Posts Tagged ‘Klimaerwärmung’

Global: Etikettenschwindel „erhaltende Landwirtschaft‟

Samstag, Juli 24th, 2010

“Landwirtschaft ohne Pflug – Gewinn für die Industrie

Von Uwe Hoering, Juli 2010

Die Debatten um die Klimakrise haben längst auch die Agrarpolitik erreicht. Die Anhänger bäuerlicher Landwirtschaft unterstreichen deren positiven Beitrag zu Klimaschutz und Verringerung von Treibhausgasen und zeigen mit dem Finger auf industrielle Land- und Viehwirtschaft als Klimasünder. Die wiederum verweisen auf Effizienzgewinne und Technologien, die angeblich helfen würden im Kampf gegen den Treibhauseffekt. Seit einigen Jahren propagiert die Industrie eine weitere Methode, um ihr grünes Image aufzupeppen – die Conservation Agriculture. Dabei wird sie tatkräftig unterstützt durch scheinbar neutrale Instanzen wie die UN-Landwirtschafts- und Ernährungsorganisation FAO. Besonders attraktiv an der „erhaltenden Landwirtschaft‟: Sie könnte sich für die Agrarindustrie als zusätzlicher Profittriebsatz erweisen und Gensoja zum Klimaretter stilisieren.

Chemie statt Pflug

Conservation Agriculture, kurz: CA, erfreut sich mittlerweile bei Agrarberatern und Politikern großer Beliebtheit – von FAO[i] über das deutsche Agrarministerium bis hin zu Entwicklungsorganisationen wie der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, GTZ. Wenn der Boden nicht gepflügt wird, so der Ansatz, verringert sich die Bodenerosion, knappe Wasserressourcen werden besser genutzt, die Erträge steigen, der Einsatz von Maschinen und Arbeitskraft sinkt. Damit würde der Verzicht auf den Pflug nicht nur helfen, Böden und Wasser, Wälder und biologische Vielfalt zu erhalten und die Bauern vom Pflügen, die Bäuerinnen vom Jäten zu entlasten, so die Lobeshymnen. Er würde auch auf vielfältige Weise Emissionen verringern, etwa durch weniger Treibstoff oder durch die Bindung von CO2 im Boden. Damit würde er, hokuspokus, auch zu einem Lösungsbeitrag für das Problem Klimawandel, eine Behauptung, die unter Experten durchaus umstritten ist.

Aber auch als Umweltschutzmethode gibt es einen gravierenden Schönheitsfehler: Die Landwirtschaft ohne Pflug ist meist mit einem erhöhten Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln verbunden. Nicht ohne Grund war es der US-Agrarkonzern Monsanto, der die geschäftsfördernden Vorzüge dieser Anbaumethode erkannte und entsprechend propagierte, um den Absatz seines Herbizids RoundupReady im Paket mit gentechnisch verändertem Soja zu fördern. Inzwischen werden in Argentinien, Brasilien, den USA und Kanada riesige Flächen nach der Devise „no-till‟, dafür aber mit Gensoja, Agrargiften und Mineraldünger bebaut. Und das ist alles andere als umweltfreundlich, ganz abgesehen von der Ausweitung der Sojaflächen auf Kosten von Wäldern und biologischer Vielfalt.

Klimabonus für Gensoja?

Inzwischen hat die Industrie die Absatzfördernde Idee weiter entwickelt. Wegen ihres positiven Beitrags zur CO2-Emissionsminderung, so die Argumentation, wären Betriebe, die auf den Pflug verzichten, doch würdig, in den Genuss von Emissionsgutschriften etwa im Rahmen des Clean Development Mechanism CDM zu kommen. Das würde enorme Zusatzgewinne und Anreize für Bauern bedeuten, auf die Methode umzusteigen, auch in Regionen in Afrika oder Europa, die bislang der Conservation Agriculture noch skeptisch oder gar ablehnend gegenüber stehen. Und es würde dem großflächigen Anbau von Gensoja und anderen gentechnisch veränderten Pflanzen das Etikett „Klimaretter‟ verschaffen. Um das zu erreichen, setzt die Agrarindustrie seit einigen Jahren ihre Lobby-Maschinerie in Gang, und die FAO und die zahlreichen landwirtschaftlichen Entwicklungsprojekte, in denen der Verzicht auf den Pflug gefördert wird, sind ein Teil dieser Maschinerie.[ii]

Noch allerdings zieren sich FAO oder GTZ. Von dem, was die Industrie unter erhaltender Landwirtschaft versteht, „reden wir hier gar nicht‟, so Theodor Friedrich von der FAO jüngst bei einer Tagung.[iii] Ihr Konzept von Conservation Agriculture sei ‘etwas ganz anderes’. Neben dem Verzicht auf den Pflug gehöre dazu zum Beispiel auch Fruchtwechsel. Daher die vollmundige Versicherung von Friedrich: Auf Herbizide könne langfristig verzichtet werden! Auch Monsanto werde deshalb bald das Interesse an der Methode verlieren, so seine kühne Prognose. Außerdem würden sie Monokulturen wie im Sojaanbau grundsätzlich ablehnen, weil sie nicht nachhaltig seien. Und während Monsanto prahlt, die Popularität der Landwirtschaft ohne Pflug „führen Experten auf Herbizid-resistente Biotech-Pflanzen wie Soja, Baumwolle und Canola zurück‟[iv], beteuert Friedrich unbeirrt, zwischen gentechnisch veränderten Pflanzen und Conservation Agriculture bestehe überhaupt kein Zusammenhang.

Solche begrifflichen Differenzierungen und Abgrenzungen mögen in der entwicklungspolitischen Diskussion möglich sein und das eigene Gewissen rein halten – in der Praxis bedeutet die Förderung der Conservation Agriculture durch FAO und andere Entwicklungsorganisationen genau das, was sie angeblich verhindern will: Umweltschäden durch die Ausbreitung von Giften und gv-Pflanzen, Belastungen von Wasser und Böden. Denn faktisch, so die Erfahrungen, fungiert CA für die Bauern als Einstieg in den höheren Einsatz von Agrarchemie.[v] Ihre betriebswirtschaftlichen Vorzüge wie geringere Kosten für Maschinen und Arbeitskraft entfalten sich vor allem für Großbetriebe, während für Kleinbauern die Umstellung problematisch und schwierig ist.[vi] Stutzig macht auch, dass die FAO ausgerechnet durch Monsanto vor einigen Jahren auf den Trichter mit CA gebracht wurde und die beiden seither gemeinsam kräftig die Werbetrommel für den Verzicht auf den Pflug rühren – und für den geldwerten Klimabonus.

