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BRD: Fairer Handel – Wendemanöver in der Sackgasse?

Samstag, Juli 28th, 2012

“Grenzen der Zertifizierung

Bilanz und Ausblick

Von Carolin Callenius und
Francisco Mari

Explosionsartig erleben wir, wie immer mehr Nachhaltigkeits-Siegel Teil unseres Alltags werden. Von Bio, Fair Trade, den Runden Tischen, diversen Biospritplaketten bis zu Pro Planet und MSC (Marine Stewardship Council) hinter den Begriff Nachhaltigkeit verbergen sich die unterschiedlichsten Ziele, Kriterien, Systeme und Akteure. Allen gemein ist, dass sie bei den Importen von Agrarprodukten ansetzen. Diese sollen – je nach selbst gesetztem Zielunterschiedlich – aus einer Produktion kommen, die auf Raubbau am Regenwald verzichtet, in der keine Kinder arbeiten müssen, die Arbeiter gerecht behandelt werden, besonders wenig Treibhausgase verursacht oder/und die Artenvielfalt geschützt wird. Zu Recht wird kritisiert, dass dieses Schildermeer nicht mehr überschaubar ist. Es ist auch zunehmend unklar, welchem Siegel man Glauben schenken kann; da sich bei den meisten Siegeln höchstens eine Hand voll Experten noch auskennen.

In den Expertenzirkeln wird eifrig diskutiert, wie man diese Siegel noch weiter verbessern kann, wie man sie zusammenfassen kann und in ihrer Reichweite umfassender machen könnte und wie unabhängig eine Kontrolle der Zertifizierung sein muss. Zeitgleich wachsen aber auch die Zweifel, ob angesichts der immensen globalen Probleme diese kleinen Reformen am Agrarhandel ausreichen. Reicht das Plus für Menschen und Umwelt im Süden aus, um die Nachhaltigkeitsziele von Umwelt und Entwicklung zu erreichen? Oder dient nicht gar das Ganze nur als Beruhigungspille gegen das schlechte Gewissen? Denn der übermäßige und wachsende Konsum – auch von besiegelten Produkten – hat Folgen für die Menschen und die Umwelt im Süden.

Es besteht kein Zweifel, dass einzelne Produkte − inklusive ihrer Herstellungsprozesse und Folgewirkungen − durch eine Zertifizierung verbessert werden können. Wir aber wollen in diesem Artikel ein paar Fragen aus entwicklungspolitischer Perspektive aufwerfen, die die Grenzen des Instruments thematisieren, und welche Probleme wir wahrnehmen, die mittels der Zertifizierung selbst nicht behoben werden können:

• Ist eine exportorientierte Landwirtschaft oder Landnutzung mit zertifizierten Produkten grundsätzlich ein besserer Entwicklungsweg für die Länder des Südens als die nichtzertifizierten Exporte?

• Wer profitiert von der Zertifizierung und wer hat das Nachsehen?

• Welche ökologischen oder »fairen« Grenzen hat das Instrument der Zertifizierung?

Alle drei Fragen werden von vielen Bauernverbänden und Nichtregierungsorganisationen im Süden zunehmend kontrovers diskutiert.

Exporte von Rohstoffen als richtiger Entwicklungsweg?

Zunächst will die Zertifizierung nichts weiter, als bestehende Agrarhandelsströme qualitativ verbessern. Dabei geht es immer um unsere Ansprüche als KonsumentInnen im Norden. Egal ob für Biosprit, Schokolade, Tropenholz, Palmöl oder Shrimps, gleichgültig ob öko oder fair oder beides – die Standards werden in den Industrieländern gesetzt. Für die lokalen Märkte im Süden spielen diese Zertifizierungen, ja meist auch die Produkte selber, keine Rolle. Keine Verbraucherin in Costa Rica fragt nach öko-fairen Bananen oder in Dakar nach einer MSC-Sardine. Konsequenterweise heißt das, dass aus Sicht der KonsumentInnen im Süden niemand Zertifizierungen oder private Standards braucht.

In den Ländern selbst aber beobachten wir, dass diese Nachfrage häufig zusätzlich erfolgt; während gleichzeitig die natürlichen Ressourcen immer knapper werden. Während also einerseits die durchschnittlichen Ackerflächen pro Betrieb immer kleiner werden, beansprucht der Exportanbau immer größere Flächen und greift meist auf die besten Böden und Wasserressourcen zurück. Diese Knappheit an Land, Wasser, Biodiversität, etc. führt dazu, dass die Eigenversorgung mit Grundnahrungsmitteln in den letzten Jahren drastisch abnimmt. Viele Entwicklungsländer sind zunehmend von Nahrungsmittelimporten abhängig.

Eine Entwicklungsstrategie durch »Rohstoff- oder Agrarexporte« wurde in den letzten Jahrzehnten als der Königsweg propagiert. Sie versprach die gesteigerten Kostenvorteile in der Landwirtschaft und hohe Rohstoffpreise auszunutzen, um mit den Einnahmen Infrastruktur, Energie, Gesundheit und Bildung zu finanzieren. Niedrige Weltmarktpreise für Nahrungsmittel Nahrungsmittel förderten die Illusion man könne mit diesen Einnahmen auch die Ernährung der Bevölkerung sichern. Doch seit 2008 ist dieser Traum ausgeträumt. Die hohen und sehr stark schwankenden Nahrungsmittel- und Rohstoffpreise führten den Ländern ihre Abhängigkeit vom Weltmarkt und die Unsicherheit der Budgetplanung vor Augen. Weder die Armen in den Städten und noch weniger die große- Mehrheit der Landbevölkerung haben davon profitiert.

Im Hinblick auf die Bekämpfung von Armut und Hunger muss hinterfragt werden, ob eine Export-Expansion, auch wenn sie als nachhaltig zertifiziert ist, im Sinne einer ernährungssichernden, landwirtschaftlichen Produktion für die arme ländliche Bevölkerung in den Ländern des Südens zu wünschen und zu unterstützen ist. Letztendlich dient auch sie nur dazu, unsere Versorgung im Norden mit natürlichen Ressourcen abzusichern. Den meisten Zertifizierungen, wie FSC (Forest Stewardship Council) und den Runden Tischen fehlt bereits im Ansatz das Ziel der Armuts- und Hungerbekämpfung. Sie gehen in ihrem Anspruch oft nicht über eine Verringerung der schlimmsten (ökologischen und teilweise sozialen) Probleme hinaus. Auch die wachsende Ernährungsunsicherheit kann durch Zertifizierung nicht erfasst und nicht vermieden werden.

