Posts Tagged ‘Ernährungssouveränität’

BRD: Fairer Handel – Wendemanöver in der Sackgasse?

Samstag, Juli 28th, 2012

“Grenzen der Zertifizierung

Bilanz und Ausblick

Von Carolin Callenius und
Francisco Mari

Explosionsartig erleben wir, wie immer mehr Nachhaltigkeits-Siegel Teil unseres Alltags werden. Von Bio, Fair Trade, den Runden Tischen, diversen Biospritplaketten bis zu Pro Planet und MSC (Marine Stewardship Council) hinter den Begriff Nachhaltigkeit verbergen sich die unterschiedlichsten Ziele, Kriterien, Systeme und Akteure. Allen gemein ist, dass sie bei den Importen von Agrarprodukten ansetzen. Diese sollen – je nach selbst gesetztem Zielunterschiedlich – aus einer Produktion kommen, die auf Raubbau am Regenwald verzichtet, in der keine Kinder arbeiten müssen, die Arbeiter gerecht behandelt werden, besonders wenig Treibhausgase verursacht oder/und die Artenvielfalt geschützt wird. Zu Recht wird kritisiert, dass dieses Schildermeer nicht mehr überschaubar ist. Es ist auch zunehmend unklar, welchem Siegel man Glauben schenken kann; da sich bei den meisten Siegeln höchstens eine Hand voll Experten noch auskennen.

In den Expertenzirkeln wird eifrig diskutiert, wie man diese Siegel noch weiter verbessern kann, wie man sie zusammenfassen kann und in ihrer Reichweite umfassender machen könnte und wie unabhängig eine Kontrolle der Zertifizierung sein muss. Zeitgleich wachsen aber auch die Zweifel, ob angesichts der immensen globalen Probleme diese kleinen Reformen am Agrarhandel ausreichen. Reicht das Plus für Menschen und Umwelt im Süden aus, um die Nachhaltigkeitsziele von Umwelt und Entwicklung zu erreichen? Oder dient nicht gar das Ganze nur als Beruhigungspille gegen das schlechte Gewissen? Denn der übermäßige und wachsende Konsum – auch von besiegelten Produkten – hat Folgen für die Menschen und die Umwelt im Süden.

Es besteht kein Zweifel, dass einzelne Produkte − inklusive ihrer Herstellungsprozesse und Folgewirkungen − durch eine Zertifizierung verbessert werden können. Wir aber wollen in diesem Artikel ein paar Fragen aus entwicklungspolitischer Perspektive aufwerfen, die die Grenzen des Instruments thematisieren, und welche Probleme wir wahrnehmen, die mittels der Zertifizierung selbst nicht behoben werden können:

• Ist eine exportorientierte Landwirtschaft oder Landnutzung mit zertifizierten Produkten grundsätzlich ein besserer Entwicklungsweg für die Länder des Südens als die nichtzertifizierten Exporte?

• Wer profitiert von der Zertifizierung und wer hat das Nachsehen?

• Welche ökologischen oder »fairen« Grenzen hat das Instrument der Zertifizierung?

Alle drei Fragen werden von vielen Bauernverbänden und Nichtregierungsorganisationen im Süden zunehmend kontrovers diskutiert.

Exporte von Rohstoffen als richtiger Entwicklungsweg?

Zunächst will die Zertifizierung nichts weiter, als bestehende Agrarhandelsströme qualitativ verbessern. Dabei geht es immer um unsere Ansprüche als KonsumentInnen im Norden. Egal ob für Biosprit, Schokolade, Tropenholz, Palmöl oder Shrimps, gleichgültig ob öko oder fair oder beides – die Standards werden in den Industrieländern gesetzt. Für die lokalen Märkte im Süden spielen diese Zertifizierungen, ja meist auch die Produkte selber, keine Rolle. Keine Verbraucherin in Costa Rica fragt nach öko-fairen Bananen oder in Dakar nach einer MSC-Sardine. Konsequenterweise heißt das, dass aus Sicht der KonsumentInnen im Süden niemand Zertifizierungen oder private Standards braucht.

In den Ländern selbst aber beobachten wir, dass diese Nachfrage häufig zusätzlich erfolgt; während gleichzeitig die natürlichen Ressourcen immer knapper werden. Während also einerseits die durchschnittlichen Ackerflächen pro Betrieb immer kleiner werden, beansprucht der Exportanbau immer größere Flächen und greift meist auf die besten Böden und Wasserressourcen zurück. Diese Knappheit an Land, Wasser, Biodiversität, etc. führt dazu, dass die Eigenversorgung mit Grundnahrungsmitteln in den letzten Jahren drastisch abnimmt. Viele Entwicklungsländer sind zunehmend von Nahrungsmittelimporten abhängig.

Eine Entwicklungsstrategie durch »Rohstoff- oder Agrarexporte« wurde in den letzten Jahrzehnten als der Königsweg propagiert. Sie versprach die gesteigerten Kostenvorteile in der Landwirtschaft und hohe Rohstoffpreise auszunutzen, um mit den Einnahmen Infrastruktur, Energie, Gesundheit und Bildung zu finanzieren. Niedrige Weltmarktpreise für Nahrungsmittel Nahrungsmittel förderten die Illusion man könne mit diesen Einnahmen auch die Ernährung der Bevölkerung sichern. Doch seit 2008 ist dieser Traum ausgeträumt. Die hohen und sehr stark schwankenden Nahrungsmittel- und Rohstoffpreise führten den Ländern ihre Abhängigkeit vom Weltmarkt und die Unsicherheit der Budgetplanung vor Augen. Weder die Armen in den Städten und noch weniger die große- Mehrheit der Landbevölkerung haben davon profitiert.

Im Hinblick auf die Bekämpfung von Armut und Hunger muss hinterfragt werden, ob eine Export-Expansion, auch wenn sie als nachhaltig zertifiziert ist, im Sinne einer ernährungssichernden, landwirtschaftlichen Produktion für die arme ländliche Bevölkerung in den Ländern des Südens zu wünschen und zu unterstützen ist. Letztendlich dient auch sie nur dazu, unsere Versorgung im Norden mit natürlichen Ressourcen abzusichern. Den meisten Zertifizierungen, wie FSC (Forest Stewardship Council) und den Runden Tischen fehlt bereits im Ansatz das Ziel der Armuts- und Hungerbekämpfung. Sie gehen in ihrem Anspruch oft nicht über eine Verringerung der schlimmsten (ökologischen und teilweise sozialen) Probleme hinaus. Auch die wachsende Ernährungsunsicherheit kann durch Zertifizierung nicht erfasst und nicht vermieden werden.

Sind denn die Mengen an zertifizierter Ware überhaupt nachhaltig verfügbar?

