Posts Tagged ‘Studie’

BRD: Lesbische und bisexuelle Frauen sehen sich im Bildungsbereich diskriminiert

Dienstag, Juni 19th, 2012

“Vorstellung erster Ergebnisse der bisher umfangreichsten Studie zu Gewalt- und Mehrfachdiskriminierungserfahrungen von lesbischen/bisexuellen Frauen und Trans*

Lesbische und bisexuelle Frauen sehen sich im Bildungsbereich diskriminiert

Berlin, 14.6.2012 – Diskriminierung und Gewalt von lesbischen, bisexuellen Frauen und Trans* ist in Deutschland immer noch ein hochrelevantes Thema. Dies ergeben die nun vorliegenden quantitativen Ergebnisse der ersten umfangreichen wissenschaftlichen Studie zu dieser Thematik. Formen, Ausmaß, Folgen und Ursachen der erlebten Gewalt sowie Diskriminierung stehen dabei im Vordergrund.

Ein wesentliches Ergebnis der Studie ist die relativ hohe Wahrnehmung an Diskriminierungen in den Bereichen Bildung und Arbeit. Etwa ein Drittel der Befragten gibt an, mindestens einmal am Arbeitsplatz gemobbt worden zu sein. Weiterhin geben 72,6% der Studienteilnehmer_innen an, dass ihre Leistungen im Bildungsbereich aufgrund ihrer lesbischen/bisexuellen Lebensweise vergleichsweise schlechter bewertet wurden. „Die überwältigende Mehrheit hält es nach wie vor für notwendig, dass im Bildungsbereich mehr über vielfältige sexuelle Lebensweisen aufgeklärt werden sollte“ sagte Saideh Saadat-Lendle, Projektleiterin von LesMigraS.

Studie Lesmigras

Interessant sind auch die Ergebnisse, die bezüglich Diskriminierungen im Bereich Ämter und Behörden sowie im Gesundheitswesen gemacht wurden. So geben mehr als ein Viertel der Studienteilnehmer_innen an, dass sich ihre lesbische oder bisexuelle Lebensweise negativ auf ihre Chancen auswirkt, von der Polizei geschützt zu werden. Des Weiteren haben etwa 20% respektlose Behandlung durch medizinisches Fachpersonal erfahren.

Eine relativ hohe Anzahl der Befragten hat den Bereich des Fragebogens ausgefüllt, der sich ausdrücklich an Trans* richtete. Die bisherige Auswertung zeigt hier, dass vornehmlich Diskriminierungserfahrungen bei Ärzt_innen und Ämtern gemacht wurden und damit strukturelle Diskriminierung deutlich wahrgenommen wird.

Ein wesentliches Ergebnis der Studie ist unter anderem auch die Erkenntnis, dass die scheinbare Nichtübereinstimmung des Ausdrucks einer Person (Kleidung, Gestik etc.) mit der gesellschaftlichen Vorstellung einer Frau oder eines Mannes in vielen Fällen als problematisch erfahren wird. „Diskriminierungen und Gewalt aufgrund von Abweichungen von normativen männlichen oder weiblichen Geschlechterrollen stellen uns weiterhin vor Herausforderungen, mit denen wir uns in der Beratungsarbeit konfrontiert sehen“, so Claudia Apfelbacher, Geschäftsführerin der Lesbenberatung Berlin. Auch Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, sieht darin eine der zentralen Herausforderungen.

„Es ist die vermeintliche gesellschaftliche Vorstellung von Norm oder Normalität, die viele Menschen ausgrenzt“, sagte Lüders. Sexismus und Rassismus gehörten dabei zu den nach wie vor stärksten Ausgrenzungsmechanismen.

Sehr aufschlussreich sind auch erste Ergebnisse zum Thema Mehrfachdiskriminierung. Von denjenigen Teilnehmer_innen, die mehrfachzugehörig sind, geben 78,2% an, aufgrund von Mehrfachzugehörigkeiten in der Öffentlichkeit mindestens einmal diskriminiert worden zu sein. Mehr als die Hälfte von ihnen empfindet es als schwer, sich zu wehren, weil oft unklar ist, um welche Art der Diskriminierung es sich jeweils handelt, beispielsweise durch eine Beschimpfung wie „Sprich gefälligst Deutsch, du scheiß Lesbe“.

