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BRD: Projekt Münchhausen gegen Kriegslügen

Montag, März 31st, 2014

“Projekt Münchhausen

Jeder Stifter einer Weltreligion verhieß Frieden, und zwar im Diesseits, zu erreichen durch Toleranz, Barmherzigkeit, Menschlichkeit. Staatsgründer taten es ihnen gleich und schrieben in ihre Grundgesetze: All men are created equal (Unabhängigkeitserklärung der USA). Großartige, kluge Worte. Und doch ist die menschliche Geschichte geprägt von Gewalt und Krieg, deren Beute von wenigen eingesackt wurde und dessen Leid von den Vielen getragen werden musste.

Wie gelang es und gelingt es in fast allen Gesellschaftsformationen, die Menschen gegeneinander in Stellung und zu Mord und Totschlag zu bringen und dies noch als gute und ehrenvolle Taten zu verkaufen? Die Massenmörder schrieben und schreiben die Geschichte, sie ließen sich den Titel ‚Der Große’ zumessen, und der Tod auf dem Schlachtfeld wurde zum Heldentod verklärt, während die ‚Kollateralschäden’ ignoriert wurden. Interessen obsiegen über Ethik und Moral.

Das Projekt Münchhausen fordert alle auf, die Geschichten der großen und kleinen Kriegslügen zu erzählen, mit denen die Menschen zur Gewalt gegen einander verführt wurden – von den Kreuzzügen, über den angeblich Gerechten Krieg, den Tonking-Zwischenfall an den Küsten Vietnams, bis zur dreisten Lüge des US-Außenministers über die Atombomben des Saddam Hussein und dem Militär als letztem Mittel der angeblich Humanitären Intervention?

Wir müssen uns befreien von dem Spinnengewebe der Lügen und Legitimationsideologien, die unsere Mitmenschen zu Feinden und Feindbildern und uns zu Gewalt gegen sie in der globalisierten Gesellschaft machen wollen. Das Projekt Münchhausen soll dazu einen Beitrag leisten. (…)

• Die Lügengeschichte des Monats März

Es begann mit einer Lüge – Kosovo-/Jugoslawienkrieg 1999

• Die Lügengeschichte des Monats Februar

Münchhausen und die Bundeswehr in Mali

• Weitere Lügengeschichten

Krieg gerecht gelogen

1990 – Lügen am Golf 1990

1964 – Der Zwischenfall von Tonking oder wie man einen erwünschten Krieg inszeniert

1867/68 – Der Krieg des britischen Empire gegen den Kaiser von Äthiopien

 

(Quelle: Aachener Friedensmagazin Aixpaix.de)

BRD / EU: Die Toten vor Lampedusa sind unvermeidlich. Wofür? (HINWEIS)

Donnerstag, März 6th, 2014

“Die Toten vor Lampedusa sind unvermeidlich. Wofür?

Der Vortrag von Arian Schiffer Nasserie am 24.03.2014 beschäftigt sich mit den Fluchtursachen, der europäischen Flüchtlingspolitik und der öffentlich-medialen Besprechung der unübersehbaren Opfer am Beispiel von Lampedusa. Die nachfolgenden Thesen sollen im Vortrag begründet und bewiesen werden:

• Die toten Flüchtlinge sind – auch wenn es niemand so sagen will – für die ökonomischen Interessen der führenden Staaten und ihrer Unternehmen unvermeidlich. Sie sind als Teil der zivilen Opfer des EU-Projekts notwendig!

• Die Grenztoten sind nicht Opfer „gewissenloser Schleuserbanden“, die der Innenminister nun pressewirksam verantwortlich machen will, sondern sie sind die Folge einer effizienten Abriegelung der europäischen Außengrenzen, für die Deutschland entschlossen einsteht.

• Die Toten sind nicht Opfer „unserer aller“ Gleichgültigkeit und Ignoranz gegenüber dem Leid der Flüchtenden, wie dies Presse und Bundespräsident glauben machen wollen, sondern sie sind Produkte der ökonomischen, politischen und militärischen Erfolgsstrategie eines Staates, dem – allem Elend zum Trotz – die uneingeschränkte Loyalität der vierten Gewalt gilt.

• Die Toten bezeugen nicht das „Scheitern der europäischen Flüchtlingspolitik“, sondern sie sind Ausdruck erfolgreicher Grenzsicherung.

• Auch wenn es niemand so sagen will: Die nun öffentlich zur Schau gestellte Betroffenheit dient nicht den toten Flüchtlingen – wie sollte sie auch! Scham und Trauer gelten dem Ansehen des europäischen Staatenbündnisses, seiner Parteigänger und seiner Werte.

