Posts Tagged ‘Islamfeindlichkeit’

Halleh Ghorashi: Warum hat Ayaan Hirsi Ali unrecht?

Sonntag, Juli 18th, 2010

“Warum hat Ayaan Hirsi Ali unrecht?

Von Halleh Ghorashi

Ayaan Hirsi Alis Thesen zur Unvereinbarkeit des islamischen Glaubens mit der Emanzipation der Frau sind reduktionistisch und dogmatisch. Bei der Lösung der Probleme kann nur eine Offenheit der westlichen Gesellschaft für die Entscheidungen der Migranten helfen.

Ich habe Ayaan Hirsi Ali das erste Mal 2002 in einer Diskussionssendung des niederländischen Fernsehens erlebt. Ich sah eine starke Frau, die für ihre Ideen kämpfte. Eine Frau, die es wagte, sich von ihrem traditionellen islamischen Hintergrund zu distanzieren und gegen die islamische Gemeinde in den Niederlanden Stellung zu beziehen. Ihre Argumente zur Unvereinbarkeit des islamischen Glaubens mit der Emanzipation der Frau waren scharf formuliert. Ich fand ihre Thesen attraktiv und identifizierte mich aus mehreren Gründen mit ihr. Zum einen, weil ich selbst vor 18 Jahren meine Heimat Iran verlassen hatte, auf der Flucht vor einem islamischen Regime, dessen Unterdrückung im Namen des Islam ich gleich doppelt zu spüren bekommen hatte: wegen meines politischen Hintergrunds (als Linke) und wegen meines Geschlechts. Zum anderen war mir die Emanzipation der Frauen ein großes Anliegen, insbesondere der Frauen, die wie ich aus islamischen Ländern kommen.

Diese Identifikation war allerdings von kurzer Dauer. Während ich Ayaan Hirsi Ali zunächst für eine Pionierin der Emanzipation islamischer Frauen hielt, erwies sich bald, dass sie dogmatische Ansichten mit wenig Raum für Nuancen vertrat. Ich begriff rasch, dass Ayaan Hirsi Ali Teil jenes dominanten ‘rechten’ Diskurses über den Islam in den Niederlanden geworden war, der islamische Migranten als das Problem und als Feinde der Nation begreift. Da wurde mir klar, dass unsere Wege sich getrennt hatten…”

Weiterlesen…

 

(Quelle: Perlentaucher.)

 

Siehe auch:

Fremdenfeindlichkeit: Kultur dient als Deckmantel
“Ehrenmorde.” Der unmögliche Versuch einer Erklärung.

BRD: Tafel für Opfer der Islamfeindlichkeit enthüllt

Freitag, Juli 2nd, 2010

Gedenktafel für ermordete Marwa El-Sherbini in Dresden enthüllt

Photo: AP

Dresden. Mit der Enthüllung einer Gedenktafel ist in Dresden an die Ermordung der Ägypterin Marwa El-Sherbini vor einem Jahr erinnert worden. Die Tafel im Landgericht, wo die 31jährige erstochen worden war, solle ein Ort des Andenkens sein, aber zugleich eine Mahnung gegen Fremdenhaß und Ausländerfeindlichkeit, erklärte Sachsens Justizminister Jürgen Martens (FDP). An der Enthüllung nahmen auch Vertreter muslimischer Verbände teil.

Marwa El-Sherbini war am 1. Juli vergangenen Jahres während einer Gerichtsverhandlung von einem damals 28jährigen Mann vor den Augen ihres dreijährigen Kindes erstochen worden. Ihr Ehemann wurde bei dem Versuch, sie zu schützen, von einem Polizeibeamten niedergeschossen. Zu dem Prozeß war es gekommen, weil der Täter die Ägypterin auf einem Spielplatz als »Terroristin« und »Islamistin« beschimpft hatte. Die schwangere El-Sherbini starb noch im Gericht. Der Täter wurde im November unter anderem wegen Mordes aus Fremdenhaß zu einer lebenslanger Haftstrafe verurteilt. (AFP/jW)

(Quelle: Tageszeitung junge Welt.)

