Posts Tagged ‘AREVA’

Afrika: Vor dem AKW-Run?

Donnerstag, Juni 6th, 2013

“Atomic Africa

Dokumentarfilm von Marcel Kolvenbach

Seit Jahren schon sind es afrikanische Staaten, die weltweit die Riege der Länder mit dem stärksten Wirtschaftswachstum anführen. Doch der neue Boom braucht Energie, Stromausfälle sind an der Tagesordnung. Immer mehr afrikanische Regierungen wollen deshalb auf Atomkraft setzen. Nach einer Prognose der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEA sollen bis 2050 in Afrika 40 neue Atomkraftwerke gebaut werden, ganz nach dem Motto: “We want power, no arms” (“Strom statt Waffen”).

Zwei Jahre lang reiste der Filmemacher Marcel Kolvenbach durch Afrika und recherchierte im Zeichen dieser neuen afrikanischen Atompolitik – vom Osten des Kontinents nach Südafrika, weiter in den Kongo und von dort in die Sahara.

Stets nah bei den betroffenen Menschen zeigt der Filmemacher, wie sich der Konflikt um die Uranvorkommen des Kontinents verschärft. Vom Krieg in Mali bis hin zum Raubbau an der Natur in Tansania prägen die Interessen mächtiger Konzerne wie dem französischen Stromriesen Areva immer mehr das Schicksal ganzer Regionen.

Zugleich zeigt der Film eindrucksvoll, welche Folgen der Einstieg in die Atomkraft für die Umwelt und Sicherheit eines Kontinents haben dürfte, auf dem die wenigen Atomkraftgegner um ihr Leben fürchten müssen. “Atomic Africa” wird so zum politischen Road-Movie durch das nukleare Afrika (…).”

Sender:     WDR Fernsehen

Sendedatum: 06.06.2013

Sendezeit:   23:15 – 00:40 Uhr

 

(Quelle: programm.ARD.de)

Angola: Atommacht im Wartestand

Donnerstag, Mai 5th, 2011

“Hunger nach Atom und Macht

Von Emanuel Matondo

Angola ist reich an Naturressourcen und gesegnet mit fruchtbaren Böden, aber die Bevölkerung ist weiter arm und das Land mit Millionen von Landminen verseucht. Doch seine Herrscher befinden sich derzeit im Rausch. Aus den steigenden Erdölpreisen in den Jahren 2004 bis 2007 hat das Land enorme Einnahmen erzielt, so hoch wie nie zuvor, und eine unbekannte Menge an Geldreserven angesammelt. Keiner weiß genau, wo das Geld deponiert ist, keiner außer einer kleinen Gruppe aus der Elite um den Präsidenten José Eduardo dos Santos, den Alleinherrscher Angolas. Diese winzige Minderheit von nicht einmal 3.000 Familien teilt sich die Erdöleinnahmen, und ihre Angehörigen sind über Nacht zu Multimillionären aufgestiegen. Gleichzeitig agieren sie als Großinvestoren bei der Privatisierung von staatlichen Unternehmen, die seit nun mittlerweile fünf Jahren vorangetrieben wird.

Aufstieg zur Atommacht?

Die Machthaber in Luanda hegen große Ambitionen, die über die Rolle Angolas als Regionalmacht hinausgehen. Präsident dos Santos will auch in der Atomfrage Südafrika dessen Rolle streitig machen. Angola will unbedingt die nukleare Technologie importieren und Atomanlagen im Lande aufbauen lassen. Nach bisherigen Beobachtungen laufen die Vorbereitungen dafür in Angola und im Ausland langsam an. Angola scheint auf dem ungehinderten Weg zur zweiten regionalen Nuklearmacht im Südlichen Afrika. Für die Entwicklung, Umsetzung und Zielerreichung kann sich Luanda überwiegend auf China, die USA, Frankreich, Nordkorea und Vietnam verlassen. Aber auch auf die Internationale Atomenergiebehörde in Wien.

