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USA: Size doesn’t matter- money does (maybe)

Sonntag, Dezember 1st, 2013

“Das Pentagon will seine Streitkräfte verkleinern, aber technologisch aufrüsten

Von Chris Carroll

Veröffentlich am 5. November 2013
The Stars and Stripes

WASHINGTON – Das US-Militär müsse sich auf eine regelrechten Umbruch einstellen, erklärte Verteidigungsminister Chuck Hagel am Dienstag; zukünftige Haushalts- und Sicherheitsprobleme verlangten einschneidende Veränderungen im gesamten Verteidigungsbereich.

Tiefe Einschnitte bei der Truppenstärke (einzelner Teilstreitkräfte) könnten sich als unvermeidbar herausstellen.

In einer Rede vor einem Sicherheitsforum in Washington, das vom Center for Strategic and International Studies veranstaltet wurde, wies Hagel darauf hin, dass sich die Militärführung in Zeiten gekürzter Militärausgaben der schwierigen Frage stellen müsse: Wollen wir eine große Arme aktiver Soldaten mit veraltender Ausrüstung und Technologie behalten oder eine verkleinerte Truppe mit modernsten Waffen ausstatten?

In Zukunft könnten es sich die US-Streitkräfte nicht mehr leisten, einer großen Anzahl von Soldaten ein angenehmes Garnisonsleben auf riesigen Basen zu ermöglichen, trug er vor.

Stattdessen müsse sich das Militär auf eine chaotische, “bisher nie da gewesene” globale Sicherheitslage einstellen und das knapper werdende Geld für die Bewältigung aktueller Herausforderungen wie den Cyberkrieg, den Einsatz von Spezialkräften und die geheimdienstlichen Aufgaben der Aufklärung und Überwachung einsetzen.

“Wir werden uns sehr umstellen müssen, indem wir zum Beispiel kleinere, moderner ausgerüstete Einheiten mit verbesserten Fähigkeiten aufstellen und uns von großen Verbänden mit veralteter Ausstattung trennen,” erläuterte er. “Die fest in Garnisonen stationierten Truppen werden wir durch mobile Einheiten ersetzen, die weltweit operieren können.”

Hagel hat am Dienstag noch nicht mitgeteilt, wie sich die geplanten Veränderungen auf die Teilstreitkräfte auswirken werden; mit detaillierten Angaben ist erst zu rechnen, wenn die Planungen für das Haushaltsjahr 2015 fortschreiten.

Um die aus der Verteidigung der USA erwachsenden Aufgaben meistern zu können, müsse man sich wegen der Verkleinerung der aktiven Truppe stärker als bisher auf Reservisten stützen, auch wenn das nur begrenzt möglich sei.

“Wir werden vermehrt auf Reservisten zurückgreifen müssen, obwohl wir natürlich aus Erfahrung wissen, dass nur vorübergehend eingezogene Teilzeitsoldaten – zumindest im Anfangsstadium eines Konflikts – nicht das gleiche Bereitschaftsniveau wie Vollzeitsoldaten haben, besonders wenn sie zu den Bodentruppen einberufen werden,” fügte er hinzu.

Die als Sequestration bekannte automatische Kürzung aller Ausgaben, deretwegen auch die für die nächsten zehn Jahre geplanten Verteidigungsausgaben um 500 Milliarden Dollar reduziert werden müssten, könnte die Militärführung auch dazu zwingen, ein System einzuführen, das Einheiten mit sofortiger und erst später herzustellender Einsatzbereitschaft vorsieht.

“Wir müssen uns darauf einstellen, dass künftig nicht mehr jede Einheit sofort einsatzbereit ist, weil vermutlich ein abgestuftes Bereitschaftssystem unvermeidlich sein wird,” gab Hagel zu bedenken. “Daraus erwächst die Gefahr, dass der Präsident weniger Optionen zur Sicherung unseres Staates haben könnte.”

Die Frage, ob wir ein große Armee oder kleinere, aber mit modernsten Waffen ausgerüstete Streitkräfte brauchen, schien im Juli noch offen zu sein; damals stellte Hagel die Ergebnisse einer in vier Monaten erarbeiteten Studie mit dem Titel “Strategic Choices and Management Review”; darin wurde untersucht, wie das Pentagon die Sequestration abfedern könnte.