Der Vortrag selbst ist Teil einer Vortragsreihe mit dem Titel

An den Grenzen des Rechtsstaats
Flucht und Flüchtlingspolitik in der Diskussion

Weitere Themen und Termine:

07. 4. Die soziale und rechtliche Lage der Flüchtlinge (Heinz Drucks)
28. 4. Menschenrechte für Flüchtlinge: Anspruch und Wirklichkeit (Wolf-Dieter Just)
12. 5. Universalismus und Nationalismus des Menschenrechts (Matthias Schnath)
19. 5. Traumatisierung von Flüchtlingen: Politisierung und Instrumentalisierung (Cinur Ghaderi)
16. 6. Die vierte Gewalt im migrationspolitischen Diskurs – Eine Presseanalyse (Esther Almstadt)
23. 6. Bürger gegen Flüchtlingsheime – öffentlich-rechtliche Erklärungsmuster (Suitbert Cechura)

Gründe zur Auseinandersetzung gibt es genug:

• Die Zerstörung der menschlichen Lebensgrundlagen an der Peripherie Europas;
• die Toten an den Außengrenzen der EU;
• die Verschärfung der Flüchtlingsabwehr durch Frontex, Eurosur und Küstenwache,
• die auf Abschreckung und Abwehr zielende Asylverfahrenspraxis und ihre Folgen;
• das öffentliche Mitgefühl für die unvermeidlichen Opfer,
• die konstruktiv-kritische Berichterstattung der Presse über „das Flüchtlingsproblem“;
• der Aufstieg rechtsextremer und faschistischer Parteien in den europäischen Parlamenten;
• die Proteste und Übergriffe von Bundesbürgern gegen Flüchtlinge und „Sozialtouristen“;
• die Proteste von Flüchtlings- und Menschenrechtsgruppen gegen „Fremdenfeindlichkeit“;

… geben Anlass zur öffentlichen, sachlichen und kontroversen Diskussion über Flucht und Flüchtlingspolitik in der Bundesrepublik und der EU. Im Rahmen einer Vortragsreihe der Evangelischen Fachhochschule RWL wird das Themenfeld daher wissenschaftlich fachübergreifend beleuchtet und mit Interessierten aus Hochschule und Region diskutiert.

Jeweils montags zwischen 18 und 20 Uhr in Raum 119 der Evangelischen Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe; Immanuel-Kantstr. 18-20, 44803 Bochum;
Tel.: 0234-36901-0; Fax: 0234-36901-100; E-Mail: efh@efh-bochum.de “

 

(Quelle: Evangelische Fachhochschule Rheinland-Westfalen-Lippe)

BRD/Afrika: Test-Teilnehmer_in

Sonntag, Februar 16th, 2014

“Neues Konzept der U.S. Air Force für die Evakuierung verwundeter US-Soldaten aus Afrika

Von Jennifer H. Svan
STARS AND STRIPES, 26.12.13

AIR BASE RAMSTEIN, Deutschland – Auch während des vorjährigen Jahrestages der Terroranschläge am 11. September 2001 waren sie in Alarmbereitschaft.

Wäre übers Telefon ein Einsatzbefehl gekommen, hätten die Mitglieder des neu aufgestellten Air-Force-Teams für den medizinisch betreuten Lufttransport von Verwundeten sofort ihre in einem Lagerraum bereitstehenden Notfallkoffer mit chirurgischem Gerät und sonstiger Ausrüstung ergriffen und wären zu einer auf der Rollbahn der Air Base Ramstein wartenden C-130 oder C-17 geeilt; dann hätte ein Wettlauf gegen die Zeit und die Entfernung (bis zum Einsatzort) begonnen. Ein Chirurg, ein Notarzt, zwei zu Anästhesisten ausgebildete Krankenpfleger/innen und ein Operationssaal-Techniker, die der U.S. Air Force angehören und im Landstuhl Regional Medical Center / LRMC arbeiten, hätte sich auf den Weg gemacht, um andere medizinische Evakuierungsteams bei einem Einsatz in Afrika zu verstärken; sie hätten verletzte US-Amerikaner im Flugzeug nach Deutschland zurückgeholt und sie notfalls schon vor dem Start oder während des Fluges operiert.

Der Lufttransport verwundeter oder erkrankter US-Soldaten ist nichts Neues für die Air Force; während der Kriege im Irak und in Afghanistan hat sie mehr als 150.000 Patienten zur ärztlichen Behandlung ausgeflogen und damit geholfen, das Überleben von etwa 98 Prozent der im Kampf verwundeten Soldaten zu sichern.

Air-Force-Teams für den medizinisch betreuten Lufttransport fliegen routinemäßig auch Schwerverwundete, die vor dem Flug stabilisiert oder notoperiert wurden. Bisher haben sie aber noch nie Verwundeten an Bord genommen, die nicht bereits erstversorgt waren und auch noch nicht während des Fluges operiert.

Jetzt wollen die Air-Force-Teams genau das tun, denn in Afrika ist die Erstversorgung von Verwundeten vor Ort häufig nicht möglich, weil Verwundungen auch an entlegenen unsicheren Orten auftreten können, wo überhaupt keine ärztliche Erstversorgung möglich ist.

Deshalb habe die U.S. Air Force in Europa / USAFE kürzlich ein “Tactical Critical Care Evacuation Team Enhanced / TCCET-E” (ein medizinisches Evakuierungsteam mit gesteigerter Leistungsfähigkeit für taktische Einsätze) gegründet, das vor dem Start oder sogar während des Fluges stabilisierende Notoperationen durchführen könne, teilte Col. (Oberst) Jay Neubauer, der Chefchirurg der USAFE, mit.