BRD: Antimuslimischer Feminismus und Rechtsextremismus

Donnerstag, Juni 24th, 2010

“Antimuslimischer Feminismus und Rechtsextremismus – Eine Replik

Von Birgit Rommelspacher (Gastkommentar, in: Inamo Nr. 61, Frühjahr 2010, Jahrg. 16)
 

 

Wie kommt es, dass feministische „Islamkritikerinnen‟ immer wieder mit Rechten gemeinsame Sache machen, das fragte ich kürzlich in einem Artikel in der taz (18. Jan. 2010) anläßlich der Zustimmung zum Minarettverbot in der Schweiz zu dem auch prominente Feministinnen aufgerufen hatten. Damit erntete ich neben einiger Zustimmung viel Kritik und eine Flut von Schmähungen und Hassmails.

Empört wird dabei behauptet, hier würden wieder einmal die Gutmenschen den mutigen Kämpferinnen für Frauenrechte Rassismus vorwerfen. Es wird „Multikultiseligkeit‟ ebenso unterstellt wie fachliche Inkompetenz. Fragen nach dem Kontext, in dem Frauenrechte gefordert werden, werden als unzulässig angesehen und darüber hinaus wird mir als Mehrheitsdeutsche das Recht abgesprochen, zu diesen Fragen überhaupt Stellung zu nehmen. Das wird damit begründet, dass Frauen wie Hirsi Ali, Necla Kelek oder Seyran Ates die wahren Zeuginnen seien, hätten sie doch in ihrem Leben unmittelbar Gewalt und Verfolgung erfahren, für die, wie etwa Monika Maron im Spiegel schreibt, man als Außenstehende nicht sprechen könne. Diese Muslima seien authentisch und als Opfer sind sie scheinbar sakrosankt.

Überhört werden dabei die vielen muslimischen Publizisten und Wissenschaftler/innen, die sich seit Jahren kritisch gegenüber antimuslimischen Positionen äußern. Sie scheinen nicht authentisch zu sein. Oder wird Authentizität nur denen verliehen, die der eigenen Überzeugung entsprechen? Zum anderen wird die inhaltliche Ebene verlassen und die Auseinandersetzung personalisiert, emotionalisiert und hin bis zum Meinungskampf dramatisiert. Ich hätte Necla Kelek einen Maulkorb verpasst, titelt Regina Mönch in der FAZ, ihr das Recht auf Kritik am Islam verboten. Hier würden mutige Kritikerinnen mundtot gemacht, so der Tenor anderer Artikel.    

Tatsächlich geht es um die Frage, ob die Forderung nach Gleichberechtigung von Frauen jede weitere Reflexion auf ihren politischen, sozialen und kulturellen Kontext hin erübrigt. Die Geschichte lehrt uns jedoch, dass Frauen, die diese Forderungen gestellt haben, dies immer auch in ihrer Position als Bürgerinnen oder Proletarierinnen, als Kolonialherrinnen oder Kolonisierte, als Weiße oder Schwarze, Jüdinnen und Christinnen etc. als Frauen mit linken, rechten, konservativen oder liberalen Überzeugungen getan haben. Wie sehr die grundlegende Forderung nach Gleichberechtigung von ihrem Kontext mit-bestimmt wird, zeigt auch die Tatsache, dass heute viele solange es um Musliminnen geht, Gleichberechtigung fordern. Mit dem Feminismus in Bezug auf mehrheitsdeutsche Positionen wollen sie jedoch nichts zu tun haben.

Der Feminismus, der sich auf einen antimuslimischen Diskurs stützt, bedient rechte Positionen, indem er „den‟ Islam pauschal mit dem Patriarchat identifiziert und damit eine Ablehnung „des‟ Islam legitimiert. Zugleich dient er als eine  Selbstimmunisierungsstrategie: An einer richtigen Forderung kann nichts falsches sein. So rechtfertigt die Forderung nach Gleichberechtigung Essentialisierungen und Kulturalisierungen, die jede ernsthafte sozioökonomische und politische Analysen überflüssig machen.