Es sind die gleichen Äcker, die gleichen Flüsse und Wälder, die, bisher von bäuerlichen Familien genutzt werden, nun aber von den Investoren in nachhaltige Produktion benötigt werden. Der Zugriff auf das Ackerland aber führt zu neuen ernst zu nehmenden Konkurrenzen, die in Folge auch zu Nahrungsmittelengpässen auf den lokalen Märkten führen können. Nämlich dann, wenn Menschen der Zugang zu den natürlichen Ressourcen geraubt wird oder wenn auf den lokalen Märkten nicht mehr ausreichend Lebensmittel zur Verfügung stehen oder nur zu Preisen, die für die Ärmsten schlicht nicht mehr bezahlbar sind. Zwar lässt sich überprüfen, ob bei der Anlage einer zertifizierten Plantage das Ackerland legal erworben wurde, ob Landkonflikte anhängig sind, oder Regenwald zerstört wurde und damit ausschließen, dass Menschen von ihrem Acker vertrieben, oder ohne ihre Einwilligung umgesiedelt wurden. Doch wird die wachsende Nachfrage nach Agrarimporten aus dem Süden – mit oder ohne Zertifizierung – zu weiteren indirekten Folgen führen. Denn die ursprünglichen Nutzer des Landes werden nun an anderen Orten beginnen zu produzieren, wo sie unter Umständen einen Raubbau an Primärwäldern vornehmen. Im Zuge des Wettlaufs um die natürlichen Ressourcen, wie Land und Wasser haben die besonders Benachteiligten oft das Nachsehen. Nomaden, Hirten, Fischer und Indigene werden in ihren Nutzungsrechten eingeschränkt und sind dann auch Opfer von »politisch korrekten « und zertifizierten Investitionen von landbesitzenden Kleinbauern.

»Die Dosis macht das Gift.« Dies wird in den Diskussionen um Agrotreibstoffe immer wieder deutlich: Denn ob mit oder ohne Zertifizierung, es wird nicht gelingen die steigende Nachfrage nach Agrarprodukten auf nachhaltige Weise zu befriedigen. Bei immer knapper werdenden natürlichen Ressourcen sind vielerorts die Grenzen für eine Produktionserweiterung bereits erreicht oder gar überschritten. Insbesondere dann, wenn immer mehr Energie und Grundstoffe aus Biomasse, Rohstoffe auf Erdölbasis ersetzen sollen. Bioethanol und Biodiesel benötigen jetzt schon zwei Prozent der weltweit verfügbaren Ackerflächen. Die neuen Hoffnungsträger einer »Grünen Technologie« aus nachwachsenden Rohstoffen, wie Biokerosin, Biokunststoff, Baufasern und Schmierstoffe werden diesen Trend fortsetzen.

Partizipation für wen?

Nachhaltigkeitsstandards funktionieren in gewisser Weise wie alle privatwirtschaftlichen Standards, die von Handels- und Industrieverbänden angewendet werden (beispielsweise Standards des Codex Alimentarius, der für die Einhaltung von Hygienestandards sorgt und private Standardnormen wie EUROGAP). Sie führen zu einer dem Agrobusiness genehmen Uniformität der Produkte, der sich alle Produzenten unterwerfen müssen. Da der Vormarsch der Supermärkte auch im Süden voranschreitet, verlieren Kleinproduzenten ihre lokalen Märkte und nur wenige, die in die Standarderfüllung der meist internationalen Handelsketten investieren können, beliefern sie. Alle Anderen müssen auch noch zusehen, wie Billigreste die den Standard nicht erfüllen, sie auch noch von den Straßenmärkten der Armen vertreiben.

Kleinproduzenten können sich die Kosten, die mit der Zertifizierung verbunden sind, oft nicht leisten. Aber auch Landwirte mittelgroßer Betriebe gehen ein hohes Risiko ein. Denn je höher ihre Investition, desto größer die Gefahr durch Markteinbrüche bei nur geringfügigen Nichtstandarderfüllungen. Kurzfristige Erfolgs- und Gewinnbestrebungen aller Beteiligten lassen auch im Geschäft mit zertifizierten Produkten keine Zeit, um die Umwelt der Produzenten langsam und nachhaltig an neue Markterfordernisse anzupassen. Dieses Anliegen wird allein von den Standards des fairen Handels aufgegriffen, die langfristig mit Beratung die Partner unterstützen und die Produzenten an eine soziale, manchmal auch an eine ökologische, Nachhaltigkeit heranführen.

Die Produktionsstrukturen sind mit Ausnahme des fairen Handels meist nicht berücksichtigt. Es werden immer nur das Produkt und die Herstellungsweise zertifiziert; aber nicht ob es von mechanisierten Großbetrieben hergestellt wurde oder in kleinen Strukturen vor Ort. Dagegen wehrt sich beispielsweise die brasilianische Landlosen- Organisation MST. Diese meint, dass Nachhaltigkeit unbedingt die Verteilung der Ressourcen beinhalten müsse, denn sonst gefährde der Anbau in immer größer werdenden Strukturen die Lebensgrundlage der Menschen.

Zertifizierung – nur ein grüner Anstrich?

Seit dem Beginn von Zertifizierungen wird heftig darüber gestritten, was denn unter Nachhaltigkeit verstanden wird. Während die Einen jeden Schritt, den die Industrie sich bewegt, als einen Gewinn ansehen (Statt der Nische soll der Mainstream erobert werden), kritisieren die Anderen, dass dies nur ein grünes Deckmäntelchen sei. Für letztere steht außer Frage, dass man gentechnisch verändertes Soja nicht als »verantwortungsvoll« zertifizieren kann; dass auch Monokulturen, die sich über zehntausende von Hektar erstrecken und große Mengen Pflanzenschutzmittel einsetzen, alles andere als nachhaltig sind. Viele Fragen sind offen: Ist nicht auch eine öko-faire Shrimps-Mast ein Widerspruch in sich? Kann es angesichts der überfischten Meere eine Öko-Aquakultur geben? Schützen Biotreibstoffe zwar das Klima, erzeugen sie aber gleichzeitig Probleme im Bereich des Erhalts von Umwelt und Menschenrechtschutz? Nachhaltigkeitszertifizierungen sind immer nur partiell. Das Wissen um die komplexen Zusammenhänge von Sozial- und Ökosystemen ist begrenzt, und die Wirkungen, die massive Eingriffe haben, sind in Öko- oder Sozialstandards nicht wirklich erfassbar und vorherzusehen.

Was wäre ein Ausweg?

Grundsätzlich muss sich jedes Land, jede Region fragen, in welchem Ausmaß Infrastruktur, Land, Wasser, Energie und Arbeitskraft in die Exportproduktion gehen soll, oder eben in die eigene Nahrungsversorgung und verarbeitende Kleinindustrien eingebracht werden. Den Landwirten, die die Mehrzahl der Hungernden ausmachen, wäre mehr gedient, wenn (…).”

Weiterlesen…

(Quelle: Forum Umwelt & Entwicklung.)

Brasilien: “Gegen die Rio +20 – Show”

Montag, Juni 4th, 2012

“Reclaiming our future: Rio +20 and Beyond

La Vía Campesina Call to action

On 20-22 June 2012, governments from around the world will gather in Rio de Janeiro, Brazil, to commemorate 20 years of the “Earth Summit”, the United Nations Conference on Environment and Development (UNCED) that first established a global agenda for “sustainable development”. During the 1992 summit, the Convention on Biological Diversity (CDB), the United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCC) and the Convention to Combat Desertification, were all adopted. The Commission on Sustainable Development (CSD) was also established to ensure effective follow-up of the UNCED “Earth Summit.”

 

 

Twenty years later, governments should have reconvened to review their commitments and progress, but in reality the issue to debate will be the “green economy” led development, propagating the same capitalist model that caused climate chaos and other deep social and environmental crises.

La Vía Campesina will mobilize for this historical moment, representing the voice of the millions of peasants and indigenous globally who are defending the well-being of all by implementing food sovereignty and the protection of natural resources.

20 Years later: a planet in crisis

20 years after the Earth Summit, life has become more difficult for the majority of the planet’s inhabitants. The number of hungry people has increased to almost one billion, which means that one out of six human beings is going hungry, women and small farmers being the most affected. Meanwhile, the environment is depleting fast, biodiversity is being destroyed, water resources are getting scarce and contaminated and the climate is in crisis. This is jeopardizing our very future on Earth while poverty and inequalities are increasing.

