Archive for the ‘Hunger’ Category

Europa: Lernfähig?

Freitag, Dezember 13th, 2013

“Wir bleiben dabei – Frieden schaffen ohne Waffen

Jeder Krieg ist eine Niederlage der Menschheit

Die Friedensbewegung wird im Jahr 2014 den historischen Jahrestag mit kritischem Rückblick und kreativen Aktionen begleiten. Wir werden nicht zulassen, dass aus dem Jahrestag 1914 2014 ein unkritisches Jahrhundertjubiläum gemacht und einzig die Europäische Union als zivile Friedensmacht gefeiert wird.

Heute fließen riesige Summen Geldes und immenses Potential menschlicher Arbeit und Intelligenz in die Rüstung. Das Ziel der Vereinten Nationen, künftige Generationen vor Krieg zu bewahren wird durch sogenannte humanitäre Einsätze konterkariert. Deutschland baut die Bundeswehr von der Verteidigungsarmee zur Armee im weltweiten Einsatz um. Als drittgrößter Waffenexporteur befeuert Deutschland weltweit Konflikte und lässt zu, dass Atomwaffen modernisiert werden statt sie endgültig zu verschrotten. Notwendig wäre hingegen, den Blick auf die Herausforderungen der Zukunft zu lenken: auf den Abbau von Ungleichheit und Armut ebenso wie auf den Aufbau von Infrastruktur und Gesundheitsfürsorge. Denn während Milliarden für Rüstung ausgegeben werden stirbt weltweit jede Minute ein Mensch an Hunger und jeder sechste Mensch hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Die Friedensbewegung wird 2014 Anstoß geben, aus den beiden Weltkriegen und dem Systemstreit des Kalten Krieges Schlussfolgerungen für eine Friedenspolitik im Zeitalter der Globalisierung zu ziehen. Es ist eine Herausforderung für alle, die Vernunft in den Dienst friedlicher Konfliktlösungsstrategoen zu stellen: für Soziale Bewegungen, Wissenschaft, Jugendverbände, Gewerkschaften und Religionen genauso wie für die internationale Staatengemeinschaft, für Europa, für Parlamente, Regierungen und Parteien.

 

Befragen Sie Geschichte und Gegenwart!
Woran scheitern Friedensprozesse heute? Was sollte gestoppt was neu entwickelt werden? Bringen Sie Ihre Ideen und Fähigkeiten ein, politisch, künstlerisch, wissenschaftlich wo immer Ihre Kompetenzen und Interessen liegen.

Es geht um Schritte zum Frieden!
Wie erreichen wir eine Zukunft ohne Waffen und Militär? Nennen Sie die Herausforderungen des Friedens beim Namen! Informieren Sie sich über Friedensprojekte in aller Welt!

Helfen Sie mit, aus dem Jahr 2014 hier und weltweit ein Jahr der Friedenskultur zu machen.

Werden Sie aktiv für eine Welt ohne Krieg und werben Sie für Abrüstung und zivile Konfliktbearbeitung, Gewaltfreiheit und Völkerrecht.

Werden Sie aktiv, um ein Klima des Friedens hier und weltweit zu schaffen und jeder Form von Militarismus eine Absage zu erteilen.

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt

Auf www.1914-2014.eu ist Platz für neue Ideen. Anmelden unter info@1914-2014.eu. Projekte und Aktionsideen mit anderen teilen.

Frieden ist international und vernetzt

Wir unterstützen die großen Friedensveranstaltungen im Juni 2014 in Sarajewo.

Friedenskultur unterm Brandenburger Tor
Konzert und Vernetzungstreffen im Sommer 2014 in Berlin.

Orte des Gedenkens

Die Heldendenkmäler, die nach 1918 entstanden, sind für uns Orte für Protest und Gegeninformation. Das Antikriegs-Symbol des zerbrochenen Gewehrs ist eine Möglichkeit, an historischen Plätzen neue Denk-Male zu schaffen.

Informationsveranstaltungen

… Diskussionen, Filmabende, Stadtführungen, Besuche von Gedenkstätten und Gräbern für die Auseinandersetzung mit der Geschichte ist Ihre Phantasie gefragt.
Schaffen wir 2014 viele Orte an denen Jung und Alt die Friedensstrategien der Zukunft entwickeln können!”

 

(Quelle: Netzwerk 2014.)

BRD: Entwicklungshilfe?!

Samstag, Juni 29th, 2013

“Geschäfte mit Not und Tod

Soziologe Asit Datta über Hunger und Armut in der Welt und profitgierige Entwicklungshilfe

Asit Datta teilt die in dieser Woche in Berlin von Hilfsorganisationen geübte Kritik am Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unter Dirk Niebel (FDP) und geht darüber hinaus. Geboren 1937 in Indien, studierte er in München und lehrte später an der Leibniz Universität Hannover. Er ist Gründungsmitglied von German Watch und Kuratoriumsmitglied der Stiftung Zukunftsfähigkeit. Anklage und Analyse vereint sein neues Buch »Armutszeugnis. Warum heute mehr Menschen hungern als vor 20 Jahren«. Mit dem emeritierten Professor sprach Karlen Vesper.

