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Karibik: Weiblicher Sextourismus

Dienstag, Februar 21st, 2012

“Sonne, Strand und Sexarbeit

Dass beim Sextourismus der Tourismus weiblich und der Sex männlich sein kann, zeigt das Beispiel „Karibik“

Von DA-Redaktionskollektiv

Mit der Entwicklung des internationalen Tourismus zum Massenphänomen seit den 90er Jahren fand die globale Verbreitung des Phänomens des klassischen Sextourismus statt.
Tausende Männer und Frauen aus Europa und Nordamerika kommen jedes Jahr in die Karibik, um Sonne, Strände und Sex zu genießen.

Zunehmend reisen besonders Frauen in die Karibik, mit dem Ziel einige Tage in den Armen eines gutaussehenden Mannes zu verbringen. Nach wie vor unterliegt Sextourismus geschlechts-, klassenspezifischen und rassistischen Machtverhältnissen, die in der Kolonialzeit wurzeln. Allerdings geht es beim Sextourismus häufig um mehr, als um kurzfristigen, billigen Sex. Über das Thema sprach die DA mit dem genderpolitischen Aktivisten Svenn Grant aus Trinidad/Tobago.

Jedes Jahr kommen gut 80.000 Frauen aus einer Vielzahl relativ wohlhabender westlicher Länder allein nach Jamaika. Welchen ökonomischen Einfluss hat weiblicher Sex-Tourismus auf die Karibischen Inseln?

Ich habe keine empirischen Daten über weiblichen Sex-Tourismus in der Karibik, weder in Bezug auf die Quantität, noch auf die Preise. Es lohnt sich aber auch ohne Daten auf diese Frage zu antworten. Frauen, die Sexarbeit betreiben, gelten hier als Prostituierte, Huren und leichte Mädchen. Männer gelten als Gigolos, Beach Boys oder Nichtstuer. Diese Begriffe geben männlichen Sexarbeitern einen sozial eher akzeptablen Status. Frauen werden als Teilnehmerinnen an kriminellen Aktivitäten gebrandmarkt, während männliche Sexualität gefeiert wird – oder sie gilt als Wohltätigkeit.

Der Tourismus in der Karibik gilt zumeist als besonders paradiesisch. Touristen können hier mal richtig „rauskommen“ und sich auf die Schönheit der Inseln einlassen. Für viele weibliche Reisende ohne Begleitung macht dieser Reiz, in Verbindung mit den Männern, die die patriarchalen Erwartungen eines unersättlichen Sexualtriebes erfüllen, das Angebot besonders attraktiv. Obwohl ich keinen Zweifel daran habe, dass Frauen zum Sex-Tourismus in der Karibik beitragen, ist es weit bekannt, dass Prostitution „offiziell“ eher weiblich ist.

Die Erfahrung des sexuellen Tausches besteht darin, dass …”

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(Quelle: Direkte Aktion.)

Anmerkung

Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift “Direkte Aktion”, aus der dieser Aufsatz stammt, kann in unserer Bücherei entliehen werden.

Lateinamerika: Hoffnung auf mediales Gegengewicht

Mittwoch, August 17th, 2011

‘”Unser Ziel ist die Demokratisierung des Medienwesens”

In Lateinamerika und der Karibik haben neun Nachrichtenagenturen einen neuen Verband gegründet

Von Harald Neuber

Die Union lateinamerikanischer Nachrichtenagenturen (ULAN[1]) ist Teil einer länderübergreifenden medienpolitischen Bewegung südlich der USA. In dem Maße wie sich die Staaten der Region politisch und wirtschaftlich zusammenschließen, wurden auch gemeinsame Presseorgane gegründet. Der Sender Telesur etwa soll ein Gegengewicht zu der US-amerikanischen Sicht auf die Geschehnisse bieten, die von CNN und anderen Medienkonzernen verbreitet werden. Das Projekt Radio des Südens weitet diese mediale Süd-Süd-Zusammenarbeit sogar auf afrikanische Staaten aus. Telepolis sprach mit Sergio Fernández Novoa. Er ist Vizepräsident der argentinischen Nachrichtenagentur Télam[2] und erster Vorsitzender des neuen Verbandes ULAN.

 

▸ Anfang Juni wurde in der venezolanischen Hauptstadt Caracas die Union lateinamerikanischer Nachrichtenagenturen (ULAN) gegründet, ein Zusammenschluss von neun Agenturen. Welchen Zweck verfolgt dieser Verband?

    Fernández Novoa: Das gemeinsame Ziel der Mitgliedsagenturen ist die Demokratisierung des Medienwesens in Lateinamerika. Derzeit ist es doch so, dass all jene, die ökonomisches Wachstum mit sozialer Gerechtigkeit in Einklang bringen wollen, gegenüber den Mächtigen in Wirtschaft und Medien im Nachteil sind. Das zeigt sich vor allem in der Berichterstattung der großen Medienkonzerne gegen die entsprechenden Regierungen. Der neue Verband versucht, dieser in Lateinamerika wirklich sehr starken Medienfront etwas entgegenzusetzen, indem wir unsere Anstrengungen verbinden.


▸ Wer sind die Mitglieder?

    Fernández Novoa: In dieser ersten Phase sind es staatliche Agenturen. Das Ziel ist aber, auch private und nicht-kommerzielle Medienprojekte einzubinden, die sich für eine demokratischere Medienordnung einsetzen.


▸ In Beiträgen zur Gründung der ULAN war viel von medialen Angriffen auf Linksregierungen in Lateinamerika die Rede. Geben Sie uns ein Beispiel?

    Fernández Novoa: Emblematisch für uns in Argentinien ist in diesem Zusammenhang der Konflikt mit den Großgrundbesitzern um die Regierungsresolution 125, die darauf abzielte, angesichts der Weltmarktentwicklung die Exportsteuern für Soja und andere Produkte anzuheben. In der völlig einseitigen Berichterstattung gegen die Regierung und für die Agrarunternehmer hat sich gezeigt, dass die Interessen von wirtschaftlichen Gruppen und Medienkonzernen in meinem Land inzwischen weitgehend deckungsgleich sind.

