Posts Tagged ‘Afrika’

Afrika / USA: Total Banane!

Freitag, Dezember 12th, 2014

“US human trials of GM banana for Africa widely condemned

Open letter supported by more than 120 organizations from around the world

The Alliance for Food Sovereignty in Africa (AFSA) has sent the Bill & Melinda Gates Foundation a letter protesting about the human trials on a GM beta-carotene-enriched banana. This GM banana has never, as far as we know, been through basic toxicity testing in animals. This is in spite of the fact that GM plants can produce unexpected new toxins or allergens.

The GM banana isn’t even needed, as non-GM beta-carotene-enriched bananas have existed and been consumed for centuries.

The developers of the GM banana have been accused of pirating the genes from these naturally nutritious bananas to engineer their own variety.

The new open letter with signatories can be viewed here (…).”

 

(Quelle: GMWatch.)

BRD/Afrika: Test-Teilnehmer_in

Sonntag, Februar 16th, 2014

“Neues Konzept der U.S. Air Force für die Evakuierung verwundeter US-Soldaten aus Afrika

Von Jennifer H. Svan
STARS AND STRIPES, 26.12.13

AIR BASE RAMSTEIN, Deutschland – Auch während des vorjährigen Jahrestages der Terroranschläge am 11. September 2001 waren sie in Alarmbereitschaft.

Wäre übers Telefon ein Einsatzbefehl gekommen, hätten die Mitglieder des neu aufgestellten Air-Force-Teams für den medizinisch betreuten Lufttransport von Verwundeten sofort ihre in einem Lagerraum bereitstehenden Notfallkoffer mit chirurgischem Gerät und sonstiger Ausrüstung ergriffen und wären zu einer auf der Rollbahn der Air Base Ramstein wartenden C-130 oder C-17 geeilt; dann hätte ein Wettlauf gegen die Zeit und die Entfernung (bis zum Einsatzort) begonnen. Ein Chirurg, ein Notarzt, zwei zu Anästhesisten ausgebildete Krankenpfleger/innen und ein Operationssaal-Techniker, die der U.S. Air Force angehören und im Landstuhl Regional Medical Center / LRMC arbeiten, hätte sich auf den Weg gemacht, um andere medizinische Evakuierungsteams bei einem Einsatz in Afrika zu verstärken; sie hätten verletzte US-Amerikaner im Flugzeug nach Deutschland zurückgeholt und sie notfalls schon vor dem Start oder während des Fluges operiert.

Der Lufttransport verwundeter oder erkrankter US-Soldaten ist nichts Neues für die Air Force; während der Kriege im Irak und in Afghanistan hat sie mehr als 150.000 Patienten zur ärztlichen Behandlung ausgeflogen und damit geholfen, das Überleben von etwa 98 Prozent der im Kampf verwundeten Soldaten zu sichern.

Air-Force-Teams für den medizinisch betreuten Lufttransport fliegen routinemäßig auch Schwerverwundete, die vor dem Flug stabilisiert oder notoperiert wurden. Bisher haben sie aber noch nie Verwundeten an Bord genommen, die nicht bereits erstversorgt waren und auch noch nicht während des Fluges operiert.

Jetzt wollen die Air-Force-Teams genau das tun, denn in Afrika ist die Erstversorgung von Verwundeten vor Ort häufig nicht möglich, weil Verwundungen auch an entlegenen unsicheren Orten auftreten können, wo überhaupt keine ärztliche Erstversorgung möglich ist.

Deshalb habe die U.S. Air Force in Europa / USAFE kürzlich ein “Tactical Critical Care Evacuation Team Enhanced / TCCET-E” (ein medizinisches Evakuierungsteam mit gesteigerter Leistungsfähigkeit für taktische Einsätze) gegründet, das vor dem Start oder sogar während des Fluges stabilisierende Notoperationen durchführen könne, teilte Col. (Oberst) Jay Neubauer, der Chefchirurg der USAFE, mit.

Das Konzept sei in Zusammenarbeit zwischen der USAFE und dem Air Mobility Command, das auch für den Lufttransport von Verwundeten zuständig sei, entwickelt worden und gehe auf Initiativen der Special Forces (Spezialkräfte) der Air Force zurück, erläuterte Neubauer.

“Sie haben sich schon länger mit dem Problem befasst, wie Patienten am besten aus abgelegenen Einsatzorten evakuiert werden können,” fügte er hinzu.

Das neue Air-Force-Konzept der ärztlichen Erstversorgung während des Fluges wolle man künftig auch auf andere Weltregionen ausweiten, es werde aber erst einmal in Afrika erprobt, ergänzte Neubauer.

“In zukünftigen Kriegen und bei unserer Umorientierung auf den Pazifik könnten wir auch auf Gebiete treffen, wo wir nicht so einfach Fuß fassen können wie in Afghanistan und im Irak,” führte Neubauer aus. Damit bezog er sich auf das Netz von Feldlazaretten und Hauptverbandsplätzen in beiden Kriegsgebieten, in denen das US-Militär seine im Kampf Verwundeten sehr schnell behandeln und so die Sterblichkeitsrate senken konnte.

Wir haben dieses neue Konzept erst einmal für Afrika entwickelt,” sagte Neubauer. “In dort auftretenden besonderen Situationen kann es sehr hilfreich für uns sein, ein Team zu haben, das dazu fähig ist, schnell Verwundete zu bergen und zurück nach Europa zu bringen.”

Wegen der Weite des afrikanischen Kontinents, der relativ geringen US-Militärpräsenz, des Mangels an Einrichtungen zur medizinischen Versorgung vor Ort und fehlender Lufttransport-Möglichkeiten sei das im Irak und Afghanistan praktizierte Modell der schnellen Versorgung Verwundeter nicht anwendbar. Da sich US-Soldaten häufig in abgelegenen, manchmal auch gefährlichen Gebieten und fern von einheimischen Krankenhäusern aufhielten, gebe es eine Lücke in der schnellen ärztlichen Versorgung.

(Der Anschlag auf den US-Botschafter in) Bengasi war ein typisches Beispiel dafür.