Auch wenn ein GTZ-Sprecher erklärt, es sei zum jetzigen Zeitpunkt ‘schwierig, zur Einbeziehung von CA in den CDM-Mechanismus eine klare Position zu formulieren’ – es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis sich die FAO und andere Entwicklungsorganisationen offen dafür einsetzen, Conservation Agriculture als eine Methode anzuerkennen, für die Emissionsgutschriften in Anspruch genommen werden können – und damit für die Profitinteressen der Industrie. Den Boden dafür haben sie ja bereits mit ihren Lobeshymnen auf die angebliche Umweltverträglichkeit, Klimafreundlichkeit und Nachhaltigkeit der Conservation Agriculture vorbereitet. (6.500 Zeichen)

Anmerkungen:

[i] Siehe zum Beispiel die Website zu Conservation Agriculture:
http://www.fao.org/ag/ca/

[ii] Javeria Rulli, South American GM Soy close to get Carbon Credits – Agribusiness Lobby in the Climate Negotiations. September 2009. http://gmwatch.org/index.php?option=com_content&view=article&id=11538:carbon-credits-for-gm-soy

[iii] Conservation Agriculture. Nachhaltiger wirtschaften ohne Pflug? Dokumentation eines Fachgesprächs vom 29. April 2010 in Bonn. Herausgeber: GTZ, Eschborn 2010. www.gtz.org

[iv] www.monsanto.com/responsibility/sustainable-ag/notill_farming.asp

[v] Siehe Jost Maurin, Gift statt Pflug. In: Die Tageszeitung, 1. Juli 2010

[vi] Siehe zum Beispiel den Beitrag von Christian Thierfelder, CIMMYT, in:
Conservation Agriculture. Nachhaltiger wirtschaften ohne Pflug?”

 

(Quelle: Globe Spotting.)

Nachrichten-Überblick 22.07.2010

Donnerstag, Juli 22nd, 2010

[22.07.2010 – 09:59]

 

* BRD: “I’m not a pirate – I’m a fisherman”

Zehn Jungen und Männern aus Somalia soll wegen Angriffs auf den Seeverkehr sowie versuchten erpresserischen Menschenraubs vor dem Landgericht Hamburg der erste Piratenprozess seit 400 Jahren gemacht werden.

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* HAITI: Wiederaufbau in Eigenregie als einzige Chance

It appears that Haiti’s “15 minutes of fame” are up. With few exceptions, the journalists who flooded the zone following the earthquake are nowhere to be seen. And the U.S. Senate Foreign Relations Committee’s harsh criticism of the rebuilding effort six months after the earthquake is a sign that patience is wearing thin. Meanwhile, the lives of Haitians on the ground are still appalling — over a million in tent cities and squatter villages, rain flooding their streets, rape on the rise, too many basic services not restored.

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* MALAYSIA: Debate on Sex Education Rises with Teen Pregnancies

The prospect of motherhood filled 17-year-old Fatimah’s heart with dread.

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* BOTSWANA: Wasser ist kein Menschenrecht

San bushmen in Botswana have lost a court case to allow them to re-open a vital waterhole in the centre of the Kalahari desert. Diamonds were found in the Central Kalahari Game Reserve, traditional home to the bushmen, in the 1980s – and the government asked them to leave.

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* COSTA RICA: Die USA bringen sich in ihrem “Hinterhof” in Stellung

With votes secured from the official National Liberation Party (PLN), the Libertarian Movement, and Justo Orozco, the evangelical congressman from the Costa Rican Renovation party, on July 1st, the Costa Rican Congress authorized the entry into that country of 46 warships from the U.S. Navy, 200 helicopters and combat aircraft and 7,000 Marines.

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* AFRIKA: “Marktwirtschaft” zerstört kleinbäuerliche Landwirtschaft

As evidenced by USAID administrator Rajiv Shah’s recent speech to the US Global Leadership Coalition (USGLC), the US and the Green Revolution’s ‘solutions’ for African agriculture remain more of the same, rooted in a corporate-funded, GMO-oriented and market-based system designed entirely in the interests of Western business. While US development aid fasts becomes simply ‘an investment subsidised by US taxpayers with high returns for US corporations’, African farmers’ groups such as COPAGEN, LEISA and PELUM continue to organise in defence of self-determination and genetic biodiversity, writes Richard Jonasse.

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* GROSSBRITANNIEN: Vor dem Irak-Krieg wurden Märchen erzählt

Britische Geheimdienstchefin bestätigt, dass Saddam Hussein keine Bedrohung darstellte und mit den Anschlägen vom 11.9. nichts zu tun hatte.

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* GLOBAL: Tödlicher Staub – der globale Handel mit Asbest

A global network of lobby groups has spent nearly $100 million since the mid-1980s to preserve the international market for asbestos, a known carcinogen that’s taken millions of lives and is banned or restricted in 52 countries, the International Consortium of Investigative Journalists has found in a nine-month investigation.

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* ISRAEL: Neues Raketenabwehrsystem erfolgreich getestet

“Iron Dome” soll Raketen-Angriffe aus Gaza und dem Südlibanon abwehren. Kritiker bemängeln die Reichweite.

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* MALAYSIA: Indigene Frauen Vergewaltigungsopfer der Holfäller-Mafia

A new report has exposed an ‘environment of violence’ against tribeswomen in Borneo. According to the report, released by a coalition of Malaysian human rights groups called the Penan Support Group, there have been repeated cases of rape and sexual assault against Penan women by the loggers who are destroying the tribe’s forests.

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* MONGOLEI: Ist die Kultur der NomadInnen am Ende?

Herders leave the steppe after losing a fifth of their livestock. Now foreign firms are to exploit Mongolia’s vast resources.

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* PAZIFIK: Kleine Inselstaaten drängen zur Eile bei Klimafinanzierung

Die Vereinten Nationen haben in diesem Jahr zwar eine hochkarätige Gruppe für die Finanzierung der Maßnahmen zur Bekämpfung und Anpassung des Klimawandels ins Leben gerufen. Doch die kleinen unmittelbar von der Erderwärmung bedrohten Inselstaaten im Pazifik fürchten, dass ihnen auch mit einem solchen Gremium die notwendigen Gelder nicht rechtzeitig zufließen werden.

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* BRD: Tod und Verwundung treffen Bundeswehr

Auf ihrem Internet-Portal kündigt die Bundeswehr am 20. Juli 2010 ein Arbeitspapier zum “Umgang mit Verwundung, Tod und Trauer im Einsatz” an, dass “Mitte August” von Bundeswehrangehörigen im Intranet der Bundeswehr eingesehen werden kann.

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* REPUBLIK SÜDAFRIKA: Militärpolizei zum Schutz der MigrantInnen

South Africa’s military joined police on Tuesday to patrol a Johannesburg township after assaults on foreign migrants injured at least 11 and increased concerns of a fresh wave of xenophobic attacks.

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* EU: “Kleiner Kreis entscheidet über die Zukunft der Landwirtschaft in Europa”

Das Europäische Patentamt muss eine Grundsatzentscheidung über die Patentierbarkeit von Pflanzen treffen.

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* NIGERIA: Ölquelle von ExxonMobil leck…

Fishermen in Ibeno, Southern Akwa Ibom, said they have reported the discharge of liquid suspected to be crude oil at the Qua Iboe oil fields in the Atlantic Ocean. Chief Inyang Ekong, the Secretary of the Artisan Fishermen Association of Nigeria in Akwa Ibom disclosed this to the News Agency of Nigeria (NAN) in Ibeno, Akwa Ibom.
Ekong said that some fishermen noticed the discharge near the offshore oil production platforms operated by Mobil Producing Nigeria, an affiliate of the U.S. oil firm, ExxonMobil.

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* KANADA: Regierung verabschiedet sich leise von der Biodiversitäts-Konvention

The spirit of international negotiations in Montreal on a draft protocol on Access and Benefit Sharing (ABS) of natural resources were marred by Canada’s insistence on a decentralised approach to ABS, Peigi Wilson, a Métis lawyer present at the meeting in support of the Quebec Native Women.

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[Update: 12:14]

* BURKINA FASO / NIGER: Grenzfrage soll friedlich entschieden werden

The West African countries of Burkina Faso and Niger have submitted a dispute over their common border to the United Nations International Court of Justice (ICJ) as part of a wider agreement by the two States to resolve the situation peacefully.