Eine der in der Studie erwogenen Möglichkeiten sieht das Festhalten an Programmen zur Entwicklung eines Joint Strike Fighters, zum Bau verbesserter Langstreckenraketen und zur Verbesserung der Fähigkeiten im Cyberkrieg vor; diese Programme können aber nur realisiert werden, wenn gleichzeitig die Bodentruppen stark reduziert würden – das Marine Corps (die Marineinfanterie) auf 150.000 Soldaten und die Army auf 380.000 bis 450.000 Soldaten und nicht, wie bisher geplant, erst bis 2017 auf 490.000 Soldaten. Bei dieser in der Studie untersuchten Variante müsste die Navy auch auf 3 Flugzeugträger-Gruppen verzichten.

Schon im Juli hatte Hagel gesagt, wenn man sich für die Beibehaltung höherer Truppenstärken und damit für eine gleichbleibende US-Präsenz in ausländischen Regionen entscheide, könnten die Ausrüstung nicht modernisiert und die Fähigkeiten zur Führung von Cyberkriegen nicht verbessert werden, außerdem müssten dann auch die Special Forces (Spezialkräfte) verkleinert werden.

“Wenn wir die Ausgabenkürzungen so auffangen wollen, müssen wir einen jahrzehntelangen Modernisierungsstau in Kauf nehmen.”

Deshalb müssten sich die Streitkräfte auf große Veränderungen einstellen.

Es müsse auch ein Abbau von Institutionen stattfinden, die nicht direkt an der Verteidigung beteiligt seien. Das bedeute, dass vor allem “die rückwärtigen Dienste” – die übrigens die größten der Welt seien – verkleinert werden müssten; dazu gehört auch die Reduzierung des Personals der Hauptquartiere um 20 Prozent, die Hagel schon vor einigen Monaten angekündigt hatte.

Das Militär müsse auch seine Personal- und Versorgungspolitik reformieren, kündigte Hagel an.

“Ohne ernsthafte Bemühungen um erhebliche Einsparungen auch auf diesem Sektor, der jetzt schon grob die Hälfte der Haushaltsmittel des Pentagons verschlingt und immer noch wächst, riskieren wir eine fortschreitende Schwächung unserer Streitkräfte,” betonte Hagel. “Unsere Soldaten würden zwar gut verdienen, wären aber schlecht ausgebildet und und ausgerüstet und nur noch bedingt einsatzbereit.”

In seiner weit ausholende Rede entwickelte Hagel seine Vision von der zukünftigen Rolle der US-Streitkräfte im Weltgeschehen; gleichzeitig wies er darauf hin, dass militärische Macht nur ein Aspekt der Staatsmacht sei; deshalb müsse das Pentagon immer bedenken, dass es die US-Außenpolitik nur unterstützen aber nicht bestimmen könne.

“Wir werden den zivilen Komponenten unserer Macht wieder mehr Bedeutung beimessen müssen,” fügte er hinzu. “Trotzdem muss unser Militär – angepasst an die Bedrohungen, die sich seit dem Ende des Kalten Krieges sehr gewandelt haben – stark, allen überlegen und schlagkräftig bleiben.”

Übersetzung:
Jung, Wolfgang

Anmerkung:

Die im o. g. Original-LUFTPOST-Artikel vorhandenen Links und Ergänzungen innerhalb des Textes sowie die Anmerkungen und der Kommentar wurden entfernt.

(Quelle: LUFTPOST.)

China / USA: Ready for Cyberwar?

Samstag, Juni 1st, 2013

“An Elizabethan Cyberwar

By JORDAN CHANDLER HIRSCH and SAM ADELSBERG
Published: May 31, 2013

NEW HAVEN — As Barack Obama and China’s president, Xi Jinping, prepare to meet in California next week, America’s relations with China are feeling increasingly like the cold war — especially when it comes to cybersecurity.

With the two countries accusing each other of breaking the old rules of the game, a new breed of “cyberhawks” on both sides are arguing for cold-war-like escalation that could turn low-level cyberconflict into total war.

But treating today’s Beijing like Brezhnev’s Moscow distorts the nature of the threat and how Washington should respond to it.

In confronting today’s cyberbattles, the United States should think less about Soviets and more about pirates. Indeed, today’s cybercompetition is less like the cold war than the battle for the New World.

In the era after the discovery of the Americas, European states fought for mastery over the Atlantic. Much like the Internet today, the ocean then was a primary avenue for trade and communication that no country could cordon off.

At that time, the Spanish empire boasted a fearsome navy, but it could not dominate the seas. Poorer and weaker England tested Spain’s might by encouraging and equipping would-be pirates to act on its behalf without official sanction. These semi-state-sponsored privateers robbed Spain of gold and pride as they raided ships off the coasts of the New World and Spain itself, enriching the English crown while augmenting its naval power. Spain’s inability to attribute the attacks directly to England allowed Queen Elizabeth I to level the playing field in an arena lacking laws or customs.