Bereits auf einer Ärztekonferenz, die im Herbst 2013 in London stattgefunden hat, war Neubauer auf den am 11. September 2012 erfolgten Angriff auf das US-Konsulat in der unruhigen libyschen Stadt eingegangen, bei dem der US-Botschafter und drei weitere US-Amerikaner getötet wurden.

“Wir waren damals nicht imstande, schnell genug zu reagieren – wir konnten uns weder entsprechend zur Wehr setzen, noch sofort die Schwerverwundeten bergen,” hat Neubauer nach einen Bericht in Jane’s Defence Weekly auf dieser Konferenz am 16. Oktober festgestellt.

Nach Pressemeldungen über den Angriff auf das Konsulat (in Bengasi) dauerte es fast 24 Stunden, bis die Überlebenden, darunter auch drei Verwundete, von Tripolis nach Deutschland ausgeflogen werden konnten.

Dieses Ereignis “und die Erinnerung an den 11.09.(2001) lieferten genug Gründe für die Schaffung einer Möglichkeit, schnell auf Anschläge in Afrika – besonders auf US-Botschaften – reagieren und Verwundete umgehend per Lufttransport evakuieren zu können,” wird Neubauer in dem Artikel zitiert.

In einem neueren Interview spielte Neubauer diese Bemerkung herunter.

“Es ging nicht nur um Bengasi. Die Ereignisse in Bengasi haben uns in unseren bereits vorher eingeleiteten Planungen nur bestärkt,” sagte Neubauer, ohne näher darauf einzugehen. “Wir müssen in die Zukunft und auf die Fähigkeiten schauen, die wir in möglichen neuen Kriegen brauchen.”

Das TCCET-E sei eine verbesserte Version schon bisher von der Air Force eingesetzter dreiköpfiger Rettungsteams, die auch schon kleinere medizinische Eingriffe in Hubschraubern vorgenommen hätten. Durch den Einsatz von Starrflügelflugzeugen könne die Reichweite aber enorm vergrößert werden.

Auch das fünfköpfige TCCET-E werde mit einer auf den Transport von Verwundeten spezialisierten Besatzung in einem Flugzeug fliegen, das wie eine Intensivstation ausgestattet ist, damit Schwerverwundete während des Fluges von speziell ausgebildetem Pflegepersonal betreut werden können. Nach Angaben aus dem Pentagon hat ein solches Team bereits einen US-Soldaten evakuiert, der am 21. Dezember (2013) bei einem Angriff auf ein US-Militärflugzeug im Südsudan verwundet worden war.

“Die bisherigen (dreiköpfigen) Teams konnten mit ihrer Spezialausrüstung intravenöse Infusionen vornehmen und Patienten künstlich beatmen; durch die Eingliederung eines Chirurgen (in das fünfköpfige Team) können jetzt bei Bedarf sogar schadensbegrenzende chirurgische Eingriffe auch während des Fluges vorgenommen werden,” erläuterte Neubauer.

Das für Notfälle geschulte Team solle nach Möglichkeit direkt zu den Verletzten geflogen werden, ergänzte Lt. Col. (Oberstleutnant) Rick Dagrosa, ein Notarzt, der zur Zeit der Medizinische Direktor der Notaufnahme des LRMC (des US-Hospitals aus dem Kirchberg bei Landstuhl) und eines der fünf Mitglieder des TCCET-E ist.

Wir können jetzt ein chirurgisches Team direkt zum Gefechtsfeld bringen und den Verwundeten schnell helfen,” betonte er, “das war bisher nicht möglich.”

Die Hilfeleistung werde aber durch die großen Entfernungen und die zu deren Überwindung notwendige Zeit erschwert, ergänzte Lt. Col. Jerry Fortuna, der Chef des TCCET-E, der gleichzeitig Chef der Allgemeinen Chirurgie des LRMC ist.

Der Hauptgrund für die mit fast 99 Prozent sehr hohe Überlebensrate in Afghanistan sei die schnelle ärztliche Versorgung innerhalb einer Stunde nach der Verwundung gewesen, fügte Fortuna hinzu.

Weil Afrika mehrere Flugstunden von Deutschland entfernt sei, könne sein Team leider nicht in allen Fällen innerhalb dieser “goldenen ersten Stunde” eingreifen, bedauerte er.

“Es gibt Zeit- und Entfernungsprobleme, die sich nachteilig auf den körperlichen Zustand der Patienten auswirken können. Sie sind nicht immer zu überwinden – aber auch etwas später vorgenommene chirurgische Eingriffe sind besser als noch weiter hinausgeschobene. Wie bei jeder Hilfeleistung muss auch hier mit Einschränkungen gerechnet werden.”

Obwohl das neue Team bei seinen Einsatzflügen mindestens 10mal mehr Blutkonserven mitführt als bei normalen medizinischen Evakuierungsflügen, kann es vorkommen, dass sie wegen des langen Anfluges bei Verwundeten mit starkem Blutverlust nicht ausreichen.

“Der hohe Blutverlust, der bei schweren im Kampf erlittenen Verwundungen häufig zum Tod führt, kann natürlich auch für Verwundete, die wir bergen wollen, zum Problem werden,” gab Fortuna zu bedenken. “Es ist wichtig zu wissen, dass jemand, der nach einer schweren Verletzung viel Blut verliert, weil die Blutungen nicht durch das Abschnüren von Adern gestoppt werden können, auch durch sechs bis neun Stunden später erfolgende chirurgische Eingriffe nicht mehr zu retten ist. Da kommt auch unsere Hilfe zu spät.”

Das neue Team könne zum Beispiel helfen, Brüche zu stabilisieren, sich um dadurch verursachte Gefäßverletzungen kümmern oder Patienten mit Unterleibsproblemen behandeln, führte Fortuna aus.

Das Sterilhalten eines Operationsbereichs innerhalb des Flugzeugs und die während des Fluges auftretenden Turbulenzen seien zusätzliche Probleme, die aber zu bewältigen seien.