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* USA: Bald nanotechnologisch veränderte Lebensmittel?

Nanotechnology involves the ability to control matter at the scale of a nanometer—one billionth of a meter. The world market for products that contain nanomaterials is expected to reach $2.6 trillion by 2015.

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* BOLIVIEN: Neue Verfassung

Letztes Rahmengesetz verabschiedet: Verfassungsreform kann umgesetzt werden. Blockaden der Opposition blieben ohne Wirkung.

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* MEXIKO: US-Bank Wachovia hilft bei Drogengeldwäsche

The bank, now a unit of Wells Fargo, leads a list of firms that have moved dirty money for Mexico’s narcotics cartels–helping a $39 billion trade that has killed more than 22,000 people since 2006.

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* SOMALIA: Der “Krieg gegen den Terror” bedroht nicht nur Uganda

The U.S. war against Somalia expands outwards and “has now blown back to Uganda,” the U.S. ally that, “along with the minority Tutsi dictatorship in Rwanda, is America’s most reliable mercenary force in Black Africa.” Ethiopia and Kenya prepare to join Uganda in an offensive against the Somali resistance, to save America’s puppet mini-state in Mogadishu.

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* BRASILIEN: Hat sich die Landlosenbewegung von Lula kaufen lassen?

Tagelang herrschte Verwirrung auf allen Seiten rund um den parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur öffentlichen Finanzierung der Landlosenbewegung MST. Für die Regierung war die Arbeit des Ausschusses mit dem Stichtag 17. Juli beendet. Nicht so für die Opposition, die mit einem überraschenden Schachzug in letzter Minute die Verlängerung des Ausschusses um weitere sechs Monate durchsetzte. Mitten im Wahlkampf um die Nachfolge von Präsident Lula da Silva könnte die regierende Arbeiterpartei PT damit ein Problem bekommen. Der Ausschuss war Ende letzten Jahres auf Drängen der Opposition eingerichtet worden, um die öffentliche Finanzierung des MST durch die Regierung zu untersuchen.

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* GAZA: Wer hat das Licht ausgemacht?

The Gaza Strip presently experiences 8-12 hours of scheduled power outages per day, which disrupt the normal functioning of humanitarian infrastructure, including health and education institutions and water and sewage systems, as well as the agricultural sector. The power outages also take a toll in human lives of people killed or injured by using generators, which are brought into Gaza through the tunnels, are of poor quality, and are not always used according to safety instructions. How was this shortage created and what can be done to resolve it?

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* KASCHMIR: Brutale Gewalt durch indische Truppen

Indian troops and police have killed fifteen people in Kashmir since June, sparking widespread protests. The Indian government has imposed a strict military curfew in the area as well as a media gag order on local journalists. The international community has remained silent on the human rights abuses in Kashmir.

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* GLOBAL: Krieg gegen die Erde

If you live on the Gulf Coast, welcome to the real world of oil — and just know that you’re not alone. In the Niger Delta and the Ecuadorian Amazon, among other places, your emerging hell has been the living hell of local populations for decades.

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* USA: Krieg gegen den Terror kostet bislang 1 Billion US-Dollar

A Congressional Research Service report on the costs of America’s assorted wars has put the global war on terror since September 11, 2001 at over $1 trillion, making it the second most expensive military action in American history, adjusting for inflation.

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* BRD: Gegen höhere Schutzstandards beim Asylrecht

Deutschland blockiert aus Sorge vor einer vermeintlichen «Sogwirkung» den Aufbau eines europäischen Asylsystems. Dies machte Innenstaatssekretär Ole Schröder am Donnerstag auf einem EU-Justiz- und Innenministertreffens in Brüssel klar. (…) Die von der EU-Kommission vorgeschlagenen höheren Rechtsschutzstandards würden die deutsche Praxis der Schnellabschiebungen an Flughäfen aber «aushöhlen», sagte der CDU-Politiker.

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* JORDANIEN: Stimmungsmache gegen PalästinenserInnen

Robert Fisk: Why Jordan is occupied by Palestinians
A powerful group of ex-army leaders say their country is being overrun – and they blame King Abdullah.

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* GLOBAL: Menschen hungern, weil zu wenig Nahrung produziert wird! – Ach, wirklich?

2008, the world witnessed an unprecedented food crisis. Food prices skyrocketed, and staple food disappeared from the market shelves. The resulting tremors were felt across the globe, with some 37 countries facing food riots.
Was the food crisis an outcome of the drought in Australia? Or was it because wheat production had fallen? Or was it because quite a sizable area under foodgrains had been diverted for biofuel production? The world had debated these options, but what emerged clearly was that much of it was triggered because of speculation in the futures trade. In fact, it was much worse than what was earlier anticipated.

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* NAHER / MITTLERER OSTEN: Run auf die Atomkraft (und damit auf Atomwaffen)

“Saudi Arabia’s decision last week to sign a nuclear cooperation pact with France marks a major step forward for a pan-Arab drive toward nuclear power,” reports UPI. “All told, 13 Middle Eastern states, including Egypt, have announced plans — or dusted off old plans — to build nuclear power stations since 2006. All say they have no intention of seeking to develop nuclear weapons. But there is concern that once they’ve mastered the technology they’ll seek to counter Iran’s alleged push to acquire such weapons by doing so themselves.”

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* KAMBODSCHA: SexarbeiterInnen werden illegal festgenommen und inhaftiert

Die kambodschanische Regierung soll umgehend Maßnahmen einleiten, um die Gewalt gegen SexarbeiterInnen zu beenden sowie die Regierungseinrichtungen schließen, in denen die Betroffenen illegal inhaftiert und missbraucht wurden, so Human Rights Watch.

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* BRD: Schützenhilfe für die Atomindustrie

Die Ärzteorganisation IPPNW kritisiert die heute von der Universität Mainz der Presse vorgestellte Studie “Kinder und Kernkraft” (KuK-Studie) zu angeborenen Fehlbildungen in der Umgebung von Atomkraftwerken als argumentative Schützenhilfe zu Gunsten der Atomindustrie. Die Mainzer Studie hat aufgrund geringer Fallzahlen eine zu geringe statistische Nachweisstärke (power), um einen Effekt in ähnlicher Größenordnung wie in der vorangegangenen Studie zu Kinderkrebs um Atomkraftwerke (KiKK-Studie) nachzuweisen.

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* LIBANON: Frauen-Hilfsschiff will Gaza-Blockade durchbrechen

The ‘Maryam’, an all-female Lebanese aid ship, currently docked in the northern Lebanese port of Tripoli, is getting ready to set sail for Gaza in the next few days. The ship, which aims to break Israel’s siege on the Palestinian territory, will carry about 50 aid workers, including some U.S. nuns keen to deliver aid to the long-suffering women and children of Gaza.

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[Update: 14:17]

* AFGHANISTAN: Kein Zutrauen ins Parlament

Afghans Disillusioned with Candidate Choice. Most current parliamentarians plan to stand again, despite widespread public mistrust and disappointment.

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* GLOBAL: Funktioniert das Wirtschaftssystem ohne Wachstum?

Is De-Growth Compatible with Capitalism? A serious campaign in favor of “de-growth” has been going on for some time and has made important contributions. This movement has opened new avenues for debate and analysis on technology, credit, education and other important areas. It’s an effort that needs support and attention, and we must applaud their initiators and promoters for their boldness and dedication.