Das Konzept sei in Zusammenarbeit zwischen der USAFE und dem Air Mobility Command, das auch für den Lufttransport von Verwundeten zuständig sei, entwickelt worden und gehe auf Initiativen der Special Forces (Spezialkräfte) der Air Force zurück, erläuterte Neubauer.

“Sie haben sich schon länger mit dem Problem befasst, wie Patienten am besten aus abgelegenen Einsatzorten evakuiert werden können,” fügte er hinzu.

Das neue Air-Force-Konzept der ärztlichen Erstversorgung während des Fluges wolle man künftig auch auf andere Weltregionen ausweiten, es werde aber erst einmal in Afrika erprobt, ergänzte Neubauer.

“In zukünftigen Kriegen und bei unserer Umorientierung auf den Pazifik könnten wir auch auf Gebiete treffen, wo wir nicht so einfach Fuß fassen können wie in Afghanistan und im Irak,” führte Neubauer aus. Damit bezog er sich auf das Netz von Feldlazaretten und Hauptverbandsplätzen in beiden Kriegsgebieten, in denen das US-Militär seine im Kampf Verwundeten sehr schnell behandeln und so die Sterblichkeitsrate senken konnte.

Wir haben dieses neue Konzept erst einmal für Afrika entwickelt,” sagte Neubauer. “In dort auftretenden besonderen Situationen kann es sehr hilfreich für uns sein, ein Team zu haben, das dazu fähig ist, schnell Verwundete zu bergen und zurück nach Europa zu bringen.”

Wegen der Weite des afrikanischen Kontinents, der relativ geringen US-Militärpräsenz, des Mangels an Einrichtungen zur medizinischen Versorgung vor Ort und fehlender Lufttransport-Möglichkeiten sei das im Irak und Afghanistan praktizierte Modell der schnellen Versorgung Verwundeter nicht anwendbar. Da sich US-Soldaten häufig in abgelegenen, manchmal auch gefährlichen Gebieten und fern von einheimischen Krankenhäusern aufhielten, gebe es eine Lücke in der schnellen ärztlichen Versorgung.

(Der Anschlag auf den US-Botschafter in) Bengasi war ein typisches Beispiel dafür.

Bereits auf einer Ärztekonferenz, die im Herbst 2013 in London stattgefunden hat, war Neubauer auf den am 11. September 2012 erfolgten Angriff auf das US-Konsulat in der unruhigen libyschen Stadt eingegangen, bei dem der US-Botschafter und drei weitere US-Amerikaner getötet wurden.

“Wir waren damals nicht imstande, schnell genug zu reagieren – wir konnten uns weder entsprechend zur Wehr setzen, noch sofort die Schwerverwundeten bergen,” hat Neubauer nach einen Bericht in Jane’s Defence Weekly auf dieser Konferenz am 16. Oktober festgestellt.

Nach Pressemeldungen über den Angriff auf das Konsulat (in Bengasi) dauerte es fast 24 Stunden, bis die Überlebenden, darunter auch drei Verwundete, von Tripolis nach Deutschland ausgeflogen werden konnten.

Dieses Ereignis “und die Erinnerung an den 11.09.(2001) lieferten genug Gründe für die Schaffung einer Möglichkeit, schnell auf Anschläge in Afrika – besonders auf US-Botschaften – reagieren und Verwundete umgehend per Lufttransport evakuieren zu können,” wird Neubauer in dem Artikel zitiert.

In einem neueren Interview spielte Neubauer diese Bemerkung herunter.

“Es ging nicht nur um Bengasi. Die Ereignisse in Bengasi haben uns in unseren bereits vorher eingeleiteten Planungen nur bestärkt,” sagte Neubauer, ohne näher darauf einzugehen. “Wir müssen in die Zukunft und auf die Fähigkeiten schauen, die wir in möglichen neuen Kriegen brauchen.”

Das TCCET-E sei eine verbesserte Version schon bisher von der Air Force eingesetzter dreiköpfiger Rettungsteams, die auch schon kleinere medizinische Eingriffe in Hubschraubern vorgenommen hätten. Durch den Einsatz von Starrflügelflugzeugen könne die Reichweite aber enorm vergrößert werden.

Auch das fünfköpfige TCCET-E werde mit einer auf den Transport von Verwundeten spezialisierten Besatzung in einem Flugzeug fliegen, das wie eine Intensivstation ausgestattet ist, damit Schwerverwundete während des Fluges von speziell ausgebildetem Pflegepersonal betreut werden können. Nach Angaben aus dem Pentagon hat ein solches Team bereits einen US-Soldaten evakuiert, der am 21. Dezember (2013) bei einem Angriff auf ein US-Militärflugzeug im Südsudan verwundet worden war.

“Die bisherigen (dreiköpfigen) Teams konnten mit ihrer Spezialausrüstung intravenöse Infusionen vornehmen und Patienten künstlich beatmen; durch die Eingliederung eines Chirurgen (in das fünfköpfige Team) können jetzt bei Bedarf sogar schadensbegrenzende chirurgische Eingriffe auch während des Fluges vorgenommen werden,” erläuterte Neubauer.