Dabei stellt sich auch die Frage, welche Rolle dabei Deutschland spielt. Welche Interessen haben deutsche Konzerne bezüglich des großen Energieprojektes Angolas? In den wichtigen Diskussionsforen zur Energiefrage in Angola taucht auch der Name Areva Technik auf. Areva Technik ist eine Tochtergesellschaft des französischen Unternehmens und weltweit führenden Verbreiters von Atomtechnologie, die zu 34 Prozent der Siemens AG gehört. Nach vorliegenden Informationen ist die “Areva Energietechnik GmbH Sachsenwerk Medium Voltage” (Areva T&D) am angolanischen Flüssiggas-Projekt (Liquified Natural Gas, LNG) beteiligt und wird die Schaltanlagen von 36kV dafür beliefern.

Mit der “Gemeinsamen Absichtserklärung über eine strategische Partnerschaft zur Erweiterung und Vertiefung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen der Republik Angola und der Bundesrepublik Deutschland” vom 27. Februar 2009 haben sich beide Länder in Absatz 1.4. auf einen “konstruktiven Dialog . zu Energiefragen” geeinigt. Als Punkt g) wird der Bereich “Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung (Clean Development Mechanism – CDM) des Protokolls von Kyoto” genannt. Danach “teilen beide Seiten die Auffassung, dass sich auch weitere Bereiche als geeignet erweisen könnten, in die angestrebte Zusammenarbeit im Energiebereich einbezogen zu werden.”

Der Begriff “CDM” wird seit der UN-Klimakonferenz von Kyoto von Atomlobbyisten weltweit in allen Foren immer wieder gerne vorgetragen, um den Regierenden der unterentwickelten Länder eine Pro-Nuklearpolitik schmackhaft zu machen und diese teure und gefährliche Technologie dort verkaufen zu können. Die Vermutung liegt also nahe, dass Deutschland mit dieser Absichtserklärung bereit wäre, den Transfer von Nukleartechnologie oder auch die Lieferung von “Dual-Use”-Materialien nach Angola zu dulden oder durch seine Kontrollbehörden zuzulassen. Mit dem Einstieg von Areva Technik ins Liefergeschäft von Energieanlagen nach Angola wäre es keine Überraschung, wenn die Welt eines Tages über die Verbreitung von Nuklearmaterialen “Made in Germany” in Angola erfahren würde. Die Tatsache, dass die “Motoren” für den Bau der ersten gepanzerten Fahrzeugen für Truppenbewegungen der neu entstandenen Militärindustrie der angolanischen Armee aus Deutschland kamen, lässt schon ahnen, was die strategische Partnerschaft mit der angolanischen Öl-Oligarchie bedeuten könnte: Aufrüstung und Förderung einer Despotie.

Hilfe von Atomexperten aus den USA

Die anderen Areva-Verbindungen zu Angola laufen über die USA. Dort ist der Nuklearkonzern auch Silber-Sponsor von Veranstaltungen der einflussreichen US-Atomlobby-Organisation American Nuclear Society (ANS), die jährlich Messen oder Expo, Ausbildungsseminare und sonstige Treffen für die Zusammenkunft von Experten, Konzernen und Neuankömmlingen organisiert. Hier wird sowohl das Know-How verbreitet als auch die Strategie für Atom-Propaganda erarbeitet.

“Angola braucht unbedingt die Nukleartechnologie, um des Energieproblems im Lande Herr zu werden und den Industrialisierungsprozess voranzutreiben. Das Land wird seine Atomtechnologie nur für friedliche Zwecke gebrauchen”(4), betonen die Regierenden auf allen Veranstaltungen, um die Welt zu beruhigen.

Atom nur für zivile Zwecke? Jeder weiß, dass mit der Aneignung dieser Technologie jeder Besitzer sozusagen zur “virtuellen Nuklearmacht” wird, sagen die Experten. Es ist immer schwierig, diese sensible, aber teure Technologie von militärisch-strategischen Zielen eines Landes zu trennen. Deshalb bleibt sie auch unter Kontrolle des Militärs.