Dasselbe gilt für das Thema Aufklärung. Sie scheint sakrosankt, ein heiliges Gut der westlichen Welt zu sein. Dass diese Aufklärung trotz der Deklaration universaler Menschenrechte zugleich Frauenunterdrückung und Kolonialismus legitimierte passt genauso wenig ins Bild wie die Tatsache, dass die hier postulierte Freiheit und Gleichheit aller Menschen keineswegs hergestellt ist, sondern ständig weiter erkämpft werden muss, wie derzeit in unserer Gesellschaft gerade auch von Seiten ethnischer und religiöser Minderheiten. Solange die Unabgeschlossenheit dieses Prozesses und seine innere Widersprüchlichkeit nicht gesehen wird, kann auch nicht verstanden werden, dass im Namen von Freiheit auch Unfreiheit durchgesetzt werden kann, wie etwa im Fall des Kopftuchverbots, das im Namen der Emanzipation die gesellschaftliche Position und die Erwerbschancen dieser Frauen nachhaltig beeinträchtigt hat.

Ein solch kritischer Blick auf die eigenen „westlichen‟ Positionen ist für die meisten gleichbedeutend mit der Unterstützung „des‟ Islam. Ja, die ganze Kontroverse wird von den meisten nur zum Anlass genommen um ihre „Standarderzählungen‟ hervorzuholen und auf all die Verbrechen hinzuweisen, die angeblich im Namen des Islam verübt werden. Die eigentliche Kontroverse interessiert sie nicht.

Die Vorwürfe unterstellen auch Deutschen- und Selbsthass. Selbstkritik kann hier nur als Folge psychischer Komplexe und als Ausdruck von Schwäche verstanden werden. Man „knickt ein‟ vor dem Feind, vor dem mithilfe dramatischer Bedrohungsszenarien gewarnt werden muss. Und hier zeigt sich wieder eine Affinität zum rechten Denken: Es wird klar zwischen Freund und Feind geschieden. Jeder hat hier eindeutige Position zu beziehen, im Kampf ums „kulturelle Überleben‟. Hierfür rüsten sie sich vorsorglich mit einem Panzer aus Selbstgerechtigkeit und Borniertheit. 

  

Birgit Rommelspacher, Prof. em. für Psychologie, Berlin.

 

(Quelle: Linksnet.de.)

USA: Trotz “Kairoer Rede” – die Diskriminierung der MuslimInnen dauert weiter an

Sonntag, Juni 6th, 2010

One Year After Obama’s Cairo Speech, U.S. Policies Continue To Unfairly Target Muslims

June 4, 2010

ACLU Reiterates Call For Reform

FOR IMMEDIATE RELEASE
CONTACT: (212) 549-2666; media@aclu.org

NEW YORK – One year after President Obama’s Cairo speech on the relationship between the United States and Muslims around the world, the American Civil Liberties Union reiterates its call for improvements to national security policies that unfairly target Muslims. Many of the discriminatory policies identified by President Obama last year still exist but do not make America any safer.

“The administration has acknowledged that some national security policies have unfair and disproportionate impact on American Muslims, but we still have a long way to go to achieve the goals President Obama laid out a year ago,” said Michael German, ACLU Policy Counsel and former FBI Agent. “Discriminatory policies such as racial profiling are not only unfair, but harm our country’s security interests by wasting scarce government resources and eroding the trust of the communities in law enforcement and government.”

Among other things, the ACLU is calling for reform of terrorism financing laws and policies that prevent Muslim Americans from practicing their religion through charitable giving. Although President Obama acknowledged the issue of U.S. terrorism financing laws that chill Muslim Americans’ religious practice in his speech, the administration has failed to ask Congress to narrow the laws or made an effort to change its enforcement policies. These laws grant the executive branch virtually unchecked power to designate charities as “foreign terrorist organizations” on the basis of secret evidence without giving organizations a meaningful chance to defend themselves, and make it a crime to provide humanitarian aid, services or other assistance to designated organizations. The government’s actions have a chilling effect on Muslim charitable giving, or Zakat, one of the five pillars of Islam and a religious obligation for all observant Muslims.