    Wenn es also kein neues Mediensystem gibt, wenn neue Akteure keine Chancen erhalten, werden Regierung und weite Bevölkerungsteile ihrer Stimme kaum Gehör verschaffen können. Eben das ist ja auch dem bolivianischen Präsidenten Evo Morales im Konflikt mit der Opposition im Osten des Landes geschehen, oder dem ecuadorianischen Präsidenten Rafael Correa, als er versuchte, Privilegien bestimmter mächtiger Gruppen anzutasten. Und ohne ein Instrument wie den lateinamerikanischen Fernsehsender Telesur[3] hätten wir kaum etwas über den Putsch in Honduras Mitte 2009 gehört.

Der mediale Komplex


▸ Was aber kann die ULAN in dieser Situation beitragen?

    Fernández Novoa: Mediale Pluralität, Fachleute und Medienschaffende, die über das Geschehen von vor Ort berichten, ohne Vorurteile und redaktionelle Vorgaben, die sich an wirtschaftlichen Interessen orientieren. Allein durch die Anzahl der Mitglieder sind wir in weiten Teilen Lateinamerikas und der Karibik präsent und diesen Vorteil sollten wir nutzen und zur Informationsfreiheit beizutragen. Das heißt auch, dass wir unsere Kräfte zusammenschließen. Während der regionalen Fußballmeisterschaft Copa América haben wir von Télam unsere Fotos allen anderen Agenturen zur Verfügung gestellt, so dass alle mit den großen Konkurrenzunternehmen aus dem Norden mithalten konnten. Das ist ein kleines und erstes Beispiel.


▸ Kommen wir auf den politischen Kontext zurück. Wie erklären Sie sich die zahlreiche Kritik westlicher Medien gegen progressive Kräfte in Lateinamerika?

    Fernández Novoa: In der Vergangenheit war immer wieder von dem militärisch-industriellen Komplex die Rede. Heute ist der mediale Komplex Teil dieses Konglomerats. Deswegen ist der schier unglaubliche Abhörskandal um das Imperium von Rupert Murdoch in Großbritannien relativ glimpflich ausgegangen. Was wäre wohl geschehen, wenn ein öffentliches Medium oder Vertreter der Zivilgesellschaft solche Abhörstrukturen aufgebaut hätten? Viele verstehen nicht, dass im aktuellen Verlauf der Geschichte private Konzerne mächtiger sind als Regierungen. Und viele wollen freilich nicht, dass man das versteht. Das ist wichtig anzufügen.


▸ Ist es aber nicht auch so, dass Journalisten etwa in Europa und den USA die politischen Prozesse in Lateinamerika und der Karibik oft nicht verstehen? Ist es nicht ebenso wichtig, den Dialog zu suchen?

    Fernández Novoa: Durchaus, und diesen Dialog suchen wir im Rahmen des internationalen Zusammenschlusses von Nachrichtenagenturen. Dort werben wir für einen Austausch ohne Vorurteile und auf gleicher Augenhöhe. Dieser Austausch unter Kollegen kann viele Dinge zu verstehen helfen. Weshalb etwa in Lateinamerika Privatkonzerne einer wirklichen Informationsfreiheit durch ihre stetig wachsende Macht im Wege stehen. Und weshalb der Staat im gesellschaftlichen Interesse handelt, wenn er regulierend einschreitet und die Informationsfreiheit über private kommerzielle und nicht-kommerzielle, gemeinschaftliche und öffentliche Kanäle sichert.

    Heute bietet uns der technologische Fortschritt Möglichkeiten wie nie zuvor. Die Frage ist, wer diese Möglichkeiten nutzt: Medienkonzerne, die ihren Profit weiter ausdehnen wollen? Oder ein Staat mit der Rückendeckung einer starken Zivilgesellschaft?

Öffentliche Medien sind für die Demokratisierung der Medienlandschaft essenziell


▸ Sie haben gesagt, dass es sich bei den Gründungsmitgliedern der ULAN um staatliche Agenturen handelt. Wie können sie einen mangelnden Abstand zu Regierungen vermeiden?

    Fernández Novoa: Eine Debatte über die Beziehung zwischen Regierungen und öffentlichen Medien ist wichtig, vor allem, wenn wir das Zusammenspiel mit den privaten Medienkonzernen sehen. Grundsätzlich sollte jeder Journalist einem professionellen Vorgehen verpflichtet sein, gleich in welchem Medium er arbeitet. Wir müssen uns aber von der Vorstellung trennen, dass die führenden privaten Medienkonzerne – besonders in Lateinamerika – für objektive und unabhängige Berichterstattung stehen und die öffentlichen Medien Sprachrohre der Regierungen sind. In unseren Ländern wird dieser Mythos von den Mediennutzern selbst immer stärker in Frage gestellt. Jedes Medium, privat oder staatlich, folgt einer bestimmten politischen Linie, ja selbst die angeblich unpolitischen Redaktionen. Es ist die Verpflichtung gegenüber dem Leser oder Zuschauer, offen darzulegen, wer was sagt, die Herkunft der Information offen zu erklären und eine Quellenvielfalt zu wahren. Das gilt für alle Medien.


▸ Und wie geht es nun mit der ULAN weiter, was sind die nächsten Schritte?

    Fernández Novoa: Wir werden gemeinsame Programme und Projekte entwickeln, weil wir davon überzeugt sind, dass die öffentlichen Medien für die Demokratisierung der Medienlandschaft essenziell sind. Die Mächtigen der Wirtschaft und transnationale Medienunternehmen werden diese Aufgabe nicht wahrnehmen weil dies ihrem Profitstreben im Wege stehen würde. Nach der Gründung des Verbandes haben wir in Havanna, Kuba, einen ersten Kurs für Kolleginnen und Kollegen der neun beteiligten Agenturen organisiert. Weitere Veranstaltungen sind in Uruguay, Brasilien und Ecuador geplant.

 

Anhang

Links

[1] http://www.prensa-latina.cu/Dossiers/ULAN/IndexUlan.html

[2] http://www.telam.com.ar/home.php

[3] http://www.telesurtv.net/ ”

 

(Quelle: Telepolis.)

Karibik / Mittelamerika: TouristInnen-Enklaven – auf dem Rücken der ArbeiterInnen

Freitag, Juni 3rd, 2011

“Migration im Bausektor in Mittelamerika und der Karibik

Von Ernest Cañada

In den vergangenen Jahren ist die Region Süd-Mexiko – Mittelamerika – Karibik zu einem der wichtigsten touristischen Zielgebiete geworden. Eines der Phänomene dieser ‘Touristifizierung’ ist die massive Mobilisierung von Arbeitskräften aus verschiedenen Teilen der Region zum Bau der Touristenenklaven. Das Tourismusmodell – vorangetrieben von transnationalem Kapital und großen Unternehmensgruppen in der Region – ist durch Segregation gekennzeichnet und führt zu sozialer Ungleichheit.