Die vorliegenden Daten der Studie werden in Kürze mit Ergebnissen einer qualitativen Untersuchung ergänzt und diesen September veröffentlicht. Im Anschluss daran werden umfangreiche Empfehlungen an Politik, Öffentlichkeit und Beratungsstellungen formuliert.

 

Weitere Informationen und Interviewanfragen:
Dr. Nadja Jacubowski, jacubowski@lesmigras.de, Tel. 030. 21 91 50 90″

 

(Quelle: LesMigraS.)

BRD: Reeeeechts um!

Montag, Dezember 12th, 2011

‘ “Die Gesellschaft ist vergiftet”

Als Bilanz der zehnjährigen Studie über “Deutsche Zustände” konstatiert der Sozialforscher Wilhelm Heitmeyer eine massive Zunahme von Fremdenfeindlichkeit und Rechtspopulismus

Von Florian Rötzer

11.12.2011

In der über 10 Jahre angelegten Studie über “Deutsche Zustände” des Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG [1]) unter Leitung von Wilhelm Heitmeyer wurde immer wieder auf die steigende Fremdenfeindlichkeit oder gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Deutschland und den Hang zu rechten und nationalistischen Haltungen hingewiesen. Am Montag wird der abschließende 10. Band vorgestellt. Deutlich wurde in der Studie gemacht, dass diese Tendenzen keineswegs in radikalen Minderheiten zu finden sind, sondern dass sie aus der Mitte der Gesellschaft heraus wachsen (siehe auch: Die Verrohung der Mittelschicht[2]).

In den letzten Jahren hat sich dies in der Ablehnung von Einwanderern, aber vor allem in der des Islam und von Muslimen kondensiert. Die Morde der NSU-Bande an deutschen Muslimen haben demonstriert, dass die rechtsextremen und islamfeindlichen Bewegungen hier ein gemeinsames Ziel gefunden haben, das den einst bei den Rechten herrschenden Antisemitismus abgelöst hat. Diese Entwicklungen lassen sich, wie das Institut in anderen Forschungsprojekten eruiert hat, in ganz Europa feststellen.

Als Bilanz der Studie spricht das Institut von einem “entsicherten Jahrzehnt”. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, die sich durch Abwertung und Diskriminierung von Muslimen, Einwanderern oder Behinderten, aber auch von Arbeitslosen, Frauen oder Homosexuellen manifestiert, bereitet für die Sozialwissenschaftler den Boden für die Anwendung von Gewalt etwa durch Rechtsextremisten dar. Diese agieren nicht am Rande der Gesellschaft, sondern fühlen sich durch menschenfeindliche Einstellungen in der Bevölkerung legitimiert und befeuert.

Für Wilhelm Heitmeyer haben während der 10 Jahre langen Studie Fremdenfeindlichkeit und Rechtspopulismus in Deutschland zugenommen. “Etwa zehn Prozent der Deutschen denken durch und durch rechts”, so resümiert [3] er nach Spiegel Online das Ergebnis der letzten Befragung. Zwischen 2010 und 2011 hätten sowohl die Rechtfertigung von Gewalt als auch die Gewaltbereitschaft bei Rechtspopulisten um 16 Prozent zugenommen. Misstrauen und Feindseligkeit gegenüber Muslimen seien besonders stark angewachsen. Die Hälfte der Deutschen will nicht in eine Gegend ziehen, in der viele Muslime leben. “Die zunehmende Spaltung zersetzt das Miteinander. Die Gesellschaft ist vergiftet”, so Heitmeyer.

Links

[1] http://www.uni-bielefeld.de/ikg/

[2] http://www.heise.de/tp/artikel/33/33857/1.html

[3] http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,802902,00.html”

 

(Quelle: Telepolis.)

Siehe auch:

Abschiebeminister 2011 ist Joachim Herman aus Bayern

Europa: Die schmutzigen Hände von Frontex

Mittwoch, September 28th, 2011

“The EU’s Dirty Hands

Frontex Involvement in Ill-Treatment of Migrant Detainees in Greece

By Human Rights Watch

(…)

Summary

Between November 2, 2010 and March 2, 2011, nearly 12,000 migrants entering Greece at its land border with Turkey were arrested and detained. The detention facilities where they were held did not meet minimal human rights standards. Though their treatment varied from place to place, the European Court of Human Rights (ECtHR) has held that migrant detention in Greece generally constitutes “inhuman and degrading treatment.”