“Widespread intimidation of Muslim donors and the arbitrary blacklisting of charitable organizations trample on Muslims’ free exercise of religion through charitable giving, create a climate of fear and distrust in law enforcement and undermine America’s diplomatic efforts in Muslim countries,” said Jennifer Turner, ACLU Human Rights Researcher and author of the report Blocking Faith, Freezing Charity. “Post-9/11 policies have created a climate of fear that prevents Muslims from practicing their religion, and unless the Obama administration takes immediate action, this legacy of the Bush administration will persist.”

The ACLU is also calling for an end to the practice of improperly targeting U.S. citizens who are Muslim or perceived to be so, but are not suspected of posing any threat, for questioning by Department of Homeland Security and Customs and Border Protection officers about their religious and political beliefs, associations and practices, including religiously-motivated charitable contributions, when they return home to the United States from overseas travel.

“The U.S. government clearly has an interest in verifying the identity and citizenship of individuals seeking to reenter the country and ensuring that individuals who pose a threat to national security are not permitted to enter,” said German. “But questioning U.S. citizens simply because they are Muslim or perceived to be Muslim about their religious and political beliefs and associations is unconstitutional and does nothing to make this nation safer.”

The ACLU is calling on the Obama administration and Congress to take immediate steps to fix these harmful and unconstitutional policies and practices.

The ACLU report Blocking Faith, Freezing Charity is available online at: www.aclu.org/human-rights/report-blocking-faith-freezing-charity

(Quelle: American Civil Liberties Union.)

Niederlande: Islamophobie verlangt Widerspruch der Linken

Samstag, Mai 29th, 2010

“Islamophobia: for a radical left response


By Peter DRUCKER

Since the rise of Pim Fortuyn in 2002, Islamophobia has played a central role in Dutch politics. Geert Wilders and his Freedom Party have now emerged as a threat to all progressive forces. There is no point in trying to change the subject and hoping the danger will pass; Islamophobia has to be confronted head-on. But intelligently – knee-jerk defences of anything a Muslim says or does will definitely not help.

To be clear: in the Netherlands today Islamophobia is the main form taken by racism. It has nothing to do with criticism of Islam as a religion. If Wilders and his followers say that not one more Muslim should be allowed into the country, they don’t mean that Moroccan and Turkish Christians and atheists are welcome. ‘Muslim’ is for them simply a convenient epithet for ‘those other people’.

And it has proved to be an extremely effective epithet. Without Islamophobia, Fortuyn would never have succeeded in becoming the champion of resistance to the coalition of the Labour Party and the liberal parties that governed the Netherlands from 1994 to 2002. Without the assassination of filmmaker Theo van Gogh, just after the big trade-union demonstration on Amsterdam’s Museum Square in 2004, it would have been harder to make the unions accept a poor compromise on the issue of early retirement. Without his rabid attacks on Muslims, Wilders would never have managed to become the main voice of resistance to the EU. There is almost nothing the left can achieve in this country any more without settling accounts with Islamophobia.

At the same time we have to acknowledge that Islamic fundamentalism exists and is a problem – although the danger it poses to the Netherlands is being ridiculously exaggerated. The millions of Dutch people who say they are afraid an Islamic state will be established in Europe have completely lost their sense of proportion. Fundamentalism doesn’t even have much support among people of Muslim immigrant origin. Every survey shows that Dutch Muslims are hardly any more religious than Dutch Christians, that the rate of mosque attendance is low and declining, and that the number of ex-Muslims and non-practising Muslims is increasing.