Das für Notfälle geschulte Team solle nach Möglichkeit direkt zu den Verletzten geflogen werden, ergänzte Lt. Col. (Oberstleutnant) Rick Dagrosa, ein Notarzt, der zur Zeit der Medizinische Direktor der Notaufnahme des LRMC (des US-Hospitals aus dem Kirchberg bei Landstuhl) und eines der fünf Mitglieder des TCCET-E ist.

Wir können jetzt ein chirurgisches Team direkt zum Gefechtsfeld bringen und den Verwundeten schnell helfen,” betonte er, “das war bisher nicht möglich.”

Die Hilfeleistung werde aber durch die großen Entfernungen und die zu deren Überwindung notwendige Zeit erschwert, ergänzte Lt. Col. Jerry Fortuna, der Chef des TCCET-E, der gleichzeitig Chef der Allgemeinen Chirurgie des LRMC ist.

Der Hauptgrund für die mit fast 99 Prozent sehr hohe Überlebensrate in Afghanistan sei die schnelle ärztliche Versorgung innerhalb einer Stunde nach der Verwundung gewesen, fügte Fortuna hinzu.

Weil Afrika mehrere Flugstunden von Deutschland entfernt sei, könne sein Team leider nicht in allen Fällen innerhalb dieser “goldenen ersten Stunde” eingreifen, bedauerte er.

“Es gibt Zeit- und Entfernungsprobleme, die sich nachteilig auf den körperlichen Zustand der Patienten auswirken können. Sie sind nicht immer zu überwinden – aber auch etwas später vorgenommene chirurgische Eingriffe sind besser als noch weiter hinausgeschobene. Wie bei jeder Hilfeleistung muss auch hier mit Einschränkungen gerechnet werden.”

Obwohl das neue Team bei seinen Einsatzflügen mindestens 10mal mehr Blutkonserven mitführt als bei normalen medizinischen Evakuierungsflügen, kann es vorkommen, dass sie wegen des langen Anfluges bei Verwundeten mit starkem Blutverlust nicht ausreichen.

“Der hohe Blutverlust, der bei schweren im Kampf erlittenen Verwundungen häufig zum Tod führt, kann natürlich auch für Verwundete, die wir bergen wollen, zum Problem werden,” gab Fortuna zu bedenken. “Es ist wichtig zu wissen, dass jemand, der nach einer schweren Verletzung viel Blut verliert, weil die Blutungen nicht durch das Abschnüren von Adern gestoppt werden können, auch durch sechs bis neun Stunden später erfolgende chirurgische Eingriffe nicht mehr zu retten ist. Da kommt auch unsere Hilfe zu spät.”

Das neue Team könne zum Beispiel helfen, Brüche zu stabilisieren, sich um dadurch verursachte Gefäßverletzungen kümmern oder Patienten mit Unterleibsproblemen behandeln, führte Fortuna aus.

Das Sterilhalten eines Operationsbereichs innerhalb des Flugzeugs und die während des Fluges auftretenden Turbulenzen seien zusätzliche Probleme, die aber zu bewältigen seien.

Schwieriger sei es, aus den aufgenommen Verwundeten, deren Verletzungen erst noch beurteilt werden müssten, die auszuwählen, die sofort chirurgische Hilfe bräuchten, sagte Dagrosa. “Wir wissen nicht viel über den Zustand der Verwundeten, die wir aufnehmen, müssen ihn also selbst erst überprüfen und entscheiden, wer zuerst vom Chirurgen unseres Teams behandelt wird.”

Das Team werde von mitfliegendem Sicherheitspersonal geschützt. “Der Einsatz kann auch in einem Gebiet erfolgen, in dem man sich nicht lange aufhalten kann, weil dort noch gekämpft wird. Meistens muss nach der Landung möglichst schnell wieder gestartet werden,” ergänzte Dagrosa.

Das Team sei auf sein Flugzeug “angewiesen”, und dürfe sich nicht zu weit von ihm entfernen, weil es ja auch wieder mit ihm ausfliegen müsse.

Die USAFE bilde gerade ein zweites TCCET-E aus, teilte Fortuna mit.

“Niemand von uns befindet sich derzeit wie ein Pilot in ständiger Alarmbereitschaft,” sagte Fortuna abschließend. “Aber wir halten ständig Kontakt zueinander, um sicherzustellen, dass wir innerhalb einer angemessenen Zeit losfliegen können, wenn wir angefordert werden.”

Übersetzung:
Jung, Wolfgang

Anmerkung:

Die im o. g. Original-LUFTPOST-Artikel vorhandenen Links und Ergänzungen innerhalb des Textes sowie die Anmerkungen und der Kommentar wurden entfernt.

 

(Quelle: LUFTPOST.)

Europa: Lernfähig?

