Posts Tagged ‘Norwegen’

Global: You gotta move?

Mittwoch, September 25th, 2013

“Nur 3,2 Prozent aller Menschen sind aus ihrem Geburtsland ausgewandert

Nach UN-Schätzungen wandern nicht mehr Menschen aus dem globalen Süden in den reichen Norden als in ein anderes Entwicklungsland, 90 Prozent der Flüchtlinge leben in Entwicklungsländern

Von Florian Rötzer | 24.09.2013

Globalisierung, so könnte man meinen, ist nicht nur die globale Bewegung von Gütern, Vermögen und Informationen, sondern auch der Menschen, die zu Migranten werden. Interessant ist, dass sich zwar viele Menschen zeitweise als Touristen oder beruflich über Grenzen hinweg reisen, aber dass die Migration weiterhin ein ziemlich kleines Phänomen ist.



Durchschnittliche Veränderungsrate der internationalen Migration in Prozent.

Durchschnittliche Veränderungsrate der internationalen Migration in Prozent.

Gerade einmal 3,2 Prozent der Menschheit, das sind 232 Millionen Menschen, leben in Ländern, in denen sie nicht geboren wurden, so der UN-Bericht International Migration 2013[1]. Das ist überraschend wenig, wenn auch 33 Prozent mehr als 2000, zumal die reichen Länder sich in Festungen, in gated nations, verwandeln, um die fantasierten Migrationsströme abzuwehren, die in Krisen wie jetzt beispielsweise im syrischen Bürgerkrieg in die nicht sonderlich reichen Nachbarländer Jordanien, Libanon oder den Irak, aber natürlich auch in die Türkei gelangen. Flüchtlinge machen 2013 mit 15,7 Millionen oder 7 Prozent nur einen kleinen Teil der Migranten aus. Fast 90 Prozent davon leben in Entwicklungsländern!

60 Prozent der internationalen Migranten, zwei Drittel im arbeitsfähigen Alter zwischen 20 und 64 Jahren, weit mehr als die 58 Prozent im weltweiten Durchschnitt, leben in den reichen Ländern des Nordens. 2013 am meisten in den USA, gefolgt von Russland, Deutschland – das wirklich als Einwanderungsland gelten muss -, Saudi-Arabien, die Vereinten Arabischen Emirate, Großbritannien, Frankreich, Kanada, Australien und Spanien. Hingegen sind in Europa Portugal, Polen, Finnland oder Norwegen nicht so interessant.

 

 

Schaut man auf den prozentualen Anteil internationaler Migranten an der Gesamtbevölkerung, dann ist deren Anteil etwa in den USA, Kanada, in der Ukraine, in Saudi-Arabien, Libyen, Australien, Deutschland. Österreich, Schweiz, Frankreich, Belgien oder Norwegen höher als 10 Prozent. In Steueroasen wie Andorra, San Marino oder Monaco ist der Ausländeranteil natürlich wesentlich höher, im Vatikan steigt er sogar auf 100 Prozent. Global leben allerdings zwei Drittel der internationalen Migranten ziemlich gleich verteilt in Europa und in Asien. In China, Indien und einigen afrikanischen Ländern, aber auch in Mexiko oder erstaunlicherweise Brasilien haben Migranten nur einen Anteil von weniger als einem Prozent. Allerdings ist der Eindruck nach den UN-Schätzungen falsch, dass die überwiegende Mehrzahl Migranten aus armen Entwicklungsländern in die reichen Länder auswandert, was man auch Süd-Nord-Migration nennt. Auch wenn in den Industrieländern die Migranten einen durchschnittlichen Anteil von 11 Prozent der Gesamtbevölkerung stellen und in den Entwicklungsländern nur 2 Prozent, aber die Unterschiede sind hier groß, so täuscht der Eindruck.

 

 

Nach neuen Schätzungen, die Geburtsland und Zielland der Migranten einbeziehen, war die Süd-Süd-Migration 1990 am stärksten ausgeprägt. Danach wusch der Anteil der Süd-Nord-Migration stärker, ab 2000 lag die Süd-Nord-Migration in etwa gleich mit der Süd-Süd-Migration, wobei allerdings die Migration vom Süden in den Süden wieder etwas stärker wuchs als die vom Süden in den Norden. 2013 sollen nach den Schätzungen 82,3 Millionen, die in Entwicklungsländern geboren wurden, in anderen Ländern des globalen Süden leben, während mit 81,9 Millionen fast genau so viel aus dem Süden in den Norden abgewandert sind. Die meisten dieser Migranten stammen aus Asien, gefolgt von Menschen aus Lateinamerika. Aus dem Norden in den globalen Süden wandern hingegen nur 13,7 Millionen aus, von Norden nach Norden sind es 53,7 Millionen.

