukraine und bringen zum Ausdruck, sie dauerhaft respektieren zu wollen. Sie kündigen einen Plan an zur stufenweise Beendigung ihrer Sanktionen gegen Russland und fordern dieses auf, es ihnen gleich zu tun.

· Kiew erlässt eine Amnestie für die Separatisten und gestattet ihren unbehinderten Abzug nach Russland.

· Kiew erarbeitet eine neue föderale Verfassung mit angemessenen Autonomierechten, die auch Minderheiten schützen. In ihr ist eine Wirtschaftsordnung festgelegt mit gleichberechtigten Beziehungen nach West und Ost unter Berücksichtigung der entwicklungspolitischen Bedürfnisse der Ukraine.

· Die NATO zieht die Streitkräfte wieder ab, die sie während des Konflikts in Mitgliedsstaaten mit einer Grenze zu Russland stationiert hatte.

· Kiew fordert eine neue Volksabstimmung auf der Krim über deren Sezession. Dabei wird Russland vorab vertraglich zugesichert, dass das Areal um den russischen Kriegshafen Sewastopol unabhängig vom Ausgang der Volksabstimmung exterritoriales Gebiet Russlands bleiben würde. Die Volksabstimmung solle unter strikter Kontrolle der OSZE erfolgen und die Ergebnisse wären verbindlich für alle. Russland müsse sich verpflichten, die kulturellen Rechte der Krimtataren zu respektieren, falls die Abstimmung die Angliederung der Krim an Russland bestätigt.

· Russland erklärt sich bereit, über die Modalitäten dieses Vorschlags zu verhandeln.

· USA, EU und NATO heben ihre Sanktionen gegen Russland auf.

· Russland erklärt sich bereit, mit Kiew über die Lieferung von Öl und Gas und die Verrechnung bestehender Schulden erneut zu verhandeln.

· Deutschland schlägt in Übereinstimmung mit der EU eine dauerhafte Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit (KSZE) vor – eventuell im Rahmen der OSZE. Auf ihr sollen in mehreren “Körben” die verschiedenen Themen behandelt und zur Schlichtung von Kontroversen beigetragen werden.

· Kiew fordert Armenien, Aserbaidschan, Georgien und Moldawien auf, sich ebenfalls für einen neutralen Status zu entscheiden und in regionaler Kooperation bestehende Differenzen – etwa bezogen auf Bergkarabach und Transnistrien – beizulegen und gemeinsame Interessen zu vertreten.

· Die NATO verzichtet darauf, sich um einen Beitritt dieser Länder zu bemühen, falls diese sich für neutral erklären sollten.

Würde nach dieser Road Map verfahren, könnte die Ukraine eine wichtige Rolle als Brücke zwischen West und Ost und zur Befriedung vieler Länder in der Region spielen.

Eine friedliche Lösung wäre möglich, wenn die alten Verhaltensweisen der Konfrontation zugunsten einer Politik der Kooperation und der zivilen Konfliktbearbeitung in Europa aufgegeben werden. Abbau von Misstrauen und Aufbau von Vertrauen sind erforderlich. Die Zivilgesellschaften aller beteiligten Länder können dazu beitragen, indem sie sich gegen Feindbilder und Verhetzungen wenden.

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Der Text des Dossiers steht kostenlos zum Abdruck zur Verfügung. Wir bitten um Verbreitung durch Weiterleiten über bestehende Verteiler oder Personen.

Das Dossier Ukraine-Konflikt steht auch als Printausgabe zur Verfügung. Auslieferung Mitte September.

Bestellungen an: Kooperation für den Frieden, Römerstr. 88, 53111 Bonn Tel. 0228/692904 /Fax……06, mail: info@koop-frieden.de “

 

(Quelle: Internationaler Versöhnungbund)

Global: 18.800 Tote pro Tag

Sonntag, Juli 27th, 2014

“State of the World’s Mothers:
Die Lebenssituation von Müttern und Kindern im weltweiten Vergleich

900 Millionen Kinder leben inmitten von bewaffneten Konflikten. Jeden Tag sterben etwa 800 Mütter und 18.000 Mädchen und Jungen unter fünf Jahren an vermeidbaren Ursachen. Mehr als die Hälfte davon in Krisenregionen. Diese und weitere erschreckende Zahlen veröffentlicht Save the Children im 15. State of the World´s Mothers Report.