Sind denn die Mengen an zertifizierter Ware überhaupt nachhaltig verfügbar?

Es sind die gleichen Äcker, die gleichen Flüsse und Wälder, die, bisher von bäuerlichen Familien genutzt werden, nun aber von den Investoren in nachhaltige Produktion benötigt werden. Der Zugriff auf das Ackerland aber führt zu neuen ernst zu nehmenden Konkurrenzen, die in Folge auch zu Nahrungsmittelengpässen auf den lokalen Märkten führen können. Nämlich dann, wenn Menschen der Zugang zu den natürlichen Ressourcen geraubt wird oder wenn auf den lokalen Märkten nicht mehr ausreichend Lebensmittel zur Verfügung stehen oder nur zu Preisen, die für die Ärmsten schlicht nicht mehr bezahlbar sind. Zwar lässt sich überprüfen, ob bei der Anlage einer zertifizierten Plantage das Ackerland legal erworben wurde, ob Landkonflikte anhängig sind, oder Regenwald zerstört wurde und damit ausschließen, dass Menschen von ihrem Acker vertrieben, oder ohne ihre Einwilligung umgesiedelt wurden. Doch wird die wachsende Nachfrage nach Agrarimporten aus dem Süden – mit oder ohne Zertifizierung – zu weiteren indirekten Folgen führen. Denn die ursprünglichen Nutzer des Landes werden nun an anderen Orten beginnen zu produzieren, wo sie unter Umständen einen Raubbau an Primärwäldern vornehmen. Im Zuge des Wettlaufs um die natürlichen Ressourcen, wie Land und Wasser haben die besonders Benachteiligten oft das Nachsehen. Nomaden, Hirten, Fischer und Indigene werden in ihren Nutzungsrechten eingeschränkt und sind dann auch Opfer von »politisch korrekten « und zertifizierten Investitionen von landbesitzenden Kleinbauern.

»Die Dosis macht das Gift.« Dies wird in den Diskussionen um Agrotreibstoffe immer wieder deutlich: Denn ob mit oder ohne Zertifizierung, es wird nicht gelingen die steigende Nachfrage nach Agrarprodukten auf nachhaltige Weise zu befriedigen. Bei immer knapper werdenden natürlichen Ressourcen sind vielerorts die Grenzen für eine Produktionserweiterung bereits erreicht oder gar überschritten. Insbesondere dann, wenn immer mehr Energie und Grundstoffe aus Biomasse, Rohstoffe auf Erdölbasis ersetzen sollen. Bioethanol und Biodiesel benötigen jetzt schon zwei Prozent der weltweit verfügbaren Ackerflächen. Die neuen Hoffnungsträger einer »Grünen Technologie« aus nachwachsenden Rohstoffen, wie Biokerosin, Biokunststoff, Baufasern und Schmierstoffe werden diesen Trend fortsetzen.

Partizipation für wen?

Nachhaltigkeitsstandards funktionieren in gewisser Weise wie alle privatwirtschaftlichen Standards, die von Handels- und Industrieverbänden angewendet werden (beispielsweise Standards des Codex Alimentarius, der für die Einhaltung von Hygienestandards sorgt und private Standardnormen wie EUROGAP). Sie führen zu einer dem Agrobusiness genehmen Uniformität der Produkte, der sich alle Produzenten unterwerfen müssen. Da der Vormarsch der Supermärkte auch im Süden voranschreitet, verlieren Kleinproduzenten ihre lokalen Märkte und nur wenige, die in die Standarderfüllung der meist internationalen Handelsketten investieren können, beliefern sie. Alle Anderen müssen auch noch zusehen, wie Billigreste die den Standard nicht erfüllen, sie auch noch von den Straßenmärkten der Armen vertreiben.

Kleinproduzenten können sich die Kosten, die mit der Zertifizierung verbunden sind, oft nicht leisten. Aber auch Landwirte mittelgroßer Betriebe gehen ein hohes Risiko ein. Denn je höher ihre Investition, desto größer die Gefahr durch Markteinbrüche bei nur geringfügigen Nichtstandarderfüllungen. Kurzfristige Erfolgs- und Gewinnbestrebungen aller Beteiligten lassen auch im Geschäft mit zertifizierten Produkten keine Zeit, um die Umwelt der Produzenten langsam und nachhaltig an neue Markterfordernisse anzupassen. Dieses Anliegen wird allein von den Standards des fairen Handels aufgegriffen, die langfristig mit Beratung die Partner unterstützen und die Produzenten an eine soziale, manchmal auch an eine ökologische, Nachhaltigkeit heranführen.

Die Produktionsstrukturen sind mit Ausnahme des fairen Handels meist nicht berücksichtigt. Es werden immer nur das Produkt und die Herstellungsweise zertifiziert; aber nicht ob es von mechanisierten Großbetrieben hergestellt wurde oder in kleinen Strukturen vor Ort. Dagegen wehrt sich beispielsweise die brasilianische Landlosen- Organisation MST. Diese meint, dass Nachhaltigkeit unbedingt die Verteilung der Ressourcen beinhalten müsse, denn sonst gefährde der Anbau in immer größer werdenden Strukturen die Lebensgrundlage der Menschen.

Zertifizierung – nur ein grüner Anstrich?

Seit dem Beginn von Zertifizierungen wird heftig darüber gestritten, was denn unter Nachhaltigkeit verstanden wird. Während die Einen jeden Schritt, den die Industrie sich bewegt, als einen Gewinn ansehen (Statt der Nische soll der Mainstream erobert werden), kritisieren die Anderen, dass dies nur ein grünes Deckmäntelchen sei. Für letztere steht außer Frage, dass man gentechnisch verändertes Soja nicht als »verantwortungsvoll« zertifizieren kann; dass auch Monokulturen, die sich über zehntausende von Hektar erstrecken und große Mengen Pflanzenschutzmittel einsetzen, alles andere als nachhaltig sind. Viele Fragen sind offen: Ist nicht auch eine öko-faire Shrimps-Mast ein Widerspruch in sich? Kann es angesichts der überfischten Meere eine Öko-Aquakultur geben? Schützen Biotreibstoffe zwar das Klima, erzeugen sie aber gleichzeitig Probleme im Bereich des Erhalts von Umwelt und Menschenrechtschutz? Nachhaltigkeitszertifizierungen sind immer nur partiell. Das Wissen um die komplexen Zusammenhänge von Sozial- und Ökosystemen ist begrenzt, und die Wirkungen, die massive Eingriffe haben, sind in Öko- oder Sozialstandards nicht wirklich erfassbar und vorherzusehen.