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* ECUADOR:: Regierungskritische Positionen der Indigenen Völker

On July 5, I sat down with Marlon Santi, President of the Confederation of Indigenous Nationalities of Ecuador (CONAIE), in his office in Quito. We discussed the increasing contradictions between the demands of the indigenous movement, on the one hand, around water rights and anti-mining resistance, and the positions of the government of Rafael Correa, on the other, which has labelled indigenous resistance to large-scale mining and oil exploitation as “terrorism and sabotage.”

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* DACH: Antimuslimische Ressentiments

Die westliche Zivilisation wird in deutschsprachigen Zeitungen von Leuten wie Broder und Sarazin verteidigt, als ob SIE wieder vor Wien ständen. Die barbarischen Seiten des Westens werden beim Islam-Bashing gerne und schnell unter den Teppich gekehrt. Die deutsche Integrationspolitik schrumpft über die Symbolpolitik à la Islamkonferenz auf religiöse Fragen zusammen, Aspekte von sozialer Ungleichheit werden ausgeklammert.

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* USA: Kritik an Obamas Gesetz zur Finanzmarktreform

“In den USA ist die größte Finanzmarktreform seit der Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren beschlossen worden”, schreibt die taz. Klingt groß, heißt wenig: die US-Finanz-Gesetzgebung ist seit Ende der 1960er Jahre eine Geschichte der De-Regulierung. Selbst diesmal konnte die Finanzlobby wichtige Regeln abschwächen – wie die taz an anderer Stelle kritisch berichtet.
Die US-Reform wird häufig als Erfolg der Politik bewertet – aber selbst angesichts der dramatischen Krise konnte die Finanzbranche durch massive Lobbyarbeit das “Dodd-Frank Financial Reform Bill” an wichtigen Stellen verwässern. So gibt es zahlreiche kritische Einschätzungen.

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* INDONESIEN: Weltbank finanziert zerstörerische Nickel-Mine

An international civil society coalition today condemned the World Bank for approving support for a destructive nickel mine that would displace Indigenous Peoples, destroy vast areas of intact tropical forest, and threaten rivers and the ocean with sediment and toxic chemicals.

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* USA: Historiker warnt vor dem plötzlichen Zusammenbruch des “US-Imperiums”

Der Harvard-Professor und erfolgreiche Autor Niall Ferguson eröffnete am Montag das Festival der Ideen 2010 des Aspen-Institutes mit der ernst gemeinten Warnung, wegen seiner ständig steigenden Verschuldung werde ein plötzlicher Zusammenbruch des “US-Imperiums” immer wahrscheinlicher.
“Ich denke, dass dieses Problem sehr bald eintritt,” sagte Ferguson. “Damit meine ich innerhalb der
nächsten zwei Jahre, weil sich die Situation finanziell und in anderer Hinsicht immer mehr dem Chaos nähert. Wir haben gerade in Griechenland erlebt, was geschieht, wenn der Kapitalmarkt das Vertrauen in die Finanzpolitik eines Landes verliert.” Ferguson erinnerte daran, dass Imperien – wie die ehemalige Sowjetunion und das römische Reich – ganz schnell kollabieren können und der Wendepunkt häufig dann eintritt, wenn die Zinsen für die Schulden eines Imperiums höher werden als seine Verteidigungsausgaben.

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* INDIEN: Diplomatische Verrenkungen beim Atomwaffensprerrvertrag

The recently concluded Nuclear Non-proliferation Treaty (NPT) Review Conference (RevCon) has renewed the call for the universalisation of the treaty. The NPT RevCon has asked India along with Pakistan and Israel – the three non-signatory states to the NPT- to unilaterally disarm and join the treaty as Non-Nuclear Weapon States (NNWS). However, India possesses nuclear weapons.

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* RUSSLAND: Umweltschützer verhindern Wald-Rodung

Die russischen UmweltschützerInnen, die zu Dutzenden, teilweise sogar mit 300 Personen die Rodungsarbeiten in der Nähe des Moskauer Flughafens Scheremetjewo behindert haben, haben die Rodungen – vorerst – verhindert.

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* GUATEMALA: Königsgrab der Maya entdeckt

Luftdicht verschlossene Grabkammer konservierte prächtige Grabbeigaben und Knochen. Ein bisher unbekanntes Königsgrab der Maya haben ArchäologInnen in der Maya-Stadt El Zotz im Dschungel Guatemalas entdeckt. Es enthielt ungewöhnlich gut erhaltene, 1.600 Jahre alte Schnitzereien, Keramiken und Stoffe sowie die Knochen von einem Erwachsenen und sechs möglicherweise geopferten Kindern. Das prächtig ausgestattete Grab gehört wahrscheinlich einem Herrscher, möglicherweise dem Gründer einer Dynastie der präklassischen Maya.

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* GROSSBRITANNIEN: Kriegsdienstverweigernder Soldat aus Haft entlassen

Joe Glenton, the soldier who refused to return to fight in Afghanistan and who spoke out against the war, was released from military prison.

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* VIETNAM: Einbürgerung von Flüchtlingen aus Kambodscha

Ho-Chi-Minh-Stadt – Mit einem Festakt hat die vietnamesische Regierung 287 ehemalige Flüchtlinge aus Kambodscha eingebürgert. UNHCR begrüßt diesen Schritt außerordentlich. Vietnam gibt dadurch ein wichtiges Signal, die Staatenlosigkeit für insgesamt mehr als 2.300 ehemalige Flüchtlinge aus Kambodscha endgültig ad acta zu legen. Die meisten Kambodschaner waren 1975 vor Pol Pots blutigem Regime nach Vietnam geflohen.

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* KIRGISIEN: “Millionär werden, das ist Demokratie!”

In Kirgistan trägt die Marktwirtschaft ganz eigene Züge: Nach dem Ende der “Sozialistischen Sowjetrepublik” wurden Fettschwanzschafe, Wallnussbäume und Spitzmorcheln privatisiert. Seitdem greifen viele Kirgisen uralte Nomadentraditionen wieder auf: Sie pendeln auf dem Pferd zwischen Wäldern, Wiesen und Hochalmen und leben im Sommer in Jurten. Das klingt romantisch, doch die meisten Kirgisen müssen heute ums Überleben kämpfen oder erinnern sich wehmütig an die Sowjetzeit mit ihren großen Betrieben und festen Arbeitsplätzen. Andere sind weniger nostalgisch: „Jetzt kann jeder Millionär werden, das ist Demokratie“, lobt ausgerechnet die bettelarme Gulnara, deren Familie allein vom Erlös gesammelter Nüsse lebt.

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* AFGHANISTAN: Unendliche Besatzung?

The international foreign ministers conference held in Kabul Tuesday formally endorsed President Hamid Karzai’s proposed 2014 target for Afghan forces to assume the lead responsibility for the country’s security, while acknowledging that the foreign occupation will continue indefinitely.

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* BRD: Niebels Zaudern im Kampf gegen AIDS

Der Entwicklungshilfeminister gefährdet die internationale Aids-Hilfe. Deutschland könnte als drittgrößter Geldgeber bald ausfallen. Ein fatales Signal, meint H. Albrecht.

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* ZENTRALAFRIKANISCHE REPUBLIK: Friedensprozess gerät ins Stocken

A Sudanese led rebel faction in the Central African Republic has engaged the armies of the Central African Republic (CAR) over a disarmament, demobilization and reintegration (DDR) process- under a peace agreement signed ahead of national elections in CAR, military and rebel sources said.