Hindu-Kinder im südindischen Bundesstaat Kashmir bitten um ein Schälchen Reis.⋌Fotos: dpa; Farooq Khan/Vesper

Hindu-Kinder im südindischen Bundesstaat Kashmir bitten um ein Schälchen Reis.⋌Fotos: dpa; Farooq Khan/Vesper

nd: Es gelingt offenbar trotz vielfacher Bemühungen engagierter Menschen und Organisationen nicht, das Übel Hunger aus der Welt zu schaffen. Woran liegt das?
Datta: Man muss kein Prophet sein, um zu wissen, dass das UN-Millenniumsziel, die Zahl der Armen und Hungernden bis zum Jahr 2015 zu halbieren, nicht erreicht wird. Prozentual mag die Zahl gesunken sein, doch absolut ist sie gestiegen. Über eine Milliarde Menschen hungern; täglich sterben 25 000, darunter 11 000 Kinder, an Armut und Unterernährung und den daraus folgenden Krankheiten.

Wie wird Armut bemessen?
Als Maßstab sind 1,25 Dollar pro Tag angesetzt, ungeachtet Inflation und Kursschwankungen. Aber lässt sich Armut so leicht definieren? Ich denke nicht.

Wie definieren Sie Armut?
Armut bedeutet, kein menschenwürdiges Leben führen zu können, dass man sich und seine Kinder nicht ausreichend ernähren kann, kein Dach über dem Kopf und keine Arbeit hat, nicht Bildung genießt und nicht an politischen Entscheidungsprozessen teilnehmen kann. Kurz, arm ist, wer von der Gesellschaft ausgeschlossen ist.

Was sind die gravierendsten Ursachen für Armut und Hunger?
Jedenfalls nicht das Wachstum der Weltbevölkerung, wie immer wieder seit Malthus behauptet wird. Die Menschheit hat im Laufe ihrer Geschichte durch neue Technologien die landwirtschaftliche Produktion stetig gesteigert. Es gibt es keinen Mangel an Lebensmitteln oder Agrarrohstoffen. Menschen hungern, weil sie keinen Zugang zu Nahrungsmitteln haben. Verantwortlich dafür sind vor allem der unfaire Handel zwischen Nord und Süd sowie die Börsenspekulationen mit Getreide und anderen Nahrungsmitteln. ● Hunger und Armut in der Welt sind also vor allem ein von den Wohlstandsgesellschaften verantwortetes Übel?

Natürlich zeitigen auch Naturkatastrophen und Klimawandel fatale Folgen, die aber mit vereinten Anstrengungen zu beheben sind. Hauptschuld an Armut und Hunger trägt die sogenannte Liberalisierung, die Politik des freien Marktes und freien Handels, wie sie in den 1980er Jahren von Margaret Thatcher und Ronald Reagan eingeleitet und im Washington Consensus festgeschrieben wurde.

Die Liberalen und Neoliberalen behaupten jedoch, nur der freie Markt bringt Wohlstand für alle?
Dass dies nicht stimmt, zeigt die immer weiter auseinander klaffende Schere zwischen Arm und Reich mittlerweile selbst in westlichen Staaten. Indien ist ein Beispiel, wie katastrophal es sich für Länder des Südens auswirkt, wenn sie die neoliberale Doktrin übernehmen. In absoluten Zahlen hungern in Indien heute die meisten Menschen, prozentual ist Afrika schlimmer dran. 13 Millionen Menschen sind in Afrika – vor allem in Äthiopien, Somalia, Südsudan und im Norden Kenias – vom Hungertod bedroht. Vor allem wegen (…).”

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(Quelle: neues-deutschland.de)

BRD: Fairer Handel – Wendemanöver in der Sackgasse?

Samstag, Juli 28th, 2012

“Grenzen der Zertifizierung

Bilanz und Ausblick

Von Carolin Callenius und
Francisco Mari

Explosionsartig erleben wir, wie immer mehr Nachhaltigkeits-Siegel Teil unseres Alltags werden. Von Bio, Fair Trade, den Runden Tischen, diversen Biospritplaketten bis zu Pro Planet und MSC (Marine Stewardship Council) hinter den Begriff Nachhaltigkeit verbergen sich die unterschiedlichsten Ziele, Kriterien, Systeme und Akteure. Allen gemein ist, dass sie bei den Importen von Agrarprodukten ansetzen. Diese sollen – je nach selbst gesetztem Zielunterschiedlich – aus einer Produktion kommen, die auf Raubbau am Regenwald verzichtet, in der keine Kinder arbeiten müssen, die Arbeiter gerecht behandelt werden, besonders wenig Treibhausgase verursacht oder/und die Artenvielfalt geschützt wird. Zu Recht wird kritisiert, dass dieses Schildermeer nicht mehr überschaubar ist. Es ist auch zunehmend unklar, welchem Siegel man Glauben schenken kann; da sich bei den meisten Siegeln höchstens eine Hand voll Experten noch auskennen.

In den Expertenzirkeln wird eifrig diskutiert, wie man diese Siegel noch weiter verbessern kann, wie man sie zusammenfassen kann und in ihrer Reichweite umfassender machen könnte und wie unabhängig eine Kontrolle der Zertifizierung sein muss. Zeitgleich wachsen aber auch die Zweifel, ob angesichts der immensen globalen Probleme diese kleinen Reformen am Agrarhandel ausreichen. Reicht das Plus für Menschen und Umwelt im Süden aus, um die Nachhaltigkeitsziele von Umwelt und Entwicklung zu erreichen? Oder dient nicht gar das Ganze nur als Beruhigungspille gegen das schlechte Gewissen? Denn der übermäßige und wachsende Konsum – auch von besiegelten Produkten – hat Folgen für die Menschen und die Umwelt im Süden.