Schwieriger sei es, aus den aufgenommen Verwundeten, deren Verletzungen erst noch beurteilt werden müssten, die auszuwählen, die sofort chirurgische Hilfe bräuchten, sagte Dagrosa. “Wir wissen nicht viel über den Zustand der Verwundeten, die wir aufnehmen, müssen ihn also selbst erst überprüfen und entscheiden, wer zuerst vom Chirurgen unseres Teams behandelt wird.”

Das Team werde von mitfliegendem Sicherheitspersonal geschützt. “Der Einsatz kann auch in einem Gebiet erfolgen, in dem man sich nicht lange aufhalten kann, weil dort noch gekämpft wird. Meistens muss nach der Landung möglichst schnell wieder gestartet werden,” ergänzte Dagrosa.

Das Team sei auf sein Flugzeug “angewiesen”, und dürfe sich nicht zu weit von ihm entfernen, weil es ja auch wieder mit ihm ausfliegen müsse.

Die USAFE bilde gerade ein zweites TCCET-E aus, teilte Fortuna mit.

“Niemand von uns befindet sich derzeit wie ein Pilot in ständiger Alarmbereitschaft,” sagte Fortuna abschließend. “Aber wir halten ständig Kontakt zueinander, um sicherzustellen, dass wir innerhalb einer angemessenen Zeit losfliegen können, wenn wir angefordert werden.”

Übersetzung:
Jung, Wolfgang

Anmerkung:

Die im o. g. Original-LUFTPOST-Artikel vorhandenen Links und Ergänzungen innerhalb des Textes sowie die Anmerkungen und der Kommentar wurden entfernt.

 

(Quelle: LUFTPOST.)

BRD: Entwicklungshilfe für BAYER

Dienstag, Oktober 15th, 2013

“Subventionierte Markt-Erschließung

Von Jan Pehrke

Der BAYER-Konzern erschließt sich zunehmend Absatzgebiete in ärmeren Ländern. Die Bundesregierung unterstützt den Multi dabei tatkräftig und verbucht das unter „Entwicklungshilfe“.

„Mit ihrem Kapital, vor allem aber ihrem Know-how und ihrer Wertschätzung für Umwelt- und Sozialstandards, trägt die Privatwirtschaft ganz wesentlich zu entwicklungspolitischen Fortschritten bei“, meint Entwicklungshilfe-Minister Dirk Niebel. Darum sucht die Entwicklungshilfe-Politik unter seiner Ägide auch zunehmend den „Schulterschluss mit der Privatwirtschaft“. So hat das „Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“ (BMZ) mit BAYER, BASF, SYNGENTA und ca. 30 weiteren Konzernen die „German Food Partnership“ (GFP) gegründet, die sich dem Ziel verschrieben hat, „die Nahrungsmittel-Sicherheit zu verbessern“. Das vom Verbraucherschutz-Ministerium auf der Grünen Woche veranstaltete „Global Forum for Food and Agriculture“ durfte der Verband gleich als Plattform nutzen. Und als Dirk Niebel die Vertiefung der Public Private Partnership des BMZ mit der „Bill & Melinda Gates Foundation“ verkündete, war der BAYER-Manager Liam Condon für die GFP ebenfalls mit von der Partie und warb noch einmal für konzertierte Aktionen im Entwicklungshilfe-Bereich. „Die an der ‚German Food Partnership’ beteiligten Unternehmen stimmen darin überein, dass die aktuellen Herausforderungen nur durch langfristige Kooperationen und ganzheitliche Ansätze zu bewältigen sind“, so der Chef von BAYER CROPSCIENCE.

BMZ zahlt 1,1 Mio. Euro

Die Ganzheitlichkeit zahlt sich für die Multis nämlich aus. 79 Millionen Euro hat sich das BMZ die „Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft“ 2010/11 kosten lassen. Für BAYER fielen dabei 1,1 Millionen Euro ab. Allein mit 750.000 Euro subventionieren Niebel & Co. die Schulungen von kenianischen FarmerInnen im Umgang mit Pestiziden. 200.000 Euro erhält der Leverkusener Multi dafür, Regionalregierungen in Kenia dabei zu unterstützen, „das Wissen um moderne Kontrazeptiva und deren Gebrauch zu erweitern“. Und für „Fortbildungen“ zum selben Thema in der Ukraine und Bosnien-Herzogowina bekam der Konzern insgesamt 160.000 Euro.
Wie die „Entwicklungshilfe“ des Leverkusener Multis vor Ort abläuft, davon machte sich das TV-Magazin Panorama in Kenia ein Bild. Die JournalistInnen sprachen mit einer Pestizid-Verkäuferin, die an einem Seminar des Global Players teilgenommen hatte. „Es war eine Werbeveranstaltung für BAYER. Uns wurden die BAYER-Produkte vorgestellt und uns erklärt, dass BAYER eben ein Original ist und keine Fälschung“, berichtete sie. Informationen zu den Risiken und Nebenwirkungen der Ackergifte und zu deren richtiger Anwendung standen offensichtlich nicht auf dem Lehrplan. Der Verkaufsleiter der kenianischen BAYER-Niederlassung, Titus Kinoti, lässt dann auch keinen Zweifel am eigentlichen Sinn der Übung aufkommen: „Durch dieses Programm sind wir effektiver geworden. Wir können uns jetzt in einem umkämpften Markt behaupten. Wir bedienen die Bedürfnisse der Kunden und bringen sie dazu, unsere Produkte zu kaufen.“ Bilanz der „Entwicklungshilfe“: Eine Steigerung des Pestizid-Absatzes bei Kleinbauern und -bäuerinnen um 20 Prozent.

Ähnliches versuchen die Projekte in der Ukraine und in Bosnien-Herzogowina im Bereich der Verhütungsmittel zu errreichen. In Bosnien-Herzogowina kooperiert BAYER hierzu mit der „Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit“ (GIZ). Die staatliche Entwicklungshilfe-Agentur knüpft die Verbindungen zu staatlichen Institutionen, Gesundheitseinrichtungen und Bildungseinrichtungen und übernimmt die Schulungen, während der Pharma-Riese die Werbe-Maßnahmen finanziert, die Fachinformationen liefert und die Kontrazeptiva stellt. Für das BMZ hat diese Arbeitsteilung Modell-Charakter: „Der Erfolg der Partnerschaft basiert auf den komplementären Fähigkeiten der Partner“, hält es fest. Über die Motive BAYERs macht sich das Entwicklungshilfe-Ministerium dabei keine Illusionen. Der Konzern „versucht, in dieser Region einen Markt zu entwickeln“, heißt es in der vom BMZ herausgegebenen – und vom Pillen-Riesen SANOFI gesponserten – Expertise „Bringing Medicines to Low-income Markets“.