Als die neuen Tourismuszentren wie Punta Cana (Bavaro) in der Dominikanischen Republik, Cancún und die Riviera Maya in Mexiko, oder die Küstenzone von Guanacaste in Costa Rica erschlossen wurden, gab es in diesen Gegenden nicht genug Arbeitskräfte für den Bausektor. Deshalb mussten Arbeiter von anderswo geholt werden. Die meisten dieser Arbeiter waren Bauern aus armen Regionen: in der Dominikanischen Republik waren es Haitianer; in Costa Rica Nicaraguaner und in Mexiko Arbeiter aus Mittelamerika und aus dem mexikanischen Bundesstaat Chiapas. Diese Prozesse sozialer Mobilisierung weisen einige Gemeinsamkeiten auf.

Verletzungen von Arbeiterrechten

Die jeweiligen Staaten haben es vernachlässigt, für diese neuen Aktivitäten angemessene Arbeitsstandards aufrechtzuerhalten, und die großen Unternehmen profitieren davon. Auf diese Weise findet ein systematischer Einsatz ausländischer Arbeitskräfte statt. Die Arbeiter werden ohne vorher abgeschlossene Arbeitsverträge rekrutiert, in der Regel unter illegalen Bedingungen. Dadurch sind sie leicht Willkür und Misshandlungen ausgesetzt.

In der Regel erhalten diese Arbeiter niedrige Löhne. Aufgrund ihrer schwachen Position gegenüber den Firmen, die auf eine ganze Reihe von Faktoren zurückzuführen ist, werden sie oft ohne entsprechende Bezahlung oder Leistungen gefeuert. Auch geht die Polizei gegen illegale Einwanderung vor, so dass die Arbeiter in permanenter Unsicherheit leben – zusätzlich zu den rauen, unsicheren und ungesunden Arbeitsbedingungen, unter denen sie ohnehin zu leiden haben.

Arbeitsbedingte Unfälle und Gesundheitsprobleme sind in diesem Sektor keine Seltenheit. Viele der Arbeiter kommen aus ländlichen Gegenden und sind die Arbeit im Bausektor nicht gewöhnt. Auch aufgrund der Höhe einiger der Gebäude sowie der prekären Lebensbedingungen (schlechte Ernährung, unangemessene Unterbringung, Stress), sind ihr Leben und ihre Gesundheit eindeutig in Gefahr.

Bei der Ankunft an ihrem Ziel stellen die Arbeitsmigranten häufig fest, dass es keine Unterkünfte für sie gibt. So leben sie dann entweder direkt auf der Baustelle oder in informellen überfüllten Camps unter extrem unsicheren, menschenunwürdigen Bedingungen und ohne grundlegende Infrastruktur. Dadurch entstehen neue städtische Agglomerationen mit ungesunden Lebensbedingungen. Die meisten Bewohner sind Männer, die ohne ihre Familien hierher gekommen sind. In diesem Arbeits- und Lebensumfeld ist es schwierig, sich in der neuen Umgebung heimisch zu fühlen. Dies führt zu einem steigenden Grad an Alkoholismus und anderen Formen von Drogenabhängigkeit als Flucht aus der Realität.

Da sich große Hotelketten und Immobilienfirmen auf Leiharbeiter verlassen, können die Arbeiter die Großunternehmen nicht verklagen oder auch nur anprangern. Zum Bau eines bestimmten Objekts, oder auch nur einiger Teile davon, arbeiten die Unternehmen üblicherweise mit mehreren verschiedenen einheimischen Firmen zusammen. Derartige Praktiken spalten die Arbeiterschaft und wenn Unfälle passieren, stehlen sich die Unternehmen so aus der Verantwortung.

Ohne staatlichen Schutz

Von staatlicher Seite sind die Arbeiter kaum geschützt. Wie wenig die Arbeitsministerien dieser Länder tätig werden ist erschreckend. Selbst wenn der entsprechende politische Wille vorhanden ist, bewirken diese Ministerien gegenüber den Interessen der großen Unternehmen kaum etwas. Auch gibt es in diesem Sektor nur sehr begrenzte Möglichkeiten, sich gewerkschaftlich zu organisieren. Deshalb sind der Schutz der Arbeiter und ihre Möglichkeiten, ihre Rechte kollektiv zu verteidigen, sehr gering. Die einzigen Schutzmechanismen, die es gibt, sind die in diesen Gegenden ansässigen sozialen Organisationen. Dies sind hauptsächlich die Kirchen, wie im Falle der Caritas oder der ehrenamtlich arbeitenden Gruppe “Pastoral Social de Liberia” in der Hauptstadt der Provinz Guanacaste in Costa Rica.

All diese schlechten Rahmenbedingungen schaffen ein Umfeld, das durch Armut und Menschenrechtsverletzungen charakterisiert ist. Die Tourismuswirtschaft stützt sich auf diese Situation und profitiert davon. Sie kollaboriert mit den staatlichen Strukturen in der Region, um die Baukosten dieser Enklaven zu drücken. Die Paradiese für die Touristen werden unter Missachtung der grundlegenden Rechte der Arbeiter errichtet, die ihren Bau überhaupt erst möglich gemacht haben.

Ernest Cañada ist Koordinator der katalanischen Organisation “Alba Sud – Investigation and Communication for Development” und Mitglied der “Group to Research Sustainability and Territory (GIST)” an der Universität der Balearen.

Übersetzung aus dem Englischen: Christina Kamp”

 

(Quelle: TourismWatch.)

Haiti: Weiter wie gehabt

Freitag, Mai 20th, 2011

“Haiti: Reparations and reconstruction

By Horace Campbell

The process that brought Michel ‘Sweet Micky’ Martelly to Haiti’s ‘presidency was a farce that will 'force popular forces to distinguish between processes of democratisation and pseudo-elections without democratic participation’, writes Horace Campell, in an article on the people of Haiti’s two-hundred year struggle to reconstruct their society.

