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Brasilien: Umwelt-Aktivist ermordet

Mittwoch, April 28th, 2010

“José Maria Filho (Zé Maria), einer der führenden Aktivisten in den Gemeinden der Hochebene von Apodi im Nordosten des Bundesstaates Ceará, wurde am 21. April 2010 von bisher Unbekannten mit 19 Schüssen ermordet.

Die Art und Weise dieser Gräueltat deutet darauf hin, dass damit nicht nur er zum Schweigen gebracht werden sollte, sondern dass die Tat als Zeichen für alle, die sich gegen Vertreibung und Ausbeutung und für ein besseres Leben vor allem in den Gemeinden der Chapada do Apodi einsetzen, verstanden werden soll.

Zé Maria war ein umtriebiger Anführer des Kampfes gegen die Ausbreitung des Agrobusiness, für den rechtsmäßigen Anspruch auf Landtitel vieler Kleinbäuer_innen und vor allem gegen den intensiven Einsatz von Agrarchemikalien.

Auf der Hochebene von Apodi, die als eine der prosperierendsten Regionen der bewässerungsintensiven Obstlandwirtschaft im Nordosten Brasiliens gilt, haben sich seit den 1990er Jahren große nationale und transnationale Unternehmen angesiedelt, um vor allem Bananen, Melonen und Ananas in Monokulturen anzubauen. Die Nähe zum Exporthafen bei Fortaleza, das ebene Gelände, die guten Böden und vor allem der durch die Ableitung des São Francisco Flusses auch in Zukunft gesicherte Zugang zu Wasser innerhalb einer semiariden Region sind wohl die wichtigsten Gründe für die Ausbreitung des Agrobusiness. Dabei wurden viele Ländereien eines ehemaligen staatlichen Bewässerungsprojektes von den Unternehmen unrechtmäßig angeeignet, Kleinbäuer_innen ohne eingetragene Landtitel vertrieben und weitere Landstücke mit Hilfe scheinbar lukrativer Kaufangebote erworben.

Diejenigen, die nicht in die Städte abgewandert sind, leiden heutzutage vor allem unter dem massiven Einsatz von Agrarchemikalien, die teilweise per Flugzeug über den Monokulturen ausgebracht werden und das Trinkwasser der Gemeinden verseuchen. Drei gestorbene Arbeiter_innen, die für die Unternehmen Agrargifte ausgebracht hatten und eine weit überdurchschnittlich hohe Krebsrate von einer Erkrankung pro 300 Bewohner_innen sind Belege der überaus hohen Belastung, der die Menschen und die Natur ausgesetzt sind (…).”

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(Quelle: indymedia.)