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* USA: Die Wiederkehr der Sklaverei

For the first time, the U.S. government acknowledges modern-day slavery in the United States.
One-hundred-and-fifty years after the abolition of slavery, the State Department has acknowledged that people in the United States continue to be bought and sold as property. The department’s 2010 “Trafficking in Persons” (TIP) report, a global review of human trafficking and civic and legal responses to it, lists the United States for the first time among the nations that harbor modern-day slavery.

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Global: Drohende Wasserkrise – aber nur 1 Milliarde Menschen betroffen

Dienstag, Juli 20th, 2010

“Im Himalaya schmelzen die Gletscher schneller als an jedem anderen Ort dieser Erde

Von den Folgen könnten eine Milliarde Menschen verheerend betroffen sein

Von Juan Gonzalez

Unser Gast:

Syed Iqbal Hasain – Vorsitzender der ‘Glacier and Climate Change Commission’, die von der Regierung des indischen Bundesstaates Sikkim eingerichtet wurde

Das Interview führten: Juan Gonzalez und Amy Goodman

 

Amy Goodman:

Wir machen weiter mit dem Thema ‘Klimawandel’ – Juan?

 

Juan Gonzalez:

Wir wenden uns nun der Himalaya-Region in Asien zu, um zu sehen, welche Auswirkungen der Klimawandel auf diese Region hat. Wissenschaftler warnen, das Abschmelzen der Gletscher könnte verheerende Folgen für über eine Milliarde Menschen haben.

Die Gletscher des Himalaya werden als die ‘Wassertürme Asiens’ bezeichnet, denn de wichtigsten Flusssysteme Asiens beziehen ihr Wasser hauptsächlich aus dieser Region. Es sind Flüsse, die durch Afghanistan, Pakistan, Bangladesh, Bhutan, China, Indien, Burma und Nepal fließen.

 

Amy Goodman:

Wissenschaftler behaupten, die Gletscher des Himalaya würden schneller schmelzen als die an jedem anderen Ort dieser Erde. Am Ende des Jahrhunderts könnten 75% der Gletscher des Himalaya verschwunden sein.

 

Wir sind nun mit dem prominenten indischen Wissenschaftler und Gletscherforscher Syed Iqbal Hasnain verbunden. Er ist Vorsitzender der ‘Climate Change Commission’, die von der Regierung des indischen Bundesstaates Sikkum eingerichtet wurde. Er sprach mit uns gestern Abend, anlässlich einer Veranstaltung der ‘Asia Society mit dem Thema ‘The Himalayan Glaciers and Asia’s Looming Water Crisis’ (Die Gletscher des Himalaya und die drohende Wasserkrise in Asien).

 

Wir haben nur wenige Minuten Zeit, aber können Sie uns bitte erläutern, um was für eine Art Krise es sich handelt und was im Himalaya vor sich geht?

 

Syed Iqbal Hasnain:

Vielen Dank, dass ich mich in Ihrer Sendung haben.

 

Wie bereits erwähnt, hängt es damit zusammen, dass sich die Erde um mehr als 2 Grad Celsius erwärmt hat. Wenn Rechnen Sie das mal in Watt per Meter um – dann sehen Sie, dass wir es mit einer um 20% erhöhten Strahlungsenergie zu tun haben. Für die Politiker ist das ein großes Dilemma. Wie können sie diese Entwicklung stoppen? Schließlich war auch Kopenhagen ein Schlag ins Wasser – wie wir bereits gesehen haben. Denn es wurde kein klares, verifizierbares Abkommen zu diesem Thema getroffen. Ich denke, die globale – die ganze – Welt sollte etwas unternehmen.

 

Was die Gletscher des Himalaya betrifft, so schmelzen sie sehr schnell – und nicht nur die Gletscher auf der Tibetanischen Hochebene. Wir haben Gletscher, und wir haben den Permafrost. Der Permafrost schmilzt und ebenso die Gletscher. Aber da es sich um eine ungeheure Zahl von Objekten handelt (wie am Nord- und Südpol), dauert es eine Weile, bis sie alle abgeschmolzen sind. Wegen des Schmelzvorgangs ist auch der Wasserstand in sämtlichen Flusssystemen erhöht – ob es sich nun um den Indus oder den Brahmaputra handelt. In den kommenden Jahren wird der Wasserstand wieder abnehmen. Auf alle Gemeinden, die dort leben, wird sich dies äußerst katastrophal auswirken. Wir reden von über 1,5 bis 2 Milliarden Menschen, die in direkter Weise von den Wasserressourcen der Hochebene von Tibet und der großen Gebirgsketten des Himalaya abhängen.

 

Juan Gonzalez:

Wie schnell werden – Ihrer Meinung nach – die Gletscher zurückgehen?

 

Syed Iqbal Hasnain:

Wissen Sie, im Himalaya gibt es unterschiedliche klimatische Zonen – wenn man den gesamten Himalaya-Bogen sieht. Die östlichen (Gletscher) bekommen im Sommer den Monsunregen ab und schmelzen wesentlich schneller als die Gletscher auf der westlichen Seite, wo Winterzeit herrscht. Im Himalaya finden wir ein kompliziertes Klimasystem vor. Sie (die Gletscher) reagieren zu unterschiedlichen Zeiten. Insgesamt jedoch ziehen sich alle Gletscher des Himalaya zurück. Da Abschmelzen vollzieht sich nur zu unterschiedlichen Zeiten.

 

Amy Goodman:

Sprechen wir nun über die Bedeutung der Gletscher. Sie erwähnten die Flüsse, die vom Abschmelzen der Gletscher und dem Auftauen des Permafrostes betroffen sind. Was erwarten Sie für die kommenden Jahrzehnte?

 

Syed Iqbal Hasnain:

Wissen Sie, ich konstatiere, dass wir nichts gegen die Treibhausgase und unser regionales Problem unternommen haben. Letzteres ist der schwarze Kohlenstoff (Ruß). Er sorgt dafür, dass sich das Abschmelzen in dieser Region schneller vollzieht. Der schwarze Kohlenstoff wirkt sich vor allem im Himalaya aus.

Ich sehe (voraus), dass das Abschmelzen immer weitergehen wird. Nach einiger Zeit wird der Wasserspiegel steigen, dann wird er wieder sinken. Aktuelle Studien von Wissenschaftlern, die sich mit unserer Erde beschäftigt haben, ergeben schon heute, dass das Wasser des Indus überwiegend aus Schmelzwasser (Schnee und Eis des Himalaya) besteht: Die Ratio zwischen dem Schmelzwasser im Fluss und dem Regenwasser im Fluss betrage 151 Prozent, denn die Niederschlagsmenge im Gebiet des Indus hat abgenommen. Das alles hängt mit den Treibhausgasen und dem Ruß zusammen…. Das Entscheidende an der Gletscherschmelze ist nicht die Wassermenge, die dadurch freigesetzt wird, sondern wann dies geschieht, in welcher Jahreszeit. Denn das Wasser fließt in die Gemeinden, die flußabwärts gelegen sind sowie in die landwirtschaftlichen Ökosysteme und hält sie während der Sommerzeit, während der trockenen Zeit, am Leben.

 

Amy Goodman:

Was sollte jetzt geschehen?

 

Syed Iqbal Hasnain:

Ich denke, das ist ein sehr wichtiges Thema. Sobald sich die globale Gemeinschaft wieder in Cancun trifft, muss sie Begrenzungen beschließen…

 

Amy Goodman:

In Cancun findet der nächste Gipfel zum Klimawandel statt.