Um die Entwicklung von „inklusiven Geschäftsmodellen für Pharma-Unternehmen“ ist es der Veröffentlichung zu tun, an der auch BAYER-Beschäftigte mitgewirkt haben. Die „Low-income Markets“ haben es nämlich in sich. Auf ein Volumen von bis zu 160 Milliarden Dollar schätzt die Untersuchung die Gesundheitsausgaben der vier Milliarden Menschen auf der Erde mit einem Jahreseinkommen von unter 3.000 Dollar und frohlockt: „Diesen Markt haben sich die Pharma-Firmen noch kaum erschlossen.“ Allerdings bedarf es zur Erschließung dieser Märkte „innovativer Geschäftsmodelle“. Und hier kommen die staatlichen Entwicklungshilfe-Akteure und die Nicht-Regierungsorganisationen ins Spiel. Dank ihres Renommees und ihrer guten Verbindungen vor Ort können sie laut „Low income“ als „Türöffner“ fungieren und ein „Ökosystem“ für das jeweilige „business model“ kreieren.

Um sich in Äthiopien zu etablieren, hat der Leverkusener Multi gemeinsam mit der US-amerikanischen Entwicklungshilfe-Behörde USAID ein solches „innovatives Geschäftsmodell“ entwickelt. Die „Contraceptive Security Initiative“ sieht vor, Frauen „mit mittlerem Einkommen in vorerst elf subsaharischen Entwicklungsländern Zugang zu bezahlbaren oralen Kontrazeptiva“ zu verschaffen. Der Global Player stellt dafür die Pillen bereit und die USAID zahlt für die Erstellung und Verbreitung von Informationsmaterial zu den Mitteln. „Einen neuen strategischen Ansatz und einen innovativen Weg zur Erschließung der Märkte in Entwicklungsländern“ nennt der Pharma-Riese das Ganze.

Aber auch mit der auf dem Gebiet der Entwicklungshilfe zunehmend dominanter werdenden „Bill & Melinda Gates Foundation“ kam er schon ins Geschäft. 27 Millionen Einheiten des Verhütungsmittels JADELLE nahm die Stiftung dem Konzern ab, der dafür einen Mengenrabatt gewährte und 8,50 statt der üblichen 18 Dollar dafür in Rechnung stellte. Jetzt kostet es nur noch 50 Cent mehr als das Konkurrenz-Pharmazeutikum von SHANGHAI DAHUA PHARMACEUTICALS, das dem Leverkusener Multi Umsatzeinbußen beschert hatte. „Mit der oben genannten Initiative und einer Preisreduzierung von JADELLE um fünfzig Prozent hat das Unternehmen BAYER mit Hilfe öffentlicher Entwicklungshilfe-Gelder und der Gates-Stiftung nun nachgezogen und sein Produkt wettbewerbsfähig gemacht“, resümieren die JournalistInnen Daniel Bendix und Susanne Schultz.
Zudem dient das Mittel weniger dem Kampf gegen die Armut denn dem Kampf gegen die Armen. Bei JADELLE handelt es sich nämlich um ein speziell für die Bevölkerungspolitik geschaffenes, fünf Jahre lang unfruchtbar machendes Hormon-Implantat, das die Devise des früheren US-Präsidenten Lyndon B. Johnson in die Praxis umsetzt: „Fünf gegen das Wachstum der Bevölkerung investierte Dollar sind wirksamer als hundert für das Wirtschaftswachstum investierte Dollar.“

BAYERs Afrika-Strategie

Als Absatzgebiete für Pestizide nehmen die ärmeren Länder für den Agro-Riesen ebenfalls eine immer größere Rolle ein. So erwartet der BAYER-Manager Bernd Naaf binnen der nächsten zehn Jahre eine Verdoppelung des Volumens des afrikanischen Ackergift-Marktes auf drei Milliarden Euro und trifft schon die entsprechenden Vorbereitungen. „Wir entwickeln derzeit eine Afrika-Strategie mit dem Ziel, in diesem Wachstumsmarkt zukünftig stärker vertreten zu sein“, so Naaf. Dabei will die Aktiengesellschaft auch „gezielt das Segment der Kleinbauern ansprechen“ und setzt dabei als Ansprechpartner nicht zuletzt auf den „öffentlichen Sektor“.
Diesen braucht der Leverkusener Multi vor allem aus einem Grund: Er hat nach eigenem Bekunden nur Zugang zu einem Viertel des Marktes auf dem Kontinent. Die restlichen drei Viertel decken Nachahmer-Produkte nebst Fälschungen ab. Darum dringt das Unternehmen auf eine „Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedingungen“ und wendet sich zu diesem Behufe an die Entwicklungshilfe-Politik. So forderte BAYERs Liam Condon auf dem „Global Forum for Food and Agriculture“ Interventionen zugunsten eines verbesserten Patentschutzes, effizienterer Pestizid-Zulassungsverfahren und Maßnahmen gegen die Produkt-Piraterie. Erst „wenn wir dann die richtigen Bedingungen vorfinden“, möchten Condon & Co. in den betreffenden Ländern investieren und „die Farmer stärken“.