Was wäre ein Ausweg?

Grundsätzlich muss sich jedes Land, jede Region fragen, in welchem Ausmaß Infrastruktur, Land, Wasser, Energie und Arbeitskraft in die Exportproduktion gehen soll, oder eben in die eigene Nahrungsversorgung und verarbeitende Kleinindustrien eingebracht werden. Den Landwirten, die die Mehrzahl der Hungernden ausmachen, wäre mehr gedient, wenn (…).”

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(Quelle: Forum Umwelt & Entwicklung.)

Brasilien: “Gegen die Rio +20 – Show”

Montag, Juni 4th, 2012

“Reclaiming our future: Rio +20 and Beyond

La Vía Campesina Call to action

On 20-22 June 2012, governments from around the world will gather in Rio de Janeiro, Brazil, to commemorate 20 years of the “Earth Summit”, the United Nations Conference on Environment and Development (UNCED) that first established a global agenda for “sustainable development”. During the 1992 summit, the Convention on Biological Diversity (CDB), the United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCC) and the Convention to Combat Desertification, were all adopted. The Commission on Sustainable Development (CSD) was also established to ensure effective follow-up of the UNCED “Earth Summit.”

 

 

Twenty years later, governments should have reconvened to review their commitments and progress, but in reality the issue to debate will be the “green economy” led development, propagating the same capitalist model that caused climate chaos and other deep social and environmental crises.

La Vía Campesina will mobilize for this historical moment, representing the voice of the millions of peasants and indigenous globally who are defending the well-being of all by implementing food sovereignty and the protection of natural resources.

20 Years later: a planet in crisis

20 years after the Earth Summit, life has become more difficult for the majority of the planet’s inhabitants. The number of hungry people has increased to almost one billion, which means that one out of six human beings is going hungry, women and small farmers being the most affected. Meanwhile, the environment is depleting fast, biodiversity is being destroyed, water resources are getting scarce and contaminated and the climate is in crisis. This is jeopardizing our very future on Earth while poverty and inequalities are increasing.

The idea of “Sustainable Development” put forward in 1992, which merged “development” and “environment” concerns, did not solve the problem because it did not stop the capitalist system in its race towards profit at the expense of all human and natural resources:

- The food system is increasingly in the grips of large corporations seeking profit, not aimed at feeding the people.

- The Convention on Biodiversiy has created benefit sharing mechanisms but at the end of the day, they legitimize the capitalization of genetic resources by the private sector.

- The UN Convention on Climate Change, instead of forcing countries and corporations to reduce pollution, invented a new profitable and speculative commodity with the carbon trading mechanisms, allowing the polluter to continue polluting and profit from it.

The framework of “sustainable development” continues to see peasant agriculture as backwards and responsible for the deterioration of natural resources and the environment. The same paradigm of development is perpetuated, which is nothing less than the development of capitalism by means of a “green industrialization.”

The “Green Economy” – Final Enclosure?

Today the “greening of the economy” pushed forward in the run-up to Rio+20 is based on the same logic and mechanisms that are destroying the planet and keeping people hungry. For instance, it seeks to incorporate aspects of the failed “green revolution” in a broader manner in order to ensure the needs of the industrial sectors of production, such as promoting the uniformity of seeds, patented seeds by corporation, genetically modified seeds, etc.

The capitalist economy, based on the over-exploitation of natural resources and human beings, will never become “green.” It is based on limitless growth in a planet that has reached its limits and on the commoditization of the remaining natural resources that have until now remained un-priced or in control of the public sector.

In this period of financial crisis, global capitalism seeks new forms of accumulation. It is during these periods of crisis in which capitalism can most accumulate. Today, it is the territories and the commons which are the main target of capital. As such, the green economy is nothing more than a green mask for capitalism. It is also a new mechanism to appropriate our forests, rivers, land… of our territories!

Since last year’s preparatory meetings towards Rio+20, agriculture has been cited as one of the causes of climate change. Yet no distinction is made in the official negotiations between industrial and peasant agriculture, and no explicit difference between their effects on poverty, climate and other social issues we face.

The “green economy” is marketed as a way to implement sustainable development for those countries which continue to experience high and disproportionate levels of poverty, hunger and misery. In reality, what is proposed is another phase of what we identify as “green structural adjustment programs” which seek to align and re-order the national markets and regulations to submit to the fast incoming “green capitalism”.

Investment capital now seeks new markets through the “green economy”; securing the natural resources of the world as primary inputs and commodities for industrial production, as carbon sinks or even for speculation. This is being demonstrated by increasing land grabs globally, for crop production for both export and agrofuels. New proposals such as “climate smart” agriculture, which calls for the “sustainable intensification” of agriculture, also embody the goal of corporations and agri-business to over exploit the earth while labeling it “green”, and making peasants dependent on high-cost seeds and inputs. New generations of polluting permits are issued for the industrial sector, especially those found in developed countries, such as what is expected from programs such as Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation (REDD++) and other environmental services schemes.

The green economy seeks to ensure that the ecological and biological systems of our planet remain at the service of capitalism, by the intense use of various forms of biotechnologies, synthetic technologies and geo-engineering. GMO’s and biotechnology are key parts of the industrial agriculture promoted within the framework of “green economy”.

The promotion of the green economy includes calls for the full implementation of the WTO Doha Round, the elimination of all trade barriers to incoming “green solutions,” the financing and support of financial institutions such as the World Bank and projects such as US-AID programs, and the continued legitimization of the international institutions that serve to perpetuate and promote global capitalism.

Why peasant farmers mobilize

Small-scale farmers, family farmers, landless people, indigenous people, migrants – women and men – are now determined to mobilize to oppose any commodification of life and to propose another way to organize our relationship with nature on earth based on agrarian reform, food sovereignty and peasant based agroecology.

We reject the “Green Economy” as it is pushed now in the Rio+20 process. It is a new mask to hide an ever-present, growing greed of corporations and food imperialism in the world.