Die “Süd-Süd-Migration” könnte man dadurch erklären, dass Auswanderer und Flüchtlinge nicht die notwendigen Mittel haben, um in die reichen Länder zu gelangen, und/oder den einfacheren, schnelleren und billigeren Weg in die Nachbarländer bevorzugen, wo sie auch leichter in Kontakt mit ihren Familien bleiben können. Möglicherweise wird diese Migration durch wirtschaftliche Fortschritte in den Entwicklungsländern begünstigt, dazu tragen aber auch regionale Konflikte vorbei.

Anhang

Links

BRD: Die BrandstifterInnen

Samstag, September 17th, 2011

“Paranoide Weltbilder

Anders B. Breivik und die Ablenkungsmanöver der “Islamkritiker”

Von Gerhard Hanloser

Die “Islamkritiker” haben stets sich und anderen verboten, auf gesellschaftliche Hintergründe für Terrorakte hinzuweisen. Angesichts islamistisch motivierter Anschläge meinten sie einen Hang zur Gewalt in der muslimischen Religion und Kultur selbst ausmachen zu können, in dem der muslimischen Mentalität angeblich eingeschriebenem Totalitärem oder schlichtweg im Menschlich-Bösen. Kein Wunder also, dass sie für den rechtsradikal-antimuslimischen Terror in Norwegen keine Erklärung haben. Auch Selbstkritik sucht man bei Anders B. Breiviks StichwortgeberInnen vergebens.

Der Autor der antimuslimischen Website Politically Incorrect (PI), Michael Stürzenberger, behauptete gegenüber der neurechten Jungen Freiheit über den Attentäter: “Er kam aus dem Nichts”. Wirklich aus dem Nichts? Nicht ganz unbegründet fand sich kurz nach Bekanntwerden des Massakers ein Blog-Eintrag auf PI mit den Worten: “Was er schreibt sind großenteils Dinge, die auch in diesem Forum stehen könnten (…) es (ist) wichtig zu bemerken, dass die ,Bösen nicht immer nur andere sind. Wir dürfen uns vor lauter Auf-andere-mit-dem-Finger-Zeigen nicht unserer Eigenverantwortung entziehen. Wir stehen in der Verantwortung für unser Handeln und Denken.”

Tatsächlich weist die Feindbildkonstruktion von PI und in dem Manifest des Attentäters Anders B. Breivik große Ähnlichkeit auf. An die Stelle von Selbstkritik oder zumindest betretenem Schweigen trat jedoch schnell eine Offensivtaktik der diversen “Islamkritiker”; auch auf PI herrschte schnell wieder ein anderer Ton vor. Andere “Islamkritiker” drehten einige diskursive Pirouetten, um den klar rassistisch-antimuslimischen Gehalt des Attentats zu leugnen, die Nähe der eigenen Ideologie zu der paranoiden Verschwörungstheorie des Anders B. Breivik zu kaschieren und sich in der typisch deutschen Logik der “verfolgenden Unschuld” (Karl Kraus) selbst als Opfer zu stilisieren.

Henryk M. Broder sorgt sich um Ersatzteile für sein Auto

Tatsächlich haben islamkritische Intellektuelle wie Necla Kelek oder Henryk M. Broder in ihren Pauschalverurteilungen “des Islams” und mit ihren Bekundungen, in der muslimischen Welt überhaupt keine geistigen oder praktischen Verbündeten finden zu können, die “Frontlinie eines Weltbürgerkrieges gezogen”, wie der ehemalige FAZ-Feuilleton-Chef Patrick Bahners treffend kritisierte.