The idea of “Sustainable Development” put forward in 1992, which merged “development” and “environment” concerns, did not solve the problem because it did not stop the capitalist system in its race towards profit at the expense of all human and natural resources:

- The food system is increasingly in the grips of large corporations seeking profit, not aimed at feeding the people.

- The Convention on Biodiversiy has created benefit sharing mechanisms but at the end of the day, they legitimize the capitalization of genetic resources by the private sector.

- The UN Convention on Climate Change, instead of forcing countries and corporations to reduce pollution, invented a new profitable and speculative commodity with the carbon trading mechanisms, allowing the polluter to continue polluting and profit from it.

The framework of “sustainable development” continues to see peasant agriculture as backwards and responsible for the deterioration of natural resources and the environment. The same paradigm of development is perpetuated, which is nothing less than the development of capitalism by means of a “green industrialization.”

The “Green Economy” – Final Enclosure?

Today the “greening of the economy” pushed forward in the run-up to Rio+20 is based on the same logic and mechanisms that are destroying the planet and keeping people hungry. For instance, it seeks to incorporate aspects of the failed “green revolution” in a broader manner in order to ensure the needs of the industrial sectors of production, such as promoting the uniformity of seeds, patented seeds by corporation, genetically modified seeds, etc.

The capitalist economy, based on the over-exploitation of natural resources and human beings, will never become “green.” It is based on limitless growth in a planet that has reached its limits and on the commoditization of the remaining natural resources that have until now remained un-priced or in control of the public sector.

In this period of financial crisis, global capitalism seeks new forms of accumulation. It is during these periods of crisis in which capitalism can most accumulate. Today, it is the territories and the commons which are the main target of capital. As such, the green economy is nothing more than a green mask for capitalism. It is also a new mechanism to appropriate our forests, rivers, land… of our territories!

Since last year’s preparatory meetings towards Rio+20, agriculture has been cited as one of the causes of climate change. Yet no distinction is made in the official negotiations between industrial and peasant agriculture, and no explicit difference between their effects on poverty, climate and other social issues we face.

The “green economy” is marketed as a way to implement sustainable development for those countries which continue to experience high and disproportionate levels of poverty, hunger and misery. In reality, what is proposed is another phase of what we identify as “green structural adjustment programs” which seek to align and re-order the national markets and regulations to submit to the fast incoming “green capitalism”.

Investment capital now seeks new markets through the “green economy”; securing the natural resources of the world as primary inputs and commodities for industrial production, as carbon sinks or even for speculation. This is being demonstrated by increasing land grabs globally, for crop production for both export and agrofuels. New proposals such as “climate smart” agriculture, which calls for the “sustainable intensification” of agriculture, also embody the goal of corporations and agri-business to over exploit the earth while labeling it “green”, and making peasants dependent on high-cost seeds and inputs. New generations of polluting permits are issued for the industrial sector, especially those found in developed countries, such as what is expected from programs such as Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation (REDD++) and other environmental services schemes.

The green economy seeks to ensure that the ecological and biological systems of our planet remain at the service of capitalism, by the intense use of various forms of biotechnologies, synthetic technologies and geo-engineering. GMO’s and biotechnology are key parts of the industrial agriculture promoted within the framework of “green economy”.

The promotion of the green economy includes calls for the full implementation of the WTO Doha Round, the elimination of all trade barriers to incoming “green solutions,” the financing and support of financial institutions such as the World Bank and projects such as US-AID programs, and the continued legitimization of the international institutions that serve to perpetuate and promote global capitalism.

Why peasant farmers mobilize

Small-scale farmers, family farmers, landless people, indigenous people, migrants – women and men – are now determined to mobilize to oppose any commodification of life and to propose another way to organize our relationship with nature on earth based on agrarian reform, food sovereignty and peasant based agroecology.

We reject the “Green Economy” as it is pushed now in the Rio+20 process. It is a new mask to hide an ever-present, growing greed of corporations and food imperialism in the world.

  • We oppose carbon trading and all market solutions to the environmental crisis including the proposed liberalization of environmental services under the WTO.
  • We reject REDD (Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation) which allows rich countries to avoid cutting their carbon emissions by financing often damaging projects in developing countries.
  • We expose and reject the corporate capture of the rio+20 process and all multilateral processes within the United Nations.
  • We oppose land grabs, water grabs, seeds grabs, forest grabs – all resources’ grabs!
  • We defend the natural resources in our countries as a matter of national and popular sovereignty, to face the offensive and private appropriation of capital;
  • We demand public policies from governments for the protection of the interests of the majority of the population, especially the poorest, and landless workers;
  • We demand a complete ban on geoengineering projects and experiments; under the guise of ‘green’ or ‘clean’ technology to the benefit of agribusiness. This includes new technologies being proposed for adaptation and mitigation to climate change under the banners of “geo-engineering” and “climate smart agriculture”, including false solutions like transgenic plants supposed to adapt to climate change, and “biochar” purported to replenish the soil with carbon.
  • We resolve to protect our native seeds and our right to exchange seeds.
  • We demand genuine agrarian reform that distributes and redistributes the land – the main factor in production – especially taking into account women and youth. Land must be a means of production to secure the livelihood of the people and must not be a commodity subject to speculation on international markets. We reject “market assisted land reform”, which is another word for land privatization.
  • We struggle for small scale sustainable food production for community and local consumption as opposed to agribusiness, monoculture plantations for export.
  • We continue to organize and practice agroecology based production, ensuring food sovereignty for all and implementing collective management of our resources

Call to action

We call for a major world mobilization to be held between 18-26 June in Rio de Janeiro, with a permanent camp, for the Peoples Summit, to counter the summit of governments and capital.

We will be in Rio at the People’s Summit where anti-capitalist struggles of the world will meet and together we will propose real solutions. The People’s Permanent Assembly, between the 18 and 22, will present the daily struggles against the promoters of capitalism y the attacks against our lands. Today, Rio de Janeiro is one of the cities which receive the most contributions from global capital and will host the Soccer World Cup and Olympics. We will unite our symbolic struggles from the urban to the landless movements and fishers.

We also declare the week of June 5th, as a major world week in defense of the environment and against transnational corporations and invite everyone across the world to mobilize:

  • Defend sustainable peasant agriculture
  • Occupy land for the production of agroecological and non-market dominated food
  • Reclaim and exchange native seeds
  • Protest against Exchange and Marketing Board offices and call for an end to speculative markets on commodities and land
  • Hold local assemblies of People Affected by Capitalism
  • Dream of a different world and create it!!
  • The future that we want is based on Agrarian Reform, Peasant’s based sustainable agriculture and Food Sovereignty!

GLOBALIZE THE STRUGGLE!!

GLOBALIZE HOPE!!!

 

(Quelle: La Via Campesina.)

Siehe auch:

Rio+20: INTERNATIONAL CAMPAIGN OF STRUGGLES: Peoples of the World against the Commodification of Nature

Afrika: Ungebremster Landraub

Freitag, November 18th, 2011

“Land für Konzerne

Millionen Hektar fruchtbarer Boden in Afrika an ausländische Investoren verkauft

Von María José Esteso Poves *

Mehr als 47 Millionen Hektar bebaubarer Boden sind weltweit allein 2009 an internationale Konzerne verkauft worden, zwei Drittel davon in Afrika. Diese Zahlen teilte die Weltbank in einer 2010 veröffentlichten Studie mit, räumte jedoch zugleich ein, daß die realen Werte aufgrund der fehlenden Transparenz dieser Geschäfte noch höher sein könnten. Tatsächlich kommen unabhängige Organisationen wie das Global Land Project auf deutlich höhere Angaben. Dieser Vereinigung zufolge sind im gleichen Zeitraum allein in Afrika 63 Millionen Hektar Grund und Boden an ausländische Investoren verkauft oder verpachtet worden.