However terrible Islamic fundamentalism may be for its individual victims – above all women – it is a fallacy to treat right-wing Islamophobes and Islamic fundamentalists as equivalent threats in the Netherlands today. Both qualitatively and quantitatively, the Dutch far right is the greater danger. No fundamentalist imam is ever going to become Dutch prime minister; unfortunately we can’t be sure that the same is true of Wilders!

The left may even sometimes join in a demonstration – in solidarity with Palestine, for example – where Islamic fundamentalists are also present. We shouldn’t be afraid to do that, though we should take care that our slogans don’t get mixed up with theirs. But we should avoid demonstrating alongside Wilders supporters at any price.

The ‘Muslim threat’ is in fact the equivalent in the Netherlands today of what the ‘Communist threat’ was about 50 years ago: a bogeyman that serves as a pretext for a right-wing, repressive political climate.

Hegemony

What we mustn’t lose sight of, however, is the fact that left wing and Islamic currents are competing for hegemony among radicalizing youth of non-Dutch origin. Even though people of Muslim origin will never become a majority of the Dutch population, they are a growing proportion of young people, of the population of the big cities and of the working class. If the left is to climb out of the deep pit it’s in now and win a majority of society – and that must remain our goal – we need a base under people of non-Dutch origin as well as among people of Dutch origin.

Unfortunately the left is not doing well among young people of Muslim origin. Left-wing immigrant currents like DIDF (Federation of Turkish Workers in the Netherlands) and KMAN (Committee of Moroccan Workers in the Netherlands) are significantly weaker than they were 20 years ago. These groups did not play a prominent role in the protests against the Israeli attack on Gaza, for example. An Islamic current like the PPMS, by contrast, did.

There are people on the left who don’t think this is so terrible. Those young Muslims are against the government, against Wilders and against Zionism, just as we are, they say, so we can perfectly well be allies. But that’s sophistry. Our differences with fundamentalists about women’s and LGBT emancipation are not secondary issues. No just society is possible if over half the population is denied equal rights or if people aren’t free to love as they choose.

And there are other areas where we have unbridgeable differences with fundamentalists. Islamic politics offers no future to people in the Netherlands. An Islamic state is impossible in this country (fortunately); a return to the ‘pillarized’ politics in which Dutch politics and society were divided along religious lines is a recipe for division and stagnation; and a Salafist withdrawal from secular democracy would rob a big share of the Netherlands’ working and poorest people of their political voice and their social rights.

In short, a politics based on religion leads nowhere…

Ramadan

… as the controversy in Rotterdam around Tariq Ramadan made clear.

From the moment the city signed its contract hiring Ramadan as a consultant on immigrant affairs, failure was guaranteed. Because in doing so the city government was simply turning the Islamophobic positions of the previous administration, dominated by the right-wing Liveable Rotterdam party, upside down. Both Liveable Rotterdam and its centre-left successors viewed Rotterdammers of Moroccan and Turkish origin above all as Muslims. For Liveable Rotterdam they are as such suspect; for the Labour Party and Green Left they have to be ‘integrated’ as Muslims.

You don’t have to be an enemy of Tariq Ramadan, still less of his religion, to conclude that someone who doesn’t speak Dutch and has no profound knowledge of the Netherlands is not qualified to help people become fully equal citizens of a Dutch city.

The upshot is that virtually every political current in Rotterdam has managed to alienate Rotterdammers of Muslim origin. The Labour Party and Green Left managed to do it by acting as if Ramadan represented all those Rotterdammers, and then sacking Ramadan in a humiliating way when they became convinced that he was an electoral liability. The fact that these two parties of neoliberal business-as-usual still win many votes among immigrants is a reflection of the lack of self-respect among political figures and organizations representing people of non-Dutch origin. As for the SP, which as the only anti-neoliberal party has more to offer, it has been repeatedly equated in this affair with Liveable Rotterdam.