 

Syed Iqbal Hasnain:

Ja, das nächste Treffen zum Klimawandel.

 

Amy Goodman:

… im Dezember.

 

Syed Iqbal Hasnain:

Sie müssen die Sache sehr ernst nehmen. Mit Gerede ist es einfach nicht getan. Sie müssen bestimmte Grenzen setzen, auf globaler wie auf regionaler Ebene. Die Länder Süd(ost)asiens – einschließlich China – müssen ihre Ruß-Emissionen begrenzen, der durch Dieselemissionen und die Verbrennung von Biomasse entsteht. Sie müssen das ändern. Andere Kochherde für die Menschen müssen her – solche Dinge. Das betrifft Millionen von Menschen. Es gilt, die Emissionen des schwarzen Kohlenstoffes zu reduzieren. Ebenso müssen Filter (Katalysatoren) in die Lastwagen eingebaut werden. Im Himalaya ist das ein großes Problem – aufgrund der Armeegefängnisse in China, Indien und Pakistan. Das alles muss reduziert werden. Dann werden wir eine Veränderung in der Atmosphäre über Süd(ost)asien erkennen.

 

Amy Goodman:

Vielen Dank, dass Sie bei uns waren. Syed Iqbal Hasnain – indischer Wissenschaftler, der die Folgen des Klimawandels für die Gletscher untersucht. Mr. Hasnain ist Vorsitzender der ‘Glacier and Climate Change Commission’, die von der Regierung des indischen Bundesstaates Sikkim eingerichtet wurde.

 

 

Orginalartikel: Himalyan Glaciers Melting Faster Than Anywhere Else in World; Impact Could Devastate Over 1 Billion People
Übersetzt von: Andrea Noll”

 

(Quelle: ZNet.)

Global: Klimawandel in der Südsee – schon heute eine Frage von Leben und Tod

Montag, Juli 19th, 2010

“CLIMATE CHANGE IN THE PACIFIC – A MATTER OF SURVIVAL

By Sonia Smallacombe


Kiribati (Photo taken by Roisterer/Wikipedia).

Indigenous peoples in the Pacific region are among the first to face the direct adverse consequences of climate change, due to their dependence upon and close relationship with the environment and its resources. While they are amongst the lowest emitters of greenhouse gases, they are also amongst the most vulnerable to the impacts of climate change due to their small size, coastal populations, high dependence on natural resources and the low-lying nature of their lands. As a result, indigenous peoples in many Pacific Island countries feel particularly helpless. Further, they realize that there are climate change threats that cannot be reduced, mitigated or eliminated and they are therefore forced to accept that adaptation is the only responsive option available to them.

Impacts of climate change

On average, more than 90% of the population of the Pacific region are indigenous. This includes Vanuatu, the Solomon Islands, Fiji, Samoa, Tuvalu, Rapa Nuie (Easter Island), Papua New Guinea etc. Most of the Pacific region comprises small island states and indigenous peoples are heavily impacted by climate-induced warming: their islands are inundated by rising sea levels, increasing erosion occurs from intense storms, and saltwater intrudes into freshwater supplies. These changes are affecting livelihood activities such as hunting and fishing, and impacting on island infrastructure, access to water resources, food and housing availability, and even the very health of indigenous peoples. There is also concern that climate change will result in revenue loss across important economic sectors such as agriculture, forestry, tourism, energy and other industry-related sectors.

Rising sea levels

Many Pacific Islands have low land masses and, as a result of the rise in sea levels, are experiencing damage to buildings and infrastructure. Crops and causeways linking villages are being flooded, forcing cars, buses and trucks to drive through seawater. This has been particularly noticeable in Kiribati and a number of other small Pacific Island nations, which could completely disappear beneath the waves at some point this century. The small island of Tebua in Tarawa used to be a landmark for fishermen but today it is knee-deep under water. Kiribati suffers the effects of king tides that wash through the islands from one side to the other with great ease. It is now a common factor in Kiribati to have king tides with waves 2.8 metres in height.[1]
High tides and stormy seas have also recently caused problems in the Marshall Islands, Cook Island, Tuvalu and low-lying islands of Papua New Guinea. In Tuvalu, fresh groundwater mixes with salty seawater, forcing some farmers to grow their root crops in tin containers. These damaging effects of climate change are likely to intensify if sea levels rise as predicted.

Damage to Pacific ecosystems

In the Pacific region, environmental changes are prominent on islands where volcanoes build and erode; coral atolls submerge and reappear and the islands’ biodiversity is in flux. The region has suffered extensively from human-made disasters and hazards resulting from nuclear testing, pollution including shipping-related pollution, hazardous chemicals and hazardous wastes (Persistent Organic Pollutants or POPs), and solid waste management and disposals. These issues, as well as the threats of climate change, have severely affected the ability of island ecosystems to maintain a healthy and pristine environment for the economic, social and cultural viability of indigenous communities.[2]
   Warmer temperatures have led to the bleaching of the Pacific Islands’ main source of survival – the coral reefs. Bleaching occurs when reef-building corals, reacting to stress such as warmer waters, loosen the algae that help feed them. Because the algae give them colour, the starved corals look pale, hence the term “bleaching”. Continued bleaching ultimately kills corals. Reef-building corals provide most of the primary productivity of coral reefs and are also an important shelter for a diversity of marine organisms. Reduced abundance and diversity of reef-building corals is thus very likely to have a major influence on the surrounding biodiversity. Coral reefs are home to much of the seafood that is enjoyed by indigenous peoples in the region.[3]

Food and water security

Agriculture in the Pacific region, especially in small island states, is becoming increasingly vulnerable due to heat stress on plants and salt water incursions. Crops with low tolerance to climate hazards such as bananas, one of the main staple crops, are severely threatened. Soil erosion from destructive wave activity, frequent storm surges and landslides causes land loss to many indigenous communities. Plantations and livestock are the major sources of subsistence farming, and are now faced with serious threats from new diseases and pests linked to flooding, drought and other climatic variations. Threats to food security are thus of great concern to the region.
   A significant impact of climate change and climate variability on indigenous peoples in the Pacific region is unreliable water availability. In many places, there is often a lack of water storage systems such as water tanks. If improvements were made to water supplies and accessibility systems, indigenous peoples would not have to rely on unpredictable and untreated river sources. Hence, sustainable water sources, maintaining and improving water quality and minimizing the spread of water-borne diseases is an important issue for indigenous peoples in the Pacific.

Drought

Some 2,000 miles to the west of the Pacific is Australia, which is experiencing the worst drought in 100 years, even with the flooding that occurred in late 2007 and early 2008. Scientists are not certain that climate change is to blame but it is the most popular theory. One concern is that when there is rain in the northeast coastal regions, soil washes into the Great Barrier Reef, the world’s largest coral reef. This process is damaging the coral, and warmer waters are also killing parts of the reef.