Während internationale Konzerne so bebaubares Land »hamstern«, hungern die Menschen. Mehr als zehn Millionen erleben derzeit am Horn von Afrika eine der härtesten Hungersnöte der Geschichte. Die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) nannte als Ursache für die Katastrophe die schlimmste Dürre im Osten Afrikas seit 30 Jahren. Die für die Bevölkerung immer knapper werdenden Naturressourcen durch den Verkauf der Ländereien an ausländische Unternehmen erwähnte die Organisation hingegen nicht. Die von afrikanischen Regierungen willkommen geheißenen Investoren nutzen die Flächen vor allem für die Herstellung von Biokraftstoff für die Industrienationen, während immer weniger Boden für die Produktion von Lebensmitteln zur Verfügung steht.

In Afrika leben 80 Prozent der Bevölkerung auf bäuerlichen Familienbetrieben. Darüber hinaus ist in vielen Ländern des Kontinents Grund und Boden Kommunaleigentum. Doch welche Vereinbarungen die Behörden über deren Nutzung mit den transnationalen Konzernen getroffen haben, ist weitgehend unklar. Vor allem Unternehmen aus Saudi-Arabien und China gelten als die größten Aufkäufer von Grundstücken in Afrika, aber auch Kuwait, Katar, Bahrain und Unternehmen aus Schweden, Deutschland und Großbritannien haben sich per Abkommen in Angola, Kenia, Sambia, der Demokratischen Republik Kongo oder Moçambique Ländereien angeeignet. Führend beim Landraub in Afrika ist jedoch Indien. Nach Angaben der indischen Wirtschaftszeitung The Economist Times haben mehr als 80 indische Unternehmen in Plantagen in Kenia, Äthiopien, Madagaskar, Senegal und Moçambique investiert, die für den indischen Markt produzieren.

Der Experte Gustavo Duch bezeichnete diese Politik als »einen harten Angriff auf die Ernährungssouveränität der Völker«. Er wies auch das von offizieller Seite gern vorgebrachte Argument zurück, daß die fraglichen Ländereien ansonsten »verschwendet« seien. Tatsächlich böten die Wälder und Ackergebiete Anbaumöglichkeiten für die vielen kleinen Dörfer und Ansiedlungen.

Eine Vorreiterrolle beim Ausverkauf des eigenen Landes spielt Äthiopien. Allein in der Amtszeit des Präsidenten Meles Zenawi seit 1995 wurden in der Region Gambella mehr als 2500 Kilometer an fruchtbarem Grund und Boden an Unternehmen aus 36 Ländern verpachtet. In diesem Jahr sollen hier mehr als 15000 Menschen umgesiedelt werden, um ihnen »einen besseren Zugang zu Wasser, Schulen und Verkehr« zu ermöglichen. Die äthiopische Regierung versichert, daß alle diese Umsiedlungen »freiwillig« erfolgen, doch der eigentliche Grund ist der Ausverkauf des Landes, der den Familien die Lebensgrundlage entzieht.

Gegen diesen Landraub wächst der Widerstand. Mehr als 500 Bauern- und Umweltorganisationen sowie Gewerkschaften richteten während des Pariser G-20-Gipfeltreffens einen Appell an die führenden Industriestaaten. Zwischen dem 17. und 20. November wollen sie sich in Nyeleni in Mali treffen, um dort gemeinsame Strategien gegen den weiteren Verkauf von Grundstücken zu vereinbaren.

Der Beitrag erschien zuerst in der spanischen Wochenzeitung Diagonal. Übersetzung: Carmela Negrete

* Aus: junge Welt, 1. November 2011″

 

(Quelle: AG Friedensforschung.)

Südamerika: Weltbank fördert Landraub

Dienstag, Juli 12th, 2011

“The World Bank funding land grabbing in South America

Open letter to the International Finance Corporation about CalyxAgo

Dear Mr Thunell,

The official documents1 of the International Finance Corporation (IFC)2 indicate that the IFC is considering providing Calyx Agro with a loan of up to $30 million.

The September 2010 World bank Report Rising global interest in farmland, was highly criticized by many for having failed to identify land grabbing as a serious threat to the food sovereignty and the right to food of rural communities, and for having failed to assess the Bank’s own responsibilities in the increasing land deals by promoting market-based approaches to land management through its lending practices and policy advocacy. Yet the report still managed to document the dramatic increase of investor interest in agricultural land since the 2008 food price spike, emphasizing the exploitative nature of many investments. According to the report, land deals between investors and governments have often occurred in secrecy, marginalizing affected communities and farmers from the consultation phases and consequently leading to the eviction of people from their land without proper compensation.

With the declared aim of counterbalancing these trends, the Bank proposed seven voluntary principles for agricultural investment in developing countries, ranging from respecting existing rights to land and natural resources, strengthening food security, transparency and accountability, full consultation, to generating positive social and environmental impacts.

Even this set of principles, proposed by the Bank to reduce the risks of social backlash of land investments, and again strongly criticized as a substantial legitimization of land grabbing, will fail to be applied in the Bank’s own agricultural policies and lending practices, if the loan to the Project CalyxAgro goes ahead:

• The IFC states it “will be the first financier to provide Calyx long-term financing, without which the Company may have to reduce its expansion plans” and it acknowledges that its “Stamp of Approval” will help Calyx Agro if it pursues an initial public offering on a stock Exchange.

This implies that the IFC, through the approval of this loan would grant a significant coverage and support to Calyx’s further expansion in its field of operation.

CalyxAgro was established in Argentina by Louis Dreyfus Commodities in 2007 as a vehicle for farmland acquisition in southern Latin America. Louis Dreyfus is owned by the Louis-Dreyfus family in France and is one of the world’s largest traders of agriculture commodities.

Following the opening of the fund to new investors in 2008, AIG Investments, the asset management vehicle of the insurance company American International Group (AIG) made a $65 million investment in Calyx Agro that year. Following the AIG crisis as a result of its involvement in the US sub-prime scandal, the company was forced to sell its investment arm to Hong Kong billionaire Richard Li’s Pacific Century Group. AIG Investments was then renamed PineBridge Investments in 2010 and its investments in Calyx Agro were maintained.

According to a 2008 report3 from Brazil’s Conselho Administrativo de Defesa Econômica, the other major investors in Calyx Agro are:

TRG Management, a New York hedge fund operated by The Rohatyn Group, which was founded by former JPMorgan. bankers in 2003 to invest in emerging markets;

Worldstar Ltd, a subsidiary of Said Holdings, which is an investment holding company, incorporated in Bermuda, that belongs to Wafic Saïd, a Syrian-Saudi businessmen

Pictet Private Equity Investors, a private investment company based in Switzerland;

Solvia Investment Management, an investment vehicle for the London-based investment fund Oslow Capital Management. This loan to Calyx Agro, a company mandated to buy-up farmland in Latin America for wealthy foreign investors, would facilitate a large-scale expansion of the fund’s land holdings.