Besonders Broder hatte mit seiner bellizistischen Logik, die nichts anderes als Krieg und Kampf im Verhältnis zu gläubigen Muslimen geltend macht und alles andere als “Appeasement”-Politik verspottet, einer permanenten Mobilisierung und einer Transzendenz bürgerlicher Normen und Werte das Wort gesprochen. “Die Idee, man könnte dem Terror nur mit rechtsstaatlichen Mitteln beikommen, übersteigt die Grenze zum Irrealen. Es ist, als ob man die Feuerwehr auffordern würde, sich bei ihren Einsätzen an die Straßenverkehrsordnung zu halten”, so Broder in seinem Buch “Hurra, wir kapitulieren!”. (vgl. ak 510)

Vor diesem Hintergrund ist es kaum verwunderlich, dass sich der Polemikspezialist Broder wenig irritiert zeigt, dass einige seiner “islamkritischen” Thesen in Breiviks “Manifest” zitiert werden. Auf die Frage des Tagesspiegel, ob er sich Sorgen darüber mache, dass er von Anders B. Breivik zitiert wurde, antwortet er: “Das Einzige, worüber ich mir Sorgen mache, ist, woher ich Ersatzteile für meinen Morris Traveller aus dem Jahre 1971 bekomme. Sogar in England werden die Teile knapp.” Der Blogger “Ofenschlot” hat diese diskursive Taktik als Selbstproklamation eines “Rechts auf Kaltschnäuzigkeit” bezeichnet, eines Rechts, das selbstverständlich exklusiv bleiben muss und Muslimen niemals zugestanden wird. Denn in der Logik der “Islamkritiker” wird bekanntlich allen Muslimen abverlangt, sich beständig von Anschlägen islamistischer Terroristen zu distanzieren.

Etwas weiter als Broder mit seiner kaltschnäuzigen Ablenkung gehen die mittlerweile sich selbst als “Ideologiekritiker” titulierenden Ex-“Antideutschen” der Zeitung Bahamas, die keineswegs so isoliert sind, wie sie sich gerne selbst sehen bzw. VerharmloserInnen der antideutschen Durchwirkung des linken Milieus immer behaupten. Schließlich schreiben Bahamas-Autoren wie Gerhard Scheit und Magnus Klaue, zwei besonders exponierte, anti-links positionierte und habituell auf dem neo-elitären Ticket reisende Autoren, regelmäßig in der Jungle World und der Monatszeitung konkret.

Liest man die letzten Ausgaben der Bahamas, dann ist hier ebenfalls eine Bürgerkriegsfront markiert, die früher oder später – und höchstwahrscheinlich auch entgegen dem Selbstbild des einen oder anderen Bahamas-Autoren, der sich gerne als großbürgerlicher Intellektueller imaginiert – handgreiflich umgesetzt zu werden droht: AntirassistInnen und VertreterInnen des Multikulturalismus bereiteten einem “Karneval der Kulturen” den Weg, an dessen Ende der multikulturelle Pogrom gegen die Juden zu erwarten sei. Vor dem Hintergrund einer rassistisch grundierten, neo-malthusianischen Überbevölkerungstheorie wird behauptet, dass in den muslimischen Ländern ein “Youth Bulge” (Babyboom) eine stetig anwachsende Masse von Israel und dem Westen angeblich feindselig gesonnenen Jugendlichen hervorbringt.

Hauptfeind, weil angeblich Schrittmacher dieser auch auf den Westen übergreifenden unaufhaltbaren historisch-gesellschaftlichen Tendenz, sind in Bahamas-Logik die Linken, die mit ihrem Antirassismus, ihrem Multikulturalismus und ihrem Wunsch nach einer “Völkerfamilie” eine neue Barbarei vorbereiten würden. Dabei wird versucht, den eigenen Rassismus unter Bezugnahme auf die größten Fehler der Kritischen Theorie intellektuell zu adeln; Fehler wie zum Beispiel der Elitarismus Adornos, der wenig Sympathien für schwarze Musik und die US-amerikanische Massenkultur zeigte.

Seitdem aus Antifa-Gruppen einige Nachwuchsantideutsche rekrutiert wurden, die die “antideutsche” Kritik auf Schlagworte verkürzt nur noch auf der Ebene des Gang-Jargons pflegen, hat sich das “antideutsche” Milieu zu einem Bündnis aus Mob und Pseudo-Elite entwickelt, das sich vereint sieht in der doppelten Feindbildkonstruktion: die (antirassistische) Linke und die Muslime.