Insgesamt wurde die Lebenssituation von Müttern und Kindern in 178 Ländern verglichen. Bewertet werden: Müttergesundheit, Kindersterblichkeit, Schulbildung und Einkommen sowie der gesellschaftspolitische Status von Frauen. Wie in den Jahren zuvor belegen Finnland, Schweden und Norwegen die ersten Plätze. Alle zehn am schlechtesten platzierten Länder liegen in Afrika. Deutschland hat sich zum Vorjahr um einen Platz verbessert und landet auf Platz 8.

Der Bericht macht die Kluft zwischen arm und reich besonders deutlich. Mütter in Krisengebieten sterben 14-mal so oft, wie bewaffnete Soldaten. In der Demokratischen Republik Kongo ist es statistisch gefährlicher eine Frau oder ein Kind zu sein, als ein bewaffneter Kämpfer. Im Tschad stirbt eine von 15 Frauen, in Sierra Leone stirbt jedes 5. Kind vor seinem fünften Geburtstag.
„Die hohe Mütter- und Kindersterblichkeit in Krisengebieten überrascht uns nicht, bleibt jedoch für Save the Children nicht hinnehmbar. Naturkatastrophen oder Kriege können wir nicht verhindern, aber es ist viel leichter nach Krisen bereits zuvor vorhandene Infrastruktur wieder herzustellen, als völlig neu aufzubauen. So können Menschenleben gerettet werden – das belegt unser Report ganz deutlich“, betont Kathrin Wieland, Geschäftsführerin von Save the Children Deutschland.

Noch schwieriger wird die Situation für Mütter, wenn zu einem bewaffneten Konflikt Naturkatastrophen hinzukommen. Die Mehrzahl der untersten zehn Länder war von genau diesem Schicksal betroffen.

Aber es gibt auch Positivbeispiele. Äthiopien beispielsweise ist Vorreiter für den afrikanischen Kontinent. Kein anderes Land konnte die Müttersterblichkeit um zwei Drittel reduzieren.

„Werden die Lebensumstände für Mütter verbessert, hat dies direkte Auswirkungen auf ihr Überleben. Investieren Regierungen in Mütter- und Kindergesundheit, investieren sie damit zugleich in ihre Zukunft“, erklärt Kathrin Wieland.”

 

(Quelle: Save the Children)

Israel: Hilferuf eines Friedfertigen

Dienstag, Juli 22nd, 2014

“Liebe Freunde!

Dies ist ein Hilferuf in schrecklichen Tagen. Es fällt mir schwer, über die gestrige Nacht zu schreiben. Ich schäme mich. Aber ich muss darüber berichten. Ich fuhr mit dem Autobus nach Haifa zu einer Demo gegen den Krieg. Da ich nie genau weiß, wie lange ich brauche, war ich viel zu früh da. Von weitem schon sah ich die Polizisten, viele Polizisten, ein Wasserwerfer, berittene Polizisten, und dann sah ich sie: eine riesige Menge von Faschisten wartete auf uns, schon lange waren sie da. Sie konnten es gar nicht abwarten, dass wir kämen, um uns abzuschlachten. Dann sah ich im internet, dass der Versammlungsplatz geändert wurde. Es war klar, die Polizei war nicht an einem Blutbad interessiert. Jedenfalls tat sie so. So tröpfelten also ein paar hundert Demonstranten zum neuen Versammlungsort, wo sich aber auch schon ein immer grösser werdendes faschistisches Untier ansammelte. Im Nachhinein weiß ich, dass wenig Demonstranten von unserer Seite kamen, weil sowohl der Bürgermeister von Haifa wie die faschistischen Führer zur Abwehr gegen unsere Demonstration aufgerufen hatten. Nachdem die Faschisten schon vor einer Woche in Tel- Aviv tätig wurden, hatten viele von uns Angst und kamen nicht. Ihr stellt Euch vielleicht vor, die zionistischen Faschisten hier seien ein unbedeutendes Häuflein. Aber gestern abend fletschten Tausende von Niederträchtigen die Zähne! Wir hatten Angst, wir waren schwach, natürlich auch wütend, aber vor allem schwach und eingeschüchtert. Die Polizei tat das Mindeste, damit es nicht zu einem großen Blutbad kam. Aber einige von uns wurden verletzt, viele wurden mit Steinen beschossen, gejagt, verfolgt, bis in die entferntesten Seitenstraßen und Gassen, sogar den Krankenwagen, in dem verletzte Araber behandelt wurde, griffen die Faschisten an und versuchten ihn zu stürmen, ein wahres Pogrom – und wer wurde verhaftet? Drei Araber von unserer Seite, die darüber wütend wurden. Haifa, das ich kannte, gibt es nicht mehr. Es ist etwas in diesem Land und in mir zerbrochen, das nicht wiedergutzumachen ist.

