Posts Tagged ‘Islamophobie’

Österreich/BRD: Säkularer Fundamentalismus

Montag, Juni 27th, 2011

“Islamophobe sind verbreiteter als Islamisten”

Staat konzentriere sich zu sehr auf islamischen Fundamentalismus – und zu wenig auf islamophoben, sagt Politologe Harald Schmid

Maria Sterkl im Interview mit Harald Schmid

derStandard.at: Was haben islamische und islamophobe FundamentalistInnen gemeinsam?

Harald Schmid: Beide erklären sich die Welt durch ein einfaches Modell, und dieses Modell setzen sie absolut. Sie operieren gegen Pluralismus, gegen Toleranz. Egal, ob religiöser oder säkularer Fundamentalismus – beide Strömungen unterminieren die Demokratie. Im Blickpunkt der Öffentlichkeit steht aber derzeit der islamische Fundamentalismus, der mit Gewaltbereitschaft identifiziert wird.

derStandard.at: Zu Recht?

Schmid: Die Politik ist immer an aktuellen Schwerpunkten der Aufmerksamkeit orientiert, und die liegen seit 9/11 beim islamischen Fundamentalismus. Den säkularen Fundamentalismus sollte man aber viel stärker ins Auge fassen. In Deutschland und Österreich gibt es Fälle, die demokratiebedrohend wirken können – ich denke an den deutschen SPD-Politiker Thilo Sarrazin, der zumindest fundamentalistische Rhetorik bedient. Fundamentalisten schaffen Feindbilder: „Diese Gruppe, diese Geisteshaltung ist schuld, folglich muss diese Gruppe, diese Geisteshaltung an den Rand gedrängt werden.”

derStandard.at: Wer hat die größere Breitenwirkung in Deutschland? Die islamischen Fundis, oder die antimuslimische Rechte im Stil Sarrazins?

Schmid: Die Mentalität Sarrazins ist wohl verbreiteter. Das hat mit kulturellen Anschlussmöglichkeiten zu tun, mit seiner Bekanntheit, seinem Status. Er kann im gegenwärtigen islamophobischen Klima viel schneller an ein öffentliches Interesse andocken, weil er (…).

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(Quelle: derStandard.at)

BRD: “IMMER DIE ANDEREN”

Freitag, Oktober 29th, 2010

“Ein BUKO Positionspapier gegen Anti-Muslimischen Rassismus

Wir halten es für nötig, dass sich die BUKO klar gegen den – in Deutschland und anderen “westlichen” Ländern – immer weiter verbreiteten anti-muslimischen Rassismus (AMR) positioniert und zu einem verstärkten Eintreten der Linken in Deutschland dagegen aufruft. Dazu möchten wir zunächst klären, was wir unter anti-muslimische Rassismus verstehen, anschließend zeigen, wie Muslime/”Araber” im bisherigen und gegenwärtigen Diskurs beschrieben werden und welche Mechanismen eines anti-muslimischen Rassismus´ dabei zum Tragen kommen. Anschließen benennen wir Gründe, warum ein Eintreten gegen AMR aus unserer Sicht nötig ist und skizzieren abschließend einen Vorschlag dafür. Es geht uns dabei nicht darum, fundamentalistische, sexistische oder antisemitische Denkweisen oder Gruppen, egal welcher regionalen Herkunft oder religiösen Zugehörigkeit, zu verteidigen, sondern einer Form des Rassismus entgegen zu wirken, der auch in der Linken präsent ist.

1. Zur Verwendung des Begriffs “anti-muslimischer Rassismus” (AMR)

Mit anti-muslimischem Rassismus (AMR) meinen wir einen Rassismus, der sich speziell gegen Muslime und/oder “Araber” richtet und an deren angeblichen Eigenschaften sowie vermeintlichen, angeblich religiös oder kulturell begründeten typischen Einstellungen oder Verhaltensweisen anknüpft. Wir benutzen dabei bewusst den Begriff “Rassismus”, weil dadurch Ähnlichkeiten zwischen anti-muslimischen Einstellungen, Verhaltensweisen und Vorurteilen und anderen Formen von Rassismus deutlich werden. Im anti-muslimischen Rassismus finden sich die gleichen Mechanismen von Pauschalisierung, Essentialisierung und die Aufwertung des Eigenen durch so genanntes Othering (1) wie in anderen Rassismen. Zudem macht der Begriff AMR deutlich, dass diskursiv verbreitete Stereotype und Annahmen über “die Araber” oder “die Muslime” immer auch konkrete Subjekte treffen und für diese negative Folgen haben.

Wir ziehen den Begriff AMR anderen Begriffen vor. Insbesondere erscheint uns der Begriff “Islamophobie” nicht passend, da der Begriff “Phobie” aus der Psychopathologie stammt und ein Krankheitsbild bezeichnet. Mit “Anti-Islamismus” wiederum wird eine Gegnerschaft zum Islamismus statt zum Islam suggeriert. Bei antimuslimischem Rassismus geht es aber nicht um die Kritik einer spezifischen politisch- religiösen Haltung bestimmter muslimischer Gruppen, sondern um Diskurse, die pauschal “die Muslime” oder “die Araber” meinen.