  • We oppose carbon trading and all market solutions to the environmental crisis including the proposed liberalization of environmental services under the WTO.
  • We reject REDD (Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation) which allows rich countries to avoid cutting their carbon emissions by financing often damaging projects in developing countries.
  • We expose and reject the corporate capture of the rio+20 process and all multilateral processes within the United Nations.
  • We oppose land grabs, water grabs, seeds grabs, forest grabs – all resources’ grabs!
  • We defend the natural resources in our countries as a matter of national and popular sovereignty, to face the offensive and private appropriation of capital;
  • We demand public policies from governments for the protection of the interests of the majority of the population, especially the poorest, and landless workers;
  • We demand a complete ban on geoengineering projects and experiments; under the guise of ‘green’ or ‘clean’ technology to the benefit of agribusiness. This includes new technologies being proposed for adaptation and mitigation to climate change under the banners of “geo-engineering” and “climate smart agriculture”, including false solutions like transgenic plants supposed to adapt to climate change, and “biochar” purported to replenish the soil with carbon.
  • We resolve to protect our native seeds and our right to exchange seeds.
  • We demand genuine agrarian reform that distributes and redistributes the land – the main factor in production – especially taking into account women and youth. Land must be a means of production to secure the livelihood of the people and must not be a commodity subject to speculation on international markets. We reject “market assisted land reform”, which is another word for land privatization.
  • We struggle for small scale sustainable food production for community and local consumption as opposed to agribusiness, monoculture plantations for export.
  • We continue to organize and practice agroecology based production, ensuring food sovereignty for all and implementing collective management of our resources

Call to action

We call for a major world mobilization to be held between 18-26 June in Rio de Janeiro, with a permanent camp, for the Peoples Summit, to counter the summit of governments and capital.

We will be in Rio at the People’s Summit where anti-capitalist struggles of the world will meet and together we will propose real solutions. The People’s Permanent Assembly, between the 18 and 22, will present the daily struggles against the promoters of capitalism y the attacks against our lands. Today, Rio de Janeiro is one of the cities which receive the most contributions from global capital and will host the Soccer World Cup and Olympics. We will unite our symbolic struggles from the urban to the landless movements and fishers.

We also declare the week of June 5th, as a major world week in defense of the environment and against transnational corporations and invite everyone across the world to mobilize:

  • Defend sustainable peasant agriculture
  • Occupy land for the production of agroecological and non-market dominated food
  • Reclaim and exchange native seeds
  • Protest against Exchange and Marketing Board offices and call for an end to speculative markets on commodities and land
  • Hold local assemblies of People Affected by Capitalism
  • Dream of a different world and create it!!
  • The future that we want is based on Agrarian Reform, Peasant’s based sustainable agriculture and Food Sovereignty!

GLOBALIZE THE STRUGGLE!!

GLOBALIZE HOPE!!!

 

(Quelle: La Via Campesina.)

Siehe auch:

Rio+20: INTERNATIONAL CAMPAIGN OF STRUGGLES: Peoples of the World against the Commodification of Nature

BRD: Die Öko-Lüge an der Zapfsäule

Freitag, März 2nd, 2012

“E10: Landraub für unseren Tank – Beimischungsquote fördert Menschenrechtsverletzungen in Afrika

Köln, 1. März 2012. Die Beimischungsquote für Agrartreibstoffe (Stichwort ‘E10′) führt zu Vertreibungen und Hunger in Afrika. Damit tragen EU und Bundesregierung zur Verletzung des Rechts auf Nahrung bei, fördern riesige Agrarplantagen und konterkarieren damit ihre eigenen Anstrengungen, Kleinbauern zu fördern und den dortigen Hunger zu bekämpfen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Menschenrechtsorganisation FIAN, die diese Woche der Europäischen Kommission vorgestellt wurde.

Der UN Sonderberichterstatter zum Recht auf Nahrung, Olivier De Schutter, hob bei der Vorstellung der Studie in Brüssel hervor, dass die EU bei ihrer Biosprit-Gesetzgebung in 2009 (Renewable Energy Directive) von falschen Annahmen bezüglich der globalen Auswirkungen ausgegangen ist. „Die negativen Auswirkungen wie Landraub und Anstieg der Nahrungsmittelpreise sind nicht mehr wegzudiskutieren“, so Roman Herre, Agrarreferent von FIAN. „Die EU muss die Reißleine ziehen und die Zwangsbeimischung streichen.“ VertreterInnen afrikanischer Bauernorganisationen forderten die EU auf, alle Anreize für eine globale Agrartreibstoffproduktion abzuschaffen. Der Zusammenhang zwischen Landnahmen, dem so genannten Land Grabbing, und Agrartreibstoffen ist gewaltig. 66 Prozent aller großflächigen Landnahmen in Afrika werden getätigt, um Agrartreibstoffe zu produzieren. „Die EU fördert mit ihrem künstlich geschaffenen Markt diesen Landraub erheblich,“ so Roman Herre. „Anstatt die Automobilindustrie zu Autos mit etwas weniger Verbrauch zu verpflichten und so den Treibhauseffekt effektiv zu bekämpfen werden Ackerflächen in Afrika für unseren Energiehunger okkupiert.“

„Wir importieren nicht nur fertigen Biosprit, sondern auch jede Menge Soja oder Zuckerrohr um das dann hier in Europa in Agrartreibstoffe umzuwandeln – das wird gerne verschwiegen.“ erklärt Roman Herre. So wurden schon 2008 knapp 40 Prozent der Agrartreibstoffe in die EU importiert. 2010 hat die EU unter anderem Agrartreibstoffe aus Hungerländern wie dem Sudan und Kambodscha bezogen.
Europäische Investoren spielen bei der Landnahme in Afrika eine prominente Rolle. FIAN fordert die Bundesregierung daher auf, deutsche Investoren – Firmen und Finanzinvestoren – effektiv zu kontrollieren und zur Rechenschaft ziehen, falls diese in Menschenrechtsverletzungen verwickelt sind.

Kontakt: Roman Herre, Agrarreferent, FIAN Deutschland, 0176-76145926, r.herre@fian.de

Die Studie, die im Auftrag der Plattform EuropAfrica erstellt wurde, sowie die Zusammenfassung der Ergebnisse und Empfehlungen stehen auf Englisch zum Download bereit:

http://www.europafrica.info/en/publications/biofueling-injustice

 

(Quelle: FIAN.)

BRD: Greenwashing bei Lufthansa

Donnerstag, Juli 14th, 2011

“Lufthansa tankt Regenwald

Fliegen kostet besonders viel Sprit und schadet der Umwelt. Die Lufthansa allein verbraucht pro Tag 30 Millionen Liter Kerosin auf Erdölbasis und bläst dabei massenhaft klimaschädliche Abgase in die Erdatmosphäre. Mit „Biosprit‟ will die Fluglinie ihren schädlichen Emissionen nun einen grünen Anstrich verpassen. Burnfair – gerecht verbrennen – nennt sie ihr Pilotprojekt, das vom Bundeswirtschaftsministerium mit 2,5 Millionen Euro Steuergeldern gefördert wird.