Freitag, Dezember 13th, 2013

“Wir bleiben dabei – Frieden schaffen ohne Waffen

Jeder Krieg ist eine Niederlage der Menschheit

Die Friedensbewegung wird im Jahr 2014 den historischen Jahrestag mit kritischem Rückblick und kreativen Aktionen begleiten. Wir werden nicht zulassen, dass aus dem Jahrestag 1914 2014 ein unkritisches Jahrhundertjubiläum gemacht und einzig die Europäische Union als zivile Friedensmacht gefeiert wird.

Heute fließen riesige Summen Geldes und immenses Potential menschlicher Arbeit und Intelligenz in die Rüstung. Das Ziel der Vereinten Nationen, künftige Generationen vor Krieg zu bewahren wird durch sogenannte humanitäre Einsätze konterkariert. Deutschland baut die Bundeswehr von der Verteidigungsarmee zur Armee im weltweiten Einsatz um. Als drittgrößter Waffenexporteur befeuert Deutschland weltweit Konflikte und lässt zu, dass Atomwaffen modernisiert werden statt sie endgültig zu verschrotten. Notwendig wäre hingegen, den Blick auf die Herausforderungen der Zukunft zu lenken: auf den Abbau von Ungleichheit und Armut ebenso wie auf den Aufbau von Infrastruktur und Gesundheitsfürsorge. Denn während Milliarden für Rüstung ausgegeben werden stirbt weltweit jede Minute ein Mensch an Hunger und jeder sechste Mensch hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Die Friedensbewegung wird 2014 Anstoß geben, aus den beiden Weltkriegen und dem Systemstreit des Kalten Krieges Schlussfolgerungen für eine Friedenspolitik im Zeitalter der Globalisierung zu ziehen. Es ist eine Herausforderung für alle, die Vernunft in den Dienst friedlicher Konfliktlösungsstrategoen zu stellen: für Soziale Bewegungen, Wissenschaft, Jugendverbände, Gewerkschaften und Religionen genauso wie für die internationale Staatengemeinschaft, für Europa, für Parlamente, Regierungen und Parteien.

 

Befragen Sie Geschichte und Gegenwart!
Woran scheitern Friedensprozesse heute? Was sollte gestoppt was neu entwickelt werden? Bringen Sie Ihre Ideen und Fähigkeiten ein, politisch, künstlerisch, wissenschaftlich wo immer Ihre Kompetenzen und Interessen liegen.

Es geht um Schritte zum Frieden!
Wie erreichen wir eine Zukunft ohne Waffen und Militär? Nennen Sie die Herausforderungen des Friedens beim Namen! Informieren Sie sich über Friedensprojekte in aller Welt!

Helfen Sie mit, aus dem Jahr 2014 hier und weltweit ein Jahr der Friedenskultur zu machen.

Werden Sie aktiv für eine Welt ohne Krieg und werben Sie für Abrüstung und zivile Konfliktbearbeitung, Gewaltfreiheit und Völkerrecht.

Werden Sie aktiv, um ein Klima des Friedens hier und weltweit zu schaffen und jeder Form von Militarismus eine Absage zu erteilen.

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt

Auf www.1914-2014.eu ist Platz für neue Ideen. Anmelden unter info@1914-2014.eu. Projekte und Aktionsideen mit anderen teilen.

Frieden ist international und vernetzt

Wir unterstützen die großen Friedensveranstaltungen im Juni 2014 in Sarajewo.

Friedenskultur unterm Brandenburger Tor
Konzert und Vernetzungstreffen im Sommer 2014 in Berlin.

Orte des Gedenkens

Die Heldendenkmäler, die nach 1918 entstanden, sind für uns Orte für Protest und Gegeninformation. Das Antikriegs-Symbol des zerbrochenen Gewehrs ist eine Möglichkeit, an historischen Plätzen neue Denk-Male zu schaffen.

Informationsveranstaltungen

… Diskussionen, Filmabende, Stadtführungen, Besuche von Gedenkstätten und Gräbern für die Auseinandersetzung mit der Geschichte ist Ihre Phantasie gefragt.
Schaffen wir 2014 viele Orte an denen Jung und Alt die Friedensstrategien der Zukunft entwickeln können!”

 

(Quelle: Netzwerk 2014.)

USA: Drone Nation

Dienstag, Dezember 3rd, 2013

“Drone Nation

Drone Nation
Source: Homeland-Security-Degree.org

The American love affair with drones (officially called unmanned aerial vehicles) extends to both military and law enforcement uses. The U.S. isn’t the only country that uses drones, but it is the most regular user in the world.

Which Countries Have Drones?

The biggest owners of military drones in the world:
U.S. 670
France 23
Germany 9
Italy 5
Turkey 32
U.K. 7
Russia 3
China 11
India 39
Iran 1
Israel 29
Note: Numbers are minimums, as many countries’ levels are unknown.

Business is Booming

Global spending on unmanned aerial vehicles will surge in the next 10 years, rising by a predicted 128 percent.
Projected global spending on drones
2014 $5,200,000,000
2023 $11,900,000,000
Ranked drone spending over the next decade by region
1st U.S.
2nd Asia-Pacific
3rd Europe

Terror From Above?