2. Elemente des AMR

Unserer Ansicht nach sind in zeitgenössischen Äußerungen (2) und Bildern sowohl im öffentlichen als auch im privaten Raum Äußerungen über Islam, Muslime, Menschen aus arabischen Ländern, politische Vorgänge und gesellschaftliche Verhältnisse im Nahen Osten sowie “Terrorismus” häufig durch Pauschalisierung/ Homogenisie rung, Essentialisierung und ein “Othering” gekennzeichnet (3) – typisch rassistischen Denkstrukturen.

Zunächst sind viele Äußerungen zum Thema Muslime, Islam und “arabische Welt” nicht nur von allenfalls oberflächlicher Sachkenntnis, sondern auch von groben Pauschalisierungen in gleich mehrfacher Hinsicht geprägt. Bei Aussagen über “den Islam” oder “die Muslime” wird auf unterschiedliche Situationen in verschiedenen mehrheitlich muslimischen Ländern selten eingegangen. Dabei ist auffällig, dass im Diskurs zumindest eine Annäherung, wenn nicht gar eine Gleichsetzung, zwischen Menschen arabischer Herkunft und “Muslimen” erfolgt. Länder wie Indonesien oder Malaysia, die zu den Ländern mit der größten muslimischen Bevölkerung gehören, und die dortigen Lebenswirklichkeiten, religiösen Strömungen und Praktiken spielen dabei kaum eine Rolle. Auch die Unterschiedlichkeit von muslimischen Stimmen, sozialen Bewegungen oder Subjekten und die in arabischen/ muslimischen Ländern existierenden Lebenswirklichkeiten, die ganz anders und vielgestaltiger aussehen als es der anti-muslimische Diskurs wahrhaben will, werden nicht zur Kenntnis genommen. Auch wird sehr selten erwähnt, dass es “den Islam” und “die” daraus ableitbare Position nicht gibt. Wie im Christen- oder Judentum vertreten islamische Theolog_innen unterschiedliche Ansätze dazu, wie der Koran als zentraler Text des Islam auszulegen ist; es gibt verschiedene Glaubensrichtungen.

Pauschalisierung und Homogenisierung sind charakteristisch für jedwede Art von rassistischem Denken und bilden auch die Grundlage für eine Essentialisierung derjenigen, die Gegenstand rassistischer Äußerungen sind: “Die Muslime” oder “die Araber” “sind” – wesensmäßig
– so oder so. Bestimmte Verhaltensweisen oder Einstellungen werden auf “die arabische Kultur” oder “den Islam” zurückgeführt. In linken Überlegungen der letzten Jahrzehnte wurden individuelle Einstellungen und Lebensweisen vor allem als Ergebnis der gesellschaftlichen Position von Individuen – in Bezug unter anderem auf Klasse, Rasse und Geschlecht – dargestellt. Obwohl Menschen also als Produkt verschiedener Herrschaftsstrukturen wahrgenommen werden, wird ihnen nicht die Fähigkeit abgesprochen, sich zu der vorgefundenen gesellschaftlichen und individuellen Situation, in der sie sich befinden, zu verhalten oder diese zu verändern. Äußerungen zu “Muslimen” oder “Arabern” sind demgegenüber häufig davon gekennzeichnet, dass sozioökonomische und politische Verhältnisse in den entsprechenden Ländern, die oft viel stärkere Einflüsse auf individuelle Lebenswelten haben als beispielsweise die Religionszugehörigkeit, nicht zur Kenntnis genommen werden. Zudem wird von jedem Mitglied des konstruierten Kollektivs “die Muslime”/die “Araber” angenommen, dass es die Eigenschaften, Einstellungen, Verhaltensweisen an den Tag legt, die dem Kollektiv zugeschrieben werden.

Pauschale Aussagen und Essentialisierung sind wesentliche Bestandsteile des Othering, eines weiteren klassischen Mechanismus ´ rassistischen Denkens: Bestimmte Verhaltensweisen, Einstellungen oder vermeintliche Charakteristika von “Muslimen” oder “Arabern” werden nicht nur quasi-automatisch auf deren Kultur oder Religion zurück geführt, sie werden auch als von “uns” oder “dem Westen” völlig verschieden, als “die Anderen” gedacht. Es wird also eine in sich homogene, in sich geschlossene und von “uns” wesensmäßig verschiedene Gruppe konstruiert. Dem als exotisch, irrational, unterdrückerisch und rückwärtsgewandt beschriebenen arabischmuslimischen Kulturraum und Individuum stehen ein aufgeklärter, rationaler, fortschrittlicher Westen und ein eben solches westliches Subjekt gegenüber. Dabei wird die jahrhundertelange gegenseitige sprachliche, kulturelle und intellektuelle Befruchtung von “Westen” und “Orient”, von Islam, Juden- und Christentum nicht erwähnt.