Wie viele Studien brauchen Politiker und Konzerne noch um zu begreifen: Wenn man Treibstoffe aus Pflanzen gewinnt, heizt man das Klima an, weil für die Plantagen Tropenwälder und Savannen gerodet werden. Man vertreibt Millionen von Menschen, rottet Tier- und Pflanzenarten aus und vergiftet Böden und Gewässer mit Pestiziden. Man verschärft den Hunger in der Welt, weil auf den Ackerflächen Energiestatt Nahrungspflanzen wachsen.

Es sind alles bekannte Fakten, doch sie werden von den Entscheidungsträgern ignoriert selbst wenn sie aus den eigenen Reihen kommen. So belegen gleich vier neue von der EU beauftragte Expertenstudien, dass Biotreibstoffe klar die EU-Klimaziele verfehlen. Die Studien waren durchgesickert und wurden am vergangenen Freitag durch die Nachrichtenagentur Reuters zitiert. Darin steht unter anderem: „Biodiesel aus asiatischem Palmöl, aus südamerikanischem Soja und europäischem Raps haben alle insgesamt größere schädliche Auswirkungen auf das Klima als herkömmlicher Diesel.

Auch die Lufthansa schlägt alle wissenschaftlichen Erkenntnisse in den Wind. Ab dem 15. Juli soll ein Airbus 321 der Lufthansa viermal täglich zwischen Hamburg und Frankfurt mit sogenanntem Biosprit fliegen. Sechs Monate wird dabei hoch in der Luft ein Gemisch aus Kerosin, Pflanzenölen und Tierfetten im regulären Linienbetrieb getestet. „Wir wollten ursprünglich Jatrophaöl einsetzen‟, sagt Joachim Buse, Lufthansa-Vizepräsident für den Bereich Biokraftstoff. „Doch die für den Testbetrieb benötigten 800 Tonnen haben wir nicht zusammenbekommen. Deshalb starten wir zunächst mit einem Gemisch aus Palmöl, Jatrophaöl und tierischen Fetten.‟ Das war am 11. März, als die Lufthansa noch auf die Zulassung des Kerosin-Gemisches für den Linienbetrieb warten musste. Inzwischen liegt die Genehmigung vor – aber welche Pflanzenöle jetzt tatsächlich beteiligt sind und woher sie stammen – dieses Geheimnis will die Kranich-Linie erst zum Start lüften.

Klimafreundlicher Sprit ist eine Illusion. Die Alternative heißt: weniger fliegen! Rettet den Regenwald fordert das Unternehmen und das Bundeswirtschaftsministerium dazu auf, das Agrosprit-Projekt sofort einzustellen.

Nach den Lufthansa-Plänen sollen im Jahr 2025 alle Flugzeuge bereits mit 50 Prozent Agrosprit verkehren. Dazu hat die Fluglinie schon mal die benötigten Anbauflächen durchgerechnet: Für Mais betrüge die Anbaufläche 474.000 Quadratkilometer (entspricht den Landesflächen von Deutschland, Österreich und der Schweiz), bei Raps 68.000 km² (entspricht der Fläche Bayerns), für Jatropha 43.000 km² (fast so groß wie Niedersachsen) und bei Palmöl 14.000 km² (fast die Größe Thüringens). Die Zahlen machen deutlich: Die Pläne sind völlig unrealistisch.

Projektpartner und Lieferant des Agrosprits ist der finnische Konzern Neste Oil, der Gewinner des diesjährigen „Public-Eye-Award‟. Mit diesem alljährlich von Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen verliehenen Antipreis für die weltweit größten Zerstörer war Neste Oil parallel zum Weltwirtschaftsforum in Davos am 28. Januar ausgezeichnet worden. Denn der Konzern will den europäischen Markt mit seinem neuen Kraftstoff überschwemmen und setzt vor allem auf Palmöl, das Hauptverursacher der Regenwaldrodung und Landvertreibungen in Südostasien ist. Im November 2010 hat Neste in Singapur die mit 800.000 Tonnen Jahresproduktion größte Palmöldieselraffinerie der Welt eröffnet. Zwei ähnliche Anlagen befinden sich in Rotterdam und bei Helsinki im Bau.”

 

(Quelle: Rettet den Regenwald.)

Hinweis

● Der Online-Petiton gegen das „burnfair‟-Projekt können Sie sich hier anschließen.

Südsudan: Schon da!

Freitag, Juli 8th, 2011

“Understanding Land Investment Deals in Africa

Nile Trading and Development, Inc. in South Sudan

Overview The largest land deal in South Sudan to date was negotiated between a Dallas, Texas-based firm, Nile Trading and Development Inc. (NTD) and Mukaya Payam Cooperative in March 2008.1 The 49-year land lease of 600,000 hectares (with a possibility of 400,000 additional hectares) for 75,000 Sudanese Pounds (equivalent to approximately USD 25,000),2 allows NTD full rights to exploit all natural resources in the leased land. These include:

    • Right to develop, produce and exploit timber/forestry resources on the leased land, including, without limitation, the harvesting of current tree growth, the planting and harvesting of hardwood trees, and the development of woodbased industries;

    • Right to trade and profit from any resulting carbon credits from timber on the leased land;

    • Right to engage in agricultural activities, including the cultivation of biofuel crops (jatropha plant and palm oil trees);

    • Right to explore, develop, mine, produce and/or exploit petroleum, natural gas, and other hydrocarbon resources for both local and export markets, as well as other minerals, and may also engage in power generation activities on the leased land;

    • Right to sublease any portion or all of the leased land or to sublicense any right to undertake activities on the leased land to third parties.3

    In addition, the Cooperative agrees to not oppose the undertaking of any such activities by NTD on the leased land and to cooperate with the company in any efforts to obtain more concessions from the government of South Sudan.4

Involvement of Multiple Firms, Individuals and a Texas Connection

While the lease is signed between NTD and Mukaya Payam Cooperative, several Texas-based interests are associated with this deal.
For instance, NTD is an affiliate of Kinyeti Development, LLC, an Austin, Texas-based “global business development partnership and holding company with decades of experience in international business, finance, and diplomacy.”5 Kinyeti’s managing director, Howard Eugene Douglas, was the United States Ambassador at Large and Coordinator for Refugee Affairs (1981-1985) during the Administration of President Ronald Reagan. Christopher Weikert Douglas, who in 2008 worked at the United States Consulate in Dusseldorf, Germany, serves as Secretary of the company. The two are also directors of the Texas incorporated company, Orbis Associates LLC, and the Singapore registered firm, Orbis Orient Ltd.