Es besteht kein Zweifel, dass einzelne Produkte − inklusive ihrer Herstellungsprozesse und Folgewirkungen − durch eine Zertifizierung verbessert werden können. Wir aber wollen in diesem Artikel ein paar Fragen aus entwicklungspolitischer Perspektive aufwerfen, die die Grenzen des Instruments thematisieren, und welche Probleme wir wahrnehmen, die mittels der Zertifizierung selbst nicht behoben werden können:

• Ist eine exportorientierte Landwirtschaft oder Landnutzung mit zertifizierten Produkten grundsätzlich ein besserer Entwicklungsweg für die Länder des Südens als die nichtzertifizierten Exporte?

• Wer profitiert von der Zertifizierung und wer hat das Nachsehen?

• Welche ökologischen oder »fairen« Grenzen hat das Instrument der Zertifizierung?

Alle drei Fragen werden von vielen Bauernverbänden und Nichtregierungsorganisationen im Süden zunehmend kontrovers diskutiert.

Exporte von Rohstoffen als richtiger Entwicklungsweg?

Zunächst will die Zertifizierung nichts weiter, als bestehende Agrarhandelsströme qualitativ verbessern. Dabei geht es immer um unsere Ansprüche als KonsumentInnen im Norden. Egal ob für Biosprit, Schokolade, Tropenholz, Palmöl oder Shrimps, gleichgültig ob öko oder fair oder beides – die Standards werden in den Industrieländern gesetzt. Für die lokalen Märkte im Süden spielen diese Zertifizierungen, ja meist auch die Produkte selber, keine Rolle. Keine Verbraucherin in Costa Rica fragt nach öko-fairen Bananen oder in Dakar nach einer MSC-Sardine. Konsequenterweise heißt das, dass aus Sicht der KonsumentInnen im Süden niemand Zertifizierungen oder private Standards braucht.

In den Ländern selbst aber beobachten wir, dass diese Nachfrage häufig zusätzlich erfolgt; während gleichzeitig die natürlichen Ressourcen immer knapper werden. Während also einerseits die durchschnittlichen Ackerflächen pro Betrieb immer kleiner werden, beansprucht der Exportanbau immer größere Flächen und greift meist auf die besten Böden und Wasserressourcen zurück. Diese Knappheit an Land, Wasser, Biodiversität, etc. führt dazu, dass die Eigenversorgung mit Grundnahrungsmitteln in den letzten Jahren drastisch abnimmt. Viele Entwicklungsländer sind zunehmend von Nahrungsmittelimporten abhängig.

Eine Entwicklungsstrategie durch »Rohstoff- oder Agrarexporte« wurde in den letzten Jahrzehnten als der Königsweg propagiert. Sie versprach die gesteigerten Kostenvorteile in der Landwirtschaft und hohe Rohstoffpreise auszunutzen, um mit den Einnahmen Infrastruktur, Energie, Gesundheit und Bildung zu finanzieren. Niedrige Weltmarktpreise für Nahrungsmittel Nahrungsmittel förderten die Illusion man könne mit diesen Einnahmen auch die Ernährung der Bevölkerung sichern. Doch seit 2008 ist dieser Traum ausgeträumt. Die hohen und sehr stark schwankenden Nahrungsmittel- und Rohstoffpreise führten den Ländern ihre Abhängigkeit vom Weltmarkt und die Unsicherheit der Budgetplanung vor Augen. Weder die Armen in den Städten und noch weniger die große- Mehrheit der Landbevölkerung haben davon profitiert.

Im Hinblick auf die Bekämpfung von Armut und Hunger muss hinterfragt werden, ob eine Export-Expansion, auch wenn sie als nachhaltig zertifiziert ist, im Sinne einer ernährungssichernden, landwirtschaftlichen Produktion für die arme ländliche Bevölkerung in den Ländern des Südens zu wünschen und zu unterstützen ist. Letztendlich dient auch sie nur dazu, unsere Versorgung im Norden mit natürlichen Ressourcen abzusichern. Den meisten Zertifizierungen, wie FSC (Forest Stewardship Council) und den Runden Tischen fehlt bereits im Ansatz das Ziel der Armuts- und Hungerbekämpfung. Sie gehen in ihrem Anspruch oft nicht über eine Verringerung der schlimmsten (ökologischen und teilweise sozialen) Probleme hinaus. Auch die wachsende Ernährungsunsicherheit kann durch Zertifizierung nicht erfasst und nicht vermieden werden.

Sind denn die Mengen an zertifizierter Ware überhaupt nachhaltig verfügbar?