The World Bank, through the IFC and the Multilateral Investment Guarantee Agency, is already directly implicated in funding the global land grab and the IFC loan to Calyx Agro would only deepen its involvement. In fact, the IFC has recently provided funding to a Calyx Agro shareholder for similar projects. In 2009, the IFC approved a $15 million loan to support the expansion plans of NFD Agro Ltd, a soybean plantation company based in Paraguay that owns the company Desarrollo Agrícola del Paraguay (Grupo DAP) and that is heavily involved in the controversial Round Table on Responsible Soy Association4. NFD Agro is controlled by Argentinian businessmen and the US bank JP Morgan, while TRG Management, a Calyx Agro shareholder, owns 11.7% of the company5. Subsequently, in 2010, the IFC approved a $25 million equity investment in a Mauritius-based fund managed by TRG called the TRG Africa Catalyst Fund I, which is investing in resources and the consumer goods sector in Sub-Saharan Africa6.

At a time when social movements in Latin America and around the world are calling for a stop to the “farmland grab” and where many of the region’s governments are pursuing measures to restrict foreign investment in their farmland, it is unacceptable for a multilateral institution like the World Bank to be offering direct support to some of the world’s leading actors involved in land grabbing.

• The IFC states that “Calyx’s agricultural operations include the production of grains and oilseeds in owned and leased farms, including soybeans, wheat, corn, sunflower, and cotton, among others”.

Calyx Agro is one of several private entities that have been established in recent years, often backed by foreign investors, to acquire large areas of farmland in the Southern Cone of Latin America and to convert these lands into large-scale monoculture plantations for the production of soybeans, sugarcane, corn and other commodities for export. The operations of the farms they acquire are typically subcontracted to specialized farm management companies that deploy highly-mechanized, chemicallyintensive farming practices, often based on the use of crops genetically modified to withstand the application of large doses of herbicides.

Such firms have been critical to the regional boom in soybean monocultures, which now occupy a quarter of all agricultural lands in Paraguay and which have grown at a rate of 320,000 hectares per year in Brazil since 1995. In Argentina, where soybeans occupy around half the agricultural lands in the country, 5.6 million hectares of non-agricultural land was converted to soya production between 1996 – 2006.7

The devastating impacts that such farms have had on people and the environment in Latin America are well-documented and acknowledged by multiple actors8.

These impacts include deforestation, soil degradation, pesticide poisoning, the loss of biodiversity and genetic contamination. One direct consequence is the explosion of pesticide use. In Brazil alone, the pesticide market is now worth over $5 billion, four times what it was in 19929.

Socio-economic consequences include the loss of livelihoods for local people, the severe concentration of land and income, the expulsion of rural populations to the Amazonian frontier and to urban areas, often with violence, and worsening food insecurity. There has also been documentation of slavery conditions on many soy and sugarcane farms.

The expansion of these crops diverts government funds otherwise usable in education, health, and alternative, far more sustainable agro-ecological methods. And it reduces the food security potential of target countries. Much of the land previously devoted to grain, dairy products or fruits has been converted to soybean and corn for exports, leading to the rapid proliferation of the associated ecological and social impacts as well as escalation in prices of staple foods in the region.

• The IFC states that “the proposed investment will make a contribution to rural economic development through job creation and linkages with (and in some cases support in the creation of) SMEs (agricultural contractors) in rural areas. The investment is expected to generate a range of social and economic benefits, including economic growth and higher productivity of the farming sector, which includes: (i) Better use of the land; (ii) Transfer of Sustainable Best Practices; (iii) Private Sector Development; and Increased Employment”.

However all evidence on the expansion of large-scale industrial agriculture has shown it has overall negative impacts on jobs and rural populations. In Brazil for example, 85% of farm establishments are family-based, but they occupy just 24.3% of the area occupied by Brazilian farms as a whole. Family agriculture is recorded as providing work for 13 million people – around 80% of the total rural workforce10.

That employment is threatened by the further expansion of industrial agriculture and land acquisition. In Brazil, only two jobs are created for every 100 hectares of soybean plantations.

The above mentioned WB’s report itself highlighted how often investors have not created the number of jobs they promised, and have failed to effectively invest in purchased land either due to lack of agricultural expertise or because they were more interested in speculative gains rather than in growing crops. And it continues stating that “case studies illustrate that in many instances outside investors have been unable to realize this potential, instead contributing to loss of livelihoods. Problems have included displacement of local people from their land without proper compensation, land being given away well below its potential value, approval of projects that were only feasible because of additional subsidies, generation of negative environmental or social externalities, or encroachment on areas not transferred to the investor to make a poorly performing project economically viable”.

On March 11, 2010, nearly 100 civil society organizations from 38 countries have commented on the Social and Environmental Sustainability Policy, Performance Standards and Disclosure Policy of the IFC, already demanding the World Bank Group lending to private corporations to be much more responsive to environmental and social concerns. The letter described that IFC ’s lack of transparency and supervision, failure to recognize human rights, and inadequate climate change policies, undermine WB ’s ability to achieve its poverty alleviation mission.

We hereby want also to reaffirm that land acquisition by private corporations do not solve the imminent problems of poverty, hunger, and need for land reform but it further jeopardizes the already fragile livelihoods of rural communities. The IFC, by promoting investors’ access to land instead of prioritizing these basic human rights, is also failing in its mission.

As international civil society organizations, strongly committed with the food sovereignty discourse and advocating for the right to food and land management of rural communities worldwide, demand to the IFC Board of Directors to refrain from granting the loan to CalyxAgro.

We denounce strongly this loan as it marks a blatant contradiction between the Bank’s stated mission of poverty elimination and sustained development, and its policies and lending practices. We will continue to provide more detailed submissions on these and other topics of concern,

Signatories:
Acción Ecológica, Ecuador
Acción por la Biodiversidad, Argentina
Campagna per la Riforma della Banca Mondiale (CRBM)
Centro Ecológico, Brasil
COECOCEIBA-Amigos de la Tierra Costa Rica
Confédération Paysanne
Focus on the Global South
Friends of the Earth International
GRAIN
La Via Campesina
Land Research Action Network (LRAN)
Red de Coordinación en Biodiversidad, Costa Rica
REDES-AT, Uruguay
SOBREVIVENCIA, Amigos de la Tierra Paraguay

Notes:

1
Available at http://www.ifc.org/ifcext/spiwebsite1.nsf/0/E4CD528CC457947C8525787E006E382D

2
The International Finance Corporation (IFC) is the lending arm to the private sector of the World Bank Group. It
provides private sector financing, investments and advisory services to both governments and private sector

3
Available at: http://www1.seae.fazenda.gov.br/littera/pdf/08012005483200877.pdf

4
See the report on Grupo DAP by Corporate Europe Observatory:
http://www.corporateeurope.org/system/files/files/resource/DAP_articleFINAL.pdf)

5
See the IFC’s summary of the
project: http://www.ifc.org/ifcext/spiwebsite1.nsf/0/B3A74FCDEC6DC008852576BA000E2DA1

6
See the IFC’s summary of the project:
http://www.ifc.org/ifcext/spiwebsite1.nsf/f451ebbe34a9a8ca85256a550073ff10/0d4c1019ea
516708852576e3005f182c?OpenDocument

7
Walter Pengue and Miguel Altieri, “GM soya bean: Latin America’s new colonizer”, Seedling, January 2006,
http://www.grain.org/seedling/?id=421

8
PM Fearnside (2001), “Soybean cultivation as a threat to the environment in Brazil”, Environmental Conservation 28: 23-28;
PF Donald (2004), “Biodiversity impacts of some agricultural commodity production systems,” Conser-vation Biology 18:17-37;
Walter Pengue (2005), “Transgenic crops in Argentina: the ecological and social debt,” Bulletin of Science, Technology and Society 25: 314-322;
Jane Rissler and Margaret Mellon (1996), The ecological risks of engineered crops, MIT Press, Cambridge, Mass.
GRAIN, “Corporate candyland”, April 2009: http://www.grain.org/seedling/?id=589

9
IBGE (2009b). Censo Agropecuário 2006. Agricultura familiar. Brasil, Grandes Regiões e Unidades da Federação.
IBGE, 2009. Available at: www.ibge.gov.br/home/estatistica/economia/agropecuaria/
censoagro/agri_familiar_2006/default.shtm. Accessed September 17 2010.