„Stärkung“ bedeutet dabei für ihn, aus den afrikanischen FarmerInnen Agrar-Unternehmer nach westlichem Vorbild zu machen. „Es ist unsere Rolle, – über den öffentlichen und privaten Sektor – dabei zu helfen, die Landwirte – kleine und große – in das zu verwandeln, was ich ‚Agripreneure’ nennen möchte“, meint der Manager. Und so sieht BAYERs „Entwicklungshilfe“ dann auch aus. Sie besteht vor allem aus teuren technischen Lösungen. Steriles, also nicht zur Wiederverwendung geeignetes Hybrid-Saatgut, besonders gut an Trockenheitsregionen angepasstes Saatgut und Pflanzen mit künstlich angereichertem Nährstoff-Gehalt hat der Cropscience-Chef für die Bauern und Bäuerinnen in den Armutsregionen parat. Zu einem solchen „Glück“ wollen BAYER, MONSANTO und die anderen Agro-Riesen diese sogar zwingen. Ihre gemeinsam mit den G8-Staaten 2012 gegründete „Neue Allianz für Ernährungssicherheit“ nimmt sich in einem Strategie-Papier nämlich vor, die „Verteilung von frei verfügbarem und nicht verbessertem Saatgut systematisch zu beenden“. Künftig sollen die LandwirtInnen nämlich bei jeder neuen Aussaat für die Labor-Kreationen der Konzerne optieren und kräftig Lizenz-Gebühren zahlen. Und das Bundesentwicklungsministerium gibt der Unheiligen Allianz nicht nur seinen Segen, sondern bis 2014 auch noch über 50 Millionen Euro.

In solchen PPPs wie der „Neuen Allianz für Ernährungssicherheit“ oder der „German Food Partnership“ dürfen BAYER & Co. ganz selbstverständlich selber Entwicklungshilfe-Politik betreiben, die Probleme definieren und Lösungsansätze entwerfen. Der engen Konzern-Perspektive gerät dabei so manches aus dem Blick. „Die strukturellen Ursachen des Hungerproblems werden ebenso ausgeblendet wie der Zusammenhang zwischen den proklamierten ‚guten Taten’ von Konzernen und deren eigentlichem Geschäftsmodell“, kritisiert Benjamin Luig von dem katholischen Hilfswerk Misereor. Das eigentliche Geschäftsmodell der Agro-Multis hinterlässt nämlich gerade in den Ländern des Trikonts verbrannte Erde. Roman Herre von der Organisation FIAN wirft der Bundesregierung deshalb vor, in ihren PPP-Projekten den Bock zum Gärtner gemacht zu haben. „Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO sterben jährlich etwa 355.000 Menschen durch von Pestiziden verursachte Vergiftungen, zwei Drittel davon im Globalen Süden. Knapp ein Drittel aller Agrar-Gifte weltweit stammen aus dem Hause BAYER und der ebenfalls in der ‚German Food Partnership’ vertretenen BASF“, moniert er. Obendrein belasten die Millionen von Gift-Geschädigten die Gesundheitsetats der Staaten massiv. Eine Studie des UN-Umweltprogrammes UNEP rechnet für 2015 bis 2020 mit Behandlungskosten von bis zu 90 Milliarden Dollar allein in Afrika. Aber an eine ökologische Landwirtschaft ist unter der Ägide einer von den Agro-Multis bestimmten Entwicklungspolitik natürlich nicht zu denken. Darüber hinaus treiben ihre teuren Komplett-Lösungen – die so genannten Input-Pakete – die LandwirtInnen allzu oft in eine Schuldenfalle, zumal es keinen funktionierenden globalen Agrar-Markt gibt und das Oligopol der großen Sechs (MONSANTO, BAYER, SYNGENTA, BASF, DOW CHEMICAL und DUPONT) die Preise fast nach Belieben diktieren kann.
Was die BUKO PHARMA-KAMPAGNE mit Bezug auf die BMZ-Publikation „Bringing Medicines to Low-income Markets“ „knallharte Wirtschaftsförderung“ nennt, gilt so auch für die gesamte bundesdeutsche Politik in diesem Bereich. Diese Art von Entwicklungshilfe ist Entwicklungshilfe nur für eines: für die Profite von BAYER & Co.”

 

(Quelle: Coordination gegen BAYER-Gefahren – CBG.)

Global: You gotta move?

Mittwoch, September 25th, 2013

“Nur 3,2 Prozent aller Menschen sind aus ihrem Geburtsland ausgewandert

Nach UN-Schätzungen wandern nicht mehr Menschen aus dem globalen Süden in den reichen Norden als in ein anderes Entwicklungsland, 90 Prozent der Flüchtlinge leben in Entwicklungsländern

Von Florian Rötzer | 24.09.2013

Globalisierung, so könnte man meinen, ist nicht nur die globale Bewegung von Gütern, Vermögen und Informationen, sondern auch der Menschen, die zu Migranten werden. Interessant ist, dass sich zwar viele Menschen zeitweise als Touristen oder beruflich über Grenzen hinweg reisen, aber dass die Migration weiterhin ein ziemlich kleines Phänomen ist.



Durchschnittliche Veränderungsrate der internationalen Migration in Prozent.

Durchschnittliche Veränderungsrate der internationalen Migration in Prozent.

Gerade einmal 3,2 Prozent der Menschheit, das sind 232 Millionen Menschen, leben in Ländern, in denen sie nicht geboren wurden, so der UN-Bericht International Migration 2013[1]. Das ist überraschend wenig, wenn auch 33 Prozent mehr als 2000, zumal die reichen Länder sich in Festungen, in gated nations, verwandeln, um die fantasierten Migrationsströme abzuwehren, die in Krisen wie jetzt beispielsweise im syrischen Bürgerkrieg in die nicht sonderlich reichen Nachbarländer Jordanien, Libanon oder den Irak, aber natürlich auch in die Türkei gelangen. Flüchtlinge machen 2013 mit 15,7 Millionen oder 7 Prozent nur einen kleinen Teil der Migranten aus. Fast 90 Prozent davon leben in Entwicklungsländern!

60 Prozent der internationalen Migranten, zwei Drittel im arbeitsfähigen Alter zwischen 20 und 64 Jahren, weit mehr als die 58 Prozent im weltweiten Durchschnitt, leben in den reichen Ländern des Nordens. 2013 am meisten in den USA, gefolgt von Russland, Deutschland – das wirklich als Einwanderungsland gelten muss -, Saudi-Arabien, die Vereinten Arabischen Emirate, Großbritannien, Frankreich, Kanada, Australien und Spanien. Hingegen sind in Europa Portugal, Polen, Finnland oder Norwegen nicht so interessant.

