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Interview mit der afghanischen Friedensaktivistin Malalai Dschoja (Joya)

Dienstag, Mai 11th, 2010

“TIME Magazine spielt falsches Spiel und unterschlägt ihre Botschaft

3. Mai 2010. Malalai Dschoja, die afghanische Aktivistin und ehemalige Abgeordnete des Afghanischen Parlamentes nimmt kein Blatt vor den Mund. Sie zählt zu den lautesten Gegnern des Krieges der USA und der Nato in Afghanistan. In einem aktuellen Artikel (1) forderte sie die USA auf: ‘Hört auf, meine Leute zu töten’.

Vor nahezu drei Jahren wurde Dschoja aus dem Afghanischen Parlament ausgeschlossen, weil sie die Herrschaft der Warlords angeprangert hatte. Seither muss sie um ihr Leben fürchten. Sie hat mehrere Mordanschläge überlebt. Dennoch will sie weiterhin in Afghanistan leben. Ihre Memoiren ‘A Woman Among Warlords’ (2), die sie mit Unterstützung von Derrick O’Keefe verfasst hat, sind Ende vergangenen Jahres bei Simon and Schuster erschienen. In der vergangenen Woche setzte das TIME Magazine Dschoja auf seine Liste der 100 einflussreichsten Personen des Jahres 2010 (‘100 Most Influential People’ (1)). Am 3. Mai konnte ich Malalai Dschoja für ein Interview gewinnen. Sie sprach mit mir per Satellitentelefon aus Afghanistan.

Sonali Kolhatkar: Gerade hat das TIME Magazine Sie zu den 100 einflussreichsten Personen des Jahres 2010 hinzugefügt. Doch die Autorin Ayyan Hirsi Ali, die dies für TIME verkündete, schrieb: ‘Ich hoffe, dass sie mit der Zeit einsehen wird, dass die Truppen der USA und der Nato in ihrem Land ihre Verbündeten sind. Sie muss ihre Bekanntheit, ihre Standfestigkeit und die Klugheit, die sie unter Beweis gestellt hat, dazu benutzen, die Truppen auf ihre Seite zu bringen, anstatt (sie) aus ihrem Land heraus (zu bringen)’ (1). Wie antworten Sie auf diese Aussage?

Malalai Dschoja: Ich bin sehr wütend über die Art und Weise, wie sie mich vorgestellt haben. TIME zeichnet ein falsches Bild von mir. Sie haben meinen Kampf gegen die Besatzung Afghanistans durch Amerika und die Nato nicht einmal erwähnt – das ist ekelerregend. Im Grunde wissen alle, dass ich (…)”

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(Quelle: ZNet.)