The U.S. has been widely criticized for its use of drones to fight terrorism. In Pakistan alone, the U.S. has launched thousands of drone strikes since 2004.
Fatalities in Pakistan from U.S. drone attacks (since 2004)
Children 175
Civilians 535
Other 2,390*
High-profile targets 49
* The U.S. classifies all adult men in Pakistan as potential terrorist targets in casualty calculations

Targeting Americans?

Many Americans assume these devices are used only to launch offensives in foreign countries. That’s a false assumption. Over the years, dozens of agencies across the U.S. have used drones for a variety of purposes, many of them classified.

drones-thumb

Sources:

http://www.thebureauinvestigates.com
http://counterterrorism.newamerica.ne
http://www.livingunderdrones.org
http://www.motherjones.com
http://www.avionics-intelligence.com
http://www.theguardian.com

 

(Quelle: HOMELAND SECURITY DEGREE GUIDE.)

BRD: Entwicklungshilfe für BAYER

Dienstag, Oktober 15th, 2013

“Subventionierte Markt-Erschließung

Von Jan Pehrke

Der BAYER-Konzern erschließt sich zunehmend Absatzgebiete in ärmeren Ländern. Die Bundesregierung unterstützt den Multi dabei tatkräftig und verbucht das unter „Entwicklungshilfe“.

„Mit ihrem Kapital, vor allem aber ihrem Know-how und ihrer Wertschätzung für Umwelt- und Sozialstandards, trägt die Privatwirtschaft ganz wesentlich zu entwicklungspolitischen Fortschritten bei“, meint Entwicklungshilfe-Minister Dirk Niebel. Darum sucht die Entwicklungshilfe-Politik unter seiner Ägide auch zunehmend den „Schulterschluss mit der Privatwirtschaft“. So hat das „Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“ (BMZ) mit BAYER, BASF, SYNGENTA und ca. 30 weiteren Konzernen die „German Food Partnership“ (GFP) gegründet, die sich dem Ziel verschrieben hat, „die Nahrungsmittel-Sicherheit zu verbessern“. Das vom Verbraucherschutz-Ministerium auf der Grünen Woche veranstaltete „Global Forum for Food and Agriculture“ durfte der Verband gleich als Plattform nutzen. Und als Dirk Niebel die Vertiefung der Public Private Partnership des BMZ mit der „Bill & Melinda Gates Foundation“ verkündete, war der BAYER-Manager Liam Condon für die GFP ebenfalls mit von der Partie und warb noch einmal für konzertierte Aktionen im Entwicklungshilfe-Bereich. „Die an der ‚German Food Partnership’ beteiligten Unternehmen stimmen darin überein, dass die aktuellen Herausforderungen nur durch langfristige Kooperationen und ganzheitliche Ansätze zu bewältigen sind“, so der Chef von BAYER CROPSCIENCE.

BMZ zahlt 1,1 Mio. Euro

Die Ganzheitlichkeit zahlt sich für die Multis nämlich aus. 79 Millionen Euro hat sich das BMZ die „Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft“ 2010/11 kosten lassen. Für BAYER fielen dabei 1,1 Millionen Euro ab. Allein mit 750.000 Euro subventionieren Niebel & Co. die Schulungen von kenianischen FarmerInnen im Umgang mit Pestiziden. 200.000 Euro erhält der Leverkusener Multi dafür, Regionalregierungen in Kenia dabei zu unterstützen, „das Wissen um moderne Kontrazeptiva und deren Gebrauch zu erweitern“. Und für „Fortbildungen“ zum selben Thema in der Ukraine und Bosnien-Herzogowina bekam der Konzern insgesamt 160.000 Euro.
Wie die „Entwicklungshilfe“ des Leverkusener Multis vor Ort abläuft, davon machte sich das TV-Magazin Panorama in Kenia ein Bild. Die JournalistInnen sprachen mit einer Pestizid-Verkäuferin, die an einem Seminar des Global Players teilgenommen hatte. „Es war eine Werbeveranstaltung für BAYER. Uns wurden die BAYER-Produkte vorgestellt und uns erklärt, dass BAYER eben ein Original ist und keine Fälschung“, berichtete sie. Informationen zu den Risiken und Nebenwirkungen der Ackergifte und zu deren richtiger Anwendung standen offensichtlich nicht auf dem Lehrplan. Der Verkaufsleiter der kenianischen BAYER-Niederlassung, Titus Kinoti, lässt dann auch keinen Zweifel am eigentlichen Sinn der Übung aufkommen: „Durch dieses Programm sind wir effektiver geworden. Wir können uns jetzt in einem umkämpften Markt behaupten. Wir bedienen die Bedürfnisse der Kunden und bringen sie dazu, unsere Produkte zu kaufen.“ Bilanz der „Entwicklungshilfe“: Eine Steigerung des Pestizid-Absatzes bei Kleinbauern und -bäuerinnen um 20 Prozent.