Atomenergie zur Sicherung des Strombedarfs

Im Jahr 1999 trat Angola der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA bei, mit dem Ziel, seinen Beitrag zur “atomaren Sicherheit weltweit zu leisten und damit auch die Risiken für Nuklearunfälle zu minimieren.” Gleichzeitig erkannte das Land das “Übereinkommen über nukleare Sicherheit” an. Diese Rhetorik wurde auf allen IAEA-Foren von angolanischen Delegationen immer wieder vorgetragen. Doch mit dem Boom, den die höheren Erdölpreise dem Land bescherten, begann die Elite im Jahr 2003, über die Industrialisierung nachzudenken.

Angesichts der andauernden Stromprobleme, mit denen Angola permanent konfrontiert ist, würde eine ungelöste Energiefrage der Industrialisierung des Landes im Wege stehen. Luanda sieht dabei die Atomenergie als Allheilmittel. Mittlerweile hat man sich die propagandistischen und irreführenden Begriffe der Atomlobbyisten zu eigen gemacht und verkauft die Atomenergie im südwestlichen Afrika als harmlos oder ungefährlich für Mensch und Umwelt, aber auch als die sauberste Energie der Welt mit einem Ausstoß von null CO2. Mit Anspielung auf das Kyoto-Protokoll verharmlosen Luandas Herrscher die Atomenergie nicht nur als menschenfreundlich, sondern auch als klimaschonend. Damit begannen auch die Ministerialberatungen unter der Federführung von dos Santos selbst und der Koordinierung vom Wissenschafts- und Technologieministerium.

“Konzept des Sozialkapitalismus”

Den Entwurf des angolanischen Nuklearprogramms verfassten die Gründer eines Konsortiums im April 2008 mit dem Titel “The Angola Citizen`s Permanent Trust Fund & Industrial Infrastructure Project”. Darin bezeichnen sie ihre Initiative als “ein Konsortium, das mit dem Ziel gegründet worden ist, die Erdöleinnahmen des Landes angemessen zu verwenden, und zwar, um aus Angola eine industrialisierte Gesellschaft im 21. Jahrhundert zu machen.”

Glaubt man den Verfassern des Nuklearprojekts Angolas, “wollen sie sowohl Infrastruktur entwickeln als auch Vermögen bilden”, welche von ihrem “Permanent Trust Fund` kontrolliert und 100-prozentig unter Besitz der angolanischen Bevölkerung stehen werden. “Alles basiert auf dem Konzept des Sozialkapitalismus”.

Eine Rhetorik, die viel zu schön klingt, um wahr zu sein. Ging es nach diesem Konsortium, werden oder wollen sie “mit der Errichtung einer Atomanlage in Angola” zur Stromproduktion “die Armut effektiv bekämpfen” und damit auch den Hunger besiegen. Wenn schon die Regierenden Angolas mit ca. 80 bis 100 Mrd. US-Dollar aus den jährlichen Erdöl- und Diamanteneinnahmen nichts gegen die Massenverelendung der angolanischen Bevölkerung und den permanenten Hunger unternimmt, wie können sie die Armutsbekämpfung allein mit dem Bau von einer oder mehreren Atomanlagen im Lande erreichen und die Ressourcen gerecht umverteilen?

Für den Bau der nuklearen Infrastruktur in Angola nimmt das Konsortium den südafrikanischen “PebbleBed Modular Reactor” (PBMR) als Modell, welchen der MIT-Wissenschaftler Kadak in seinen Ausführungen als eines weltweit innovativsten und revolutionärsten darstellt. Nach den Worten von Kadak scheint ein von Thorium betriebener Reaktor nicht so gefährlich und zugleich kostengünstig für jedes afrikanische Land zu sein. Für ihn gilt Thorium außerdem als vorteilhaft wegen der Minderung der Schwierigkeiten mit seiner Lagerung und weil es unmöglich sei, aus diesem Nuklearprodukt waffenfähige Materialien herzustellen.