Es sind die gleichen Äcker, die gleichen Flüsse und Wälder, die, bisher von bäuerlichen Familien genutzt werden, nun aber von den Investoren in nachhaltige Produktion benötigt werden. Der Zugriff auf das Ackerland aber führt zu neuen ernst zu nehmenden Konkurrenzen, die in Folge auch zu Nahrungsmittelengpässen auf den lokalen Märkten führen können. Nämlich dann, wenn Menschen der Zugang zu den natürlichen Ressourcen geraubt wird oder wenn auf den lokalen Märkten nicht mehr ausreichend Lebensmittel zur Verfügung stehen oder nur zu Preisen, die für die Ärmsten schlicht nicht mehr bezahlbar sind. Zwar lässt sich überprüfen, ob bei der Anlage einer zertifizierten Plantage das Ackerland legal erworben wurde, ob Landkonflikte anhängig sind, oder Regenwald zerstört wurde und damit ausschließen, dass Menschen von ihrem Acker vertrieben, oder ohne ihre Einwilligung umgesiedelt wurden. Doch wird die wachsende Nachfrage nach Agrarimporten aus dem Süden – mit oder ohne Zertifizierung – zu weiteren indirekten Folgen führen. Denn die ursprünglichen Nutzer des Landes werden nun an anderen Orten beginnen zu produzieren, wo sie unter Umständen einen Raubbau an Primärwäldern vornehmen. Im Zuge des Wettlaufs um die natürlichen Ressourcen, wie Land und Wasser haben die besonders Benachteiligten oft das Nachsehen. Nomaden, Hirten, Fischer und Indigene werden in ihren Nutzungsrechten eingeschränkt und sind dann auch Opfer von »politisch korrekten « und zertifizierten Investitionen von landbesitzenden Kleinbauern.

»Die Dosis macht das Gift.« Dies wird in den Diskussionen um Agrotreibstoffe immer wieder deutlich: Denn ob mit oder ohne Zertifizierung, es wird nicht gelingen die steigende Nachfrage nach Agrarprodukten auf nachhaltige Weise zu befriedigen. Bei immer knapper werdenden natürlichen Ressourcen sind vielerorts die Grenzen für eine Produktionserweiterung bereits erreicht oder gar überschritten. Insbesondere dann, wenn immer mehr Energie und Grundstoffe aus Biomasse, Rohstoffe auf Erdölbasis ersetzen sollen. Bioethanol und Biodiesel benötigen jetzt schon zwei Prozent der weltweit verfügbaren Ackerflächen. Die neuen Hoffnungsträger einer »Grünen Technologie« aus nachwachsenden Rohstoffen, wie Biokerosin, Biokunststoff, Baufasern und Schmierstoffe werden diesen Trend fortsetzen.

Partizipation für wen?

Nachhaltigkeitsstandards funktionieren in gewisser Weise wie alle privatwirtschaftlichen Standards, die von Handels- und Industrieverbänden angewendet werden (beispielsweise Standards des Codex Alimentarius, der für die Einhaltung von Hygienestandards sorgt und private Standardnormen wie EUROGAP). Sie führen zu einer dem Agrobusiness genehmen Uniformität der Produkte, der sich alle Produzenten unterwerfen müssen. Da der Vormarsch der Supermärkte auch im Süden voranschreitet, verlieren Kleinproduzenten ihre lokalen Märkte und nur wenige, die in die Standarderfüllung der meist internationalen Handelsketten investieren können, beliefern sie. Alle Anderen müssen auch noch zusehen, wie Billigreste die den Standard nicht erfüllen, sie auch noch von den Straßenmärkten der Armen vertreiben.

Kleinproduzenten können sich die Kosten, die mit der Zertifizierung verbunden sind, oft nicht leisten. Aber auch Landwirte mittelgroßer Betriebe gehen ein hohes Risiko ein. Denn je höher ihre Investition, desto größer die Gefahr durch Markteinbrüche bei nur geringfügigen Nichtstandarderfüllungen. Kurzfristige Erfolgs- und Gewinnbestrebungen aller Beteiligten lassen auch im Geschäft mit zertifizierten Produkten keine Zeit, um die Umwelt der Produzenten langsam und nachhaltig an neue Markterfordernisse anzupassen. Dieses Anliegen wird allein von den Standards des fairen Handels aufgegriffen, die langfristig mit Beratung die Partner unterstützen und die Produzenten an eine soziale, manchmal auch an eine ökologische, Nachhaltigkeit heranführen.

Die Produktionsstrukturen sind mit Ausnahme des fairen Handels meist nicht berücksichtigt. Es werden immer nur das Produkt und die Herstellungsweise zertifiziert; aber nicht ob es von mechanisierten Großbetrieben hergestellt wurde oder in kleinen Strukturen vor Ort. Dagegen wehrt sich beispielsweise die brasilianische Landlosen- Organisation MST. Diese meint, dass Nachhaltigkeit unbedingt die Verteilung der Ressourcen beinhalten müsse, denn sonst gefährde der Anbau in immer größer werdenden Strukturen die Lebensgrundlage der Menschen.

Zertifizierung – nur ein grüner Anstrich?