This image of the SP is in part the fault of the media. A year ago, when Ramadan’s contract was renewed, the SP city council delegation made clear that they didn’t give much weight to the charges of sexism and homophobia against Ramadan; they simply didn’t think his fee was a useful investment of taxpayers’ money. And again when Ramadan was sacked, the SP said it didn’t think that his connection with the Iranian government-funded PressTV was so terrible. By ignoring the SP’s statements, the media gave a distorted picture of the political landscape.

The SP can however be reproached with not expressing more repugnance at the Islamophobia of Liveable Rotterdam and the right-wing liberal VVD and at the opportunism of the centre-left parties in city government. Unfortunately, the SP’s low profile against Islamophobia is not surprising from a party that expresses such vehement objections to ‘ethnic politics’. It was also simply negligent of the SP not to say that sacking Ramadan from his chair at the Erasmus University (which he was given at the same time the city hired him as a consultant) was an impermissible assault on academic freedom.

The Erasmus University faculty members who took a public stand against the university’s breach of its contract deserve high praise, all the more because they made clear that they did not necessarily share Ramadan’s opinions. Would that all of Ramadan’s defenders on the left had been as sensible. Even if the man has been treated unjustly, that is no reason to treat him as a progressive hero. Yes, he’s smart, eloquent, elegant, an effective critic of Israel and of the war in Afghanistan, a proponent of Muslim participation in democratic politics, and a legitimate interlocutor within the global justice movement – but he’s not part of the left.

A glance at his website shows that in France in 2007, despite his justified criticisms of the presidential candidate Nicolas Sarkozy, he had hardly anything good to say about any of the candidates of the left (and he commented on them all). The only candidate he expressed admiration for was the centrist François Bayrou. Moreover, Ramadan’s criticisms of Sarkozy didn’t stop him from later dedicating one of his books to the right-wing politician. And we don’t even need to mention his negative opinions on homosexuality.

Lessons

This tragic business shows that the left is still at a loss in dealing with Dutch people of Muslim origin. It is time to go back to first principles.

There needs to be room on the left for people of every religion and no religion, for people who do and don’t wear crosses, for women who do or don’t wear headscarves. And the left should be more open to spirituality in general – an area in which we have something to learn from believers. With the general atomization of society, the Dutch left has too often forgotten that transforming society requires sacrifices and a willingness to put oneself at the service of one’s fellow human beings. People who have a spiritual motivation for their political commitment should be able to be open about it.

In that case, however, believers and non-believers need to have a common basis for discussion and action. Once arguments like ‘I believe because God says it’ or ‘I do it because God commands it’ – about abortion, poverty or anything else – are admitted in politics, rational debate becomes impossible. Discussions on the left should be about interests, values, facts and analyses, not about theology.

This doesn’t mean that the left should be a space of uniformity, in which we are all citizens and perhaps workers and nothing else. The left needs to be as diverse as society at large – and we have a long way to go in this respect. Like women and men, people of non-Dutch origin and people of Dutch origin, gay men, lesbians, bisexuals, queers and many others, believers should be at home on the left.


DRUCKER Peter
* This article was originally published in Dutch in Grenzeloos (magazine of the Dutch section of the Fourth International) no. 104, November-December 2009.

(Quelle: Europe Solidaire Sans Frontières.)

BRD: Selbstentlastung und Feindmarkierung

Donnerstag, Mai 20th, 2010

“Selbstentlastung und Feindmarkierung

Islamfeindlichkeit im Internet am Beispiel kritiknetz.de

Die Wege und Mittel der Islamfeindlichkeit sind vielfältig. Im Internet tummelt sie sich in allen Spielarten. Das Spektrum reicht von offen faschistischer Hasspropaganda bis zu vermeintlich argumentativer – aber immer auch diskriminierend verallgemeinernder – ‘Islamkritik’, der es angeblich nur um Menschenrechte und Emanzipation zu tun ist. Die ‘Debattenkultur’, die in dem um ‘Seriosität’ bemühten Segment der großen anti-islamischen Bewegung vorherrscht, soll in dem folgenden Artikel anschaulich gemacht werden (…).”

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(Quelle: analyse & kritik.)