Bahamas liefert die “Theorie”, Jungle World verbreitet sie

Der Wiener Bahamas-Publizist Gerhard Scheit behauptet in der Jungle World schlichtweg, der Anschlag weise keinesfalls Züge einer “Islamophobie” auf, vielmehr entspringe er der Logik des Antisemitismus, das Motiv sei “purer Neid auf den Islam”. Die weitergehende Begründung ist kurios genug und soll ausführlich zitiert werden:

“So ist aber der als Hass hervortretende Neid auf den Islam letztlich nur von dessen eigenem antisemitischen Potential aus zu verstehen. Die Muslime stellen für den Antisemiten des Abendlands nämlich eine einzige große narzisstische Kränkung dar, wie sie keine andere der von ihm sonst noch verachteten und physisch bedrohten Gruppen von Immigranten bereithält: Er sieht sich durch sie herausgefordert, das Abendland als das ‘konkrete’, das ‘schaffende Kapital’ nicht vor ‘fremden Rassen’ als der einbrechenden Natur oder was auch immer zu verteidigen (darum ist der oft als Alternative zur ‘Islamophobie’ vorgeschlagene Begriff ‘antimuslimischer Rassismus’ irreführend), sondern vor der wachsenden Macht einer religiösen Gemeinschaft, die gleichermaßen beargwöhnt wie beneidet wird, weil sie ganz ohne eigenes ‘schaffendes Kapital’, oder anders gesagt: ohne europäische Werte triumphieren kann – und der man, wegen ihres ausgeprägt judenfeindlichen Charakters, beim besten Willen nicht zu unterstellen vermag, dass sie ein Instrument des ‘raffenden Kapitals’, der Weltverschwörung des Judentums, sei.” (Jungle World 32/2011)

Man kann über diesen Bandwurmsatz lange meditieren, er stellt jedoch – und das sei an dieser Stelle deutlich gesagt – nichts anderes dar als entweder wohlkalkuliertes Bluffen mit Nonsens-Theorie, oder er ist selbst wahnhaft-unverständlich. Gegen Ende seiner Ausführungen wird Scheit erstaunlich parolenhaft: “Es gibt keine Islamophobie. Es gibt Antisemiten, die entweder links oder rechts stehen, die für oder gegen den Islam sind. Und was bleibt, ist der Kampf gegen den Antisemitismus.” Damit ist die alte Ordnung also wieder hergestellt; die Irritation, die ein pro-israelischer, antiislamischer Rechtsradikaler voller eliminatorischer und verschwörungstheoretischer Energie im “antideutschen Lager” auslösen müsste, wird scheinbar geschickt theoretisch verdrängt.

Breivik attackiert in seinem Manifest den linken “Mainstream” und den “Kulturmarxismus”. Die Einleitung mit der Definition des “Kulturmarxismus” ist wörtlich aus dem 2005 von William Sturgiss Lind herausgegebenen Text “Political Correctness: A Short History of an Ideology” der konservativen Denkfabrik Free Congress Foundation übernommen. Mit dem “Kulturmarxismus” ist dabei ein Denken gemeint, das vor allem die Hautfarbe und Herkunft überwindende Klassensolidarität in den Mittelpunkt der Politik stellt, die den Marxismus um kulturelle und antirassistische Praxis erweitert hat und auch Fragen der Genderpolitics nicht kategorisch abwehrt. Im Kern attackiert das neurechte Denken eine Haltung, die von Bahamas und Broder als Politik der lächerlichen “Political Correctness” mit Spott überzogen und als “Gutmenschentum” abgekanzelt wird.

“Islamkritik” hat mit Marx Religionskritik nichts zu tun

Jeder Marxismus, der auch Gender- und Class-Fragen wie koloniale und imperialistische Unterdrückungsverhältnisse mitberücksichtigt, wird von Autoren der Bahamas des postmodernen Denkens und der Zerstörung der Vernunft geziehen. In einem langatmigen Beitrag in der Jungle World (33/2011) stellt Magnus Klaue nun die Behauptung auf, mit “Kulturmarxismus” wäre ausschließlich die Frankfurter Schule und die Kritische Theorie gemeint (in deren Tradition sich ungerechtfertigt Magnus Klaue wähnt, denn schließlich will er auch selbst betroffen und getroffen sein). Und in einer beispiellos unverfrorenen, weil durch nichts gerechtfertigten Schlussattacke wird den “postmodernen ‘Cultural Marxists'” vorgehalten, sie seien “längst selbst die Apologie einer Welt, die nur noch Cliquen und keine Individuen, nur noch nebeneinander vor sich hinvegetierende Kulturen statt die Sehnsucht nach der einen freien Welt kennt”.