For two hundred years the peoples of Haiti have been struggling to reconstruct their society. Before the Haitian revolution of 1791-1804 could be consolidated, the French and other imperial powers worked to isolate the revolution for fear that the ideas of freedom would be contagious and spread. But they could not turn the tide of freedom. Failing to stem the idea that the African enslaved wanted freedom, the government and political leaders of France demanded reparations from Haiti, thus distorting the essence and meaning of reparative justice for 100 years. Despite this, the fears of the imperial west that the Haitian Revolution would inspire other slaves in Latin America, the Caribbean and the United States came to fruition. Haiti played its role of supporting freedom and independence throughout the region. Simon Bolivar and other revolutionaries from Latin America flocked to seek assistance from Haiti. Every act of freedom by Haiti scared the imperial powers; these powers slowly consolidated the ideas of capitalist exploitation and white supremacy so that these racist ideologies of the 19th and 20th centuries began to take root in Europe and North America.

United States revolutionaries, such as Thomas Jefferson, who internalised chauvinistic ideas about European and male superiority opposed the reconstruction of Haiti and refused to recognise the independence of Haiti. It was only after the bloody US Civil War (1861-1865), when the enslaved in the United States won their freedom that the US government recognised Haiti. This diplomatic recognition was followed by the destruction of the capacity for the Haitians to reconstruct their society. Western bankers, financiers and merchants and Jim Crow architects worked with a small clique inside of Haiti to frustrate efforts for reconstruction. To guarantee that reconstruction did not take place the bankers, financiers and the militarists organised a military occupation of Haiti (1915-1934). This occupation by the US, supported by France and Canada, laid the foundations for brutal militarism to contain the spirit of the people of Haiti. In the book, ‘Haiti: The Breached Citadel’, author Patrick Bellgrade Smith brings to life the epic struggles of the Haitians to be independent and how the forms of peasant agriculture gave them social solidarity outside of the urban centres where the évolué aped France.

Genocide and genocidal violence from the government of the Dominican dictator, Rafael Trujillo, sent a message to Haitians that their lives were meaningless and that the place of Haitians in the Americas was to provide cheap labour for others. Yet, the Haitians struggled for dignity. It is the novelist Edwidge Danticat who has brought us this history in her book, ‘The Farming the Bones’, which is set in the Dominican Republic of the 1930s.

Militarism and genocidal violence was then reinforced by a crude form of chauvinism that manipulated the religious and spiritual values of the people. Francois ‘Papa Doc’ Duvalier, who ruled Haiti from 1957 until his death in 1971, perfected a form of brutal repression with thugs and death squads called the Militia of National Security Advisers. This militia was renamed the Tonton Macoutes by the Haitian people after a mythical Haitian bogeyman who kidnapped children and ate them. Armed with machetes and guns, the Tonton Macoutes rained terror on the Haitian people. Francois Duvalier expired and the external forces propped up his son, Baby Doc, until the people revolted in 1986. From 1915-1986, there was no possibility for reconstruction on Haiti, The people of Haiti revolted and brought a new movement to lay the basis for reconstruction.

The government of the United States organised not one, but two violent interventions to curtail possibilities of reconstruction by removing the first democratically elected president in Haiti, Bertrand Aristide. Aristide was placed at the front of a grassroots movement that gave itself the name ‘Fanmi Lavalas’. The Fanmi Lavalas movement was seeking to work through the inherited contradictions to lay a new foundation. This movement believed that the reconstruction of Haiti could only take place in the context of the reconstruction of the lives of the Haitian people based on the revolutionary history of Haiti. Together with other African descendants from across the world, the people of Haiti supported the World Conference Against Racism (WCAR) in September 2001, seeking to implant on the world a new spirit or reparations so that humanity could heal from the crimes against itself committed during the period of the Trans-Atlantic slave trade and thereafter.

But this national and international effort was nipped in the bud.

A global ‘war on terror’ imposed a different agenda on the world while real terrorism against the peoples of Haiti was supported by the west. Thugs, death squads, drug runners and anti-social elements permeating Haiti were supported by France and the United States. Bertrand Aristide was removed in 2004 just at the moment when the world was being reminded of the 200th anniversary of the Haitian Revolution. The United Nations was brought in to give legitimacy to the erosion of the popular sovereignty of Haiti in the form of an allegedly peacekeeping force called, the United Nations Stabilization in Haiti (MINUSTAH). Money launderers, Drug runners and gangsters flourished in this scheme of recolonisation. In this moment of external domination, the imperial forces had suborned the Organization of American States to support imperial occupation of Haiti. What was baffling was how governments in Brazil and Venezuela that presented themselves as progressives could be part of the OAS front for oppressing the Haitian peoples. Indeed the Wikileaks cables reveal the desire of the United States to keep Aristide out of Haiti and suppressing the Haitian people by pressuring Brazil, which led the MINUSTAH at the time. In 2005, Brazil led MINUSTAH in a deadly assault to suppress the coup and occupation of Cite Soleil, one of Haiti’s poorest communities.

On 12 January 2010 there was a massive earthquake in Haiti. Millions of people were displaced in the capital Port-au-Prince and surrounding areas killing hundreds of thousands. Billions of dollars were pledged for reconstruction. For a brief moment, the popular and democratic forces in Haiti looked to the progressive world to intervene solidly so that all of the international attention on Haiti after the earthquake would support the democratic forces inside Haiti.

Again, reconstruction was opposed by the imperial forces in France and the United States. Cynically, the military and humanitarian occupation of MINUSTAH, by appointing former President William Jefferson Clinton as UN Special Envoy to Haiti to utilise Clinton’s networks that had been in support of the anti-social forces of the nineties. To add to the ruble and distress in the society, an outbreak of cholera served to intensify the pressures on the people of Haiti to keep them down. Progressive Haitians now looked to the Caribbean, Latin America and the new rising forces to become an antidote to humanitarian imperialism.

To block the energetic measures of the people of Haiti, the imperial forces of the US imposed a new president who was clearly enamored by the militarist traditions of the Duvalierists. The inauguration of Michel ‘Sweet Micky’ Martelly as President of Haiti on 14 May 2011, was an affront to the peoples of Haiti and the world. The sham elections of 28 November 2010 that excluded the largest party in Haiti, Fanmi Lavalas, dictated that the people of Haiti would have to find new ways to organise for reconstruction. This reconstruction in Haiti will demand political changes in all parts of the Americas. The struggles for reparative justice is transnational and the lessons of imperial destruction in Haiti dictate that the progressive forces in all parts of the Americas will have to see how the struggles for peace, democracy and reparations are inseparable from the struggles in other parts of the Americas,

THE EARTHQUAKE OF JANUARY 12, 2010

When the massive earthquake struck Haiti on January 12, 2010, it was estimated that over the estimated 222,000 Haitians perished. Close to two million persons were displaced. Hundreds of thousands were homeless. In the midst of the rubble, the United States sent troops, ostensibly to prevent looting. Such was the mindset of international capitalists that in a moment when quarter of a million persons lost their lives, protection of property and material goods came before the lives of the peoples of Haiti.