Mit dem Othering geht auch eine Abwertung der Anderen einher. Durch diese Abwertung des rassistisch beschriebenen Anderen wird die eigene Person bzw. das eigene Kollektiv aufgewertet. (Homo- )Sexismus, Rassismus und Gewalt in der eigenen Gesellschaft brauchen nicht mehr thematisiert, geschweige denn bekämpft werden – “hier” ist ja alles (vergleichsweise) gut, aufgeklärt, demokratisch und rational.

3. Beschreibung der Muslime im Diskurs

Ein rassistischer Diskurs hat nichts mit realen Gegebenheiten zu tun; insofern kann er sich im Laufe der Zeit oder an verschiedenen Orten unterschiedlicher Stereotype bedienen. Im Folgenden beschreiben wir einige unserer Wahrnehmung nach gängige Figuren oder Themen des zeitgenössischen AMR.

Im aktuell herrschenden Diskurs wird “der Islam” oft als antisemitisch, patriarchal, “homosexistisch”, irrational, religiös und “dem Terror” gegenüber zumindest in hohem Maße anschlussfähig bzw. aufgeschlossen beschrieben. Der Diskurs über “Muslime/die Araber” ist dabei in den letzten Jahren durchaus Wandlungen unterworfen. Seit dem 2. Golfkrieg werden Immigrant_innen immer stärker als Muslime wahrgenommen, während sie vorher in der BRD als Gastarbeiter_innen codiert wurden. Iman Attia beobachtet, dass sich AMR zu Beginn der 1990er Jahre fast ausschließlich entlang des Geschlechterverhältnisses (u.a. “Nicht ohne meine Tochter”) ausdrückte. Erst später traten Dimensionen wie Terrorismus, Homosexismus und Antisemitismus stärker in den Vordergrund.

Interessant ist zu schauen, welche Akteur_innen diesen antimuslimischen Rassismus äußern. Dieser Rassismus ist nämlich nicht nur am rechten äußeren Rand der Gesellschaft zu finden, sondern reicht über rechts-populistische (PRO-Bewegungen), konservative Parteien und Medien bis ins sozialdemokratische Lager (Sarrazin (SPD)). Auch die Linke selbst ist nicht frei von antimuslimischen Ressentiments. Auffällig ist, dass gemäß der Studie “Meinungen zum Islam und Muslimen in Deutschland und Europa” (4) 52,2 Prozent der Deutschen der Aussage zustimmen “Der Islam ist eine Religion der Intoleranz”. Dieselben Befragten stimmen jedoch selbst rassistischen, antisemitischen, sexistischen und homosexistischen Äußerungen überzufällig zu.

Im öffentlichen Diskurs wird der Islam oft als patriarchal wahrgenommen und dies an unterschiedlichen Einzelaspekten festgemacht – das Kopftuch bzw. in letzter Zeit zunehmend die Burka, Genitalverstümmelung und so bezeichnete “Ehrenmorde” scheinen die derzeit wichtigsten zu sein. Auch hier wird pauschalisierend die Vielgestaltigkeit von Lebensverhältnissen und Positionen von Muslim_innen und Araber_innen in unterschiedlichen Ländern der Welt regelmäßig ignoriert. Gesprochen und geschrieben wird über Frauen, die zuhause eingesperrt oder minderjährig verheiratet werden, nicht ohne Zustimmung ihres Mannes reisen oder arbeiten dürfen. Nicht gesprochen wird über engagierte Frauen, wie die jemenitische Anwältin, die einschließlich Gesichtsschleier im Gericht von Sana’a Angeklagte verteidigt, die Professorin für muslimische Studien an der Universität Kairo, die vor dem Hintergrund des islamischen Rechts begründet, warum der Islam von Frauen nicht verlangt, einen Gesichtsschleier zu tragen, die (männlichen) muslimischen Geistlichen, die in Lehrmeinungen Genitalverstümmelungen als nicht dem Islam entsprechende Praxis verurteilen, das Verbot des Kopftuchtragens in türkischen Universitäten oder die Tatsache, dass diverse mehrheitliche muslimische Länder wiederholt Frauen als Staatschefinnen hatten. Auch die Position von Muslimas, die sich für das Tragen des Kopftuchs als selbstverständlichen Ausdruck ihrer religiösen Überzeugungen entscheiden und gerichtlich durchzusetzen versuchen, dieses auch an ihren Arbeitsplätzen tun zu dürfen oder derjenigen Frauen, die keinen Widerspruch zwischen einer Haltung als gläubige Muslima und einer feministischen Position sehen, wird gerne nicht erwähnt.