Today’s cyberbattles aren’t so different.

Next week’s summit takes place amid reports of increasingly sophisticated Chinese cyberespionage. Earlier this week, evidence surfaced that Chinese hackers had gained access to several top-secret Pentagon programs. That followed news that cyberunits believed to be linked to the Chinese Army have resumed attacks on American businesses and government agencies.

As tensions deepen, hawkish Chinese military leaders are paving the way for offensive war. A study by a RAND Corporation expert cited Chinese sources calling for pre-emptive cyberstrikes “under the rubric of the rising Chinese strategy of xianfa zhiren, or ‘gaining mastery before the enemy has struck.’ ” And a recent paper found that Chinese military officials have contemplated using cyberweapons like Stuxnet, which the United States and Israel deployed against Iran’s nuclear program, to target critical infrastructure.

American policy makers are beginning to view their cyberstruggle with China through a cold war lens. One Pentagon official recently said that while during the cold war America focused “on the nuclear command centers around Moscow,” today American leaders “worry as much about the computer servers in Shanghai.”

Another senior official declared that “the Cold War enforced norms, and the Soviets and the United States didn’t go outside a set of boundaries.” But, he argued, “China is going outside those boundaries now.”

Among those who view these hostilities as the cold war redux, some are proposing a more strident response. Earlier this year, the United States military announced the formation of 13 units dedicated to offensive cyberstrikes and endorsed pre-emptive cyberattacks. And late last month, Jon M. Huntsman Jr., the former ambassador to China, and Dennis C. Blair, the former director of national intelligence, suggested allowing American companies to retaliate against Chinese hackers on their own.

This emergence of cyberhawks in both nations raises the odds of a hack’s becoming a cyberwar. These voices could pressure both nations to treat any escalating cyberconflict as a latter-day Cuban missile crisis.

But the cold war model of a struggle with calibrated boundaries, clear rules, and the threat of mutual assured destruction simply doesn’t fit cyberspace.

The first major difference is terrain. The United States and the Soviet Union fought for global influence, manning divisions here and infiltrating covert operatives there. The Internet is more fluid. Neither the United States nor China can slice cyberspace into the reassuring structure of spheres of influence. With no obvious borders for states to violate or defend, power in cyberspace is at once easier to exercise and harder to maintain, a battle of subtleties rather than hard-nosed deterrence.

There are also more players today. The United States and the Soviet Union were the world’s unmatched nuclear powers. But in the cyberrealm, the United States and China stand only just ahead of other nations, hacker groups and individuals in their ability to inflict damage. And all of these actors can hide behind layers of networks and third parties, making it difficult to discover not only who attacked but also how and when. There will, in most cases, be plausible deniability. Even if American and Chinese policy makers wanted to manage the Web as carefully as their predecessors did the cold war, no working group could tame this instability.

With nations still navigating how to interact on the Web and arguments persisting about whether international law applies to the Internet, there are few established customs of cyberbehavior, legal or implicit. The United States should not expect China to follow the rules of a previous era. The norms of American-Soviet conflict, which themselves emerged out of years of gunpoint diplomacy, can’t be grafted onto cyberspace.

If American policy makers continue to define the cyberstruggle between Washington and Beijing as a new cold war, they will not meet the challenge. Viewing China’s actions through an obsolete lens will give them a distorted sense of its intentions. And it will limit American retaliation to the outmoded rules of a bygone battle.

If they must look to the past, they should heed the lessons of the 16th century, not the 20th. In 1588, the Spanish crown, in no small part due to its frustration with English piracy, resorted to massive retaliation, sending its armada to overthrow Queen Elizabeth. That move ended in disaster and an overwhelming English victory.

Instead of trying to beat back the New World instability of the Internet with an old playbook, American officials should embrace it. With the conflict placed in its proper perspective, policy makers could ratchet down the rhetoric and experiment with a new range of responses that go beyond condemnation but stop short of all-out cyberwar — giving them the room to maneuver without approaching cyberconflict as a path to Defcon 1.

In these legally uncharted waters, only Elizabethan guile, not cold war brinkmanship, will steer Washington through the storm.

Jordan Chandler Hirsch, a former staff editor at Foreign Affairs, and Sam Adelsberg, a fellow at the Yale Information Society Project, are students at Yale Law School.”

 

(Quelle: New York Times.com)

Siehe auch:

Entwicklungen im Völkerrecht – Militärische Gewalt bei Cyberattacken?