Ähnliches versuchen die Projekte in der Ukraine und in Bosnien-Herzogowina im Bereich der Verhütungsmittel zu errreichen. In Bosnien-Herzogowina kooperiert BAYER hierzu mit der „Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit“ (GIZ). Die staatliche Entwicklungshilfe-Agentur knüpft die Verbindungen zu staatlichen Institutionen, Gesundheitseinrichtungen und Bildungseinrichtungen und übernimmt die Schulungen, während der Pharma-Riese die Werbe-Maßnahmen finanziert, die Fachinformationen liefert und die Kontrazeptiva stellt. Für das BMZ hat diese Arbeitsteilung Modell-Charakter: „Der Erfolg der Partnerschaft basiert auf den komplementären Fähigkeiten der Partner“, hält es fest. Über die Motive BAYERs macht sich das Entwicklungshilfe-Ministerium dabei keine Illusionen. Der Konzern „versucht, in dieser Region einen Markt zu entwickeln“, heißt es in der vom BMZ herausgegebenen – und vom Pillen-Riesen SANOFI gesponserten – Expertise „Bringing Medicines to Low-income Markets“.

Um die Entwicklung von „inklusiven Geschäftsmodellen für Pharma-Unternehmen“ ist es der Veröffentlichung zu tun, an der auch BAYER-Beschäftigte mitgewirkt haben. Die „Low-income Markets“ haben es nämlich in sich. Auf ein Volumen von bis zu 160 Milliarden Dollar schätzt die Untersuchung die Gesundheitsausgaben der vier Milliarden Menschen auf der Erde mit einem Jahreseinkommen von unter 3.000 Dollar und frohlockt: „Diesen Markt haben sich die Pharma-Firmen noch kaum erschlossen.“ Allerdings bedarf es zur Erschließung dieser Märkte „innovativer Geschäftsmodelle“. Und hier kommen die staatlichen Entwicklungshilfe-Akteure und die Nicht-Regierungsorganisationen ins Spiel. Dank ihres Renommees und ihrer guten Verbindungen vor Ort können sie laut „Low income“ als „Türöffner“ fungieren und ein „Ökosystem“ für das jeweilige „business model“ kreieren.

Um sich in Äthiopien zu etablieren, hat der Leverkusener Multi gemeinsam mit der US-amerikanischen Entwicklungshilfe-Behörde USAID ein solches „innovatives Geschäftsmodell“ entwickelt. Die „Contraceptive Security Initiative“ sieht vor, Frauen „mit mittlerem Einkommen in vorerst elf subsaharischen Entwicklungsländern Zugang zu bezahlbaren oralen Kontrazeptiva“ zu verschaffen. Der Global Player stellt dafür die Pillen bereit und die USAID zahlt für die Erstellung und Verbreitung von Informationsmaterial zu den Mitteln. „Einen neuen strategischen Ansatz und einen innovativen Weg zur Erschließung der Märkte in Entwicklungsländern“ nennt der Pharma-Riese das Ganze.

Aber auch mit der auf dem Gebiet der Entwicklungshilfe zunehmend dominanter werdenden „Bill & Melinda Gates Foundation“ kam er schon ins Geschäft. 27 Millionen Einheiten des Verhütungsmittels JADELLE nahm die Stiftung dem Konzern ab, der dafür einen Mengenrabatt gewährte und 8,50 statt der üblichen 18 Dollar dafür in Rechnung stellte. Jetzt kostet es nur noch 50 Cent mehr als das Konkurrenz-Pharmazeutikum von SHANGHAI DAHUA PHARMACEUTICALS, das dem Leverkusener Multi Umsatzeinbußen beschert hatte. „Mit der oben genannten Initiative und einer Preisreduzierung von JADELLE um fünfzig Prozent hat das Unternehmen BAYER mit Hilfe öffentlicher Entwicklungshilfe-Gelder und der Gates-Stiftung nun nachgezogen und sein Produkt wettbewerbsfähig gemacht“, resümieren die JournalistInnen Daniel Bendix und Susanne Schultz.
Zudem dient das Mittel weniger dem Kampf gegen die Armut denn dem Kampf gegen die Armen. Bei JADELLE handelt es sich nämlich um ein speziell für die Bevölkerungspolitik geschaffenes, fünf Jahre lang unfruchtbar machendes Hormon-Implantat, das die Devise des früheren US-Präsidenten Lyndon B. Johnson in die Praxis umsetzt: „Fünf gegen das Wachstum der Bevölkerung investierte Dollar sind wirksamer als hundert für das Wirtschaftswachstum investierte Dollar.“

BAYERs Afrika-Strategie

Als Absatzgebiete für Pestizide nehmen die ärmeren Länder für den Agro-Riesen ebenfalls eine immer größere Rolle ein. So erwartet der BAYER-Manager Bernd Naaf binnen der nächsten zehn Jahre eine Verdoppelung des Volumens des afrikanischen Ackergift-Marktes auf drei Milliarden Euro und trifft schon die entsprechenden Vorbereitungen. „Wir entwickeln derzeit eine Afrika-Strategie mit dem Ziel, in diesem Wachstumsmarkt zukünftig stärker vertreten zu sein“, so Naaf. Dabei will die Aktiengesellschaft auch „gezielt das Segment der Kleinbauern ansprechen“ und setzt dabei als Ansprechpartner nicht zuletzt auf den „öffentlichen Sektor“.
Diesen braucht der Leverkusener Multi vor allem aus einem Grund: Er hat nach eigenem Bekunden nur Zugang zu einem Viertel des Marktes auf dem Kontinent. Die restlichen drei Viertel decken Nachahmer-Produkte nebst Fälschungen ab. Darum dringt das Unternehmen auf eine „Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedingungen“ und wendet sich zu diesem Behufe an die Entwicklungshilfe-Politik. So forderte BAYERs Liam Condon auf dem „Global Forum for Food and Agriculture“ Interventionen zugunsten eines verbesserten Patentschutzes, effizienterer Pestizid-Zulassungsverfahren und Maßnahmen gegen die Produkt-Piraterie. Erst „wenn wir dann die richtigen Bedingungen vorfinden“, möchten Condon & Co. in den betreffenden Ländern investieren und „die Farmer stärken“.