During this same period, the European Union’s (EU) agency for the management of operational cooperation at external borders, Frontex, provided Greece with both manpower and material support, made available by participating states, which facilitated the detention of those migrants in sub-human conditions in Greece’s overcrowded migrant detention centers.

This report addresses this disturbing contradiction. Although the ECtHR categorically ruled that the transfer of migrants to detention in Greece would expose them to prohibited abuse, an executive agency of the EU and border guards from EU member states knowingly facilitate such transfers.

The focus of this report is the period of Frontex’s “RABIT 2010” deployment in Greece. With RABIT (“Rapid Border Intervention Team”), Frontex deployed 175 border guards contributed by Norway and EU member states to the Greek government’s efforts to manage the influx of migrants into the northeastern region of Greece along the Evros River bordering Turkey. The “guest officers,” chosen from a pool provided by participating EU member states and other non-EU European states, operated in Greece in their respective national uniforms but not under the operational control of their home authorities.

Frontex describes its mission as one of coordination, research, and surveillance. But Frontex sent equipment such as vans, buses, patrol cars, and a helicopter, provided by participating states, and covered the expenses incurred by the RABIT operation. Frontex also operated in close proximity to the four detention centers where human rights violations have consistently been recorded. During the RABIT operation, guest officers from participating states who went out on patrols with at least one Greek officer were authorized to apprehend migrants and then transfer them to Greek counterparts who ran the detention facilities.

Frontex has been present in the Evros region since October 2010. The RABIT mission was designed as an emergency measure in response to the arrival of a large number of migrants to Greece. RABIT was initially planned to end December 2 but was extended until March 2, 2011, and then replaced by a permanent Frontex presence conducting the same tasks.

During Frontex’s deployment, on January 21, 2011, the European CtHR issued a judgment that was not specifically directed at Frontex but which is fundamentally relevant to its role in Greece. In M.S.S. v. Belgium and Greece the court found that Greek detention practices violated Article 3 of the European Convention on Human Rights, which prohibits torture and inhuman and degrading treatment, and that Greece’s asylum system was dysfunctional. The court also concluded that Belgium too violated its human rights obligations by knowingly exposing the applicant, an Afghan asylum seeker, to inhuman and degrading treatment when it transferred him back to Greece. The court said that Belgium infringed upon a right that it had previously recognized as “non-derogable, even in cases of extreme pressure or emergency.”

In the course of the RABIT mission in Greece, Frontex also facilitated the transfer of migrants to centers of detention within Greece where Human Rights Watch documented the same inhuman and degrading conditions as those condemned by the ECtHR. Human Rights Watch contends that Frontex is similarly responsible for having knowingly exposed migrants to treatment which is absolutely prohibited under human rights law.

During the four months examined in this report, RABIT patrols regularly apprehended migrants who crossed the border into Greece and took them, sometimes in buses provided by Frontex, to the detention centers. After patrols, border guards deployed as part of the RABIT force reported back to their home authorities, who knew or should have known about the conditions to which their agents were sending the migrants. Nevertheless, no European participating state publicly raised concerns that the activities of the patrols involved violations of the prohibition on inhuman treatment, and none withdrew from the mission.

In December 2010, during the RABIT deployment, Human Rights Watch visited detention centers in the Evros region of Greece and found that the Greek authorities were holding migrants, including members of vulnerable groups such as unaccompanied children, for weeks or months in conditions that amounted to inhuman and degrading treatment.

We found overcrowding to be a common problem in detention facilities in the Evros region. In Tychero, Feres, and Soufli, women were held in the same cells with men. The Feres police station held 97 detainees at the time of our visit, though the police said its capacity was 30. A 50-year-old Georgian woman detainee said, “You cannot imagine how dirty and difficult it is for me here….It’s not appropriate to be with these men. I don’t sleep at night. I just sit on a mattress.