10
Brazilian Forum of NGOs and Social Movements for the Environment and Development (FBOMS):
“Agribusinesses and biofuels: an explosive mixture”, Rio de Janeiro, 2006, p. 6. “

 

(Quelle: La Via Campesina.)

Bangladesch: Dramatische Folgen der Klimakrise

Donnerstag, Juli 7th, 2011

“Klimawandel und neoliberale Politik: der Fall Bangladesch

Von Danielle Sabaï

Bangladesch liegt mitten im größten Delta der Welt, wo zwei Flüsse aus dem Himalaya, Brahmaputra und Ganges, sich vereinigen und in den Golf von Bengalen ergießen; Klimakatastrophen treten hier fast regelmäßig auf. Die Hälfte des Landes in Bangladesch liegt weniger als 10 Meter über dem Meeresspiegel Es besteht größtenteils aus Lehm, der durch Flüsse, die aus den Himalaya-Gletschern abfließen, entwässert wird. Die Schneeschmelze verursacht regelmäßig kräftige Überschwemmungen. Der Küstenstreifen selbst wiederum ist Wirbelstürmen und Flutwellen ausgeliefert, die die Küstengebiete überschwemmen. Unter extremen klimatischen und geografischen Bedingungen hat Bangladesch im Laufe der Jahrhunderte ein Gleichgewicht entwickelt, das seiner dichten Bevölkerung erlaubt, dort zu leben. Die durch neoliberale Politik noch verstärkte Klimaerwärmung hat dieses empfindliche Gleichgewicht zerstört. Wohl kein Land der Welt ist heute stärker gefährdet, und die Bevölkerung von Bangladesch steht vor immensen Herausforderungen …

BEISPIELLOSE KLIMAÄNDERUNGEN

Keine Region in Bangladesch wird vom Klimawandel verschont.

Im Norden des Landes kann der Sommer, der früher zwei oder drei Monate dauerte, jetzt fünf oder sechs Monate anhalten, verbunden mit einem erheblichen Anstieg der Temperatur. Deshalb vertrocknen die fruchtbaren Böden und die Pflanzen verbrennen. Die Flüsse trocknen aus und die Landwirte sind abhängig von teuren Bewässerungssystemen, die das Grundwasser herauf pumpen und allmählich erschöpfen. Seit den 90er Jahren haben die Bauern auch das Problem der Kontamination des Brunnenwassers mit Arsen, das von Natur aus in den Böden enthalten ist, jetzt aber durch das Abpumpen des Grundwassers an die Oberfläche kommt. Im Winter nehmen Kälte und Nebel immer mehr zu, was zur Zerstörung vieler Gemüse- und Saisonkulturen führt.

Im Süden steigt die Temperatur im Sommer stetig und die Kälte im Winter wird immer heimtückischer. An der Küste treten Wirbelstürme häufiger und heftiger auf. Flutwellen, die das fruchtbare Land an den Küsten überschwemmen, erhöhen dauerhaft den Salzgehalt des Bodens und der Flüsse und machen das Land ungeeignet für die Bewirtschaftung.

Das Land hat nur noch drei Jahreszeiten, einen Sommer, einen Winter und eine Regenzeit, während es früher sechs waren. Während dieser Zeiten scheint das Klima Amok zu laufen: Die Sommer werden immer wärmer und trockener, die Winter immer strenger und die Regenzeiten immer nasser. Überschwemmungen und Wirbelstürme, die es in Bangladesch immer gab, treten nun häufiger und vor allem außerhalb der gewohnten Zeiträume auf.

Der Klimawandel ist definitiv verantwortlich für dieses Chaos, zumindest teilweise. Die Erwärmung der Atmosphäre beschleunigt das Schmelzen der Gletscher am Nord- und Südpol und lässt den Meeresspiegel steigen. Die Küstengebiete von Bangladesch werden nach und nach vom Salzwasser überflutet. Der dritte Bericht des Weltklimarats (IPCC) schätzte, dass das Land 10,9 % seiner Fläche verlieren könnte, wenn der Meeresspiegel um 45 Zentimeter steigt.

Im Norden werden die Flüsse, die Bangladesch durchqueren, vom Schmelzwasser der Himalaya-Gletscher gespeist. Mit der Klimaerwärmung schmelzen die Gletscher schneller ab, als das Eis neu gebildet werden kann. So verringern sich die Abflussmengen allmählich, und wenn das Phänomen anhält, könnten die Flüsse bald versiegen und eine Wüstenbildung im Norden Bangladeschs verursachen.

Aber derzeit erhöht zunächst die Zunahme der Niederschläge im Monsun zusammen mit einer Verstärkung der Gletscherschmelze den Wasserablauf. Der Ablauf dieses Wassers wird aber durch die Erhöhung des Meeresspiegels erschwert. Die Kombination dieser beiden Faktoren macht Überschwemmungen häufiger und kräftiger.

Angesichts des Meeresspiegelanstiegs reichen die in den 60er Jahren gebauten Deiche mit ihrer Höhe von fünf Metern nicht mehr aus, um die Küstenorte vor den Fluten zu schützen. Die Kombination von steigendem Meeresspiegel und Ablagerungen von Milliarden Tonnen von Schlamm durch die Flüsse des Nordens lässt sich das Eindringen von Salzwasser in tiefer liegende Gebiete nicht mehr verhindern. Die Deiche halten das Regenwasser im Landesinneren zurück und verstärken dadurch die Überschwemmungen.

DURCH DIE NEOLIBERALE POLITIK WIRD DIE SITUATION NOCH VERSCHÄRFT

Der Klimawandel ist nicht allein verantwortlich für die Umweltzerstörung, deren ersten Opfer die Menschen in Bangladesch sind. In den 80er Jahren haben die Regierungen eine Wirtschaftspolitik entwickelt, die sowohl auf Exporte als auch auf die Steigerung der Nahrungsmittelproduktion orientiert. Diese Politik wurde angetrieben und gefördert von internationalen Organisationen wie der Weltbank, dem Internationalen Währungsfonds, der Asiatischen Entwicklungsbank, der US-Entwicklungsbehörde und dem britischen Entwicklungshilfeministerium.

Wie auch anderswo haben die Strukturanpassungsmaßnahmen in Bangladesch die Privatisierung großer Staatsbetriebe und die Öffnung des Energiesektors für ausländisches Kapital favorisiert. Es war das Gleiche im Bereich des Bergbaus in den 90er Jahren.

Der Rückzug des Staates hat die Krise in den Bereichen Bildung und Gesundheit beschleunigt und den Weg für private Dienstleistungen geebnet. Im Namen der Entwicklung haben diese Wirtschaftsreformen erlaubt, den Landbesitz zu konzentrieren und Millionen von Menschen zu enteignen. Sie haben einen Teufelskreis der Abhängigkeit geschaffen, aus dem sich die Bäuerinnen und Bauern in Bangladesch nur schwer befreien können.