Neben “Frauenunterdrückung” ist eine gegenwärtig sehr häufig zu findende Gleichsetzung die des Islams mit Terrorismus. In deutschen Medien dominierten in den letzten Jahren neben den Bildern von verschleierten Frauen, Bilder von so genannten Glaubenskriegern. Durch die Pauschalisierung, dass alle Muslime einen “heiligen Krieg” befürworten, bzw. die Behauptung, dass im Koran zu Gewalt gegen Andersgläubige aufgerufen werde (was gegenläufige muslimische Interpretationslinien bewusst unterschlägt), wird der Kontext, in dem Terrorismus entsteht, ignoriert. Auch eine differenzierte wissenschaftliche Diskussion zu den Entstehungsgründen von “islamischem” Terrorismus wird nicht zur Kenntnis genommen.

Muslimischer Antisemitismus wird häufig durch Pauschalisierung an anti-semitischen Positionen einzelner, historischer oder aktueller Personen der Zeitgeschichte (wie z.B. denen des palästinensischen Großmuftis Al-Husseini oder gegenwärtig des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad) festgemacht. Gegenläufige Traditionslinien und Positionierungen emanzipatorischer Bewegungen werden dabei ebenso ignoriert, wie politisch-historische Hintergründe für in arabischen Ländern durchaus anzutreffende antisemitische Einstellungen und die jahrzehntelange Instrumentalisierung des “Palästinenserproblems” durch arabische Regime.

In der problematischen Debatte um den Nahost-Konflikt besteht die Gefahr, in der Benennung eines Unrechts ein anderes zu verschweigen. Dies kann nicht Sinn einer kritischen Auseinandersetzung mit antimuslimischem Rassismus sein. Es geht uns auch nicht darum, muslimischen Antisemitismus zu relativieren, sondern darum zu betonen, dass das pauschalisierende Unterstellen antisemitischer Ressentiments der Muslime von eigenen antisemitischen Tendenzen ablenkt und das Problem auf “die anderen” verlagert.

“Der Islam” wird des Weiteren auch gerne als per se homosexistisch bezeichnet. Richtig ist, dass es in einigen arabischen Ländern tatsächlich strafbar ist, homosexuelle Kontakte zu haben und dass Menschen mit anderer als heterosexueller Orientierung gesellschaftlichem Druck ausgesetzt sind. Gleichzeitig ist Letzteres aber kein auf die islamische Welt beschränktes Phänomen, und auch Nicht- Muslime in der bundesdeutschen Gesellschaft sind keinesfalls frei von Homosexismus.

4. Gesellschaftliche Gründe für AMR

Soweit die Beobachtung. Wie lässt sich nun dieses Erstarken von antimuslimischem Rassismus erklären? Zunächst kann anti-muslimischer Rassismus auf einen Fundus kulturell verfügbarer Bilder und Stereotype über den Orient und den Islam aufbauen – das, was Edward Said als “Orientalismus” beschreibt. Agententhriller und Lieder wie C-A-F-F-E-E sind nur Beispiele dafür, wie bestimmte, häufig exotisierende Bilder über “den Orient” transportiert werden. Eine Basis für die herrschaftliche Instrumentalisierung und Intensivierung des “Feindbilds Islam”, vor allem im Zuge der Durchsetzung westlichimperialer Interessen im ersten Golfkrieg und im Zuge des “Kriegs gegen den Terror”, war also bereits vorher vorhanden. Damit ist bereits angedeutet, dass die Stärke des antimuslimischen Rassismus´ sich damit erklären lässt, dass er einen gesellschaftlichen Zweck erfüllt. Genauer gesagt: mehrere.

Zum einen ist der antimuslimische Rassismus eng verwoben mit Rechtfertigungen für den “Krieg gegen den Terror”. Der innenpolitische Mehrwert besteht zudem darin, dass immer neue Überwachungsmechanismen im Namen der Terrorismusbekämpfung leichter politisch durchsetzbar sind. Weiterhin wird durch das oben beschriebene Othering, also die Beschreibung “der Anderen” als homosexistisch, patriarchisch, antisemitisch und terroristisch, gleiche Phänomene in der eigenen Gesellschaft verharmlost und eine Auseinandersetzung über sie vermieden.

5. Warum ist das Eintreten gegen AMR eine Aufgabe für die BUKO?

Das Eintreten gegen AMR ist aus unserer Sicht eine Aufgabe für emanzipatorische Bewegungen im Allgemeinen, aber auch speziell für die BUKO. Dafür gibt es mehrere Gründe:

