Posts Tagged ‘Golf von Aden’

BRD: Die andere Piratenpartei

Donnerstag, September 29th, 2011

“Söldner für deutsche Schiffe

Private Militärdienste sind ein gutes Geschäft – auch für deutsche Unternehmen

Von Hermannus Pfeifer, Hamburg

Trotz zahlreicher Piratenüberfälle sieht die Bundesregierung einen Einsatz der Bundespolizei auf deutschen Handelsschiffen eher skeptisch. Anders als im Luftverkehr gebe es bei Handelsschiffen keine besondere Schutzpflicht des Staates, hieß es am Freitag aus Regierungskreisen. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) befürwortet den Einsatz privater Sicherheitsdienste. Allerdings sollen deutsche Reeder dabei nur Söldner von Firmen einsetzen dürfen, die eine staatliche Zulassung haben.

Der hierzulande verbotene Einsatz von privaten Piratenjägern ist weltweit längst Praxis. Auf jedem zehnten Handelsschiff fahren nach Angaben der Gewerkschaft ver.di bewaffnete Söldner mit. Reeder nennen noch höhere Zahlen: Sicherheitsdienste kämen die Unternehmen unterm Strich billiger als Versicherungsprämien und Lösegelder. Aus Sicht der Reeder erscheint es alternativlos, die Piraten-Bekämpfung »in professionelle Hände zu legen«, sagt Claus Brandt, Experte der Beratungsgesellschaft PWC. 27 deutsche Reedereien setzen bereits bewaffnete private Sicherheitsdienste ein, weitere sechs Reedereien unbewaffnete Wachleute. Eigner nutzen dabei das Seerecht aus: Lediglich auf Schiffen unter Schwarz-Rot-Gold gilt deutsches Recht. Von den 3659 Schiffen mit bundesdeutschen Eigentümern fahren jedoch nur 570 unter deutscher Flagge.

Im privaten Sicherheitsgeschäft auf See tummeln sich bekannte internationale Größen. Zu den ersten Firmen, die das Geschäftsfeld Piratenabwehr für sich erschließen wollten, gehört Blackwater. Das Unternehmen, das sich in Irak einen zweifelhaften Ruf erwarb, tritt heute unter dem Namen »Xe Services« auf. Erfahrungen auf See konnte die Firma zunächst nicht vorweisen. Inzwischen hat Blackwater/Xe eine Reihe ehemaliger Marinesoldaten unter Vertrag, meldet der Infodienst »Streitkräfte und Strategien«. Trotzdem, so Piratenexperte Michael Weisfeld, haben viele Reeder »wenig Vertrauen zu den international tätigen Sicherheitsfirmen«. Sie fordern daher eine staatliche Zertifizierung und dürften im Regelfall lieber auf deutsche Militärfirmen setzen.

Der Bundesverband Deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen (BDWS) wiegelt ab, das Interesse der Mitgliedsfirmen sei »verhalten«. Dazu dürfte die unsichere Rechtslage beitragen. So sind Kriegswaffen für private Militärfirmen in Deutschland tabu. Außerdem erfordern Pirateneinsätze eine aufwendige Logistik. Die Teams gehen vor der Südspitze Indiens oder vor Tansania auf hoher See von eigenen Versetzbooten an Bord und fahren drei, vier Tage mit, um später auf der anderen Seite des Gefahrengebietes wieder auszusteigen. Schnellfeuerwaffen und Maschinengewehre bringen Sicherheitsleute mit. Der Transport solcher Kriegswerkzeuge durch Häfen und Flughäfen dürfte nur in wenigen Fällen legal ablaufen.

Die Münchner Firma Result Group bietet auf ihrer Internet-Seite die »Begleitung von Schiffen in High-Risk-Areas« wie den Golf von Aden und Indonesien an. Das Unternehmen soll von einem Hauptkommissar der bayrischen Polizei gegründet worden sein und wirbt mit seinen 60 »hoch qualifizierten Experten«, die früher unter anderem für das Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr oder die GSG 9 der Bundespolizei gearbeitet hätten.

Konkurrent International Security Network (ISN), eine GmbH aus dem badischen Rheinmünster, wirbt gleich mit einem kürzlich erfolgten Besuch des Generals a.D. Ulrich Wegener. Der frühere Chef der Spezialpolizeieinheit GSG 9 soll sich von der »taktischen und strategischen Leistungsfähigkeit« beeindruckt gezeigt haben. Innerhalb von 48 Stunden könne ISN Einsatzkräfte und ihr üppiges Equipment weltweit einsetzen.

Rolf Uesseler, Autor des Standardwerkes über private Militärfirmen (»Krieg als Dienstleistung«), befürchtet, dass See-Söldner »die Demokratie zerstören« könnten. Und die Gewerkschaft ver.di hält private Piratenjäger eher für einen Teil der »Ausweitung des Problems«. Es drohe eine Gewaltspirale auf dem Meer.”

 

(Quelle: Neues Deutschland.)

Siehe auch:

Verdi für einen Einsatz der deutschen Marine zum Schutz für Frachter!

Somalia: NATO-Admiral trifft hohe Puntland-Offizielle

Samstag, Mai 29th, 2010

Somalia: NATO commanders meet Puntland officials off Bossaso

Officials from Somalia’s Puntland state got opportunity to interact and discuss with the Commander of the NATO Task Force, Commodore Steve Chick and his team who are patrolling the waters off Somalia as part of NATO’s counter-piracy operation, code-named Ocean Shield.

The meeting took place on board NATO flag ship HMS CHATHAM, which was anchored few miles off Bossaso port, the commercial capital of Puntland.

According to Abdi Ali Hirsi (Qarjab), the governor of Puntland’s Nugal region, the commander and his team briefed officials on NATO’s and the other counter piracy forces, including the EU Naval Force (EU NAVFOR) and the Combined Maritime Forces (CMF) operations in the Gulf of Aden and Indian Ocean to fight piracy.

“25 officials from Bari, Karkaar, Nugal and Mudug regions of Puntland attended the meeting and we critically analyzed the anti-piracy mission,” Qarjab said.

The NATO officials informed us that they would be meeting Puntland public and government including the president who is currently out of the country,” he added.

NATO, which has fleets in Somalia’s coastlines has established a working relationship with Puntland in an attempt to uproot piracy off the Horn of Africa.

Somali pirates have carried out more than 300 attempted attacks on foreign vessel since the beginning of 2009, a record high compared to 2008.

(Quelle: GaroweOnline.com)