An der Küste haben sich die Anlagen zur Garnelenzucht für die Bedienung eines explodierenden Marktes in den wohlhabenden Ländern vervielfacht. Bangladesch ist heute weltweit der fünftgrößte Produzent von Garnelen. Etwa 130 Unternehmen teilen sich die Gewinne einer Branche, die fast eine Million bangladeschischer Arbeiterinnen und Arbeiter für weniger als einen Euro pro Tag beschäftigt. 190 000 Hektar von Mangrovenwäldern und fruchtbarem Land wurden in Aquakulturen verwandelt. Das ursprünglich landwirtschaftlich genutzte Gebiet wurde zu niedrigen Preisen den Kleinerzeugern abgekauft und dann in Anlegen zur Garnelenzucht umgewandelt, was die Versalzung des Bodens erhöht und das Land endgültig unbrauchbar für den Anbau macht.

Diese Industrie gefährdet die Existenzgrundlage der Bauern, ohne andere Arbeitsplätze in ausreichender Zahl zu sichern. In den Sundarbans hat die Garnelenzucht das fragile Gleichgewicht, das der örtlichen Bevölkerung erlaubte, von den Ressourcen des größten Mangrovenwalds der Welt zu leben, zerbrochen. Das Ökosystem kann sich an die Versalzung des Wassers und Erhöhung der Temperaturen nicht schnell genug anpassen. Die großen Bäume verschwinden und auch eine große Zahl von Tier- und Pflanzenarten. Die Bauern, die einst Reis angebaut und keine Arbeit in den Aquakulturen gefunden haben, wurden zu Fischern in den Sundarbans. Aber die Mangroven können dem kombinierten Druck der immer bedeutenderen Kleinfischerei und der Garnelen-Industrie, die von der Verschmutzung zerstörte Seen hinterlässt, nicht standhalten. Dies bewirkt eine ökologische Katastrophe und verstärkt die Auswirkungen des Klimawandels, da die Mangroven ein Puffer zwischen Land und Meer sind. Sie schützen gegen die Erosion, die von den auf die Küste treffenden Wirbelstürmen verursacht wird.

Im Binnenland hat der Wille, die landwirtschaftliche Produktivität der Felder rasch zu steigern, zu einem übermäßigen Einsatz von Düngemitteln geführt. Dies verstärkt den Rückgang der Artenvielfalt und die Bodenerosion.

ERNÄHRUNGSSOUVERÄNITÄT UND KLIMAFLÜCHTLINGE

Die sozialen Herausforderungen sind gewaltig für die 150 Millionen Menschen in Bangladesch und insbesondere für die Ärmsten. Ein Drittel der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze und 70 % sind ohne Land. Klimawandel und neoliberale Politik bedrohen den Lebensstil von Millionen von ihnen. Prognosen gehen davon aus, dass fast 40 Millionen Menschen Klimaflüchtlinge werden könnten. Die Hauptstadt Dhaka wird die massiv verdrängte Bevölkerung nicht absorbieren können, die zu erwarten ist, wenn ein Teil des Landes unbewohnbar ist, weil es überflutet oder zur Wüste geworden ist. Sie nimmt bereits jedes Jahr eine halbe Million Bauern auf, deren traditionelle Umwelt zerstört wurde. Die Lösung kann auch nicht vom benachbarten Indien kommen, das mit Bangladesch eine 4000 km lange gemeinsame Grenze hat und einen doppelten Stacheldrahtzaun von 2,5 Metern Höhe und über 2500 km Länge errichtet hat. Die indische Regierung behauptet, sich so gegen Terrorismus und Menschenhandel schützen zu wollen. Tatsächlich unterbindet er den Strom von Migranten von beiden Seiten der besonders komplexen Grenze. Eine Antwort muss aber auf Zusammenarbeit und gegenseitiger Unterstützung beruhen und ganz sicher nicht auf Sperrung der Grenzen und Repression.

In einem Land, in dem die Landwirtschaft einen Anteil von 20 % des BIP und 65 % der Beschäftigten umfasst, erscheint Ernährungssouveränität als eine der Schlüsselfragen, die es Bauern ermöglicht, den Klimawandel zu mindern und sich an seine Folgen anzupassen, und gleichzeitig eine überwiegend arme Bevölkerung zu ernähren.

Das Paradigma der Ernährungssouveränität ist das Gegenteil des dominierenden Modells des Agrobusiness, bei dem die Jagd nach Profit vor den Nahrungsbedürfnissen der Menschen und der Rücksicht auf die Umwelt kommt. Dieses Paradigma „bekräftigt das Recht der Menschen vor Ort, ihre eigene Agrar- und Ernährungspolitik zu definieren, ihren eigenen Markt zu kontrollieren und die lokale Landwirtschaft durch die Verhinderung des Abfließens der landwirtschaftlichen Überschüsse zu fördern. Es fördert vielfältige und nachhaltige Methoden der Landnutzung, die die Erde respektieren und den internationalen Handel nur als Ergänzung zur lokalen Produktion betrachten. Ernährungssouveränität bedeutet, die Kontrolle der natürlichen Ressourcen wie Boden, Wasser, Saatgut an die lokalen Gemeinschaften zurückzugeben und gegen die Privatisierung des Lebens zu kämpfen.“ [1]

Das Scheitern der Konferenz von Kopenhagen sollte uns an die Unfähigkeit der Regierungen der Großmächte erinnern, konkrete Maßnahmen zu beschließen und durchzuführen. Die bevorstehende Klimakatastrophe wird sich nicht abwenden lassen, ohne sich vom kapitalistischen System zu lösen, das auf der Suche nach Gewinnmaximierung und unbegrenzter Akkumulation basiert – Zielen, die mit der Bewahrung der Umwelt und der Befriedigung sozialer Bedürfnisse unvereinbar sind.

Bauernorganisationen wie Bangladesh Krishok Föderation (BKF) und Kisan Sabha Bangladesch (BKS) [2] organisieren Workshops mit Landwirten, um Auswirkungen des Klimawandels zu beurteilen und zu Fragen des Zugangs zu Land und zur Ernährungssouveränität zu mobilisieren. Für Ende des Jahres 2011 planen die beiden Organisationen eine Karawane für die Ernährungssouveränität, die von Land zu Land ziehen soll. Die Veranstalter wollen die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen informieren und mobilisieren, an den Erfahrungen der bäuerlichen Basisbewegungen teil zu haben und die internationale Solidarität zu Fragen des Klimawandels und der Ernährungssouveränität, vor allem in Südasien, zu entwickeln. Die Rolle dieser fortschrittlichen und unabhängigen Organisationen ist sehr wichtig. Sie sind ein wichtiger Teil beim Aufbau einer radikalen globalen Massenbewegung für Klimagerechtigkeit.