„Stärkung“ bedeutet dabei für ihn, aus den afrikanischen FarmerInnen Agrar-Unternehmer nach westlichem Vorbild zu machen. „Es ist unsere Rolle, – über den öffentlichen und privaten Sektor – dabei zu helfen, die Landwirte – kleine und große – in das zu verwandeln, was ich ‚Agripreneure’ nennen möchte“, meint der Manager. Und so sieht BAYERs „Entwicklungshilfe“ dann auch aus. Sie besteht vor allem aus teuren technischen Lösungen. Steriles, also nicht zur Wiederverwendung geeignetes Hybrid-Saatgut, besonders gut an Trockenheitsregionen angepasstes Saatgut und Pflanzen mit künstlich angereichertem Nährstoff-Gehalt hat der Cropscience-Chef für die Bauern und Bäuerinnen in den Armutsregionen parat. Zu einem solchen „Glück“ wollen BAYER, MONSANTO und die anderen Agro-Riesen diese sogar zwingen. Ihre gemeinsam mit den G8-Staaten 2012 gegründete „Neue Allianz für Ernährungssicherheit“ nimmt sich in einem Strategie-Papier nämlich vor, die „Verteilung von frei verfügbarem und nicht verbessertem Saatgut systematisch zu beenden“. Künftig sollen die LandwirtInnen nämlich bei jeder neuen Aussaat für die Labor-Kreationen der Konzerne optieren und kräftig Lizenz-Gebühren zahlen. Und das Bundesentwicklungsministerium gibt der Unheiligen Allianz nicht nur seinen Segen, sondern bis 2014 auch noch über 50 Millionen Euro.

In solchen PPPs wie der „Neuen Allianz für Ernährungssicherheit“ oder der „German Food Partnership“ dürfen BAYER & Co. ganz selbstverständlich selber Entwicklungshilfe-Politik betreiben, die Probleme definieren und Lösungsansätze entwerfen. Der engen Konzern-Perspektive gerät dabei so manches aus dem Blick. „Die strukturellen Ursachen des Hungerproblems werden ebenso ausgeblendet wie der Zusammenhang zwischen den proklamierten ‚guten Taten’ von Konzernen und deren eigentlichem Geschäftsmodell“, kritisiert Benjamin Luig von dem katholischen Hilfswerk Misereor. Das eigentliche Geschäftsmodell der Agro-Multis hinterlässt nämlich gerade in den Ländern des Trikonts verbrannte Erde. Roman Herre von der Organisation FIAN wirft der Bundesregierung deshalb vor, in ihren PPP-Projekten den Bock zum Gärtner gemacht zu haben. „Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO sterben jährlich etwa 355.000 Menschen durch von Pestiziden verursachte Vergiftungen, zwei Drittel davon im Globalen Süden. Knapp ein Drittel aller Agrar-Gifte weltweit stammen aus dem Hause BAYER und der ebenfalls in der ‚German Food Partnership’ vertretenen BASF“, moniert er. Obendrein belasten die Millionen von Gift-Geschädigten die Gesundheitsetats der Staaten massiv. Eine Studie des UN-Umweltprogrammes UNEP rechnet für 2015 bis 2020 mit Behandlungskosten von bis zu 90 Milliarden Dollar allein in Afrika. Aber an eine ökologische Landwirtschaft ist unter der Ägide einer von den Agro-Multis bestimmten Entwicklungspolitik natürlich nicht zu denken. Darüber hinaus treiben ihre teuren Komplett-Lösungen – die so genannten Input-Pakete – die LandwirtInnen allzu oft in eine Schuldenfalle, zumal es keinen funktionierenden globalen Agrar-Markt gibt und das Oligopol der großen Sechs (MONSANTO, BAYER, SYNGENTA, BASF, DOW CHEMICAL und DUPONT) die Preise fast nach Belieben diktieren kann.
Was die BUKO PHARMA-KAMPAGNE mit Bezug auf die BMZ-Publikation „Bringing Medicines to Low-income Markets“ „knallharte Wirtschaftsförderung“ nennt, gilt so auch für die gesamte bundesdeutsche Politik in diesem Bereich. Diese Art von Entwicklungshilfe ist Entwicklungshilfe nur für eines: für die Profite von BAYER & Co.”

 

(Quelle: Coordination gegen BAYER-Gefahren – CBG.)