In einem zweiten Schritt werden diese TheoretikerInnen (und man könnte so unterschiedliche Namen einsetzen wie Immanuel Wallerstein, Stuart Hall, Edward Said oder Paul Gilroy) in die Nähe des Attentäters gerückt: “Gegen diese Sehnsucht richtet sich auch Breivik, dessen Fimmel für imaginäre Uniformen ihn als antizivilisatorischen Zivilisten ausweist, der in einer Gesellschaft, in der bald nur noch Banden gegen Bürgerwehren kämpfen, als selbsternannter radikaler Staatsbürger notfalls auch den bürgerlichen Staat zu vernichten bereit ist.” Die Ablenkungsstrategie mag leicht durchschaubar sein, in der Jungle World wird das wohl als “Theorie” wahrgenommen.

“Islamkritik” hat mit emanzipatorischer Theorie und Praxis nichts zu tun. “Islamkritik” ist gerade nicht Religionskritik in der Tradition von Feuerbach-Marx-Freud. Sie reflektiert auch nicht den Zusammenhang von islamischer Gesellschaft und globaler kapitalistischer Entwicklung wie die Studien von Maxime Rodinson oder die frühen Schriften von Bassam Tibi. “Islamkritik” negiert die Möglichkeit der Selbstveränderung und Autoemanzipation und sie ist vor allem ein Aufruf zur Unterwerfung: unter eine Gesellschaftsordnung, die von den “Islamkritikern” absolut gesetzt wird.

Es bleibt eine dringliche Aufgabe einer universalistischen und emanzipatorischen Linken, den dezisionistischen, exklusiven und im Kern reaktionären Anspruch der “Islamkritiker” zurückzuweisen. Gegen die Logik des religiösen Bürgerkrieges und des Ausnahmezustands von oben setzt eine emanzipatorische Kritik auf Begegnungen und Schnittstellen der Bewegungen von unten, hält an eine universalistischen, aber Differenz achtenden Perspektive fest und ist sich der Brüchigkeit identitärer Bewegungen bewusst.”

 

(Quelle: analyse & kritik.)

Anmerkung

Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift “analyse & kritik”, aus der dieser Aufsatz stammt, kann in unserer Bücherei entliehen werden.

Arktis: Finger weg! (KAMPAGNE)

Dienstag, Mai 10th, 2011

“Arctic: Moratorium Now!

The devastating BP spill off the Gulf of Mexico has awakened our collective consciousness to the serious risks of offshore drilling. Images of oil soaked wetlands, dying birds and animals and firsthand accounts of jobs and livelihoods lost are just the start of what will be long-lasting impacts of this environmental catastrophe.

With the discovery of 90 billion barrels of oil and 1,670 trillion cubic feet of natural gas under melting ice, the Arctic is increasingly being viewed as a final frontier for fossil fuel development.  More than 80 per cent of the oil and gas is found offshore.

Here are 5 reasons to support a moratorium on oil and gas developments in the Arctic:

● As seen with BP Oil in the Gulf of Mexico, there is no surefire way to guarantee against a massive oil spill.

● A spill will devastate the fragile Arctic ecosystem.

● Further Arctic oil and gas development and a spill stands to have devastating impacts on local Indigenous Peoples including on food security and cultural needs.

● Melting ice in the Arctic shouldn’t be seen as an opportunity for Big Oil to increase their profits with new projects – it is a serious warming signal of the climate crisis.

● A moratorium is a logical first step in a just transition to sustainable jobs, energy and an improved environment for everyone.


Arctic Coastal States told to Leave it in the Ground

In the lead up to the 7th Arctic Council meeting in Nuuk, Greenland May 12, the Council of Canadians coordinated an open letter sent by organizations in six Arctic Coastal states – Canada, U.S., Russia, Greenland, Denmark and Norway – demanding a moratorium on offshore drilling in the Arctic.

With the Arctic increasingly being seen as a final frontier for fossil fuel development, the open letter affirms international unity around concerns with, and opposition to the pursuit of offshore drilling. The letter, received by Foreign Ministers, encourages the Arctic Council to advise against offshore drilling and engage in a discussion exploring alternative, viable opportunities for sustainable economic development. It highlights the unacceptable risks of offshore drilling in Arctic waters and the need  for political leaders to start choosing to leave fossil fuels ‘in the ground’ in the face of a climate crisis.