Dass aber Thorium ein Abfallprodukt von Uran 235 ist und fast so viel Anteil radioaktives Gift beinhaltet, welcher eine unmittelbare Gefahr für die Menschen und seine Umwelt darstellt, das erwähnen die Verfasser um den MIT-Wissenschaftler erst gar nicht. Die Frage nach dem Atommüll spielen sie herunter und weisen auf die Harmlosigkeit von Thorium hin.

Uran macht begehrlich

Das angolanische Parlament hat im Haushalt 2011 erstmals die Mittel für das Nuklearprogramm der Regierung bereitgestellt. Damit ist Angola seinem ersehnten Ziel zur Atommacht noch näher gekommen. Zielbewusst haben Luandas Machthaber die Zusammenarbeit mit anderen Mächten gesucht: Ende 2007 zeigte sich China bereit für die finanzielle Unterstützung; und Vietnam sagte Angola wissenschaftliche Hilfe zu bei der Ausbildung von angolanischen Wissenschaftlern in Nuklearphysik und dem Aufbau eines entsprechenden Curriculums an der staatlichen Universität Angolas Agostinho Neto.

Es ist wohl auch die Gewissheit, dass Angola über Uran verfügt, was die Supermächte anzieht, die nun ungeduldig auf die Freigabe seiner Ausbeutung warten. So kann sich Angola alles leisten, z.B. als regionale Großmacht gegenüber seinen militärisch schwachen Nachbarn wie die DR Kongo und Kongo-Brazzaville die Muskeln spielen zu lassen und massenhaft Flüchtlinge aus diesen beiden Ländern gewaltsam abschieben zu lassen, ohne je Vorwürfe oder gar Sanktionen seitens der internationalen Gemeinschaft befürchten zu müssen.

Bisher wissen viele Menschen in Angola und in der Region noch nicht, dass Angola nach nuklearer Macht strebt. Dass Angola dann mehr als eine einfache Militärmacht ist, wird sicherlich noch viele Menschen in Aufregung versetzen. Die Stunde der nuklearen Proliferation in Südwestafrika hat erst begonnen. Damit steigt auch die Gefahr für sinnlose Aufrüstung in der Region. Es bleibt die Frage, ob ein armes Land eine so teure Technologie braucht, wenn es sogar seine eigene Bevölkerung nicht mal mit Brot und Medizin versorgen kann?

Der Beitrag ist eine stark gekürzte Fassung eines Artikels, der in der Fachzeitschrift “afrika süd”, 39. Jahrgang, Nr. 5/6, November/Dezember 2010 erschien. Die Originalfassung enthält auch ausführliche Belege.
http://www.issa-bonn.org

Emanuel Matondo ist angolanischer Kriegsdienstverweigerer und Gründer der Angolanischen Antimilitaristischen Menschenrechtsinitiative (IAADH). Seit zehn Jahren arbeitet die Gruppe gegen Krieg und Unterdrückung, gegen Korruption und Menschenrechtsverletzungen in Angola. Er lebt in Deutschland.”

 

(Quelle: Netzwerk Friedenskooperative.)

Hinweis:

● Die o. g. Ausgabe der Zeitschrift “afrika süd” finden Sie zur Ausleihe in unserer Bücherei.

Indien: Polizei erschießt Anti-Atom-Aktivisten

Dienstag, April 19th, 2011

“Die indische Polizei hat bei Protesten gegen den Bau eines Atomkraftwerks des französischen Konzerns Areva in Jaitapur an der Westküste einen 30-jährigen Demonstranten erschossen.

Der Innenminister des Bundesstaats Maharashtra, R.R. Patil, sagte am Montag vor dem Regionalparlament, der Mann sei getötet worden, als 600 bis 700 Demonstranten eine örtliche Polizeiwache stürmten, wie die Nachrichtenagentur PTI berichtete. Die Menge habe die Wache geplündert und Polizeifahrzeuge in Brand gesteckt. Da sie sich trotz Schüssen in die Luft nicht zerstreute, seien die Beamten gezwungen gewesen, mit scharfer Munition in die Menge zu feuern.