Seit dem Beginn von Zertifizierungen wird heftig darüber gestritten, was denn unter Nachhaltigkeit verstanden wird. Während die Einen jeden Schritt, den die Industrie sich bewegt, als einen Gewinn ansehen (Statt der Nische soll der Mainstream erobert werden), kritisieren die Anderen, dass dies nur ein grünes Deckmäntelchen sei. Für letztere steht außer Frage, dass man gentechnisch verändertes Soja nicht als »verantwortungsvoll« zertifizieren kann; dass auch Monokulturen, die sich über zehntausende von Hektar erstrecken und große Mengen Pflanzenschutzmittel einsetzen, alles andere als nachhaltig sind. Viele Fragen sind offen: Ist nicht auch eine öko-faire Shrimps-Mast ein Widerspruch in sich? Kann es angesichts der überfischten Meere eine Öko-Aquakultur geben? Schützen Biotreibstoffe zwar das Klima, erzeugen sie aber gleichzeitig Probleme im Bereich des Erhalts von Umwelt und Menschenrechtschutz? Nachhaltigkeitszertifizierungen sind immer nur partiell. Das Wissen um die komplexen Zusammenhänge von Sozial- und Ökosystemen ist begrenzt, und die Wirkungen, die massive Eingriffe haben, sind in Öko- oder Sozialstandards nicht wirklich erfassbar und vorherzusehen.

Was wäre ein Ausweg?

Grundsätzlich muss sich jedes Land, jede Region fragen, in welchem Ausmaß Infrastruktur, Land, Wasser, Energie und Arbeitskraft in die Exportproduktion gehen soll, oder eben in die eigene Nahrungsversorgung und verarbeitende Kleinindustrien eingebracht werden. Den Landwirten, die die Mehrzahl der Hungernden ausmachen, wäre mehr gedient, wenn (…).”

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(Quelle: Forum Umwelt & Entwicklung.)

Mali: Wussten Sie übrigens…

Mittwoch, Juli 25th, 2012

“Gewalt in Mali

von Ulrich Gellermann

Mali? Bis jüngst ein ziemlich unbekannter Staat in Afrika. Doch seit geraumer Zeit liefert er das schönste Medien-Futter: Blut & Tod. Mal wieder sind es Islamisten, die mit der Zerstörung antiker Mausoleen der westlichen Empörung über die „unzivilisierten“ Völker Afrikas und den schrecklichen Islam ein weiteres mediales Glanzlicht liefern. Der Medienkonsument darf sich gruseln, seine Hände in Unschuld waschen und mit der Schlafbrille der Desinformation zu Bett gehen: Schuld ist der Islam, der Lieblingsfeind aller Innenminister, das Böse an sich.

Dass Mali seit 1894 französische Kolonie war und das bis 1960 auch blieb, will keiner wissen und gilt dem Mainstream natürlich nicht als Erklärung für die aktuellen Zustände. Doch Mali ist ein wirkliches Muster für die Zerstörung wirtschaftlicher und sozialer Strukturen jener Entwicklungsländer, die kaputt entwickelt wurden und werden: Statt Nahrungsmittel für den Eigenbedarf zu produzieren, wurden die Bewohner des Landes erst als Zwangsarbeiter, später durch die Erhebung von Steuern, gezwungen Erdnüsse und Baumwolle für den Export anzubauen. Das sind bis heute die wesentlichen Exportgüter und mit dieser Struktur wurde Mali zu einem der ärmsten Länder der Erde. Denn der Weltmarktpreis für Baumwolle fiel ins Bodenlose, nicht zuletzt, weil die US-Regierung jeden ihrer Baumwollfarmer mit 100.000 Dollar im Jahr subventioniert, ein Betrag, für den ein malischer Baumwollbauer etwa tausend Jahre arbeiten müsste.

Zu den in Afrika üblichen Plagen – Dürre und Hunger – gesellten sich 1980 der Weltwährungsfonds und die Weltbank. Um die Verschuldung des Landes zu beenden, wurde das übliche neoliberale Konzept durchgedrückt: Staatsausgaben verringern, Löhne senken und den Kapitalverkehr liberalisieren. Den Maliern ging es nach dem Eingreifen der Weltbank schlechter als zuvor. Wer gedacht hatte, dass es in Mali aufwärts gehen könne seit sich das Land zum drittgrößten Goldförderer Afrikas entwickelt hat, der irrte: Zwar stieg die Produktion seit 1992 von 3 Tonnen auf 51,3 Tonnen Jahresmenge Gold an, aber natürlich gehört das Gold nicht den Bewohnern des Landes. Es wird gefördert und gedealt von der Randgold Resources Ltd., einem Konzern im Besitz US-amerikanischer Finanzinvestoren, der seinen Sitz im europäischen Steuerparadies Jersey hat.

In Mali und anderswo sind Hunger und Armut der Boden, auf dem sich der radikale politische Islam entwickelt. Weil er als der schärfste Feind jenes Westens gilt, mit dem die Völker in Afrika ihre Erfahrung von Unterdrückung und Gewalt gemacht haben. Sei es durch frühere direkte Intervention oder durch die heutige indirekte wirtschaftliche Beherrschung der alten Kolonien. Daraus entsteht die neue Gewalt. Das macht den politischen Islam nicht demokratisch und entschuldigt auch die Zerstörung kultureller Denkmäler nicht. Aber man hätte doch gern gewusst, wo denn die heute Empörten in all den Jahren gewesen sind, als die malische Bevölkerung der strukturellen Gewalt des Westens ausgesetzt war. Wahrscheinlich auf der Seite der Profiteure. Spätestens, wenn die Goldminen gefährdet sein sollten, wird sich schon eine humanitäre Einsatztruppe zu deren Rettung finden. Die Chefanklägerin des Internationalen Strafgerichtshofs, Fatou Bensouda, hat den Präventivschlag schon mal verbal eingeleitet, als sie die Zerstörung von Welterbestätten in Mali durch Islamisten als „Kriegsverbrechen“ bezeichnete.