Zum einen richtet sich Rassismus immer gegen konkrete Leute; er ist darauf angelegt, bestimmte Personen(gruppen) abzuwerten. Wie sehr Menschen in vielen arabischen Ländern und Muslime in Deutschland sich inzwischen aufgrund ihrer Herkunft und Religion diskriminiert fühlen, hat der Fall der im Gerichtsaal ermordeten Marwa El-Sherbini gezeigt. Nachdem sie eine Beleidigung als “Islamistin” auf einem Dresdener Spielplatz zur Anklage brachte, wurde sie im Juli 2009 während der Verhandlung vor dem Landgericht Dresden vom Angeklagten mit 18 Messerstichen getötet. Während in Deutschland Medien zwar über das Verbrechen berichteten, es jedoch in den seltensten Fällen als Ausdruck breiterer gesellschaftlicher Tendenzen sahen, war die gängige Meinung in Ägypten und anderen arabischen Ländern – wenn man Medienberichten vertraut – dass Marwa El- Sherbini ein Opfer weit verbreiteter anti-muslimischer Ressentiments gewesen sei. Auch uns scheint die Annahme nicht fern zu liegen, dass das gegen Al-Sherbini gerichtete Verbrechen Ausdruck einer Einstellung war, die sich als anti-muslimischer Rassismus verstehen lässt. Der Fall ist damit ein deutliches Zeichen dafür, wie wirkungsmächtig anti-muslimischer Rassismus (geworden) ist und macht klar, warum es nötig ist, dagegen aktiv zu werden.

Zweitens werden mit AMR – auch jenseits der rassistischen Abwertung von Menschen – Denkstrukturen gefördert, die aus unserer Sicht nicht wünschenswert sind. So ist zum Beispiel innerhalb der BUKO ein ungebrochen positiver Bezug auf Begriff wie “die Aufklärung” oder “Menschenrechte” immer wieder kritisch in Frage gestellt worden. Eine solche Auseinandersetzung und Reflexion finden wir weiterhin nötig; wenn “Aufklärung”, “Menschenrechte” etc. als positive Ziele gegenüber einer “islamischen Bedrohung” positioniert werden, wird genau eine solche kritische Reflexion erschwert.

Drittens dient antimuslimischer Rassismus – wie dargestellt – der ideologischen Legitimierung von Kriegen und militärischen Interventionen durch “den Westen” weltweit. Ein Eintreten gegen AMR ist daher mit dem Eintreten gegen solche Kriege eng verbunden. Es ist daher für uns als (internationalistische) Linke zentral, dem AMR entschieden entgegen zu treten. Eine Möglichkeit für eine linke Positionierung bestünde darin, die jeweiligen Themen und Herrschaftsformen in ihren verschiedenen Spielarten und gesellschaftlichen Verankerungen zu diskutieren. Dabei dürfen die Unterschiedlichkeit der Formen, in denen Homosexismus, Frauenfeindlichkeit, Antisemitismus usw. an unterschiedlichen Orten und zu unterschiedlichen Zeiten auftreten und die Gründe dafür nicht ausgeblendet werden, sondern müssen herausgearbeitet werden. Das würde dann aber auch eine klare Benennung von Herrschaftsstrukturen in unserer eigenen Gesellschaft sowie den Beitrag Deutschlands und Europas zu sozialen und ökonomischen Verhältnissen weltweit einschließen. Dies kann und sollte gemeinsam mit Muslim_innen und sozialen Bewegungen aus arabischen und muslimischen Ländern erfolgen, weil es auch dort (linke) Kräfte gibt, die sich kritisch mit diesen Themen auseinandersetzen. Mit diesen Kräften gilt es zu kommunizieren, zusammenzuarbeiten und einen gemeinsamen kritischen Diskurs zu führen, der aus unserer Sicht solidarische Kritik einschließen kann und in einigen Fällen einschließen muss.

Gegen Rassismus, Antisemitismus, (Homo-)Sexismus, Krieg und Terror überall – im Nahen Osten ebenso wie in Neukölln oder Nürnberg.

Fußnoten
1) Das postkoloniale Konzept des”Othering” meint die Differenzierung und Distanzierung der Gruppe, der man sich zugehörig fühlt von anderen Gruppen, die regelmäßig mit der Aufwertung der eigenen Gruppe einhergeht.

2) Wir beziehen uns hierbei vor allem auf deutschsprachige Äußerungen. Das heißt aber nicht, dass das Problem auf Deutschland beschränkt wäre.

3) Wir führen dabei keine systematische Analyse einzelner Texte durch, verweisen nur an einigen Stellen auf bestimmte Texte. Viele der beschriebenen Elemente lassen sich aber unserer Wahrnehmung nach immer wieder finden

4) Zick, Andreas / Küpper, Beate: Meinungen zum Islam und Muslimen in Deutschland und Europa, Universität Bielefeld, 6.12.2009.

 
 

(Quelle: buko – bundeskoordination internationalismus.)

USA: Streit um Moschee auf Staten Island

Donnerstag, Juli 15th, 2010

Religious Liberty For All?

by Thomas L. Miles


(Photo: Thomas L. Miles / NLN)

STATEN ISLAND, N.Y. — Supporters of Staten Island’s Midland Beach mosque, attacked by elements of the community and islamaphobic activists, gathered on Wednesday 7 July in front of Borough Hall. Muslim and non Muslim supporters of the mosque, including a diverse group of local clergy, members of Peace Action Staten Island, and representatives of the Island’s thirty thousand strong Muslim American community, met to call on local officials to defend religious liberty for all Islanders.