You can read the open letter here.
You can read the press release here.

The signing organizations are: Avataq, Greenland, Friends of the Earth Denmark, Greenpeace Denmark, Friends of the Earth Norway, Greenpeace Norway, Kola Environmental Center, Russia, Council of Canadians, Canada, Greenpeace, Canada, Indigenous Environmental Network, Canada, Yukon Conservation Society, Canada, Alaska Inter-Tribal Council, U.S., Friends of the Earth U.S., Global Exchange, U.S., Indigenous Environmental Network, U.S., Pacific Environment, U.S., REDOIL Network, U.S.


FACT SHEET: Leave it in the Ground: No offshore drilling in the Arctic! October 2010

TAKE ACTION: Use our action alert to send an email demanding a moratorium on oil and gas exploration and drilling in the Arctic!

BLOG POSTS: Click here for arctic blog posts by Andrea Harden-Donahue, energy and climate justice campaigner, and here for posts by Brent Patterson, Director of Campaigns and Communications.

Letter to Foreign Ministers of Canada, Norway, Denmark, Russia and the United States ahead of the Arctic Summit in Chelsea, Québec, March 29, 2010. Council of Canadians; Indigenous Environmental Network; REDOIL.

PHOTOS: Council of Canadians’ photostream

The Council of Canadians together with the Indigenous Environmental Network and Greenpeace rallied just 20 metres from the road where Foreign Ministers passed to get to the Arctic Summit in Chelsea, Quebec on March 29, 2010.”

 

(Quelle: Council of Canadians.)

Afghanistan: Nirgends geht es Müttern schlechter

Montag, Mai 9th, 2011

“Norway Best Place to be a Mother, Afghanistan Worst

As Mother’s Day is observed today in North America, a new report by Save the Children finds that Norway is the best place to be a mother and Afghanistan the worst.

The United States, meanwhile, comes in at #31 among the 43 developed countries ranked.

The findings are contained in Save the Children’s 12th annual Mothers’ Index, which analyzes health, education and economic conditions for women and children in 164 countries.

Other countries that ended at the top of the list are: Australia, Iceland, Sweden and Denmark. Competing with Afghanistan for worst rankings are: Niger, Guinea-Bissau, Yemen, Chad, D.R Congo and Eritrea.

Explaining the last place ranking of Afghanistan, the report said: “It has the highest lifetime risk of maternal mortality and the lowest female life expectancy in the world. It also places second to last on skilled attendance at birth, under-5 mortality and gender disparity in primary education. Performance on most other indicators also places Afghanistan among the lowest-ranking countries in the world.”

With one of the most advanced health systems in the world, and a wealthy economy, the relatively low rank place of the United States may come as a surprise to some people. Save the Children explained that one of the key indicators used to calculate well-being for mothers is lifetime risk of maternal mortality.

Says the report: “The United States rate for maternal mortality is 1 in 2,100 – the highest of any industrialized nation.  In fact only three Tier I developed countries – Albania, the Russian Federation and Moldova – performed worst than the United States on this indicator.

A woman in the U.S. is more than seven times as likely as a woman in Italy or Ireland to die from pregnancy-related causes, and her risk of maternal death is 15-fold that of a woman in Greece.”

So what is the world to do to boost countries such as Afghanistan out of its lowest-ranking status? Save the Children suggests that governments and international agencies boost funding to improve education levels for women and girls, increase access to maternal and child health care and advance women’s economic opportunities. Current research and new studies on mothers’ and children’s well-being is also crucial. Finally, the US and other industrialized countries, governments and communities “need to work together to improve education and health care for disadvantaged mothers.” ‘

 

(Quelle: HUMNEWS.)

Global: Konstante Zahlen – Binnenvertriebene…

Mittwoch, Juli 21st, 2010
 


Photo: UN

Das Internal Displacement Monitoring Centre (IDMC) des Norwegian Refugee Councils hat eine tabellarische Übersicht über die geschätzte Zahl der Binnenvertriebenen in den vergangenen zehn Jahren in allen Ländern, die sie überwacht, zusammengestellt.

Die Zahlen aus den Jahren 2001 bis 2009 zeigen, wie viele Menschen intern durch Konflikte, allgemeine Gewalt oder Menschenrechtsverletzungen vertrieben wurden.

Die entsprechende Übersicht finden Sie hier.