Ich habe mich von dieser Schreckensnacht noch nicht erholt. Ich weiß nicht, woher der Stein kommt, der mich treffen wird. Bisher konnte ich die Gefahr einigermaßen einschätzen. Heute nicht mehr. Das nächste Pogrom lauert hinter jeder Ecke. Ich habe die Gesichter der Faschisten gesehen. Es sind meine Nachbarn, sie sitzen neben mir im Autobus, sie stehen mit mir an der Kasse im Supermarkt, es sind ganz normale Bürger und Bürgerinnen. Gib ihnen ein Blutbad, und sie reißen sich die Maske vom Gesicht. Und die israelische Regierung bietet ihnen ein Blutbad, wie es wenige zuvor hier gegeben hat. Wir nähern uns immer mehr den syrischen Maßstäben.

Natürlich entfesselt das schreckliche Blutvergießen in Gaza eine schreckliche Wut, überall auf der Welt. Die ungeheure militärische israelische Übermacht steht in keiner Proportion zu den kläglichen Versuchen der Hamas-Terroristen, auf diese eine Antwort zu bieten. Und natürlich bricht diese Wut da und dort auch in antisemitische Hetze aus. Schon immer war Antisemitismus gut, um von der Sache abzulenken. Aber ihr, lasst Euch nicht ablenken! Es geht auch nicht darum, dass wir hier Bollwerk spielen sollen für Euch. Wir halten diese Rolle nicht mehr aus! Wir gehen kaputt daran. Bitte, erlöst uns davon!

Europa gedenkt … 100 Jahre danach…. Europa brauchte noch einen Zweiten Weltkrieg, um ein kleines bisschen gescheiter zu werden. Aber Europa hat noch viel zu lernen. Zum Beispiel, dass die Umwälzungen und endlosen Kriege im Nahen Osten heute, 100 Jahre danach, auch ein Produkt des Ersten Weltkrieges sind. Denn im Ersten Weltkrieg haben die französischen und die britischen Kolonialmächte untereinander den Nahen Osten aufgeteilt, Grenzen gezogen, Regierungen eingesetzt. Dann wurden irgendwann diese konstruierten “Staaten” “unabhängig”. Aber alle Staaten des Nahen Ostens sind europäische Konstrukte. Es musste doch eigentlich klar sein, dass diese künstlichen Konstruktionen irgendwann auseinanderbrechen. Warum das so gewaltsam geschieht? Ja, da beteiligt sich natürlich Europa selber wieder ganz fleißig dabei. Aber zuerst einmal sollte klar sein, dass was auf wackligen Beinen gebaut ist, irgendwann mal umkippt.

Ein Freund schrieb mir darauf auf Facebook: “und oft dann noch das Argument, es muss wohl an der Mentalität dort liegen, dass da so viel Gewalt ist.”Ja, es muss wohl an der europäischen Mentalität liegen, Kriege zu exportieren.

Wer sich über die Sticheleien von palästinensischer Seite ärgert, der sollte sich einmal vergegenwärtigen, woher die Waffen kommen, die Hamas benutzt. Israel war an 6. Stelle der größten Waffenexporteure der Welt. Und sowohl das israelische Verteidigungsministerium wie private israelische Waffenhändler verkaufen Waffen an jeden. “Wir wollen verkaufen und uns nicht mit Moral beschäftigen.” Und: “Wir brauchen Exportverträge wie Luft zum Atmen.” Es gibt praktisch kein Land auf der Welt, das nicht israelische Waffen kauft, auch kein arabisches, auch nicht Iran und die Taliban. Und Waffen, liebe Freunde, sind da, damit sie gebraucht werden! (Alle Informationen in diesem Abschnitt habe ich von einem Artikel vom 26.6.2013 von Sara Leibovitz-Dar)

Deutschland stand 2012 noch vor Israel an 5. Stelle.

Im April 2002 schrieb ich folgende Zeilen:

http://abumidian.wordpress.com/deutsch/an-die-schweizer/

Inzwischen ist mein Sohn, von dem ich damals schrieb, bald 18 Jahre alt. Heute läuft er Gefahr, nicht nur Opfer zu sein in diesem Wahnsinn, sondern auch Täter. Ich weiß nicht, was schlimmer wäre.

Es gibt ein Privileg, auf das ich nicht verzichten werde: Ich kann Euch in deutscher Sprache direkt von der Straße berichten, was ich erlebe. Ich behaupte nicht, dass dies objektiv ist. Meine Angst ist subjektiv. Meine Trauer gehört mir. Mit meinem Zorn muss ich selber fertig werden.