They also own a share in the equity of Kinyeti Forestis, in partnership with another Texan, James R. Franklin.6 This team is linked to the American Exotic Timber Group, another company based in Texas, working precious wood, such as teak and rosewood in South Sudan.

Co-founder of Kinyeti Development, Leonard Henry Thatcher, a UK-national who worked for many years as an investment banker and securities broker associated with the London Stock Exchange, played a major role in facilitating the deal. According to the Kinyeti website: “Mr. Thatcher was principally responsible for negotiating the major land lease contract in Southern Sudan that forms the basis of several Kinyeti projects, conducted in conjunction with its strategic partner, Nile Trading & Development, Inc.”7 Leonard Thatcher is the signatory on the NTD lease, listed as the “Chairman of the Board” of Nile Trading and Development.

Development Plans Extensive, but not yet Operational

The lease allows for NTD to engage in virtually any economic activity and explicitly states, “The Cooperative acknowledges and agrees that the Company may undertake any other activity permitted by the laws of Southern Sudan on the Leased Land.” However, NTD’s exact development plans and timeline remain uncertain.8
A May 2008 letter from NTD president David Neimann to General Wani Konga, the governor of the Central Equatoria State, seems to suggest that development plans are focused on the agrofuel sector but are without limitation of expansion into other sectors:

    Pursuant to the Lease, the Cooperative leased to the Company 600,000 hectares (with the possibility of additional hectarage in the future) in order to (A) develop, produce and exploit timber/forestry resources on the leased land, including, without limitation, the harvesting of current tree growth, the planting and harvesting of megafolia-paulownia, palm oil trees and other hardwood trees and the development of wood-based industries; and (B) engage in agricultural activities, including, without limitation, the cultivation of palm oil trees and biodiesel plants such as jatropha. We also intend to trade any carbon credits that result from the timber on the leased land and our activities on the leased land – so that we may reinvest a significant portion of the resulting profits in the Cooperative, Central Equatoria State and elsewhere in Southern Sudan and thereby help enhance the quality of life of its people.9

Indeed, Mr. Neimann entered into a “contractual alliance” with Tony Paris of Paris Broadcasting Cable 7 (PBC7)10 in June 2008 for algal agrofuel production in South Sudan.11 Additionally, the Kinyeti Development and American Exotic Timber Group project to harvest precious woods in South Sudan has been underway since late 2009, and this wood is for sale on various internet sites.12

Questionable Public Disclosure

The most mysterious element to the NTD land deal is the identity of the “lessor,” the Mukaya Payam Cooperative. The lease is signed by a Mukaya Paramount Chief on behalf of the Cooperative, and witnessed by two others – a judge and lawyer.13 According to Sudan’s Agency for Independent Media (AIM),14 the Mukaya Payam Cooperative is a “fictitious cooperative” comprised of “a group of influential natives from Mukaya Payam and the neighboring payams (districts)…The influential natives leased out the land behind the backs of the entire community…”15 The AIM report alleges that “the communities are largely ignorant of this cooperative and do not even understand it. In reality, the cooperative does not exist on the ground.”16 The report continues,

    “Individuals behind the Cooperative have sought to divide the community in sections. Some communities are in favor of the lease, while others are opposed to it. What is common among all of them, however, is that they are not all well informed about the advantages and disadvantages of the deal.”17

The process for land rents distribution among communities is also uncertain. The lease explicitly states that “any profits generated by NTD in respect of [sic] the leased land shall initially, and through 2012, be divided 60 percent to ‘the Company’ and 40 percent to Mukaya Payam Cooperative, ‘the Cooperative'”… with increasingly equitable distributions until 2033 when the profits generated by the Company shall be distributed 50 percent to the Company and 50 percent to the Cooperative.18 The lease agreement was only signed by a Paramount Chief at the payam level, without the involvement of leaders from any of the other four payams in the county. Thus, how or whether the Cooperative will distribute the rents among the payams and community members is unknown.

Uncertain Future

It is not known when the matter will be resolved. A baseline report on land deals in South Sudan, published by the Norwegian People’s Aid (NPA) in March 2011, found that nine percent of the country has been sought or acquired by private interests. The report suggests that the government consider a temporary ban on large-scale land acquisition projects until institutions are better established. In response to the report, Robert Ladu Loki, head of the South Sudan Land Commission, said the investors’ contracts will be investigated.19

Regardless of the kind of development that occurs, there is no doubt that the effects on local communities will be considerable, and that US investors are intimately involved. As the NPA report points out, NTD’s lease of an area three times the size of Lainya County (whose population is 89,315) suggests that speculation is involved; and even if the company were to invest in a manner that does not require resettlement of local communities, such extensive development would still significantly affect patterns of land access and use for tens, or even hundreds of thousands of people.20

The views and conclusions expressed in this publication are opinions of the Oakland Institute alone.

Endnotes

1 Mukaya Payam, located in Lainya County, in the Central Equatoria State (CES) of South Sudan, is 63 miles from Juba and 37 miles to Yei River County.

2 Lease Agreement. Red: MPI/DLAc&PP/CES/38.A. Directorate of Lands Administration and Physical Planning, Ministry of Physical Infrastructure, Central Equatoria State, The Government of Southern Sudan. 9, March 9 2008.

3 Lease Agreement, The Government of Southern Sudan, 9 March 2008.

4 Lease Agreement, The Government of Southern Sudan, 9 March 2008.

5 Kinyeti Development website, “About Kinyeti,” http://kinyeti.com/index. php?option=com_content&view=article&ida&Itemidy (accessed 25 April
2011).

6 The Indian Ocean Newsletter, “Texans eyeing Central Equatoria,” No. 1306. Africa Intelligence, 2 April 2011.

7 Kinyeti Development website, “About Management,” http://kinyeti.com/index. php?option=com_content&view=article&ide&Itemid‡, (accessed 25 April 2011).

8 David Deng, “The New Frontier: A baseline survey of large-scale land-based investment in Southern Sudan,” Norwegian People’s Aid, March 2011, p 46.

9 Communication from David P. Neimann, President, Nile Trading & Development to Major General Clement Wani Kongo, Governor, Central Equatoria State, 2 May 2008.

10 Paris Broadcasting Cable 7 is a broadcasting studio based in Pine Bluff, Arkansas, and was founded by CEO/Executive Producer Tony Paris, a native of Dallas, Texas. Paris is also co-owner of Paris Hairston and Associates, also based in Pine Bluff, AK, a company engaged in algal oil research and production.

