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BRD: Rüstungsindustrie am Bodensee

Freitag, April 8th, 2011

Die Rolle der Parteien, der Kirche, der Presse …

Fast alle Pfarrer am Bodensee…

… sehen nichts oder hören nichts und haben vor allem höllisch Angst vor Konflikten in ihrer Gemeinde. Denn manches Gemeindeglied, das in der Rüstungsindustrie sein gutes Geld verdient, könnte sich angegriffen fühlen, und dann wird es schnell emotional. Und mancher, der im Kirchenchor singt, hat einen nahen Verwandten, der in einer Waffenfabrik arbeitet. Da wird´s schwierig!

Die Pfarrer sagen: “Die Kirche ist für das Segnen zuständig, für die Vergebung der Sünden, für die verständnisvolle Begleitung in allen Lebenslagen. Wir sind ja alle Sünder (Paulus), deshalb dürfen wir die Arbeiter und Ingenieure in der Rüstungsindustrie nicht verurteilen. Wer von Euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein. Wichtig ist statt dessen ein langer, breiter Bewusstseinsprozess. Schon im Kindergarten muss man damit anfangen.”

Aber: Ist es nicht die Pflicht der Christen, die Augen aufzumachen, und hinzuschaen, was passiert? Sollen Christen nicht ihrem Herrn Jesus Christus auch in der Frage der Gewaltfreiheit nachfolgen? Sollen wir nicht im Sinne der alttestamentlichen Propheten den Opfern der Waffen eine Stimme geben? Wichtig: Wir, die Initiative gegen Waffen vom Bodensee, verurteilen die Waffenproduktion am Bodensee, aber nicht die Menschen, die dort arbeiten!

Reinhold Schneider (katholischer Theologe 1903-1958): “Ich habe immer die Meinung vertreten, dass ein entschiedenes Nein zur Rüstung die moralische Autorität der Kirche auf eine seit dem Mittelalter nicht mehr innegehabte Höhe steigern könnte; zugleich würde sie den Bruch mit dem ganzen Weltgefüge bedeuten, denn die Spitze, in der alle Kräfte zusammenstrahlen, ist die moderne Waffe.” (in: “Über Reinhold Schneider”, hg. C.P. Thiede, Frankfurt, Suhrkamp 1980, S.241) Wikipedia über Reinhold Schneider.

Sollte die Kirche sich nicht an ihre Anfänge erinnern? In den ersten Jahrhunderen waren die Christen eine verfolgte Minderheit, und sehr kritisch gegenüber Staat, Militär und Justiz eingestellt. Erst ab dem 3. und 4. Jahrhundert (Konstantinische Wende) hat die Kirche mit den Mächtigen und Reichen zusammengearbeitet. Müsste die Kirche im 21. Jahrhundert diese Zusammenarbeit nicht endlich überdenken?

Die Kirchenleitungen in den fernen Zentralen (GKKE-Bericht) argumentieren wesentlich kritischer gegen die Rüstungsindustrie als die Pfarrer und Kirchengemeinden vor Ort.

Fast alle Politiker und Parteien am Bodensee…

… hören nichts oder sehen nichts oder haben Angst vor den Rüstungsfirmen. Viele Wählerinnen und Wähler arbeiten dort, oder haben dort gearbeitet, oder haben Angehörige, die dort arbeiten.

Die SPD vor Ort (…)”

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(Quelle: Rüstungsindustrie am Bodensee.)