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Slowenien: Da staunt der Sarrazin

Freitag, Oktober 29th, 2010

Erster schwarzer Rathauschef Osteuropas ist Slowene

 
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“Slowenien hat einen neuen Politstar: Peter Bossman ist nicht nur neuer Bürgermeister des Küstenorts Piran, sondern auch der erste schwarze Rathauschef Osteuropas. Auch die Kritik an seinem schlechten Slowenisch konnte dem Arzt den Sieg nicht nehmen.

Bossman kam in den 1970er Jahren von Ghana nach Slowenien, um Medizin zu studieren. Nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses sagte der Sozialdemokrat, er sei «glücklich und stolz». Piran liegt an der Adriaküste im Südwesten Sloweniens. Die Stadt hat etwa 17.000 Einwohner.

Bossman setzte sich gegen den amtierenden Bürgermeister und Arztkollegen Tomaz Gantar durch. Der Arzt, der seit 1977 in Slowenien lebt, hatte zuletzt noch Vorwürfe seines Gegenkandidaten parieren müssen, er spreche ein schlechtes Slowenisch: «Ich mache Fehler, aber leider sprechen auch viele Slowenen ein schlechtes Slowenisch», hatte er gekontert.

Der Sieg Bossmans, von seinen Wählern liebevoll «Obama» genannt, ist ein Trostpflaster für den sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Borut Pahor, dessen Partei bei den Lokalwahlen starke Verluste hinnehmen musste. Obwohl die Opposition unter dem ehemaligen Regierungschef Janez Jansa landesweit stärkste Partei wurde, konnte sie jedoch in keiner einzigen größeren Stadt den Bürgermeister stellen.

Sozialdemokraten die großer Verlierer

Anders als der Sozialdemokrat Bossman erlitten die größten Parteien der regierenden Mitte-Links-Koalition des sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Borut Pahor bei den Lokalwahlen eine deutliche Schlappe. Die Sozialdemokraten, die bei den Parlamentswahlen vor zwei Jahren noch 30 Prozent der Wählerstimmen erhalten hatten, lagen am Sonntag mit knapp über 12 Prozent weit hinter der oppositionellen Slowenischen demokratischen Partei des Oppositionsführer Janez Jansa (19 Prozent).

Obwohl sich die Demokraten des ehemaligen Ministerpräsidenten Janez Jansa bei der landesweiten Stimmenauszählung behaupteten, blieben sie bei den Direktwahlen der Bürgermeister der größten Städte erfolglos. In der Hauptstadt Ljubljana sicherte sich der unabhängige ehemalige Unternehmer Zoran Jankovic mit fast 66 Prozent der Stimmen ein weiteres Mandat. Dasselbe gelang in der zweitgrößten Stadt des Landes Maribor dem Vertreter der oppositionellen Volkspartei Franc Kangler (50,5 Prozent). Auch in der drittgrößten Stadt Celje setzte sich der Kandidat der Volkspartei Bojan Srot (67 Prozent) erneut durch.”

 

(Quelle: Afrikanet.info.)