International non-governmental organisations of all stripes descended on Haiti. Many of these international NGO’s demanded military protection from the people whom they were in Haiti to purportedly serve. Haiti presented a textbook case of disaster capitalism. Together with the United Nations Stabilization Mission in Haiti, these NGOs created a new layer of oppressive governance to isolate the democratic aspirations of the people. International goodwill for the people of Haiti brought promises of support of all forms from all over the world. Bill Clinton and the neoliberal faction of US capitalism established themselves at the head of this wave of popular support for reconstruction. Where clear planning was needed, these forces continued to push the failed reform plans of the International Monetary Fund and the World Bank to create a layer of servile imperial allies inside Haiti. Hundreds of thousands of Haitians in the diaspora rallied to form international teams to rebuild the country.

Instead of international brigades going into Haiti to assist the rebuilding and working with the people, Bill Clinton was named Special Envoy to Haiti. Later, Paul Farmer, the renowned physician and anthropologist and founder of Partners in Health, was named Deputy Special Envoy. This ruse was to exploit the good image of Partners in Health, which provided medical services to the poor, in the service of imperial machinations.

Reconstruction after the earthquake required honest government, a solid partnership with those who wanted to see homes, schools, hospitals, public facilities, roads and other infrastructure rebuilt for the people. These were not forthcoming. In the absence of clear support for reconstruction in spite of billions of dollars pledged, there were some section of the people of Haiti and their allies who began to believe that the earthquake was not a natural disaster. Web surfers began to read blogs claiming that a ‘tectonic weapon’ had been unleashed to induce the catastrophic earthquake that hit the country. The US military Project called HAARP was named as the tectonic weapon. HAARP, the High Frequency Active Auroral Research Program, is a Pentagon operation in Alaska directed at the occasional reconfiguration of the properties of the Earth’s ionosphere to improve satellite communications. Many writers on this program associate this military capability with the ability to generate ‘violent and unexpected changes in climate.’

Whether such capabilities exist could only be clarified in a context of full disclosure of the role of the drilling of the oil companies in the Caribbean and the by-products of deep drilling below the ocean floor in the Caribbean. The full role of the US military and intelligence services in Haiti over the previous one hundred years ensured that the US military forces did not inspire confidence in the people of Haiti when the Obama administration deployed 13,000 marines in the aftermath of the earthquake.

RACISM AND MIND GAMES AGAINST HAITI

Whether the earthquake was a natural disaster or not, the conservative and racist forces invoked God against the people of Haiti. The racist media had a field day reproducing images of sloth, poverty and hopelessness in Haiti. The media repeated the formulation that Haiti was ‘the poorest country in the western hemisphere.’ Racists and imperialists sought to outdo each other in mobilising stereotypes of Haiti. Kidnappers and child traffickers used the disaster as cover for their trade. Pat Robertson claimed that the Haiti was God’s revenge because Haiti had made a pact with the evil. Robertson said on national TV in the United States that,

‘Something happened a long time ago in Haiti, and people might not want to talk about it. They were under the heel of the French, you know, Napoleon the Third and whatever, and they got together and swore a pact to the devil. They said, “We will serve you if you'll get us free from the French.” True story. And so the devil said, “O.K., it's a deal.” ‘

Inside the United States and in the Caribbean fundamentalist and born again forces reproduced this tale so that even among some sections of the poor in Haiti, there was a view that the suffering was payback from divine forces. According to this rendition of the revolution in Haiti, the struggles against France and slavery were struggles against Christianity and civilization, because the enslaved were being Christianised by the French. The evil voodoo priests of Haiti had made a pact with the devil in order to in order to secure Satan's aid in expelling the French occupation.

The ranting of Pat Robertson was a new variation of the kind of racism that had developed in the West to oppose black dignity and self-assertiveness. Michael West in the book, ‘From Toussaint to Tupac’ captured the birth and support of the racist ideas of Count Gobineau in France and how these ideas became part of the international arsenal to hold back Haiti and black people.

‘If the Haitian Revolution could not be rolled back, it would certainly be contained. Having won the war, the Haitians would be denied the fruits of victory: they would be made to lose the peace. The cost of throwing off the shackles of colonialism, slavery and white supremacy would be very high, even crippling. European powers and white-run states variously isolated Haiti, embargoed its goods, demanded reparations, and barred from their shores its dangerous achievements and citizens … scientific racism as a mode of securing post abolition global racial hierarchies flourished, initially, and not accidentally, in post-Napoleonic France, most notably in the writings of Count Gobineau, “the father of racist ideology”.’

The crippling of the revolution and the attempt to systematically destroy the Haitian revolution by military occupation and by thugs and drug dealers ensured that the task of reconstructing Haiti would require new political forces, nationally, regionally and internationally. Such forces had begun to coalesce during the presidency of Bertrand Aristide and the international efforts to support the World Conference against Racism.

REPARATIONS AND RECONSTRUCTION

In the first years after the revolution in Haiti, the people were desperate to end diplomatic isolation. The history books tell us that the ‘French government sent a team of accountants and actuaries into Haiti in order to place a value on all lands, all physical, assets, the 500,000 citizens who were formerly enslaved, animals, and all other commercial properties and services. The sums amounted to 150 million gold francs. Haiti was told to pay this reparation to France in return for national recognition. The Haitian government agreed; payments began immediately. Members of the Cabinet were also valued because they had been enslaved persons before Independence.’

Numerous writers have been chronicling how France had worked to systematically destroy the Republic of Haiti. Professor Hilary Beckles, principal of the University of the West Indies, was among the many who added his voice to the exposure of France and the US in the destruction of Haiti. He argued that France had carried out a merciless exploitation, ‘that was designed and guaranteed to collapse the Haitian economy and society.’ Haiti was forced to pay the sum of 150 million francs until 1922 when the last installment was made.