Carbon emissions trading

In the Pacific, like in most other regions, indigenous peoples are not only affected by climate change but also by the initiatives developed to address it. Carbon emissions trading is an area of concern for many indigenous peoples. At the same time, however, some indigenous peoples see the potential economic benefits of taking part in carbon trading projects, especially when indigenous communities have already developed, over thousands of years, sustainable, neutral and carbon negative livelihoods. A unique agreement, which claims to be the first of its kind in the world, was recently negotiated in Australia. In June 2007,
when a giant new natural gas refinery was constructed in Darwin, ConocoPhillips agreed to pay the Aboriginal people of the Western Arnhem Land region of Australia AUD 1 million (USD 850,000) per year, for 17 years, to offset 100,000 tons of the refinery’s own greenhouse emissions (The Western Arnhem Fire Management Agreement). The Aboriginal people concerned will use traditional fire management practices, which have been scientifically shown to reduce greenhouse gas emissions as compared to naturally occurring wildfires.[4]
   Carbon trading continues to be a hugely contentious issue, however, mainly due to its inherent problems. The main concern is that, while companies do not have to actually reduce their emissions, they can pay other companies and groups, mostly from nonindustrialized countries, to reduce emissions or to absorb CO2 from the atmosphere, and thus account for these as their own reductions. The big benefit to companies is that, when paying others, they pay only a fraction of what they would need to invest at home to achieve the same goal.[5]

Adapting to climate change through migration

As people begin to feel the heavy impact of climate change on the quality of life in the Pacific, migration will become a major issue, particularly as a result of flooding from the rising sea level. Forced adaptation is already underway, with some communities being displaced from their traditional lands and territories due to coastal and land erosion caused by large stormdriven waves. Dislocation is already a reality in Samoa and Vanuatu, where flooding from extreme weather and rising sea levels have become the norm and thus have serious implications for people residing in the region. People living in Papua New Guinea’s Bougainville atoll island of Cartaret have asked to be moved to higher ground on the mainland. The people of Sikaiana Atoll in the Solomon Islands have also been migrating away from their atoll, primarily to Honiara, the capital. Similarly, there has been internal migration from the outer islands of Tuvalu to the capital, Funafuti. In the case of Tuvalu, this migration has brought almost half of the national population to Funafuti atoll, with the inherent negative environmental consequences, including an intensified demand for local resources.[6] New Zealand has agreed to take 75 Tuvaluans per year, in a slow evacuation process of the island.
   Migration as a solution is, however, highly problematic. It is a violation of the right of countries to exist as peoples, a threat to cultures and tradition, causes loss of lives, loss of biodiversity, loss of spiritual connectivity and loss of settlement.[7] It is therefore crucial that the issue of “environmental refugees” is seriously discussed and that indigenous peoples become genuinely involved in designing and implementing responses to climate change.

Adapting by applying traditional knowledge

Traditional knowledge and practices are important to sustaining and managing the environment. In a coastal village on Vanua Levu, Fiji, the philosophy of vanua (which refers to the connection of people with the land through their ancestors and guardian spirits) has served as a guiding principle for the management and sustainable use of the rainforest, mangrove forest, coral reefs and village gardens.
   In other parts of the Pacific, indigenous peoples have supported mangrove conservation along the coastline to protect against natural disasters such as cyclones and tsunamis. It is seen as a cheaper undertaking than seawalls, which are funded from external sources. Mangrove conservation involves the community in the management process as well as the inclusion of women in the replanting activities. Other activities include the provision of a water drainage system as well as banning tree clearing. However, it is recognized in the Pacific that enhancing adaptive capacity involves more than local options, which will only be successful if they are integrated with other strategies such as disaster preparation, land-use planning, environmental conservation and national plans for sustainable development.[8]
   Grants from United Nations agencies, such as the International Fund for Agricultural Development (IFAD), promote the development and dissemination of appropriate crops and technologies in the Pacific region. The merging of indigenous and atoll technologies through action research and documentation is designed to support agriculture and fisheries. A similar activity, managed by the Solomon Island Development Trust, is due to take place through a small grant from IFAD’s Indigenous Peoples’ Assistance Facility (IPAF). Indigenous populations will be assisted to improve post-crisis resilience by merging traditional with scientific knowledge.
   Institutional barriers that prevent adaptation exist in the Pacific region. For example, adaptive capacity and resilience in the Pacific is hampered by limited resources and lack of access to technology. On the other hand, the application of traditional knowledge and past experiences has been strengthened in various ways, such as the implementation of traditional marine social institutions, as exemplified in the Ra’ui in Rarotonga, Cook Islands. This is an effective conservation management tool aimed at improving coral reef health. Indigenous peoples’ ecological knowledge and customary sea tenure is also integrated with marine and social science to conserve some of the wildlife, such as the bumphead parrotfish in Roviana Lagoon, Solomon Islands. Changes in sea tenure, back to more traditional roles, have also taken place in Kiribati.[9]

What needs to be done

While there is scientific consensus, notably through the Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), with regard to the threats that climate change poses, governments have been slow to respond. The vulnerability of the whole Pacific region to disasters poses a real threat to achieving economic stability, social development, environment conservation and cultural diversity. In September 2007, Mr. Elisara-La’ulu, Director of Ole Siosimaga Society (OLSSI) in Samoa, said that bystanders who knew that the world was in crisis but did nothing were just as bad as the architects of the crisis. He urged government leaders to ask indigenous peoples about the effects of climate change before taking any decisions, and that indigenous peoples should not act when under pressure from global processes driven by big governments.[10] During a meeting in April 2008, Mr. Elisara noted that:

For us Pacific peoples, the discussion on climate change is not just a theoretical issue that we talk about when we come to these global meetings! It is there and we see the effects in our daily lives. For us it is a matter of life and death! In many cases we have to decide whether to stay on our islands or leave our homes. As sovereign countries, our rights as countries are protected under the Charter of the United Nations. We plead accountability against those causing these violations of our rights to exist as peoples, as countries, and as sovereign nations. Someone must bear responsibility for our demise when we lose our cultures, when our traditional ways of lives are trashed, and we are denied our freedom to exist as peoples. This is an issue of climate justice that we are calling for here and will continue to do so in every opportunity that comes our way![11]

There are two important issues that some of the small island states, such as Samoa, are highlighting. The first issue is the importance of allowing communities themselves to prioritize and pursue their adaptation needs. Community representatives need to work with policymakers to identify solutions that take account of cultural values in order to protect the livelihood and well-being of indigenous peoples. The second issue is the urgent need to put early warning systems in place to ensure that indigenous communities have the information they need to respond to each hazard and potential threat. This in turn will go some considerable way towards implementing sustainable community activities to adapt to, and minimize, the adverse impacts of climate change.
   At the Pacific Regional Civil Society Organization Forum held in Tonga in October 2007, the following recommendations were made:

• That regional contingency plans be developed to accommodate environmental refugees in a manner that maintains their national identity and indigenous cultural integrity;
• Engage indigenous peoples’ organizations in the development of programmes that involve measures to deal with the effects of climate change;
• Promote forest conservation, energy efficiency and renewable energy; and
• Involve indigenous peoples in programs that support community-level mitigation and aptation measures and, at the same time, recognize the value of the traditional knowledge of indigenous peoples, which has enabled them to maintain and interact with their environment in a sustainable way.[12]

 