In Jaitapur sollen 9900 Megawatt Atomkraftleistung mithilfe von sechs EPR-Reaktoren (Gemeinschaftsentwicklung von AREVA und Siemens) installiert werden. Ende letzten Jahres war der Vertrag unterzeichnet worden. Die Region ist erdbebengefährdet und nicht ausreichend gegen mögliche Tsunamis geschützt. Außerdem gibt es auch in Indien keine Lösung für die radioaktiven Abfälle.

► Wir verurteilen diesen Akt der Gewalt! Im Angesicht der Katastrophe von Fukushima wird derzeit in aller Welt friedlichen gegen den Weiterbetrieb der Atomanlagen demonstriert. Internationale Solidarität für den getöteten Aktivisten im Kampf für eine strahlenfreie Welt!

 

(Quelle: contrAtom.)

Niger: Atomkraft tötet – auch ohne Kernschmelze (HÖRTIPP)

Dienstag, Oktober 12th, 2010

“Die ‘saubere’ Lösung – Vom Niger und deutschen Atomkraftwerken

Die Atomkraft hat in Deutschland ein Comeback: Sie gilt als CO2-neutrale Energie. Kaum jemand spricht darüber, welche Energie man zur Aufbereitung der Brennstäbe braucht, woher das Uran kommt, und wie es abgebaut wird. Deutschland bezieht einen großen Teil des Urans für seine AKW aus dem westafrikanischen Wüstenstaat Niger.
Dort ist der französische Staatskonzern AREVA im Uran-Abbau federführend und betreibt seit rund vierzig Jahren Uranminen. Er ist einer der größten Arbeitgeber im Niger. Doch viele Menschen in der Region klagen über mysteriöse Krankheiten. Eine Spurensuche nach Kosten und Nutzen des Uranabbaus, nach Gewinnern und Verlieren, nach Verantwortlichkeiten und Profiteuren.”

Sender: WDR 5
Sendung: Dok 5 – Das Feature
Datum: 17.10.2010
Sendezeit: 11:05 – 12:00 Uhr

 

(Quelle: WDR 5.)

Kasachstan: Dick im Uran-Geschäft

Mittwoch, Juni 23rd, 2010

“Kazakh uranium drive sheds Soviet nuclear legacy

By Robin Paxton

TAIKONUR Kazakhstan (Reuters) – With a twist of his wrist, Jerry Grandey prised open a 400 kg drum of yellowcake to mark the official launch of Kazakhstan’s latest uranium mine.

Grandey, chief executive of Cameco Corp, admits to being an anti-nuclear activist in his youth. His company is now among the leading foreign investors in Kazakhstan’s fast-growing uranium sector.

Kazakhstan surpassed Canada last year as the world’s largest uranium miner. With more than 15 percent of global reserves, the Central Asian state is poised to become the primary supplier of the metal to a new generation of nuclear reactors worldwide.

“The uranium potential of Kazakhstan is remarkable,” said Gregory Vojack, an Almaty-based attorney at Bracewell & Giuliani LLP who advised state nuclear firm Kazatomprom on a $500 million Eurobond last month. The issue was eight times oversubscribed.

Global uranium consumption is forecast by the World Nuclear Association to reach 91,537 tonnes by 2020 and 106,128 tonnes by 2030, increases of 33 percent and 55 percent respectively from the 68,646 tonnes forecast for this year.

The need for new mines will be exacerbated when Russia’s 20-year ‘Megatons to Megawatts’ programme to export uranium from decommissioned nuclear weapons expires in 2013.

This will remove 24 million pounds of reactor-quality uranium from the market, about 13 percent of world consumption, which has helped restrain uranium prices by bridging the gap between supply and demand.

Kazakhstan produced 13,900 tonnes of uranium last year, more than a quarter of world output. It expects to produce 18,000 tonnes this year and more than 25,000 tonnes by 2015.

The country has attracted foreign investors like Areva and Toshiba Corp. But it is not without risk: investors were shocked when the man once hailed as the architect of such partnerships began a 14-year jail term in March.

Mukhtar Dzhakishev had led Kazatomprom since 1998 before his arrest last year on charges of corruption, theft and the illegal sales of assets to foreign companies. He denies the accusations.