France had used then international balance of power in the 19th century to turn the idea of reparations on its head.

At the end of the twentieth century, the international balance of forces were shifting and in this shift the anti-globalisation forces, the forces of peace, the environmental justice movement and the anti-racist movements had coalesced and came together under the framework of the World Conference Against Racism. Coming together in differing regions of the world over a ten-year period, this WCAR met in Durban South Africa in September 2001. It was in the general international mobilisation to name the slavery and slave trade as crimes against humanity where the peoples of Haiti called on the peoples of France to repay the forced reparative claims of French imperialists of the 19th century.

During the 2001 UN Conference on Race in Durban, South Africa, there were strong representations that reparations were due to the black peoples of the world emanating from the years of enslavement. Additionally, it was in agreed the Durban conference that the government of France had to repay the 150 million francs. ‘The value of this amount was estimated by financial actuaries as US$21 billion.’

Here was a firm basis for reparations and reconstruction.

Neither France nor the United States took these deliberations lightly. It was a historical coincidence that the attack on the US, 11 September 2011, took place two days after the end of the WCAR in Durban. Since that time the resolutions of the meeting were squashed as the world was diverted to the global war on terror. Inside Haiti, the forces of destruction unleashed terror against the peoples of Haiti. When the US invaded Iraq in March 2003, France and the US were at loggerheads. However, when it came to the destabilisation of Haiti, they were in agreement. The president, Aristide was removed from power and another form of occupation took place. Only this time, the French and the USA sought the cover of the United Nations with the installation of MINUSTAH. This devise of hiding behind the United Nations necessitated clarity on the part of the forces opposed to imperial domination. The Caribbean societies and the South Africans rejected the propaganda war against Haiti. Brazil and Venezuela gestured towards the progressive camp but allowed their troops to be caught to in the UN and NGO occupation.

Whatever the conditions of Haiti before the major event of January 2010, there was need for clarity; forces such as Patrick Gaspard, executive director of the Democratic National Committee, who served as director of the Office of Political Affairs for the Obama administration from January 2009 to 2011, and Paul Farmer, world-renowned doctor, had to emerge from the shadows to join the required fight back against the recolonisation and remilitarisation of Haiti.

SHAM ELECTIONS 2010 AND THE CHALLENGES TO THE INTERNATIONAL LEFT

International divisions over the future paths of Haiti simmered as disaster and rubble were reinforced by a massive cholera outbreak. The strain of this cholera was foreign to the Caribbean and instead of seriously investigating, the UN mobilised the international media to demonise the people of Haiti. It was in the midst of these multiple catastrophes that the US form of democracy without elections was imposed on the people of Haiti. The elections were held in November 2010 after the US disenfranchised the majority of Haitians by denying the participation of the Lavalas in the elections. Two candidates who between them received 11 per cent of the vote were nominated for the second round of the elections in March 2011.

The Clintons worked overtime to ensure that there was media support for this illegitimate process. Hilary Clinton, the US secretary of state left dealing with the smouldering revolution in Egypt to fly to Haiti to bully the government to accept a fraudulent process. President René Préval of Haiti was promised the same treatment of ouster like that which deposed Aristide if he did not accept the pressure to sanction the illegitimate procedure. In the midst of this farce of preparing for the runoff, the exiled Baby Doc Duvalier returned to Haiti. In a democratic society, Duvalier would have been arrested for the criminal actions and it was significant that there were no drumbeats for his arrest from the western media. Baby Doc is a criminal and pressures must be intensified so that he is brought to trial in Haiti.

Pressures on the people of Haiti did not deter them and they continued to organise. It was this grassroots organisation and pressure that enabled Bertrand Aristide to return. Reports coming out from the grassroots organisation in the country showed that the people were not cowed. Norman Girvan, professor Emeritus of the University of the West Indies, who attended and participated in one such meeting in Haiti, reported on the vibrancy of the grassroots social movements inside Haiti and their call for international solidarity. Girvan reported that approximately one hundred representatives of social organisations from throughout the country – including farmers, women, labour, students, human rights, and professionals – concluded three days of intense debate about the kind of Haiti they want to see, the obstacles they face, and the nature of the financing they need. According to Norman Girvan,

‘Among other conclusions, they agreed on an agenda for collective action that includes creating a permanent Assembly of Social Movements, campaigning for the non-renewal of the Interim Commission for the Reconstruction of Haiti – a veritable parallel government set up a year ago under the tutelage of the U.S., World Bank, IDB and other so-called “international donors”, and reinforcing a regional campaign for the withdrawal of the MINUSTAH military occupation.’
I am in support of the calls from within Haiti for a new path to reconstruction that begins with the people of Haiti.

The installation of Michel Martelly as president of Haiti on May 14 demanded that the left and progressive forces internationally organise to expose and oppose the forces of violence and destruction inside Haiti. The process that brought Martelly to the presidency was a sham, and this farce will force popular forces to distinguish between processes of democratisation and pseudo-elections without democratic participation.

The constellation of class and military forces fighting to oppose reparations and reconstruction in Haiti are the same constellation of forces that hid behind the view that Haiti is cursed. The majesty of the Haitian revolution continues to inspire new forces as we enter a new revolutionary moment. The events of the current revolutionary moment in world politics demand that Haitians and all those in solidarity with Haiti cannot give up on Haiti. I am in agreement with C.L.R James that the people of Haiti and the people of the Caribbean will move again and when they move they will shock the world.

BROUGHT TO YOU BY PAMBAZUKA NEWS

* Horace Campbell is professor of African American studies and political science at Syracuse University. He is the author of ‘Barack Obama and 21st Century Politics: A Revolutionary Moment in the USA’. See www.horacecampbell.net.
* Please send comments to editor@pambazuka.org or comment online at Pambazuka News.”

 

(Quelle: Pambazuka News.)

Libyen: Gadaffis Verdienste für Afrika

Mittwoch, Mai 18th, 2011

“The real reasons for NATO's attacks on the Libyan revolution

By R. T. Luke V. Browne

KINGSTOWN, St Vincent, Monday May 16, 2011 - My recent article titled “Is NATO Fighting Against the Interests of the OECS?” showed that the Libya crisis has implications for countries in the African Diaspora, particularly those of the Eastern Caribbean. The first job was to show that the fate of Libyans, and by extension Africans, and the fate of Caribbean men and women are tied together. Our African heritage and experience of the Grenadian Revolution, the Cuban Revolution and the more distant Haitian Revolution inform our point of view. 