Eduardo Galeano ist ein Schriftsteller aus Uruguay. Er hat u.a. “Die offenen Adern Lateinamerikas” geschrieben, ein Buch, das Berühmtheit erlang dadurch, dass Hugo Chaves es Obama vor laufender Kamera schenkte, im Jahre 2009. Den nachfolgenden Text schrieb er nicht jetzt, sondern im Jahr 2012.

http://www.facebook.com/notes/uri-shani/eduardo-galeano-gaza-deutsch/10152541903332618

Die chilenische Regierung hat den ersten Schritt getan.
(http://www.worldbulletin.net/world/140840/chile-to-suspend-trade-talks-with-israel-over-gaza-bombing)

Jetzt ist es an Europa zu handeln!

Jede Aktion, die zum Ziel hat, ökonomischen Druck auf die israelische Regierung und ihre mächtigen Hintermänner auszuüben, ist erwünscht, wie zum Beispiel diese Petition:

http://secure.avaaz.org/en/gaza_this_is_how_it_ends_loc/?svjfIhb

Vor bald 74 Jahren wurde meine Mutter zwölf Jahre alt. Zu ihrem Geburtstag (ihre Bat- Mitzwah) erhielt sie einen Brief aus Hamburg von Tante Ida, und in diesem Brief schreibt Tante Ida: “Es ist fünf vor zwölf.” Und auch eine Uhr zeichnete sie daneben, mit dem großen Zeiger auf 11 und dem kleinen auf 12. Anderthalb Jahre danach wurde sie nach Theresienstadt deportiert, und noch ein Jahr danach, am 14.7.1943, war sie tot. Ein Stolperstein an der Johnsallee erinnert an sie.

Liebe Freunde, ich habe gestern die faschistische Fratze hautnah gefühlt. Es ist fünf vor zwölf!

Und noch eine letzte Bitte: Wer nicht mit mir einverstanden ist, soll mir bitte nicht antworten! Ich werde schon genug gemobbt, und es geht mir wirklich nicht gut in diesen Tagen.

 

Uri Shani, 20.7.2014 “

 

(Quelle: PM; abumidian.com)

 

Siehe auch:

Die Gräultat (PDF)

 
 

Israel: Netanyahus Krokodilstränen

Mittwoch, Juli 9th, 2014

“In The Case Of Israel: Western Hypocrisy At Its Best

By Ludwig Watzal

08 July, 2014
Countercurrents.org

The kidnapping of three Israeli teenagers and their murder was a despicable crime. Those responsible must be held accountable and brought to justice. Everybody condemned this heinous crime, including all Western leaders. After the abduction, the Israeli occupying forces started a search throughout the West Bank that led not only to the killings of a lot of innocent Palestinians but also to the devastation of uncountable homes and the demolition of two houses of assumed suspects. Until now, nobody knows who committed the crime. Collective punishment of the Palestinian collective is the norm in the Occupied Palestinian Territories. The principle of the presumption of innocence until proven guilty only applies to the Jewish citizens of Israel and the colonizers in the West Bank.

Right from the start, Prime Minister Benyamin Netanyahu blamed Hamas for the abduction. Up till now, he could not deliver single evidence. Instead, the occupying forces went on a rampage; destroying, killing and arresting arbitrarily every member of Hamas, which they could lay their hands on. In the meantime, parts of the population, like a “Zio-Fascists” mob, went wild in Jerusalem and called “Death to the Arabs”. Six right-wing Israeli extremists got hold of Mohammed Abu Khdeir, they killed and burnt him. His father, Hussein Abu Khdeir, demanded form the Israeli military to demolish the houses of the murderers like they did to the Palestinian families from which allegedly the abductors of the three juvenile Israeli came. But a different treatment of Israeli and Palestinian criminals has a long tradition in Israel and the Occupied Palestinian Territories like the reports of different Israeli and international human rights organizations show. This “principle” is just part of democracy à la Israel.

