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Atomwaffen: Diplomatisches Mikadospiel

Dienstag, Mai 11th, 2010

Von Otfried Nassauer

“Oft ist es Diplomatie, wenn mit vielen wohlklingenden Worten wenig Substantielles gesagt wird. Oft sind es Politiker, die mit langen verschwurbelten Satzungetümen wenig Konkretes sagen. Bei Großereignissen – wie dem Treffen der NATO-Außenminister der NATO am 22/23. April in Tallin – bieten Arbeitsessen die Möglichkeit, Klartext zu reden oder die eigene Fähigkeit als diplomatischer Politiker und politische Diplomatin unter Beweis zu stellen. Der unschätzbare Vorteil der Diskussion während der Nahrungsaufnahme: Es wird kein Protokoll geführt.

In Tallin war es Hillary Clinton, die Außenministerin der USA, die ihre Befähigung als Diplomatin und Politikerin unter Beweis stellte. Überliefert ist das, weil es kein Protokoll, wohl aber einen Sprechzettel gibt. Dem ist zu entnehmen, daß Frau Clinton unter anderem sagte: „Wir sollten anerkennen, daß die NATO eine nukleare Allianz bleibt so lange Nuklearwaffen existieren.” Das ist Klartext. Und weiter: „Bei allen künftigen Reduzierungen [im nuklearen Bereich] sollte es unser Ziel sein, Rußlands Zustimmung zu einer größeren Transparenz bei nichtstrategischen Nuklearwaffen, eine Redislozierung dieser Waffen weg von den Grenzen der NATO-Staaten und zur Einbeziehung nicht-strategischer Nuklearwaffen in die nächste Runde amerikanisch-russischer Rüstungskontrolldiskussionen zu erreichen, zusammen mit den nicht-stationierten strategischen Nuklearwaffen.” Das ist die hohe Kunst des Verschwurbelns – Diplomatie. Um einen solchen Satz vortragen zu können, ist ein Sprechzettel vonnöten. Vor allem beim Abendessen. Man könnte sich an ihm verschlucken.

Doch was hat Frau Clinton denn nun gemeint? Beginnen wir von vorne: (…).”

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(Quelle: Das Blättchen.)