There was beneficial feedback. Karina Johnson, a UWI friend from Grenada, was incensed by Washington’s insults to our intelligence. Karina knows too well that American opposition to the Grenadian Revolution had nothing to do with human rights; and is wary of suggestions that NATO fights to protect civilians and to promote Democracy and social justice in Libya. Marlon Stevenson, my countryman, directed me to an article written by Michel Collon, and published the day after my initial commentary appeared, that laid bare the real reasons for American and European attacks on the Libyan Revolution. I bring these reasons to your attention. 

Remember that the USA maintained an important army base in Libya before Gadaffi shut it down in 1969. On October 1, 2008 the USA moved to impose military command over Africa with the establishment of AFRICOM (US Africa Command). All but five African nations subjected themselves to AFRICOM; though no one was willing to host its headquarters. Libya was among the defiant five and therefore subjected itself in no way to Western military control. 

Don’t forget that forty five million Americans live below the poverty line. There is apparently no money in the United States to support schools and public services; or in Europe to finance pensions and to create jobs. The point made by Michel Collon is that there are billions at hand to preserve the excess of the wealthy bankers who plunged the world into a financial crisis, we could allow them to distribute US $140 billion last year as rewards and bonuses to their shareholders, traders and speculators; but we just can’t find enough money to ensure that another group of people could eat every day. 

They only wage war, at home or abroad, to preserve the profit of multinational corporations; and these corporations profit at our expense. They try to prevent the liberation of poor Americans and Europeans as much they try to prevent the liberation of Africa and the Arab world. Why don’t they demonstrate a concern for social justice at home before they wage war abroad? They should know, as we pointed out elsewhere, that Libya is the highest ranked African country by the Human Development Index and that Libya looks out for its “sub-Saharan” African brothers and sisters. 

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I remember when a friend called Jedidiah Francis looked out for me; so I could appreciate what Libya has done for Africa. After arriving in the United Kingdom as a student several years ago, I quickly realized how expensive it was to call home from mainstream landlines and cell phones. The rates were exorbitant but I couldn’t do better if I was going to stay in touch with loved ones. I spent more on telephone bills and less on my other main concerns – food, books and remittances in support of Caribbean families. Other students were in my position and many of them financed their studies through loans from Caribbean banks and by other means. So student loans were used to pay unnecessarily high phone bills; and the student was left with debt and the company with profit. A developed nation was exploiting the wealth of Caribbean countries. Jedidiah Francis was the only other Vincentian at my university and he was my senior. He empowered me when he pointed out much cheaper calling options. That’s what you call economic liberation.

In the 1990s telephone calls to and from Africa were charged at the highest rate in the world. At that time Europe was extracting ½ billion dollars annually in taxes on telephone conversations—even calls within the same African country were subject to the tax—for voice transit on European satellites such as Intelsat. Africa was paying 500 million dollars every year when securing its own communications satellite would only cost 400 hundred million dollars payable in one installment, remove further obligations to Europe and, ultimately, lower call costs. 

So in 1992 forty five African countries came together to create an entity called RASCOM whose mission was to secure Africa’s very first communication satellite. It was not straightforward to find the initial capital, and for 14 years RASCOM pleaded with the World Bank, the IMF and other Western institutions to finance the purchase of the satellite to no avail.  The Western powers were careful enough, though, to dangle the prospect of financing the venture before the Africans every now and then to ensure their good behaviour.  

In 2006, Gadaffi took Africa off its knees. He provided 300 million dollars which was later supplemented by contributions from a few other African sources. Call costs plummeted after RASCOM accomplished its mission on December 26, 2007. Since then, a second African satellite was launched and individual African nations have launched satellites. There was also an explosion of African creativity. By 2020, Collon informs us, we expect the first satellite that uses 100% African technology, built on African soil, and that holds its own against the best satellites in the world—but costs ten times less—to be launched. Jedidiah Francis is to me what Muammar Gadaffi is to a continent.   

Luke BrowneBritain and France were most eager to commence airstrikes against Libya. War is their means of displacing the German and Italian oil companies that make significant contributions to the development of Libya’s infrastructure, including its irrigation systems. These former colonial powers scamper to re-inflate their respective economies and secure an unsustainable energy supply. They approach Libya in 2011 in the same way that they approached the West Indies in earlier centuries.

So to tell us that you fight to protect Libyans when we see the Sultan of Bahrain massacre unarmed demonstrators with the help of two thousand Saudi soldiers sent by the United States is to insult our intelligence. To say that you fight for Democracy in Libya when your helicopters and weapons are used to suppress a democratic uprising in Yemen is to insult our intelligence. Why don’t you fight for social justice at home before you fight for social justice abroad? 

The war is less about Gadaffi’s threat to his people and more about his threat to countries seeking to recolonize Libya and take control of its oil. Colonel Gadaffi is the enemy because he developed relations with countries and companies that do not subordinate the interests of Libya. He offends the West because he uses petrodollars to fuel an ambitious programme to renew Libya’s infrastructure, to build schools and hospitals and to industrialize the country when they could be used to pay the bonuses of wealthy executives in the United States, Britain and France. We are at war because he allowed Africa to become independent of European satellites. Gadaffi is a rambling and ranting dictator because he doesn’t take dictates from Washington, London or Paris or subject Libya to America’s military command. He’s a mad tyrant because he’s Africa’s freedom fighter. 

The opinions expressed in this commentary are solely those of R. T. Luke V. Browne. Mr Browne is a West Indian politician and writer based in St. Vincent and the Grenadines.”

 

(Quelle: Carribean360.)

EU: Im Rohstoffrausch

Dienstag, Mai 10th, 2011

“Wie die EU-Handels- und Rohstoffpolitik Entwicklung untergräbt

Von Nicola Jaeger

Der globale Rohstoffverbrauch steigt und steigt. Wir Leben über unsere Verhältnisse – auf Kosten zukünftiger Generationen, der Umwelt und anderer Länder. Statt diese Herausforderung anzunehmen, versucht die EU lieber ihren Zugriff auf die natürlichen Ressourcen zu sichern: Sie drängt Entwicklungsländer ihre Märkte zu öffnen und verlangt zugleich Investitionsschutz für europäische Unternehmen. Ressourcengerechtigkeit sieht anders aus.