Weitere Artikel unter www.rationalgalerie.de

 

(Quelle: Das Blättchen.)

BRD: Die Öko-Lüge an der Zapfsäule

Freitag, März 2nd, 2012

“E10: Landraub für unseren Tank – Beimischungsquote fördert Menschenrechtsverletzungen in Afrika

Köln, 1. März 2012. Die Beimischungsquote für Agrartreibstoffe (Stichwort ‘E10′) führt zu Vertreibungen und Hunger in Afrika. Damit tragen EU und Bundesregierung zur Verletzung des Rechts auf Nahrung bei, fördern riesige Agrarplantagen und konterkarieren damit ihre eigenen Anstrengungen, Kleinbauern zu fördern und den dortigen Hunger zu bekämpfen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Menschenrechtsorganisation FIAN, die diese Woche der Europäischen Kommission vorgestellt wurde.

Der UN Sonderberichterstatter zum Recht auf Nahrung, Olivier De Schutter, hob bei der Vorstellung der Studie in Brüssel hervor, dass die EU bei ihrer Biosprit-Gesetzgebung in 2009 (Renewable Energy Directive) von falschen Annahmen bezüglich der globalen Auswirkungen ausgegangen ist. „Die negativen Auswirkungen wie Landraub und Anstieg der Nahrungsmittelpreise sind nicht mehr wegzudiskutieren“, so Roman Herre, Agrarreferent von FIAN. „Die EU muss die Reißleine ziehen und die Zwangsbeimischung streichen.“ VertreterInnen afrikanischer Bauernorganisationen forderten die EU auf, alle Anreize für eine globale Agrartreibstoffproduktion abzuschaffen. Der Zusammenhang zwischen Landnahmen, dem so genannten Land Grabbing, und Agrartreibstoffen ist gewaltig. 66 Prozent aller großflächigen Landnahmen in Afrika werden getätigt, um Agrartreibstoffe zu produzieren. „Die EU fördert mit ihrem künstlich geschaffenen Markt diesen Landraub erheblich,“ so Roman Herre. „Anstatt die Automobilindustrie zu Autos mit etwas weniger Verbrauch zu verpflichten und so den Treibhauseffekt effektiv zu bekämpfen werden Ackerflächen in Afrika für unseren Energiehunger okkupiert.“

„Wir importieren nicht nur fertigen Biosprit, sondern auch jede Menge Soja oder Zuckerrohr um das dann hier in Europa in Agrartreibstoffe umzuwandeln – das wird gerne verschwiegen.“ erklärt Roman Herre. So wurden schon 2008 knapp 40 Prozent der Agrartreibstoffe in die EU importiert. 2010 hat die EU unter anderem Agrartreibstoffe aus Hungerländern wie dem Sudan und Kambodscha bezogen.
Europäische Investoren spielen bei der Landnahme in Afrika eine prominente Rolle. FIAN fordert die Bundesregierung daher auf, deutsche Investoren – Firmen und Finanzinvestoren – effektiv zu kontrollieren und zur Rechenschaft ziehen, falls diese in Menschenrechtsverletzungen verwickelt sind.

Kontakt: Roman Herre, Agrarreferent, FIAN Deutschland, 0176-76145926, r.herre@fian.de

Die Studie, die im Auftrag der Plattform EuropAfrica erstellt wurde, sowie die Zusammenfassung der Ergebnisse und Empfehlungen stehen auf Englisch zum Download bereit:

http://www.europafrica.info/en/publications/biofueling-injustice

 

(Quelle: FIAN.)

Südamerika: Weltbank fördert Landraub

Dienstag, Juli 12th, 2011

“The World Bank funding land grabbing in South America

Open letter to the International Finance Corporation about CalyxAgo

Dear Mr Thunell,

The official documents1 of the International Finance Corporation (IFC)2 indicate that the IFC is considering providing Calyx Agro with a loan of up to $30 million.

The September 2010 World bank Report Rising global interest in farmland, was highly criticized by many for having failed to identify land grabbing as a serious threat to the food sovereignty and the right to food of rural communities, and for having failed to assess the Bank’s own responsibilities in the increasing land deals by promoting market-based approaches to land management through its lending practices and policy advocacy. Yet the report still managed to document the dramatic increase of investor interest in agricultural land since the 2008 food price spike, emphasizing the exploitative nature of many investments. According to the report, land deals between investors and governments have often occurred in secrecy, marginalizing affected communities and farmers from the consultation phases and consequently leading to the eviction of people from their land without proper compensation.

With the declared aim of counterbalancing these trends, the Bank proposed seven voluntary principles for agricultural investment in developing countries, ranging from respecting existing rights to land and natural resources, strengthening food security, transparency and accountability, full consultation, to generating positive social and environmental impacts.