Guyana: Internationale Hilfe, aber nicht für Indigene Völker

Donnerstag, Juli 8th, 2010

Guyana: indigenous peoples continue to be left out


During May, the Norwegian Government announced that it had signed a Memorandum of Understanding with the Government of Guyana to contribute US$230 million towards the country’s Low Carbon Development Strategy (LCDS). It only remained to be decided which financial agency would act as the intermediary with the fiduciary responsibility to make sure the monies were handed over with due care. Would this be the World Bank and what standards would the World Bank follow to supply this money?


This question was repeatedly asked of World Bank employees who advised that the World Bank would have to apply its ‘safeguards’. These are the standards which Bank staff are obliged to follow to ensure that the Bank’s projects are not damaging, and are part of its normal ‘due diligence’.
The World Bank’s safeguard on indigenous peoples is quite strong, even if not perfect. Indeed, two previous World Bank projects, proposed for Guyana to develop the country’s protected area system, had to be shelved because the Government of Guyana was not prepared to revise its policy towards indigenous peoples to properly recognise their rights. So when, in early discussions, the World Bank staff made clear to the President of Guyana that if he wanted the Norwegian money to flow through the Bank then they would have to apply their ‘safeguards’, the President was apparently displeased. There was an impasse.

The Amerindian Peoples Association (APA) wrote a detailed letter to the Norwegian Government pointing out that not only the World Bank, but also the UN Committee on the Elimination of Racial Discrimination (CERD), had requested the Government of Guyana to change its laws and policies towards indigenous peoples so that they recognised their rights. The APA asked the Norwegian Government to insist on respect for their rights. The reply from the Norwegians was equivocal, spoke only in generalities and avoided direct reference to the legal issues raised.

By early June, the reasons for this reticence had become plain. The Guyana Government was insisting that the World Bank should adopt ‘creative instruments’ for passing through the Norwegian climate funds, which would allow it to avoid applying the Bank’s ‘safeguards’ to all its projects. According to the Guyanese press (June 2010), the Norwegian Government had agreed to this ‘creative’ approach, which would suggest that it may be keener to move money than to guarantee rights. Under the new arrangement the World Bank will pass on the Norwegian monies to Guyana once it has reached ‘certain benchmark applications’. The monies will then be released to other ‘partner entities’ once they submit project proposals related to the country’s Low Carbon Development Strategy, but they will then only have to apply the specific safeguards required for that project by the delivery agency.

Just how badly the indigenous peoples of Guyana are being left out became clear in a new report just issued by the Amerindian Peoples Association (Our Land, Our Future). Reviewing the past decade of Amerindian participation in policies and projects on their lands, the report details the rapid expansion of mining in Guyana as mineral prices have soared on global markets. Small- and medium-scale gold mining have intensified and new technologies have expanded operations into new areas. Exploration permits for other minerals, including for uranium, now cover about two-thirds of the country, while new prospects to develop bauxite, with associated hydropower and smelting plants, pose major threats both near the mouth of the Essequibo River and in the heart of the Pakaraima Mountains.

Whereas the impacts of mining on the Amerindians are very severe, the study found no evidence that the Guyana Geology and Mines Commission (GGMC) has been serious about curbing damage. Social and environmental impacts include forest loss, polluted waterways, mercury contamination, criminality, drug abuse, and sexual exploitation and abuse of very young Amerindian girls. Amerindians themselves are also heavily engaged in mining with serious consequences for health, nutrition and their own cultures. Cases from Regions 1, 7 and 9 focused on in the study reveal that, even where efforts are made to help communities raise their concerns with the Government and companies, these agencies ignore community voices. In one case the GGMC has even defied a court ruling calling for mining to be halted on a community’s traditional land. Permits are being granted to miners without due consultation with communities, and their right to free, prior and informed consent (FPIC) is being ignored.

The current disagreements between the Amerindians and the Government of Guyana over its natural resource management plans are only likely to be resolved if legal and policy adjustments are adopted which recognise the Amerindians’ rights in line with Guyana’s obligations under international law. New initiatives are also needed to control mining, mitigate social and environmental impacts and ensure that Amerindians participate in plans for reducing emissions from deforestation and forest degradation (REDD) in fair and transparent ways that respect Amerindian rights to their territories and to give or withhold their free prior and informed consent to measures that will affect them. .

 

(Quelle: Forest Peoples Programme.)

 

Siehe auch:

Guyana indigenous demand say over land