 

 

Schaut man auf den prozentualen Anteil internationaler Migranten an der Gesamtbevölkerung, dann ist deren Anteil etwa in den USA, Kanada, in der Ukraine, in Saudi-Arabien, Libyen, Australien, Deutschland. Österreich, Schweiz, Frankreich, Belgien oder Norwegen höher als 10 Prozent. In Steueroasen wie Andorra, San Marino oder Monaco ist der Ausländeranteil natürlich wesentlich höher, im Vatikan steigt er sogar auf 100 Prozent. Global leben allerdings zwei Drittel der internationalen Migranten ziemlich gleich verteilt in Europa und in Asien. In China, Indien und einigen afrikanischen Ländern, aber auch in Mexiko oder erstaunlicherweise Brasilien haben Migranten nur einen Anteil von weniger als einem Prozent. Allerdings ist der Eindruck nach den UN-Schätzungen falsch, dass die überwiegende Mehrzahl Migranten aus armen Entwicklungsländern in die reichen Länder auswandert, was man auch Süd-Nord-Migration nennt. Auch wenn in den Industrieländern die Migranten einen durchschnittlichen Anteil von 11 Prozent der Gesamtbevölkerung stellen und in den Entwicklungsländern nur 2 Prozent, aber die Unterschiede sind hier groß, so täuscht der Eindruck.

 

 

Nach neuen Schätzungen, die Geburtsland und Zielland der Migranten einbeziehen, war die Süd-Süd-Migration 1990 am stärksten ausgeprägt. Danach wusch der Anteil der Süd-Nord-Migration stärker, ab 2000 lag die Süd-Nord-Migration in etwa gleich mit der Süd-Süd-Migration, wobei allerdings die Migration vom Süden in den Süden wieder etwas stärker wuchs als die vom Süden in den Norden. 2013 sollen nach den Schätzungen 82,3 Millionen, die in Entwicklungsländern geboren wurden, in anderen Ländern des globalen Süden leben, während mit 81,9 Millionen fast genau so viel aus dem Süden in den Norden abgewandert sind. Die meisten dieser Migranten stammen aus Asien, gefolgt von Menschen aus Lateinamerika. Aus dem Norden in den globalen Süden wandern hingegen nur 13,7 Millionen aus, von Norden nach Norden sind es 53,7 Millionen.

Die “Süd-Süd-Migration” könnte man dadurch erklären, dass Auswanderer und Flüchtlinge nicht die notwendigen Mittel haben, um in die reichen Länder zu gelangen, und/oder den einfacheren, schnelleren und billigeren Weg in die Nachbarländer bevorzugen, wo sie auch leichter in Kontakt mit ihren Familien bleiben können. Möglicherweise wird diese Migration durch wirtschaftliche Fortschritte in den Entwicklungsländern begünstigt, dazu tragen aber auch regionale Konflikte vorbei.

Anhang

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Afrika / BRD: AFRICOM Go Home!

Donnerstag, Juni 6th, 2013

“AFRICOM Go Home!

AFRICOM out of Germany – NOW! AFRICOM out of Africa – NOW!

On the 50th anniversary of African Liberation Day a group of progressive Pan-Africanists and internationalist activists from around the world declare that the continued military presence of AFRICOM on African soil is profoundly detrimental to the short and long term interests of African people

‘We, the Heads of African States and Governments assembled in the City of Addis Ababa, Ethiopia; Convinced that it is the inalienable right of all people to control their own destiny; Conscious of the fact that freedom, equality, justice and dignity are essential objectives for the achievement of the legitimate aspirations of the African peoples; Conscious of our responsibility to harness the natural and human resources of our continent for the total advancement of our peoples in spheres of human endeavor…’ [1]

What is the real legacy of the charter that Modibo Keita and Sylvanos Olympio drafted on 25 May 1963 and reinforced with the power of 33 newly minted/ independent countries backing it? Arguably, in the end that particular document, which ushered in the Organization of African Unity (OAU) did not succeed in creating African unity. Some fifty years later, although the African Union has replaced the Organization of African Unity, Africa is still struggling to realize her full potential and exercise her right to self-determination. Meanwhile, the continent remains mired in disadvantage perpetuated by an international labor sector held captive within an imperialistic system resolutely opposed to Pan-Africanism. Indeed, a recent French Defense report calls Pan-Africanism a threat to Western interests. [2]

Today, as we commemorate the past fifty years we are determined, as citizens, either of Germany or Africa, or internationalists to turn the page on colonization once and for all. Beginning in the nineteenth century and well into the twentieth unbridled colonialism was pervasive throughout the continent. In 1885, it made common criminal cause with capitalism against the Congolese people when the Berlin Conference designated the Congo the world’s first ‘Free Trade Zone’ and unleashed a process of colonial intervention that would eventually carve up the entire continent.

In 2013, from its base in Stuttgart, AFRICOM, the US Africa Command, is plotting to stretch out its tentacles across Africa, taking advantage of an extraordinary conjuncture of geopolitical, economic, and geostrategic disputes that are undermining the continent. Even in Germany, which has known so much war, many people who call Germany home are opposed to violence and stand in solidarity with our anti-militaristic initiatives. The German Constitution prescribes at Article 26 that all preparation for war or aggression carried out on its soil risks disturbing the peace between people. With Article 25, international law becomes German law and has primacy over all other laws. Since 2002, Germany has had a Code which makes the crimes of international public law part of German law. The nature of these crimes thus gives German jurisdictions / German courts universal jurisdiction to hear cases involving allegations of crimes of international public law regardless of the nationality of the authors or the place of the crime.

As women and men we all hope for peace, sovereignty and solidarity.

In line with its aggressive and expansionist policy towards Africa, AFRICOM, launched by the George W. Bush administration, claims to be protecting the national security of the United States by boosting the capacity of African states to defend themselves against transnational threats. They claim that doing so will also create an environment that encourages harmonious development.[3] AFRICOM is also actively seeking to establish a base on the African continent and move from Stuttgart, Germany, where it has been garrisoned since 2008. The US Marine Forces Africa (MARFORAF), which coordinated military strikes and maneuvers across the African continent, was also housed there.