Kazakhstan says his arrest was part of its attempts to root out corruption from key industries, but the incident has fueled speculation of an intensifying power struggle within the political elite.

Kazatomprom is now headed by Vladimir Shkolnik, a former industry minister. Duisenbay Turganov, vice-minister of industry and new technologies, said the Dzhakishev case would have no bearing on the state company’s future plans.

“Neither our strategy nor our overall direction are changing,” he told an investment forum in Almaty this month.

COMPETITION FOR ASSETS

The uranium boom is good news for the residents of Taikonur. Once populated only by Russian geologists, the town was largely abandoned when the Soviet Union fell. It has been revived by an influx of ethnic Kazakhs seeking well-paid work in the mines.

The Inkai mine employs around 500 people earning an average monthly wage of around $1,200, more than double the national average. Just down the road, Canadian miner Uranium One runs another mine, South Inkai, in partnership with Kazatomprom.

“There is competition for employees, as there are six mines in the region now,” said Glen Hein, director of safety, health, environment and quality at Inkai.

This competition extends to national level, as international miners vie for a share of the lucrative business. But Kazakhstan has made it clear it will not let anyone invest in its uranium.

“We don’t need portfolio investors,” said Nurlan Ryspanov, vice-president for production at Kazatomprom, which owns a 10 percent stake in U.S.-based reactor builder Westinghouse.

“We need co-investors who, by entering the uranium business, will bring with them new technologies and capabilities for us to enter new phases of the nuclear fuel cycle.”

These conditions relate to Kazatomprom’s ambition to take its uranium through the entire nuclear fuel cycle by 2020, a process that requires building a reactor near the Caspian Sea.

Another key step in the process will be construction of a plant to convert the yellowcake produced at Inkai into gas form, the stage prior to enrichment. Cameco and Kazatomprom will complete a feasibility study on the project by the end of 2010.

The World Nuclear Association says there are 439 nuclear reactors operating worldwide today. Plans exist to build 57 more. China is constructing 23, Russia 10 and South Korea six.

SOVIET LEGACY

Inkai, like most Kazakh mines, produces uranium via the in-situ recovery method. Drill rigs bore holes into the steppe to recover uranium in an acid solution, which is concentrated in several stages before being dried to produce yellowcake.

The technique avoids the need to dig shafts or pits, cutting mining and land reclamation costs and reducing the risk of injury to miners.

The Kazakh uranium industry wasn’t always so modern. The country inherited decaying Soviet infrastructure and output fell by 75 percent in the years following independence.

Grandey has seen these changes: he spent two summers in the late 1980s traveling around the closed nuclear cities of the Soviet Union; places that were either omitted from the map or deliberately placed in false locations to confuse the West.

For many, this legacy is hard to shake. More than 1 million people who lived next to the Semipalatinsk atomic bomb test site were affected by radiation resulting from the Soviet Union’s test explosions of about 500 bombs between 1949 and 1989.

“Semipalatinsk has made people radiation-phobic, though it’s less of a problem now than it was,” said Timor Zhantikin, who chairs the Nuclear Power Committee in the Ministry of Industry and New Technologies. The test site closed two decades ago.

He says people still need to be educated on the advantages of nuclear energy, but that Kazakhstan can use its Soviet legacy to its advantage. Building a reactor will be easier, he said, because the country has already dismantled a Soviet-era plant.

And while opposition to nuclear power persists among some lobbies in Australia, the only country with more uranium in the ground than Kazakhstan, the Central Asian state is likely to advance its position as the world’s largest uranium miner.

“Australia has had a love-hate relationship with uranium,” said Bob Steane, Cameco’s chief operating officer. “Kazakhstan has set out a very clear path.”

(Editing by James Jukwey)

© Thomson Reuters 2010 All rights reserved.

(Quelle: Reuters Canada.)

Niger: Zehntausende Menschen radioaktiv verseucht – Nachschub für AKWs (und Atombomben) gesichert!