11 Paris Broadcasting Cable 7, “Algae Project,” 15 June 2008, http://www.pbc7.com/ algae_project (accessed 25 April 2011).

12 See “African Log Timber available from S. Sudan,” http://www.globalwood.org/ trade/godetail.asp?idi647 (accessed 3 May 2011). The posting states, “We are focused on providing our customers in United States, China, Mid Eastern Region and around the world the best timber available from Northeastern African Tropic Jungle. The area is rich in old-growth timber that never been commercially harvested…. Whether you are looking for high quality deciduous trees or tropical hardwood timber, in semi-processed or finished form, we are your first choice to access the best that the Africa can offer. Email us for more details.” Also see their listing for selling African teak from Sudan on http://www. alibaba.com/product/us107980388-107535976-101460078/Larger_Quantities_ African_Teak_Log.html (accessed 3 May 2011). The individuals involved in the above, James R. Franklin and Ms. Nellie Franklin are also listed as contacts for the Balkan Timber Group, see: http://www.bizearch.com/company/Balkan_ Timber_Group_D_O_O_116196.htm (accessed 3 May 2011).

13 One of the witnesses is Lawrence Korbandy, SPLM’s legal expert and Chairperson of Southern Sudan Human Rights Commission.

14 Agency for Independent Media (AIM) is a media and human rights networking agency operating in South Sudan. AIM’s mandate is anchored on the importance of professional facilitation of information gathering and dissemination within and outside South Sudan.

15 James Okanya Lomerry, and Lonya Bany Banak, “Southern Sudan Land Grabs: A Case on Mukaya Payam Land Issue,” unpublished work for Agency for Independent Media, commissioned by Oxfam International, Juba: October 2010.

16 Ibid. p 24.

17 Ibid. p 27.

18 Lease Agreement, The Government of Southern Sudan, 9 March 2008.

19 Sudan Catholic Radio Network, “Land Commission to Investigate Reported Foreign Deals,” 28 March 2011, http://sudancatholicradio.net/index.
php?option=com_content&view=article&id=3575:land-commission-toinvestigate-
reported-foreign-deals&catid=2:south-sudan&Itemid=84 (accessed 25 April 2011).

20 David Deng, “The New Frontier: A baseline survey of large-scale land-based investment in Southern Sudan,” Norwegian People’s Aid, March 2011, p 46. “

 

(Quelle: The Oakland Institute.)

BRD: Bezahlbare Energie – für wen?

Sonntag, Juni 12th, 2011

“Dass auch Bioenergie Kosten und Probleme verursacht, darf bei der Energiewende nicht vergessen werden

Von László Maráz, Forum Umwelt & Entwicklung

Unser flotter Lebenswandel verschlingt Ressourcen. Auch, wenn die Energie aus nachwachsenden Rohstoffen stammt, denn billige Energiepreise schließen die Zerstörungskosten nicht ein. Um ökologische und soziale Nebenwirkungen kümmert sich der durchschnittliche Autofahrer weniger als um sein Gefährt. Verbindliche Zertifikate sind hilfreich, aber nicht allein selig machend.

Bioenergien stehen seit der Atomkatastrophe von Fukushima wieder höher im Kurs. Dass ihr Potenzial begrenzt ist, war schon vorher bekannt, doch diese Erkenntnis wird gern vergessen. Die Probleme, die mit der Intensivierung der Biomasseproduktion verbunden sind, lassen sich nicht mehr bestreiten. Doch an den Reden und Taten der Politik lässt sich erkennen, welche Interessen Vorrang genießen. Da wird der Atomausstieg davon abhängig gemacht, ob die Energie „bezahlbar‟ bleibt, und auch die Förderung von Biokraftstoffen wird meist mit dem Argument begründet, dass Autofahren oder Treibstoffe „bezahlbar‟ bleiben müssten.

Heute nutzen, morgen bezahlen

Bezahlbar – aber für wen? Damit können nur die gemeint sein, die Energie heute im großen Stil verbrauchen, und Politiker, die sich von ihrer Fürsorge für Billigenergie ihre Wiederwahl oder wenigstens hohe Umfragewerte versprechen. Und natürlich die Konzerne, die es sich im gegenwärtigen Energiesystem gut eingerichtet haben.

Nicht gemeint sind aber diejenigen, die in Zukunft mit den Folgen unseres hohen Energie- und Rohstoffverbrauches leben müssen. Mit sogenannten Endlagern, mit dem Mangel an fruchtbarem Ackerland, Naturgebieten und Wasserreserven, mit den Folgen des Klimawandels und der Verarmung der biologischen Vielfalt. Nicht gemeint sind die Menschen, die schon heute ihr Land an Bodenspekulanten verlieren oder ihre Arbeitskraft und ihre Gesundheit opfern, um etwa billiges Palmöl oder Zuckerrohr-Ethanol zu erzeugen, damit wir uns unseren flotten Lebenswandel leisten können. Von Verzicht auf Unnötiges und den Zerstörungen für die Erhaltung billiger Energie- und Rohstoffpreise wird kaum gesprochen. Zu viele tun so, als ob Energiesparen mit einem grauenhaften Rückschritt in Richtung Steinzeit verbunden ist. Die Frage, was wirklich wichtig ist für eine zukunftsfähige Gesellschaft, bleibt dabei unbeantwortet.

Auch die Erzeugung nachwachsender Rohstoffe führt zur Beanspruchung von Ressourcen. Die Flächen könnten auch anders genutzt werden, etwa für den Anbau von Nahrungsmitteln oder von Biomasse für die stoffliche Nutzung, für den Naturschutz oder Siedlungen. Nur eine umfassende Landnutzungsplanung könnte festlegen, welche Flächen für welche Zwecke verwendet werden, und sicherstellen, dass für alle Bedürfnisse ausreichend vorgesorgt ist. Hierfür gibt es zwar bereits Strategien und Kriterienkataloge, es fehlt aber ein umfassendes Konzept für ihre Umsetzung.