So far, for most African countries, an AFRICOM based in Africa does not appear to be particularly enticing. However, a very select few seem to have yielded to temptation. Dressed up as a ‘fait accompli’ to deny Africans any semblance of choice, AFRICOM’s strategy includes indoctrination, managing dissent and gradually spreading its influence across the continent by exploiting tensions wherever they exist. By keeping abreast of other NATO initiatives as well as those unilateral interventions undertaken by certain of its member countries such as France, AFRICOM continues to serve the exclusive interests of dominant countries and their local comprador elites. A base on the African continent is a guarantee of long-term access to Africa’s raw materials and locations of strategic importance. In addition, AFRICOM will not only circumvent the voracious appetites of the emergent BRIC (Brazil, Russia, India, China) powers but also block Africa’s own progress towards unity.

No NATO country really needs to establish such a huge military base anywhere in Africa. Not only do these countries have other bases and facilities at their disposal, but they also benefit from bilateral or equivalent arrangements, which allow them to move freely around the continent. In addition, the armies of most African countries have become so compromised through their association with military contractors from the imperialist states or the private military and security companies that work in tandem with them, acting as their surrogates. Intentionally or not, such factors generally fuel terrorism, which sprouts predictably wherever underdevelopment has created a climate where it can thrive. Besides, the imperialists have worked tirelessly to stifle democratic developments/movements in North African either by undermining certain countries or encouraging their Middle Eastern partners to throw their weight behind backward regimes.

The African continent has been thoroughly decimated by over three decades of structural adjustment, which has downsized the state and resulted in technocrats running our governments. It has also created a fictitious sense of democracy, which has depoliticized our populations and left our countries victims of a particularly vicious virus of dependency. In military terms, Africa remains fragmented and vulnerable in the face of fundamental challenges, such as the foreign occupation of the Congo, the Ivory Coast, Libya and Mali. At the same time, the possibility of playing the instability card looms menacingly over the Sudan, Egypt, Nigeria, Tunisia and the Central African Republic as well as Algeria.

Here the UN is instrumentalized, paving the way for the intervention of NATO forces. The apparent unity of militarized African countries in these peacekeeping missions is a reflection of imperialism. For example, thirty-six countries on the continent sent their ‘next generation of leaders in the security sector’ (ACSS) to receive training in Washington DC. Those high-ranking officers who did so were included under the umbrella of operational and military capacity building within AFRICOM’s Theater Security Cooperation Programs (TSCP). The [url=Africa Contingency Operations Training and Assistance (ACOTA) program[/url] rounds out these infantry training projects and has made inroads into the delivery of multilateral training to UN peacekeepers. Over the last decade, a growing number of African armies have participated in the annual FLINTLOCK antiterrorist maneuvers held in North and West Africa. Then there is the AFRICA ENDEAVOR, which bills itself as an opportunity to develop skills in the area of intelligence communication. CUTLASS EXPRESS refers to a series of maritime strategies designed to control the flow of all traffic around East Africa and the Indian Ocean.

Indeed, there must exist an unusual insecurity on the continent to pardon such aggressive impulses and maneuvers. There are also growing networks of terrorists and politicized outlaws who march to their own drum and threaten ‘world order’ just as much as they do the African countries they attack. However, these are merely the ‘tip of the iceberg’. More often than not, the origins of such conflicts, which the powers that be make a show of stamping out, lie in poverty and underdevelopment. They are the fallout of failed policies or of the crime and illegal trafficking produced by persistent disputes as well as the impact of chaotic events associated with so-called ‘Juniors’. Some of these ‘Juniors’ are in fact small multinational firms that jump into bed with rebels or terrorists in order to get their hands on raw materials. Where prior commitments have been made to external forces, they tend to emerge as the situation evolves to liberate contested zones and become integrated into an overall strategy of ‘total security’, which rationalizes militarization. Many of the regimes ruling African countries either collude in this type of thievery or are subdued by the smoke-screen liberalization, economic conditionalities and extractive resources syndrome.

The subordination and control of our national armies, or what remains of them, and the prospect of seeing the AFRICOM base move to Africa, like the recent deployment of French military forces or other interventions, act as a barrier to achieving true African integration. Africa is increasingly obliged to seek shelter beneath NATO’s umbrella. Indeed AFRICOM and NATO are so intertwined that it is hard to see where one ends and the other begins. For example, at the beginning of May, NATO’s Secretary General, Rasmussen, received the Atlantic Council’s ‘Distinguished Leadership Award’ in Washington. Both NATO and AFRICOM have had a hand in carving up the continent, as they fine-tuned their policies, which spring from deep roots.

Some of the key elements of this fifty-year history include strategies that the imperialists used to checkmate Independence; coups that were mounted against progressive regimes; the failure of forces that tried to derail the struggle against apartheid; the vagaries of American foreign policy visited upon Somalia and the Sudan; negotiations with Al-Qaeda; the jihadist attacks that preceded the ones on September 11th and the so-called anti-terrorist policies that they provoked. In 2002, a pan-Sahelian anti-terrorist initiative was crafted in collaboration with four Sahelian countries/ Three years later, the Trans-Sahara Counter-Terrorist Initiative (TSCTI) was expanded to cover five more countries.

Later on EACTI (East Africa Counter-Terrorist Initiative) was extended into East Africa, bringing six more countries under its wing. In the same year (2005), NATO answered the African Union’s call for help in Darfur. Two years later, it fashioned the study that would become the matrix of the brigades of the African Standby Force (ASF) whose goal is allegedly to maintain continental peace. ASF is slated to become operational in 2015.

In continental terms, all those events add up to a violation of our right to self-determination. When they are ready to swing into action, NATO and AFRICOM need consult no higher authority than their current senior military liaison officer (SMLO) who is their point man in all affairs involving the African Union. We Pan-Africanists have a duty to build an internationalism that will wake up our elites as well as the masses of our people and make them aware that militarizing Africa will lead us down a path to nowhere. It will ignite, fuels, and attracts conflict. Arguably, Africa’s very sovereignty depends on dismantling all foreign bases. We should only put our faith in an all-African army, whose sole purpose should be to defend the territorial integrity of the continent and help us to maintain peace under the umbrella of an Africa Pax. [3]

Our Pan-Africanism presumes a self-reliant continental integration whose goal is social progress. Our intentions are in direct opposition to the prevailing tendency of being co-opted again and having our armies transformed into auxiliary forces under foreign command. As proxy forces, some of these coopted forces have generally been charged with extinguishing conflicts within the society that, more often than not, have also been engineered by the same “world order” to facilitate access to Africa’s natural resources.