Donnerstag, Juni 10th, 2010

“ENVIRONMENT-NIGER: French State-Owned Company “Poisoning” Poor

By Julio Godoy

PARIS, Apr 12 (IPS) – Recent research by Greenpeace suggests that French state-owned company Areva’s public claims of decontamination of populated areas near uranium mines in Niger are false. High radio-activity persists in towns and rural areas near the mines, affecting some 80,000 people.

When uranium was discovered in the impoverished West African state in the 1960s, many thought that the radioactive mineral – indispensable as combustible for nuclear power plants and raw material for nuclear bombs – would be the panacea for all the social and economic afflictions haunting the former French colony.

Instead, as several recent reports by environmental organisations and independent researchers show, Niger’s uranium mines constitute a deadly gift for the country, both for its public health and its politics.
Today, Niger is considered the poorest country in the world. It ranks last in the Human Development Index, and it is confronting a political crisis caused by allegations of corruption and environmental conflicts — all linked to the uranium mines (see part two of this article [NIGER: Lack of Data on Causes of Death Buffers French Company]).

According to a report that the global environmental organisation Greenpeace released on Mar 30, high radioactivity can still be detected on the ground near the Nigerien uranium mines, especially in the mining towns of Arlit and Akokan, some 850 km northeast of the capital Niamey.

Some 80,000 people live in these towns and in the nearby region. The mines are operated by the French state-owned company Areva, which describes itself as "rank(ing) first in the global nuclear power industry". France, which has been exploiting uranium mines in Niger for 45 years, is the main foreign investor in Niger.

In an interview with IPS, Rianne Teule, nuclear energy campaigner for Greenpeace International, explained that the group's research team visited Niger’s uranium mines last November to investigate whether Areva complies with basic health and labour standards.

"We found dangerous levels of radiation in the streets of Akokan," Teule told IPS. "We also found high concentration of uranium in four of five samples of drinking water from Arlit, in doses beyond the limits established by the World Health Organisation," Teule said.
"Areva had earlier claimed that such radiation had been identified and its sources addressed," Teule said.

In some cases, the radioactivity measured by Greenpeace researchers in Akokan was 500 times higher than the normal levels.
"A person spending less than one hour per day in those places would be exposed to more than the maximum allowable annual radiation dose for the public recommended by the International Commission on Radiological Protection
and enforced by legislation in most countries," Teule said.

Greenpeace's findings confirm earlier reports by other French environmental groups that have denounced Areva's lack of responsibility in the operation of the uranium mines in Niger.

In 2007, an inspection by the independent investigative commission on radioactivity CRIIRAD (after its French name) and the Nigerien environmental organisation Aghir In’Man discovered high levels of radiation in the streets of Akokan.
In the immediate neighbourhood of the Akokan hospital, CRIIRAD measured levels of radiation up to 100 times higher than normal background values. CRIIRAD also identified the source of the radiation as the radioactive waste rock from the mines that had been used for road construction.
"We gave our findings to the Areva board of directors and the Nigerien local authorities and called for a comprehensive radiological survey and clean-up of the village," Bruno Chareyron, an engineer in nuclear physics and director of research at CRIIRAD, told IPS.

CRIIRAD also found radioactive contamination in drinking water and radio-active scrap metal in the mining towns.

The public health consequences of the exploitation of uranium are only one of the many problems raised by the extractive industry in Niger.
Alain Joseph, a French hydro-geologist working in the West African country, told IPS that the "pasture economy is about to disappear in north-eastern Niger because of the dozens of mine projects installed there which over-exploit the scarce water resources of the area".

In 2009 alone, Niger authorised 139 uranium research projects conducted by companies from Australia, Canada and China.
Joseph said that these projects are draining water from Agadez, the region's only water source. "The uranium exploitation is not only decimating Niger's environment and public health. It is also about to destroy the economic foundations of Tuareg, Fula, Kounta and other pastoral, nomadic people in the north of the country," he said.”

(Quelle: IPS News.)

Siehe auch:

AREVA’S dirty little secret
Foreign Investments in Uranium Polluting Politics