The Western leaders did not condemn this act of violence, instead, they kept mum. David Cameron, the British Prime Minister, did not call a press conference in Number 10 Downing Street; instead he “twittered” his “weighty” words about this gruesome death: “I’m appalled by the murder of a Palestinian teenager. The loss of four boys this week is a terrible reminder of the need for lasting peace.” Tony Blair couldn’t have put it better. The double standard of Western leaders, exemplified in the person of David Cameron, can be viewed in Anthony Lawson’s video.1

Not enough of the rampage of the Israeli military against Palestinians, the brutality of the “most moral army in the world” (Ehud Barak) made no stop in front of a U.S. citizen. Tariq Khdeir, a high school sophomore visiting Jerusalem from Tampa, Fla., was severely mistreated by Israeli police, like the video shows.2 The US State Department was “profoundly troubled” by Israel’s treatment of a Palestinian-American but has done nothing, as in the murder case of Rachel Corrie. This should not surprise anyone; hasn’t the US President a personal killing list, which includes also the names of US citizens of Arab decent? What would have happened, if the Palestinian “security forces” would have killed a Jewish-American citizen or mistreated him in Palestine? All hell would have broken loose.

Nobody should be surprised about the outbreak of racism towards the Arabs in Israel. From the kindergarten to the grave, the Israelis are indoctrinated by Zionism, which is an exclusivist ideology. After the assassination of Prime Minister Yitzhak Rabin, the late Israel Shahak has in his groundbreaking book “Jewish History, Jewish Religion. The Weight of three Thousand Years”3 elucidated the political implications of this belief system. But the real roots of racism in Israel and the hatred of the goyim can be found in “Classical Judaism”, which is used “to justify Israeli policies that are racist, as totalitarian and as xenophobic”. And Shahak continues: “Nowhere can this be seen more clearly than in Jewish attitudes to the non-Jewish peoples of Israel and the Middle East.”

The crocodile tears of Netanyahu for the murder of the young Palestinian are hypocritical. For the record: Netanyahu and his extremist predecessor Ariel Sharon have not moderated a mob at a demonstration in Jerusalem, who slandered Rabin as a “traitor” and carried Rabin dummies in Nazi uniform, one of the most despicable symbols in Israel. Shortly after, Rabin was assassinated. Not without reason, Lea Rabin has refused Netanyahu’s condolences at the state funeral. Therefore, one should not belief the political arsonist, which calls for the fire brigade.

Dr. Ludwig Watzal works as a journalist and editor in Bonn, Germany. He runs the bilingual blog “between the lines” http://between-the-lines-ludwig-watzal.blogspot.de/

Notes

1 http://www.youtube.com/watch?v=ldS0UTc7XUo#t=146

2 http://www.youtube.com/watch?v=JhFa_kgB1cc

3 http://www.watzal.com/Juedische_Geschichte.pdf

 

(Quelle: Countercurrents.org)

 

Siehe auch:

Gaza: Der böse, böse Nachbar

 
 

Südsudan: Todesmutige Hilfe

Mittwoch, Juni 25th, 2014

Update From South Sudan – April 21, 2014

‘”We are deeply saddened by the new escalation of violence in South Sudan. A few days ago armed protestors forced their way into the UNMISS base in Bor, Jonglei State. They opened fire on the 5100 internally displaced persons, primarily women and children, who had been sheltering there. The Nonviolent Peaceforce (NP) team on the ground courageously were able to directly protect five women and nine children in the sudden chaos of the attack. On three separate occasions men with guns approached the NP team who were sheltering together with the women and children in a tukul (mud hut). The men with guns demanded the NP team leave the women and children to be killed. The peacekeepers saved the lives of those women and children by refusing to leave them and repeatedly clarifying their role and identities as humanitarian workers. When the attack ended, the team then worked tirelessly into the night collecting the wounded, verifying deaths and working together with partner organizations to organize medical evacuations to Juba.

The NP team in Juba has been working together with health actors to receive the evacuation flights as they arrive in Juba and providing protection support for the most vulnerable. At the time of writing, the team in Juba is at the airstrip receiving a wounded one year old child whose mother was killed in the Bor attack. In Bentiu over the past several days, the Nonviolent Peaceforce team has been doing civilian extractions, whenever there is enough of a safety window to move out of the base. They move out to where civilians are reported to be in hiding and then they are collecting these civilians to bring them into the safety of the UNMISS base. The fighting in the area has been fierce, on an extraction mission to collect ten civilians, the NP team saw more than 100 bodies on the short journey from the base to the town.

NP call upon all parties to exercise restraint, to respect international humanitarian law and to adhere to the Cessation of Hostilities (CoH) agreement signed on January 23, 2014. Section 3 of the CoH provides detailed and specific language about the protection of civilians which was agreed upon by both parties.” Tiffany Easthom, Nonviolent Peaceforce Country Director in South Sudan.

Date Published: Tuesday, April 22, 2014″

 

(Quelle: Nonviolent Peaceforce.)