Even this set of principles, proposed by the Bank to reduce the risks of social backlash of land investments, and again strongly criticized as a substantial legitimization of land grabbing, will fail to be applied in the Bank’s own agricultural policies and lending practices, if the loan to the Project CalyxAgro goes ahead:

• The IFC states it “will be the first financier to provide Calyx long-term financing, without which the Company may have to reduce its expansion plans” and it acknowledges that its “Stamp of Approval” will help Calyx Agro if it pursues an initial public offering on a stock Exchange.

This implies that the IFC, through the approval of this loan would grant a significant coverage and support to Calyx’s further expansion in its field of operation.

CalyxAgro was established in Argentina by Louis Dreyfus Commodities in 2007 as a vehicle for farmland acquisition in southern Latin America. Louis Dreyfus is owned by the Louis-Dreyfus family in France and is one of the world’s largest traders of agriculture commodities.

Following the opening of the fund to new investors in 2008, AIG Investments, the asset management vehicle of the insurance company American International Group (AIG) made a $65 million investment in Calyx Agro that year. Following the AIG crisis as a result of its involvement in the US sub-prime scandal, the company was forced to sell its investment arm to Hong Kong billionaire Richard Li’s Pacific Century Group. AIG Investments was then renamed PineBridge Investments in 2010 and its investments in Calyx Agro were maintained.

According to a 2008 report3 from Brazil’s Conselho Administrativo de Defesa Econômica, the other major investors in Calyx Agro are:

TRG Management, a New York hedge fund operated by The Rohatyn Group, which was founded by former JPMorgan. bankers in 2003 to invest in emerging markets;

Worldstar Ltd, a subsidiary of Said Holdings, which is an investment holding company, incorporated in Bermuda, that belongs to Wafic Saïd, a Syrian-Saudi businessmen

Pictet Private Equity Investors, a private investment company based in Switzerland;

Solvia Investment Management, an investment vehicle for the London-based investment fund Oslow Capital Management. This loan to Calyx Agro, a company mandated to buy-up farmland in Latin America for wealthy foreign investors, would facilitate a large-scale expansion of the fund’s land holdings.

The World Bank, through the IFC and the Multilateral Investment Guarantee Agency, is already directly implicated in funding the global land grab and the IFC loan to Calyx Agro would only deepen its involvement. In fact, the IFC has recently provided funding to a Calyx Agro shareholder for similar projects. In 2009, the IFC approved a $15 million loan to support the expansion plans of NFD Agro Ltd, a soybean plantation company based in Paraguay that owns the company Desarrollo Agrícola del Paraguay (Grupo DAP) and that is heavily involved in the controversial Round Table on Responsible Soy Association4. NFD Agro is controlled by Argentinian businessmen and the US bank JP Morgan, while TRG Management, a Calyx Agro shareholder, owns 11.7% of the company5. Subsequently, in 2010, the IFC approved a $25 million equity investment in a Mauritius-based fund managed by TRG called the TRG Africa Catalyst Fund I, which is investing in resources and the consumer goods sector in Sub-Saharan Africa6.

At a time when social movements in Latin America and around the world are calling for a stop to the “farmland grab” and where many of the region’s governments are pursuing measures to restrict foreign investment in their farmland, it is unacceptable for a multilateral institution like the World Bank to be offering direct support to some of the world’s leading actors involved in land grabbing.

• The IFC states that “Calyx’s agricultural operations include the production of grains and oilseeds in owned and leased farms, including soybeans, wheat, corn, sunflower, and cotton, among others”.

Calyx Agro is one of several private entities that have been established in recent years, often backed by foreign investors, to acquire large areas of farmland in the Southern Cone of Latin America and to convert these lands into large-scale monoculture plantations for the production of soybeans, sugarcane, corn and other commodities for export. The operations of the farms they acquire are typically subcontracted to specialized farm management companies that deploy highly-mechanized, chemicallyintensive farming practices, often based on the use of crops genetically modified to withstand the application of large doses of herbicides.

Such firms have been critical to the regional boom in soybean monocultures, which now occupy a quarter of all agricultural lands in Paraguay and which have grown at a rate of 320,000 hectares per year in Brazil since 1995. In Argentina, where soybeans occupy around half the agricultural lands in the country, 5.6 million hectares of non-agricultural land was converted to soya production between 1996 – 2006.7

The devastating impacts that such farms have had on people and the environment in Latin America are well-documented and acknowledged by multiple actors8.

These impacts include deforestation, soil degradation, pesticide poisoning, the loss of biodiversity and genetic contamination. One direct consequence is the explosion of pesticide use. In Brazil alone, the pesticide market is now worth over $5 billion, four times what it was in 19929.

Socio-economic consequences include the loss of livelihoods for local people, the severe concentration of land and income, the expulsion of rural populations to the Amazonian frontier and to urban areas, often with violence, and worsening food insecurity. There has also been documentation of slavery conditions on many soy and sugarcane farms.

The expansion of these crops diverts government funds otherwise usable in education, health, and alternative, far more sustainable agro-ecological methods. And it reduces the food security potential of target countries. Much of the land previously devoted to grain, dairy products or fruits has been converted to soybean and corn for exports, leading to the rapid proliferation of the associated ecological and social impacts as well as escalation in prices of staple foods in the region.

• The IFC states that “the proposed investment will make a contribution to rural economic development through job creation and linkages with (and in some cases support in the creation of) SMEs (agricultural contractors) in rural areas. The investment is expected to generate a range of social and economic benefits, including economic growth and higher productivity of the farming sector, which includes: (i) Better use of the land; (ii) Transfer of Sustainable Best Practices; (iii) Private Sector Development; and Increased Employment”.