Angesichts der zunehmenden Wettbewerber um die Rohstoffvorkommen der Welt riefen Industrievertreter in Europa nach mehr staatlicher Rohstoffpolitik. Und ihr Rufen wurde erhört. Im November 2008 präsentierte der damalige EU-Vizepräsident Günter Verheugen (SPD) die „Raw Materials-Initiative‟ (RMI) der EU. Diese Strategie basiert auf drei Säulen: Sicherung des Zugangs zu Rohstoffen weltweit, Förderung von Rohstoffen aus europäischen Quellen und Reduzierung des europäischen Verbrauchs primärer Rohstoffe. Während die Vorschläge der letzten Säule eher vage Absichtserklärungen bleiben, wird man bei der Exploration und Nutzung von Rohstoffen hierzulande schon konkreter. So soll z.B. die Förderung in Naturschutzgebieten ermöglicht werden.
Genaue Maßnahmen und Ziele finden sich in der ersten Säule. Unter dem Titel “aktive Rohstoffdiplomatie” sollen die verschiedenen Bereiche der EU-Außenpolitik wie Außenbeziehungen, Handel, Entwicklung, Sicherheit usw. koordiniert werden, um den „diskriminierungsfreien Zugang‟ zu Rohstoffen zu sichern. Hauptproblem sind laut der Kommission staatliche Maßnahmen, die den internationalen Rohstoffhandel verzerren. In allen Foren (z.B. WTO) und in allen Verhandlungen – wie den neuen bilateralen Freihandelsabkommen, z.B. mit Korea, Indien, Peru/Kolumbien oder Mittelamerika sowie den Wirtschaftspartnerschaftsabkommen mit den AKP-Staaten (Afrika, Karibik, Pazifik) – werden die Partner daher unter Druck gesetzt.

Keine Hindernisse: Ausfuhrsteuern begrenzen

Ausfuhrsteuern sind kein Allheilmittel, doch sie können eine wichtige Rolle bei der wirtschaftlichen Entwicklung sowie dem Schutz der Umwelt und der natürlichen Ressourcen spielen. Durch die Besteuerung der Ausfuhr bestimmter Rohstoffe können weiterverarbeitende Industrien vor Ort einen komparativen Wettbewerbsvorteil erlangen und temporär vor Konkurrenz geschützt werden. Weiterverarbeitung und Fertigung sowie damit verbundene Dienstleistungen zu fördern, ermöglicht Entwicklungsländern, sich aus ihrer Abhängigkeit als reine Rohstofflieferanten zu befreien. Darüber hinaus können Ausfuhrsteuern Einnahmen für öffentliche Aufgaben generieren. Trotz alledem versucht die EU in den laufenden bilateralen Verhandlungen, Ausfuhrsteuern gänzlich zu verbieten oder zumindest die Möglichkeiten der Nutzung massiv einzuschränken.

Keine Pflichten: Investitionen schützen

Die EU drängt auf eine tiefgreifende Liberalisierung der Investitionspolitik und den maximalen Schutz für europäische Investoren weltweit. Dabei möchte sie im Wesentlichen drei Prinzipien verankern:

Inländerbehandlung: Dadurch erhalten ausländische Investoren dieselben Rechte wie einheimische. Dies nimmt Ent- wicklungsländern die Möglichkeit, lokale Investoren zu bevorzugen oder ausländische Investitionen in gewissen Sektoren einzuschränken.
Investorenschutz: Damit werden ausländische Investitionen rechtlich abgesichert. Streitschlichtungsmechanismen erlauben ausländischen Investoren gegen souveräne Staaten Klage vor internationalen Schiedsgerichten zu erheben – ohne Rücksicht auf inländische Gerichte.
Ungehinderter Kapitalfluss über Staatsgrenzen hinweg: Auf diese Weise können Investoren ihre Gewinne weitestgehend uneingeschränkt ins Ausland transferieren.

Rohstoffabbau stellt meistens einen schweren Eingriff in die Natur dar und wirkt sich negativ auf die Menschen vor Ort aus. Sie sind Umweltbelastungen ausgesetzt, wenn giftige Stoffe wie Uran gefördert werden oder toxische Nebenprodukte beim Abbau entstehen. Oft werden Menschen von ihrem Land vertrieben oder sind anderen Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt. Zugleich profitieren sie nicht von den Aktivitäten der Bergbaukonzerne. Denn lokale Arbeitskräfte finden kaum Beschäftigung und wenn, dann häufig zu schlechten Bedingungen. Die Weiterverarbeitung findet in der Regel woanders statt. Mithilfe von Sondersteuerabkommen sichern sich Konzerne riesige Gewinne, während die Staatskasse und lokale Gemeinden leer ausgehen.

Regierungen und Parlamente müssen Investitionen regulieren können. Einerseits um Anreize für Investitionen zu schaffen, die die Entwicklung des Landes fördern und andererseits um alle Investoren zur Einhaltung der Arbeitnehmerlnnen-, Umwelt-, und Menschenrechte sowie anderer Standards zu zwingen.

Handeln – aber anders!

Alles in allem lenkt die Rohstoffstrategie vom eigentlichen Problem ab: dem übermäßigen Ressourcenverbrauch in Europa. Ressourcengerechtigkeit bedeutet, allen Menschen weltweit das gleiche Recht zur Nutzung der natürlichen Ressourcen einzuräumen. Doch der durchschnittliche Rohstoffverbrauch pro Kopf in Europa ist heute dreimal so hoch wie in Asien und mehr als viermal so hoch wie in Afrika. Statt die Entwicklungschancen der Länder des globalen Südens zu untergraben, sollte die EU Wege hin zu einem nachhaltigen Wirtschaftsmodell mit geringem Ressourcenverbrauch finden, das auf Wiederverwertung, mehrfacher Nutzung und Naturverträglichkeit von Produkten basiert.

Nicola Jaeger ist DipL. Geographin und Leitete bis 31. März 2011 den Bereich Internationale Handels- und Investitionspolitik bei WEED. Seit April 2011 arbeitet sie für die Organisation Power-Shift in Berlin.

Dieser Artikel basiert auf dem Bericht “Die neue Jagd nach Ressourcen – Wie die EU-Handets- und Investitionspolitik Entwicklung bedroht” von Mark Curtis, Dezember 2010.

 

(Quelle: FoodFirst.)

Hinweis:

Dieser Artikel entstammt der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift “Food First”, die sie in unserer Bücherei entleihen können.