(Photo: Thomas L. Miles / NLN)

While temperatures over one hundred subdued the gathering, several dozen leaders, activists, and community members sheltered in the shade of Staten Island’s government center. Hesham El-Meligy, a longtime interfaith community organizer, spoke on behalf of several groups, and announced the formation of Staten Island’s first inclusive Muslim community council, the Islamic Civic Association.


(Photo: Thomas L. Miles / NLN)

Some members of the gathering expressed disappointment with the commercial press’s sensationalist and divisive coverage of the Midland Beach mosque, portraying the Muslim community as outsiders and insensitive to local concerns, and as a conflict strictly between Muslims and non-Muslims. In an attempt to counter this, we reprint below El-Meligy’s speech in its entirety.


(Photo: Thomas L. Miles / NLN)
Hesham El-Meligy being interviewed by NY1′s Mara Montalbano


Good morning everyone and thank you for being here. My name is Hesham El-Meligy and I am speaking on behalf of the Staten Island Muslim community. I am a founding member of the Building Bridges Coalition of Staten Island and a member of other interfaith and community organizations, such as the Staten Island Clergy Leadership and the Staten Island Immigrants Council. I lived on Staten Island for more than 10 years and been trying to build bridges of understanding and respect. Other Staten Island Muslim leaders and myself spoke at Churches, Synagogues and Temples in different occasions about Islam & Muslims. We shared in many events with others of different faiths, ethnicities, and backgrounds. In spite of all that, I found out that some on Staten Island do not even know that there are Muslims here. I found out that stereotypes and misconceptions about Islam and Muslims is still rampant within some circles. I know Muslim families who lived on Staten Island since the sixties. In the past few years, the Muslim population of Staten Island doubled and maybe even tripled. Though the census results are not out yet, an estimate of the Staten Island Muslim population ranges between 25,000 and 35,000. 10 percent or more of Staten Island’s medical doctors are Muslim. Muslim owned businesses are everywhere. There are only 5 Mosques to serve this growing population and all are located above the highway on the North shore, while Muslims live everywhere on the Island, from Tottenville to Saint George, and from Midland Beach to Travis. The reaction to the sale of the convent hurts us. We are Staten Islanders. We have the right to have a house of worship anywhere of our choosing according to the law of the land. We don’t want a privilege that no one else has; we just won’t accept being treated as second class. I am a Muslim by choice, no one is forcing me to anything and I am proud to be a Staten Island Muslim. I am proud of the true teachings of Islam as found in the Quran and the example of Prophet Muhammad {peace be upon him} and all other prophets sent by God. The name of God in Arabic is Allah. Jewish and Christian Arabs use that name in worship. In the Arabic version of the book of Genesis, on it’s first page, there are 17 verses and 17 times the name Allah is there. Allah is the creator and the same God worshiped by Jews and Christians. Although it is clear that the true teachings of Islam criminalize any act of terror, there are some who still are trying to link Islam to terror. There are even some who are asking, why Muslims do not come out and condemn terrorism. Well, it has been done on numerous occasions, but maybe another time won’t hurt. Let it be recorded that Muslims in Staten Island, in the City of New York, In the State of New York, and in the United States of America condemn terrorism in any shape or form, whether it carried out by someone who happens to be Muslim or non-Muslim, whether it is done by an individual or a group or a country. I take the chance today and announce the establishment of the Islamic Civic Association of Staten Island; an organization that will provide services to the growing Staten Island Muslim community and act as the bridge between them and others. Thank you, may God bless you and may God bless America and our world.


(Photo: Thomas L. Miles / NLN)

 

(Quelle: NLN.)

Niederlande: Islamophobie verlangt Widerspruch der Linken

Samstag, Mai 29th, 2010

“Islamophobia: for a radical left response


By Peter DRUCKER

Since the rise of Pim Fortuyn in 2002, Islamophobia has played a central role in Dutch politics. Geert Wilders and his Freedom Party have now emerged as a threat to all progressive forces. There is no point in trying to change the subject and hoping the danger will pass; Islamophobia has to be confronted head-on. But intelligently – knee-jerk defences of anything a Muslim says or does will definitely not help.

To be clear: in the Netherlands today Islamophobia is the main form taken by racism. It has nothing to do with criticism of Islam as a religion. If Wilders and his followers say that not one more Muslim should be allowed into the country, they don’t mean that Moroccan and Turkish Christians and atheists are welcome. ‘Muslim’ is for them simply a convenient epithet for ‘those other people’.

And it has proved to be an extremely effective epithet. Without Islamophobia, Fortuyn would never have succeeded in becoming the champion of resistance to the coalition of the Labour Party and the liberal parties that governed the Netherlands from 1994 to 2002. Without the assassination of filmmaker Theo van Gogh, just after the big trade-union demonstration on Amsterdam’s Museum Square in 2004, it would have been harder to make the unions accept a poor compromise on the issue of early retirement. Without his rabid attacks on Muslims, Wilders would never have managed to become the main voice of resistance to the EU. There is almost nothing the left can achieve in this country any more without settling accounts with Islamophobia.