However all evidence on the expansion of large-scale industrial agriculture has shown it has overall negative impacts on jobs and rural populations. In Brazil for example, 85% of farm establishments are family-based, but they occupy just 24.3% of the area occupied by Brazilian farms as a whole. Family agriculture is recorded as providing work for 13 million people – around 80% of the total rural workforce10.

That employment is threatened by the further expansion of industrial agriculture and land acquisition. In Brazil, only two jobs are created for every 100 hectares of soybean plantations.

The above mentioned WB’s report itself highlighted how often investors have not created the number of jobs they promised, and have failed to effectively invest in purchased land either due to lack of agricultural expertise or because they were more interested in speculative gains rather than in growing crops. And it continues stating that “case studies illustrate that in many instances outside investors have been unable to realize this potential, instead contributing to loss of livelihoods. Problems have included displacement of local people from their land without proper compensation, land being given away well below its potential value, approval of projects that were only feasible because of additional subsidies, generation of negative environmental or social externalities, or encroachment on areas not transferred to the investor to make a poorly performing project economically viable”.

On March 11, 2010, nearly 100 civil society organizations from 38 countries have commented on the Social and Environmental Sustainability Policy, Performance Standards and Disclosure Policy of the IFC, already demanding the World Bank Group lending to private corporations to be much more responsive to environmental and social concerns. The letter described that IFC ’s lack of transparency and supervision, failure to recognize human rights, and inadequate climate change policies, undermine WB ’s ability to achieve its poverty alleviation mission.

We hereby want also to reaffirm that land acquisition by private corporations do not solve the imminent problems of poverty, hunger, and need for land reform but it further jeopardizes the already fragile livelihoods of rural communities. The IFC, by promoting investors’ access to land instead of prioritizing these basic human rights, is also failing in its mission.

As international civil society organizations, strongly committed with the food sovereignty discourse and advocating for the right to food and land management of rural communities worldwide, demand to the IFC Board of Directors to refrain from granting the loan to CalyxAgro.

We denounce strongly this loan as it marks a blatant contradiction between the Bank’s stated mission of poverty elimination and sustained development, and its policies and lending practices. We will continue to provide more detailed submissions on these and other topics of concern,

Signatories:
Acción Ecológica, Ecuador
Acción por la Biodiversidad, Argentina
Campagna per la Riforma della Banca Mondiale (CRBM)
Centro Ecológico, Brasil
COECOCEIBA-Amigos de la Tierra Costa Rica
Confédération Paysanne
Focus on the Global South
Friends of the Earth International
GRAIN
La Via Campesina
Land Research Action Network (LRAN)
Red de Coordinación en Biodiversidad, Costa Rica
REDES-AT, Uruguay
SOBREVIVENCIA, Amigos de la Tierra Paraguay

Notes:

1
Available at http://www.ifc.org/ifcext/spiwebsite1.nsf/0/E4CD528CC457947C8525787E006E382D

2
The International Finance Corporation (IFC) is the lending arm to the private sector of the World Bank Group. It
provides private sector financing, investments and advisory services to both governments and private sector

3
Available at: http://www1.seae.fazenda.gov.br/littera/pdf/08012005483200877.pdf

4
See the report on Grupo DAP by Corporate Europe Observatory:
http://www.corporateeurope.org/system/files/files/resource/DAP_articleFINAL.pdf)

5
See the IFC’s summary of the
project: http://www.ifc.org/ifcext/spiwebsite1.nsf/0/B3A74FCDEC6DC008852576BA000E2DA1

6
See the IFC’s summary of the project:
http://www.ifc.org/ifcext/spiwebsite1.nsf/f451ebbe34a9a8ca85256a550073ff10/0d4c1019ea
516708852576e3005f182c?OpenDocument

7
Walter Pengue and Miguel Altieri, “GM soya bean: Latin America’s new colonizer”, Seedling, January 2006,
http://www.grain.org/seedling/?id=421

8
PM Fearnside (2001), “Soybean cultivation as a threat to the environment in Brazil”, Environmental Conservation 28: 23-28;
PF Donald (2004), “Biodiversity impacts of some agricultural commodity production systems,” Conser-vation Biology 18:17-37;
Walter Pengue (2005), “Transgenic crops in Argentina: the ecological and social debt,” Bulletin of Science, Technology and Society 25: 314-322;
Jane Rissler and Margaret Mellon (1996), The ecological risks of engineered crops, MIT Press, Cambridge, Mass.
GRAIN, “Corporate candyland”, April 2009: http://www.grain.org/seedling/?id=589

9
IBGE (2009b). Censo Agropecuário 2006. Agricultura familiar. Brasil, Grandes Regiões e Unidades da Federação.
IBGE, 2009. Available at: www.ibge.gov.br/home/estatistica/economia/agropecuaria/
censoagro/agri_familiar_2006/default.shtm. Accessed September 17 2010.

10
Brazilian Forum of NGOs and Social Movements for the Environment and Development (FBOMS):
“Agribusinesses and biofuels: an explosive mixture”, Rio de Janeiro, 2006, p. 6. “

 

(Quelle: La Via Campesina.)