In defending the interests of our people we must depend on our own sense of unity and stop waiting for NATO or AFRICOM to do our job for us. That is the only we can be assured of charting our own path and bringing about the integrated development of the African continent.

Together, let us support the civic and pan-African repoliticization of our youth.

AFRICOM go home, Africa for Africans at home and abroad.

No to foreign bases – US out of Germany! US out of Africa!

No to terrorist militarization and foreign bases on African soil! – Get out NOW! Out of Chagos! Out of Diego Garcia! Out of Libreville! Out of Sao-Tomé! Out of Ceuta! Out of Ndjamena! Out of Djibouti! Out of Tripoli!…

No to multinationals and their scramble for Africa’s natural resources and farmland!
No to Rulers who sell out Africa to Imperialists!
Yes to democracy and the popular reform of the African Union!
Decolonize and unite – Africa is One!
Sisters and brothers, internationalist allies around the world, stand with us. Let us defend Africa!

We endorse the Declaration Go Home AFRICOM;

Group for Research and Initiative for the Liberation of Africa

Third World Forum (Samir Amin ; Bernard Founou)

Fondation Frantz Fanon (Mireille Fanon- Mendes-France)

HANKILI SO AFRICA (Koulsy Lamko) ;

AfricAvenir International

Black Agenda Report (Glen Ford) ;

Arbeitskreis Panafrikanismus München (Dipama Hamado)

Revival of Panafricanism Forum (RPF) (Gnaka Lagoke) ;

INSTITUT TUNISIEN DES RELATIONS INTERNATIONALES (ITRI) (Ahmad Manai) ;

Yash Tandon, Former Executive Director of the South Center ;

Diasporic Music on Uhuru Radio ;

Network for Pan Afrikan Solidarity – Ajamu Nangwaya, University of Toronto ;

Emira Woods – IPS ;

Forum Africain des Alternatives

(ARCADE) Africaine de Recherche et de Coopération pour l'Appui au Développement Endogène , (Demba Dembélé)

Afrika Kulturprojekte e.V.

Dr Horace Campbell – Syracuse University

Dr Saer Maty Ba,

Dr Sanou Mbaye,

Dr. Boniface Mabanza (Kirchliche Arbeitsstelle Südliches Afrika KASA)

Dr Werner Ruf (AG Friedensforschung)

Berlin Postkolonial e.V. (Mnyaka Sururu Mboro und Christian Kopp)

Dipl.Afrikanistin (Ginga Eichler)

Dr. Lutz Holzinger, (Journalist and Writer in Vienna)

Ababacar Fall, Dakar, Senegal

Dr Henning Melber, The Dag Hammarskjöld Foundation, Uppsala/Sweden

Komitee für Grundrechte und Demokratie: Wolf-Dieter Narr:

Joanès Louis (Université Populaire Kwame Nkrumah)

Werner Kersting, Vorsitzender

NKEN NDJENG Philippe, EHESS, Paris

Carina Ray, Assistant Professor, History Department, Fordham University

African Challenge

Hans-Peter Laubentha

Dr. Bärbel Schindler-Saefkow, Deutscher Friedensrat e.V

Elikia M'Bokolo, Directeur d'Etudes, EHESS

Siegfried Wittig, Berlin

Afrika Netzwerk Bremen

Wikopuli, Andreas Schlüter

Marita Blessing, Marita Blessing, MenschenEchte!-KreAktiv

Niema Movasat, Member of German Parliament, DIE LINKE

ENDNOTES:

1. http://www.refworld.org/cgi-bin/texis/vtx/rwmain?docid=3ae6b36024
2. http://tinyurl.com/ma8xtrx
3. Africa Pax: Une solution aux problèmes de gestion et de règlement des conflits en Afrique, applicable en zone interlacustre, GRILA, Genève, 1995, http://www.grila.org/publi.htm

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(Quelle: Pambazuka News.)

Afrika: Vor dem AKW-Run?

Donnerstag, Juni 6th, 2013

“Atomic Africa

Dokumentarfilm von Marcel Kolvenbach

Seit Jahren schon sind es afrikanische Staaten, die weltweit die Riege der Länder mit dem stärksten Wirtschaftswachstum anführen. Doch der neue Boom braucht Energie, Stromausfälle sind an der Tagesordnung. Immer mehr afrikanische Regierungen wollen deshalb auf Atomkraft setzen. Nach einer Prognose der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEA sollen bis 2050 in Afrika 40 neue Atomkraftwerke gebaut werden, ganz nach dem Motto: “We want power, no arms” (“Strom statt Waffen”).

Zwei Jahre lang reiste der Filmemacher Marcel Kolvenbach durch Afrika und recherchierte im Zeichen dieser neuen afrikanischen Atompolitik – vom Osten des Kontinents nach Südafrika, weiter in den Kongo und von dort in die Sahara.

Stets nah bei den betroffenen Menschen zeigt der Filmemacher, wie sich der Konflikt um die Uranvorkommen des Kontinents verschärft. Vom Krieg in Mali bis hin zum Raubbau an der Natur in Tansania prägen die Interessen mächtiger Konzerne wie dem französischen Stromriesen Areva immer mehr das Schicksal ganzer Regionen.

Zugleich zeigt der Film eindrucksvoll, welche Folgen der Einstieg in die Atomkraft für die Umwelt und Sicherheit eines Kontinents haben dürfte, auf dem die wenigen Atomkraftgegner um ihr Leben fürchten müssen. “Atomic Africa” wird so zum politischen Road-Movie durch das nukleare Afrika (…).”

Sender:     WDR Fernsehen

Sendedatum: 06.06.2013

Sendezeit:   23:15 – 00:40 Uhr

 

(Quelle: programm.ARD.de)