At the same time we have to acknowledge that Islamic fundamentalism exists and is a problem – although the danger it poses to the Netherlands is being ridiculously exaggerated. The millions of Dutch people who say they are afraid an Islamic state will be established in Europe have completely lost their sense of proportion. Fundamentalism doesn’t even have much support among people of Muslim immigrant origin. Every survey shows that Dutch Muslims are hardly any more religious than Dutch Christians, that the rate of mosque attendance is low and declining, and that the number of ex-Muslims and non-practising Muslims is increasing.

However terrible Islamic fundamentalism may be for its individual victims – above all women – it is a fallacy to treat right-wing Islamophobes and Islamic fundamentalists as equivalent threats in the Netherlands today. Both qualitatively and quantitatively, the Dutch far right is the greater danger. No fundamentalist imam is ever going to become Dutch prime minister; unfortunately we can’t be sure that the same is true of Wilders!

The left may even sometimes join in a demonstration – in solidarity with Palestine, for example – where Islamic fundamentalists are also present. We shouldn’t be afraid to do that, though we should take care that our slogans don’t get mixed up with theirs. But we should avoid demonstrating alongside Wilders supporters at any price.

The ‘Muslim threat’ is in fact the equivalent in the Netherlands today of what the ‘Communist threat’ was about 50 years ago: a bogeyman that serves as a pretext for a right-wing, repressive political climate.

Hegemony

What we mustn’t lose sight of, however, is the fact that left wing and Islamic currents are competing for hegemony among radicalizing youth of non-Dutch origin. Even though people of Muslim origin will never become a majority of the Dutch population, they are a growing proportion of young people, of the population of the big cities and of the working class. If the left is to climb out of the deep pit it’s in now and win a majority of society – and that must remain our goal – we need a base under people of non-Dutch origin as well as among people of Dutch origin.

Unfortunately the left is not doing well among young people of Muslim origin. Left-wing immigrant currents like DIDF (Federation of Turkish Workers in the Netherlands) and KMAN (Committee of Moroccan Workers in the Netherlands) are significantly weaker than they were 20 years ago. These groups did not play a prominent role in the protests against the Israeli attack on Gaza, for example. An Islamic current like the PPMS, by contrast, did.

There are people on the left who don’t think this is so terrible. Those young Muslims are against the government, against Wilders and against Zionism, just as we are, they say, so we can perfectly well be allies. But that’s sophistry. Our differences with fundamentalists about women’s and LGBT emancipation are not secondary issues. No just society is possible if over half the population is denied equal rights or if people aren’t free to love as they choose.

And there are other areas where we have unbridgeable differences with fundamentalists. Islamic politics offers no future to people in the Netherlands. An Islamic state is impossible in this country (fortunately); a return to the ‘pillarized’ politics in which Dutch politics and society were divided along religious lines is a recipe for division and stagnation; and a Salafist withdrawal from secular democracy would rob a big share of the Netherlands’ working and poorest people of their political voice and their social rights.

In short, a politics based on religion leads nowhere…

Ramadan

… as the controversy in Rotterdam around Tariq Ramadan made clear.

From the moment the city signed its contract hiring Ramadan as a consultant on immigrant affairs, failure was guaranteed. Because in doing so the city government was simply turning the Islamophobic positions of the previous administration, dominated by the right-wing Liveable Rotterdam party, upside down. Both Liveable Rotterdam and its centre-left successors viewed Rotterdammers of Moroccan and Turkish origin above all as Muslims. For Liveable Rotterdam they are as such suspect; for the Labour Party and Green Left they have to be ‘integrated’ as Muslims.

You don’t have to be an enemy of Tariq Ramadan, still less of his religion, to conclude that someone who doesn’t speak Dutch and has no profound knowledge of the Netherlands is not qualified to help people become fully equal citizens of a Dutch city.

The upshot is that virtually every political current in Rotterdam has managed to alienate Rotterdammers of Muslim origin. The Labour Party and Green Left managed to do it by acting as if Ramadan represented all those Rotterdammers, and then sacking Ramadan in a humiliating way when they became convinced that he was an electoral liability. The fact that these two parties of neoliberal business-as-usual still win many votes among immigrants is a reflection of the lack of self-respect among political figures and organizations representing people of non-Dutch origin. As for the SP, which as the only anti-neoliberal party has more to offer, it has been repeatedly equated in this affair with Liveable Rotterdam.

This image of the SP is in part the fault of the media. A year ago, when Ramadan’s contract was renewed, the SP city council delegation made clear that they didn’t give much weight to the charges of sexism and homophobia against Ramadan; they simply didn’t think his fee was a useful investment of taxpayers’ money. And again when Ramadan was sacked, the SP said it didn’t think that his connection with the Iranian government-funded PressTV was so terrible. By ignoring the SP’s statements, the media gave a distorted picture of the political landscape.