Notes

[1] Fiu Mataese Elisara. Effects of Climate Change on Indigenous Peoples. A Pacific presentation during the International Expert Group Meeting on Indigenous Peoples and Climate Change, Darwin, Australia April 2-4, 2008.
[2] Ema G. Tagicakibau. Pollution in Paradise: The Impact of Nuclear Testing and Radio-Active Pollution on Indigenous Peoples in the Pacific and Strategies for Resolution. Pacific Concerns Resource Centre, August 2007.
[3] Robert W. Buddemeier, Joan A. Kleypas, Richard B. Aronson. Coral Reefs and Global Climate Change: Potential Contributions of Climate Change to Stresses on Coral Reef Ecosystems. Pew Centre, January 2004, page 25.
[4] Victo Mugarura. Aborigines burn the way to climate control. BBC, September 18, 2007 http://news.bbc.co.uk/2/hi/asia-pacific/6726059.stm
[5] D. Wysham. A Carbon Rush at the World Bank. Foreign Policy in Focus, February 2005. See www.fpif.org
[6] Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC). Report of Intergovernmental Panel on Climate Change, Working Group 2: Climate Change Impacts, Adaptation and Vulnerability, 2007, page 708.
[7] Fiu Mataese Elisara. Effects of Climate Change on Indigenous Peoples. A Pacific presentation during the International Expert Group Meeting on Indigenous Peoples and Climate Change, Darwin, Australia April 2-4, 2008.
[8] Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC). Report of Intergovernmental Panel on Climate Change, Working Group 2: Climate Change Impacts, Adaptation and Vulnerability, 2007, page 709.
[9] Ibid, page 708.
[10] Meetings Coverage, DPI/NGO Annual Conference, NGO/626, PI/1794, Department of Public Information, UN, New York, 6 September 2007.
[11] Fiu Mataese Elisara. Effects of Climate Change on Indigenous Peoples. A Pacific presentation during the International Expert Group Meeting on Indigenous Peoples and Climate Change, Darwin, Australia April 2-4, 2008.
[12] Communiqué of the Pacific Regional Civil Society Organization Forum held in Tonga in October 2007, pages 4-5.

 

Sonia Smallacombe is a member of the Maramanindji people in the Daly River region of the Northern Territory in Australia. She is currently working in the United Nations Secretariat of the Permanent Forum on Indigenous Issues (UNPFII) and is the focal person on climate change.
   The views expressed in this paper do not necessarily represent those of the United Nations or the Secretariat of the Permanent Forum on Indigenous Issues.”

 

(Quelle: Indigenious Affairs.)

 

Hinweis:

Eine deutsche Übersetzung dieses Artikels finden Sie in der Zeitschrift “Bumerang” – und diese wiederum in unserer Bücherei.

Klima: Nahrungsproduktion und Klimakrise (FILM-HINWEIS)

Donnerstag, Juli 15th, 2010

“What Connects Your Carrot to the Climate Crisis?

New film showcases impact of industrial agriculture on global warming

A new online film from WhyHunger, ‘The Food and Climate Connection: From Heating the Planet to Healing It,’ highlights the impact of today’s global food system on the climate and how a community-based food movement around the world is bringing to life a way of farming and eating that’s better for our bodies and the planet. Featuring interviews with farmers, community leaders, and sustainability advocates, the film highlights how the industrial food system is among the greatest contributors to global warming and how sustainable farming practices can pose a powerful solution to the crisis.

‘Industrial crop and livestock production is wreaking havoc on our planet and our health,’ says Anna Lappé, author of Diet for a Hot Planet and featured in the film. ‘But the good news is sustainable farming methods can help cool the planet, foster food system resiliency, and promote biodiversity and healthy eating—all at the same time.’

Sustainable farming practices build soils rich in carbon and organic matter, creating more robust crops and land that is better able to withstand floods and droughts. Sustainable farming methods also reduce dependence on fossil fuels and petrochemicals and stores more carbon in the soil, helping reduce carbon dioxide in the atmosphere.

‘Our leaders rarely discuss the food system and the climate crisis, yet food and agriculture directly and indirectly contribute to as much as one-third of total global emissions,’ says Christina Schiavoni, director of the Global Movements Program at WhyHunger. ‘We cannot address climate change without addressing the food system.’

The film’s producers, including Schiavoni, Siena Chrisman and Monica Gagnon, and director Sara Grady, hope it will be a useful educational tool for communities and policy makers and inspire policies that will phase out fossil-fuel dependent agriculture and incentivize community-based and agroecological farming.

After a private screening for funders, media, and non-profit leaders in New York City last week, the film is now available online at WhyHunger’s Food Security Learning Center along with educational resources. The film will be shown as part of Lincoln Center’s ‘Green Screens’ program on Thursday, July 29, 2010.”

 

(Quelle: Grassroots International.)

Arktis: Bye-bye Knut…

Montag, Juli 12th, 2010

“Arktisches Meereis schmilzt im Rekord-Tempo

WWF: Kein guter Sommer für Eisbären


Photograph by: Denis Sarrazin/Center for Northern Studies/Handout/Reuters
The Ward Hunt Ice Shelf in the Canadian arctic. File photo.

Ein Report des National Snow and Ice Data Center (NSIDC) in den USA zum Zustand des arktischen Meereis hat einen neuen Rekord-Tiefststand ausgewiesen. Demnach war die Eisfläche so klein wie in keinem Juni seit Beginn der Satelliten-Aufzeichnungen 1979. Der Studie zufolge ging das Meereis im vergangenen Monat um durchschnittlich 88.000 Quadratkilometer pro Tag zurück. Der Durchschnittswert liegt im Juni normalerweise bei etwa 53.000 Quadratkilometer täglich.

Die Umweltschutzorganisation WWF sorgt sich aufgrund dieser Entwicklung vor allem um die verbliebenen Eisbär-Vorkommen im Nordpolarmeer. „Es ist kein guter Sommer für die Eisbären mm Nordpolarmeer. Ihr Lebensraum schmilzt ihnen offensichtlich immer schneller unter den Pfoten weg‘, sagt Volker Homes, Leiter WWF Artenschutz.

Fünf Grad mehr als sonst

Der WWF beobachtet derzeit Eisbären in der Arktis, in Norwegen, der Hudson Bay und der südlichen Beaufort See. Vor allem im kanadischen Churchchill, in der westlichen Hudson Bay, sei die Situation der Eisbären dramatisch, so der WWF. Die Tagestemperaturen betragen dort momentan um die 17 Grad Celsius – der normale Durchschnittswert liegt bei zwölf Grad Celsius. Der WWF beobachtet derzeit drei Eisbären, die sich im Norden von Churchill an die verbliebenen, spärlichen Reste des Meereises klammern.

„Solch hohe Temperaturen werden den Bären zum Verhängnis‟, erklärt Homes. Noch könnten die drei Bären auf Seehundjagd gehen, doch andere Artgenossen dieser Sub-Population seien hingegen bereits an Land gegangen. Die Tiere versuchten nun, soviel Energiereserven wie möglich zu sparen, was angesichts derart hoher Temperaturen nicht einfach sei.

„Es ist ein Teufelskreis. Die Tiere magern unter diese Bedingungen immer weiter ab und werden geschwächt. Zugleich müssen sie im November länger ausharren, bis das Meereis zurückkommt und sie wieder auf Robbenjagd gehen können‟, sagt Homes.

160 Tage fasten

Nach WWF-Einschätzung müssen einige Eisbären durch die veränderten klimatischen Bedingungen eine Fastenperiode von bis zu 160 Tagen überstehen. „Auf eine derart lange Hungerzeit sind die Tiere physiologisch nicht ausgerichtet‟, sagt Homes. In diesem Jahr hätten einige Bären durch die frühe Eisschmelze bereits 18 Tage länger fasten müssen.

Jetzt hofft der WWF, dass das Meereis im kommenden Winter frühzeitig zurückkehrt. „Sollte es ähnlich spät zufrieren wie im letzten Jahr, könnten das viele Bären womöglich nicht überleben‟, so Homes.

(WWF Deutschland, 12.07.2010 – DLO)”

 

(Quelle: scinexx.)

Siehe auch:

Das Ende der Ruhe am Nordpol
Rate of Arctic sea ice melt heats up