Weitere Artikel zum Thema

Erklärung des Internationalen Komitees der Vierten Internationale: Das Umkippen des Klimas und die globale ökologische Krise, Inprekorr Nr. 3/2011 (Mai/Juni 2011)

Daniel Tanuro: Klimamobilisierung und antikapitalistische Strategie, Inprekorr Nr. 462/463 (Mai/Juni 2010)

Esther Vivas: Antikapitalismus und Klimagerechtigkeit, Inprekorr Nr. 462/463 (Mai/Juni 2010)

Resolution des 16. Weltkongresses der IV. Internationale: Kapitalistische Klimaveränderung und unsere Aufgaben, Inprekorr Nr. 462/463 (Mai/Juni 2010) (nur online)

Michael Löwy: Klimawandel: Ein Beitrag zur Debatte, Inprekorr Nr. 456/457 (November/Dezember 2009)

Daniel Tanuro: Bericht über den Klimawandel an das IK der Vierten Internationale, Teil II, Inprekorr Nr. 454/455 (September/Oktober 2009)

Daniel Tanuro: Bericht über den Klimawandel an das IK der Vierten Internationale, Teil I, Inprekorr Nr. 452/453 (Juli/August 2009)

Daniel Tanuro: Bali schon vergessen?, Inprekorr Nr. 448/449 (März/April 2009)
II. Internationales Manifest: Die ökosozialistische Erklärung von Belém, Inprekorr Nr. 448/449 (März/April 2009)


Dieser Artikel erschien in Inprekorr Nr. 4/2011 (Juli/August 2011).

[1]Siehe den Artikel von Esther Vivas, «Alternatives to the Dominant Agricultural Model», in International Viewpoint.

[2]Bangladesh Krishok Federation (BKF) und Bangladesh Kisani Sabha (BKS) sind zwei Bauernorganisationen, die Via Campesina in Bangladesch vertreten. Siehe http://www.krishok.org/

Übersetzung: Björn Mertens “

 

(Quelle: Inprekorr.)

Hinweis

Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift “Inprekorr”, aus der dieser Aufsatz stammt, kann in unserer Bücherei entliehen werden.

Mittelamerika: Eine ganz besondere Schule

Samstag, Mai 14th, 2011

Central America Peasant School teaches us lessons

This blog is part of a series of blogs that Grassroots’ Latin America Program Coordinator, Saulo Araújo will be posting during his site visit to Central America. Through the “Field Notes” blogs, Saulo will share contextual analysis and information from partners and allies.

This morning, I write from Via Campesina’s Central American Peasant School, located in the outskirts of Managua. Grassroots International grants help support the school and enable peasants from around the world to participate in training there.
 
As I type my notes, three facilitators in their mid-20s fire up the room with chants about struggle and peasant power. From my seat, I count 27 participants. There are Mayan representatives from Guatemala, young peasants from Panamá, women from Honduras, Costa Rica and Nicaragua. Many traveled a significant distance to reach the school for this week-long leadership training. The room exudes excitement and purposefulness. In the center of the auditorium, a mosaic of flags from different countries, the Via Campesina and other member organizations forms a kind of sanctuary. I also see seeds from rice and beans seeds, representing the “pinto de gallo,” a staple food in Nicaragua. The arrangement is part of the “mistica,” a popular education technique that aims to represent each participant as well as the collective.
 
Via Campesina is a global social movement of farmers, fishers, small producers and indigenous communities represented in 70 countries. In Central America, Via Campesina currently has 31 member-organizations, including several of Grassroots’ partners and allies such as the National Coordination of Peasants and Indigenous People (CONIC) from Guatemala and Nicaragua’s Association of Rural Workers (ATC). Through trainings like this, Via Campesina endeavors to create a strong foundation of new leaders who will continue the struggle for peasant rights in Central America for years to come.
 
Via Campesina’ goals are ambitious and urgent: Ending hunger and exploitation by empowering peasants and indigenous people to defend their rights to land, water and food sovereignty. To defend democratic distribution of resources and social justice, Via Campesina supports agrarian reform that will address the claim of landless peasant families and women’s rights to land, water, seeds, food and a society without violence. An ally of Via Campesina, Grassroots International contributes to this process by building links of solidarity and commitment between people in the United States and organizations like Via Campesina.
 
Are we achieving our goals? Yes, we are. Through the training school, thousands of peasants and indigenous people, adult and young, gather to share their experiences and learn from one another. Currently, the school accommodates 50 people comfortably, including mothers, the elderly and those who had never left home before, like Cirilo Martinez, a shy young man from Panamá. “It is my first time here and the first time I left Panamá.” Cirilo is 25, but is already president of a farmers’ association and, along with his father, mother and siblings, a member of Panamanian Peasant Union (UCP). “My father is more of a behind-the-scenes organizer. He helped to create UCP 11 years ago, so he was happy that I was coming to this training.”
 
Contemporaneous history lessons
 
Father-to-son, generation-to-generation, the classes in the Peasant School include topic such as agrarian reform, food sovereignty, gender, indigenous rights, communication strategies and, of course, leadership. Sitting here in a room with a new generation of leaders I hear personal stories and learn the broader history of the peasant movement in Central America. “In my country, agrarian reform was often linked to a communist idea. Nobody wanted to speak about that for fear to be seen as communist,” said one participant.
 
Fausto Torrez, a seasoned organizer that serves as technical advisor for Via Campesina’s Global Campaign for Agrarian Reform, offers an alternative lesson about agrarian reform: “Actually, agrarian reform was conceived initially as a capitalist idea. It was planned to transform the peasant families into entrepreneurs within a capitalist framework.”
 
Oliverio, a youth organizer from the Mayan Youth Movement (MOJOMAYAS) shares that indigenous people in his home country of Guatemala are either landless or living in areas where soil is depleted or no longer appropriate for agricultural purposes. As matter of a fact, Guatemala has the highest rate of landlessness in Central America. According to a document prepared by ActionAid and the Peasant Unity Committee (CUC), approximately 54 percent of Guatemala’s agricultural land is controlled by 1.98 percent of the population.
 
Inspiring, Oliverio’s words are like opening a can of worms, and after him a string of others spoke on the topic. One of them, a member of the Peasant and Indigenous Union of Panamá, denounces the growing problem of land grabbing. “In Panama, landowners control the best farmland, the most flat and fertile land in the countryside”.
 
An experienced facilitator, Fausto diverted the conversation by asking his Nicaraguan countrymen the question: “Is there agrarian reform in Nicaragua?” Silence fills the room as the group seems divided about the outcome. Many peasant families in Nicaragua still do not have land title. In a way, the answer is “yes and no.” The diverse political affiliations in the room add another interesting aspect.  More than half of the participants are supportive of Sandinista Front of National Liberation (FSLN). The rest are members of organizations affiliated to the “Contras” or counter-revolutionary organizations who fought against the Sandinistas during the civil war. Despite of the political differences, Sandinistas and Contras in Via Campesina work together towards the same goals of peasants rights to land and food.
 
The building of an effective social movement for food sovereignty
 
One of its many accomplishments, the Via Campesina brings together peasants, indigenous peoples, pastoralists, and fishermen who share a strong political view towards system change. By making political education of its members a priority, Via Campesina can mobilize and reenergize rural families whose political views are often ignored. Using popular education methods, the organization is able to create a safe (and empowering) space for leadership development of peasants, women and youth. After this week-long training is over, participants will organize workshops in their countries of origin. The “repase” or sharing workshops will help the organization reach out a larger group.
 
Using a farmer-to-farmer methodology, Via Campesina’s leadership trainings help build a strong foundation and larger movement by reaching out to thousands of others who were not able to join us in Nicaragua.
 
With great sacrifice, peasants in Central America teach us by example. They demonstrate that a world without hunger is possible, and that they – peasants, indigenous people, women and youth – have the solution by living in a different life paradigm that combines protecting the commons from privatization, international solidarity and respect to the rights of Mother Earth. This is the life lesson from peasants that we often ignore. But hopefully, we will begin to learn the lessons that they are teaching soon. After all, they are a population of more than a billion people whose resources and labor feed all the five billion inhabitants of this shared planet.

 

(Quelle: Grassroots International.)