Unterschiedliche Prioritäten

Die Debatte um E10, den Ottokraftstoff mit einer Beimischung von zehn Prozent Ethanol, zeigt aber auch, wo für viele Beteiligte die Prioritäten liegen. Auf der einen Seite warnen Umwelt- und Entwicklungsorganisationen vor der massiven Verwendung von Ethanol, weil damit große Mengen von Stärke- und Zuckerrohstoffen nicht für Nahrungsmittel, sondern für die Mobilität aufgebraucht werden. Auch der Beitrag des Ethanol-Einsatzes zum Klimaschutz bleibt umstritten: Zwar soll etwa der Anbau von Zuckerrohr dank der hohen Ernteerträge deutlich weniger Treibhausgase erzeugen, als dies beim fossilen Sprit der Fall ist. Laut Nachhaltigkeitsverordnung sind mindestens 35 Prozent Einsparung nachzuweisen. Solange aber der genaue Einfluss von indirekten Landnutzungsänderungen noch ungeklärt ist und die Bewertungen dazu von „verschlechtert die Treibhausgasbilanz kaum‟ bis zu „macht Biosprit klimaschädlicher als Benzin‟ reichen, ist der Klimaschutzbeitrag der Biokraftstoffförderung infrage zu stellen.

Auf der anderen Seite kümmern sich nur wenige Autofahrer um ökologische und soziale Nebenwirkungen. Neben der sicheren Versorgung und bezahlbaren Preisen ist es vor allem die Sorge um das eigene Auto und nicht für das Klima, die viele dazu bewegt, erst einmal den teureren fossilen Sprit zu tanken. Für eine häufig als Autofahrernation bezeichnete Republik ist es kein Ruhmesblatt, dass nicht einmal aus technisch-wissenschaftlicher Sicht Klarheit darüber herrscht, ob der E10-Kraftstoff für Motoren nun schädlich ist oder nicht. Dabei ist das Problem nicht neu: Schon Ex-Umweltminister Sigmar Gabriel sah sich im April 2008 dazu gezwungen, die für 2009 geplante Einführung von E10 aus technischen Gründen zu stoppen.

Zertifizierung nachhaltiger Biomasse

Die EU-Kommission hat in ihrer Erneuerbare-Energien-Richtlinie versucht, mit Nachhaltigkeitskriterien für die Förderung des Einsatzes flüssiger Biomasse für Treibstoffe und Stromerzeugung wenigstens die gröbsten Schäden zu vermeiden, die bei einer Steigerung der Bioenergieproduktion zu erwarten sind. Und in Deutschland ist es seit Beginn des Jahres gesetzlich vorgeschrieben, die Bedingungen der Nachhaltigkeitsverordnungen für Biomassestrom und Biokraftstoffe einzuhalten. Dafür gibt es Zulassungs- und Zertifizierungssysteme, kontrolliert durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Während die ökologischen Kriterien hierfür einigermaßen brauchbar sind, fehlt es vor allem an verbindlichen Sozialstandards. Deshalb ist zu befürchten, dass unser Durst nach flüssigen Bioenergieträgern die Nahrungsmittelknappheit, die Verdrängung von Kleinbauern und die Missstände bei der Beschäftigung der Arbeiter auf den Zuckerrohrplantagen verschärft.

Man kann über die Wirksamkeit und Glaubwürdigkeit von Zertifizierungssystemen trefflich streiten. Immerhin ist das deutsche System für flüssige Bioenergieträger verbindlich und unterscheidet sich schon dadurch von der Vielzahl freiwilliger Zertifizierungsinitiativen, bei denen vor allem die Kunden darüber entscheiden, ob sie das Produkt kaufen oder nicht. Werden die Kriterien für ein freiwilliges Label nicht eingehalten, ist „nur‟ der Werbevorteil weg. Strafzahlungen oder andere empfindliche Sanktionen sind nicht vorgesehen. Der Druck, die Regeln einzuhalten, ist also nicht groß.

Bei den Nachhaltigkeitsverordnungen für flüssige Bioenergieträger ist das anders. Es gibt gesetzlich vorgeschriebene Beimischungsquoten von derzeit 6,25 Prozent der Treibstoffmenge bei Otto- und Dieselkraftstoff, die an die Verwendung von zertifizierter Biomasse gebunden sind. Auch Biomassestrom wird nur dann durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert, wenn ein Nachhaltigkeitszertifikat vorliegt. Die Mineralölwirtschaft muss also zertifizierte Ware kaufen, ebenso Kraftwerke, die eine EEG-Förderung wollen. Gute Voraussetzungen also für ein funktionierendes Regelwerk, könnte man meinen.

Die EU macht ihre Hausaufgaben nicht

Doch die im Aufbau und quasi in der Erprobungsphase befindliche Biomassezertifizierung könnte aus ganz anderen Gründen scheitern. So sind derzeit Deutschland und Österreich die einzigen der 27 EU-Mitgliedstaaten, in denen eine Zertifizierung bereits vorgeschrieben ist. Die anderen Länder arbeiten noch an entsprechenden Regelungen. Wie lange die Wirtschaft eine solche Ungleichbehandlung tolerieren wird, ist fraglich.

Das nächste Problem sind die ungeklärten technischen Fragen. So ist bis heute nicht geregelt, ob und inwieweit die Effekte der indirekten Landnutzungsänderungen in die Treibhausgasbilanzen eingerechnet werden müssen. Das kann die Klimaschutzwirkung des Biokraftstoffeinsatzes in vielen Fällen zunichtemachen. Ebenso wenig ist geklärt, was unter den Begriffen „Grünland‟ und „kohlenstoffreiche Ökosysteme‟ zu verstehen ist. Damit wird den Zertifizierern die Arbeit unnötig erschwert. Und nicht zuletzt hat die EU-Kommission viel zu wenige Mitarbeiter für die Regulierung der Bioenergienutzung abgestellt. So fehlt etwa eine Clearingstelle, eine Art Zentralregister, das sicherstellt, dass zum Beispiel nach Frankreich importierte und als nachhaltig zertifizierte Biomasse beim Export nach Deutschland nicht doppelt gezählt wird.

Atomausstieg ist kein Freibrief

Nachhaltigkeitskriterien müssen überall gelten, auch beim Einsatz von Biomasse für energetische Zwecke. Die Notwendigkeit, schnellstmöglich aus Atomkraft und fossiler Energiewirtschaft auszusteigen, darf nicht zum Freibrief für die erneuerbaren Energien werden, sonst kommen wir vom Regen in die Traufe. Wenn die Politik, allen voran die Europäische Kommission, und die Marktteilnehmer nicht dafür sorgen, dass die Regeln verbessert und vor allem flächendeckend eingehalten werden, wird es mit der Akzeptanz der Bioenergie ein schnelles Ende haben.

Der Forstwirt László Maráz koordiniert seit 2008 von Berlin aus die Plattform Nachhaltige Biomasse beim Forum Umwelt und Entwicklung.

Kontakt:
Tel. +49 (0)30 / 678177589
E-Mail: maraz@forumue.de
www.forumue.de/161.html

 

(Quelle: DNR.)