The SP can however be reproached with not expressing more repugnance at the Islamophobia of Liveable Rotterdam and the right-wing liberal VVD and at the opportunism of the centre-left parties in city government. Unfortunately, the SP’s low profile against Islamophobia is not surprising from a party that expresses such vehement objections to ‘ethnic politics’. It was also simply negligent of the SP not to say that sacking Ramadan from his chair at the Erasmus University (which he was given at the same time the city hired him as a consultant) was an impermissible assault on academic freedom.

The Erasmus University faculty members who took a public stand against the university’s breach of its contract deserve high praise, all the more because they made clear that they did not necessarily share Ramadan’s opinions. Would that all of Ramadan’s defenders on the left had been as sensible. Even if the man has been treated unjustly, that is no reason to treat him as a progressive hero. Yes, he’s smart, eloquent, elegant, an effective critic of Israel and of the war in Afghanistan, a proponent of Muslim participation in democratic politics, and a legitimate interlocutor within the global justice movement – but he’s not part of the left.

A glance at his website shows that in France in 2007, despite his justified criticisms of the presidential candidate Nicolas Sarkozy, he had hardly anything good to say about any of the candidates of the left (and he commented on them all). The only candidate he expressed admiration for was the centrist François Bayrou. Moreover, Ramadan’s criticisms of Sarkozy didn’t stop him from later dedicating one of his books to the right-wing politician. And we don’t even need to mention his negative opinions on homosexuality.

Lessons

This tragic business shows that the left is still at a loss in dealing with Dutch people of Muslim origin. It is time to go back to first principles.

There needs to be room on the left for people of every religion and no religion, for people who do and don’t wear crosses, for women who do or don’t wear headscarves. And the left should be more open to spirituality in general – an area in which we have something to learn from believers. With the general atomization of society, the Dutch left has too often forgotten that transforming society requires sacrifices and a willingness to put oneself at the service of one’s fellow human beings. People who have a spiritual motivation for their political commitment should be able to be open about it.

In that case, however, believers and non-believers need to have a common basis for discussion and action. Once arguments like ‘I believe because God says it’ or ‘I do it because God commands it’ – about abortion, poverty or anything else – are admitted in politics, rational debate becomes impossible. Discussions on the left should be about interests, values, facts and analyses, not about theology.

This doesn’t mean that the left should be a space of uniformity, in which we are all citizens and perhaps workers and nothing else. The left needs to be as diverse as society at large – and we have a long way to go in this respect. Like women and men, people of non-Dutch origin and people of Dutch origin, gay men, lesbians, bisexuals, queers and many others, believers should be at home on the left.


DRUCKER Peter
* This article was originally published in Dutch in Grenzeloos (magazine of the Dutch section of the Fourth International) no. 104, November-December 2009.

(Quelle: Europe Solidaire Sans Frontières.)

BRD: Selbstentlastung und Feindmarkierung

Donnerstag, Mai 20th, 2010

“Selbstentlastung und Feindmarkierung

Islamfeindlichkeit im Internet am Beispiel kritiknetz.de

Die Wege und Mittel der Islamfeindlichkeit sind vielfältig. Im Internet tummelt sie sich in allen Spielarten. Das Spektrum reicht von offen faschistischer Hasspropaganda bis zu vermeintlich argumentativer – aber immer auch diskriminierend verallgemeinernder – ‘Islamkritik’, der es angeblich nur um Menschenrechte und Emanzipation zu tun ist. Die ‘Debattenkultur’, die in dem um ‘Seriosität’ bemühten Segment der großen anti-islamischen Bewegung vorherrscht, soll in dem folgenden Artikel anschaulich gemacht werden (…).”

Weiterlesen…

(Quelle: analyse & kritik.)

“Den Islam anzufeinden, ist rundum praktisch”

Sonntag, Mai 16th, 2010

“Thorsten Gerald Schneiders über Populismen und Deckmäntelchen

Bereits 2004 war sich das Nachrichtenmagazin Focus sicher, dass Muslime, auch wenn sie hier geboren wurden, ‘unheimliche Gäste’ sind (Ausgabe 48). Der Spiegel aalte sich 2007 in Bedrohungsszenarien wie ‘Mekka Deutschland. Die stille Islamisierung’ (Nr. 13) oder ‘Der Koran. Das mächtigste Buch der Welt’ (Nr. 25). Und bei den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen warb die islamfeindliche Pro-NRW-Bewegung um Stimmen. Höchste Zeit also, um angeblicher Islamkritik fundierte Sachlichkeit entgegenzusetzen. 29 deutsche Autoren und Wissenschaftler tun dies in dem Sammelband ‘Islamfeindlichkeit‘. Telepolis sprach mit dem Herausgeber, dem Islam- und Politikwissenschaftler Thorsten Gerald Schneiders (…).”

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(Quelle: Telepolis.)