In Fylakio, by contrast, the authorities separated men from single women but detained unaccompanied children together with unrelated adults in large, overcrowded cells. Sewage was running on the floors, and the smell was hard to bear. Greek guards wore surgical masks when they entered the passageway between the large barred cells.

Human Rights Watch’s observations and the testimonies we gathered on detention conditions in Evros in December 2010 were consistent with our previous reports on conditions in Greek migrant detention centers dating from 2008 and those of other organizations which have been monitoring and documenting the conditions of detention for migrants in Greece. In a January 2011 review of these reports the ECtHR concluded:

    All the centers visited by bodies and organizations that produced the reports … describe a similar situation to varying degrees of gravity: overcrowding, dirt, lack of ventilation, little or no possibility of taking a walk, no place to relax, insufficient mattresses, no free access to toilets, inadequate sanitary facilities, no privacy, limited access to care. Many of the people interviewed also complained of insults, particularly racist insults, proffered by staff and the use of physical violence by guards.

During the RABIT mission Frontex also provided personnel who conducted nationality-determination screenings that were, in effect, rubber-stamped by the Greek authorities. These screenings determine detainees’ country of origin in order to facilitate their deportation. Although these screenings were not intended to identify international protection needs, in reality they were usually the most substantive interviews detainees had before being deported. Given the formidable barriers to lodging asylum claims in Greece at that time (particularly in the Evros region), the exclusive enforcement emphasis of these interviews appears to have contributed to the protection gap in the Evros region, including the risk that genuine refugees might not be identified and would be subjected to refoulement.

This report argues that Frontex activities in Greece do not meet the standards set out in the EU’s Charter of Fundamental Rights, by which Frontex is bound. Since the ban on participation in activities which would expose individuals to inhuman and degrading treatment is absolute, the onus is on the EU to work with Greece to rectify the situation of inhuman and degrading conditions in detention before it co-operates with Greece in activities that are intricately linked to the task of detaining migrants.

In this regard, Human Rights Watch welcomes the decision to deploy European Asylum Support Officers (EASOs) to Greece to assist the Greek authorities in establishing a working asylum system and that EASO has made Greece a priority for 2011. Human Rights Watch also welcomes amendments that are expected to establish a Fundamental Rights Officer (FRO) within Frontex and a Consultative Forum to assist the agency in fundamental rights matters— though we have reservations about proposed amendments to the Frontex Regulation that would expand and operationalize its mandate.

These measures alone, however, are not sufficient.

In order to comply with human rights obligations not to expose migrants to the inhuman and degrading conditions in the Evros region, Frontex should immediately make its engagement in border enforcement operations in Greece contingent on the placement of apprehended migrants in facilities with decent conditions, which could be achieved in the short term by transferring irregular migrant detainees to other areas of Greece where detention standards are acceptable, such as on Samos Island, or making detention spaces available in other places in the EU where conditions meet international and EU standards.

Furthermore, all states that participate in Frontex and contribute border guards and material support also bear responsibility and incur liability for human rights violations by virtue of their involvement in Frontex activities. All participating states are bound by the European Convention on Human Rights (ECHR), and participating EU member states are also bound by the EU Charter on Fundamental Rights. Each participating state should carefully review its co-operation under the auspices of Frontex with a view to assessing the risk that such co-operation facilitates the violation of fundamental rights

While the primary focus of this report is on Frontex and its responsibility not to be complicit in human rights violations, it is not meant to absolve the Greek authorities from their responsibilities. Since 2008, Human Rights Watch has published three reports documenting Greek violations of the rights of refugees, asylum seekers, and migrants. Several other organizations have published similar reports. Greece’s well documented failure not only to provide decent conditions of detention for migrants but also asylum for refugees has been acknowledged by the Greek government, which should take immediate steps to improve detention conditions and implement the recently announced reforms of its asylum system.

As new migration crises emerge in the Mediterranean basin and as Frontex’s responsibilities expand, there is an urgent need for a shift in EU asylum and migration policy from an enforcement-first policy to a protection-first policy. This is not only legally required but is a worthy and achievable approach for the EU, its agencies, and member states to take in addressing real problems that are susceptible to real—and principled—solutions. (…)”

 

(Quelle: Human Rights Watch.)

Anmerkung

● Lesen Sie den gesamten HRW-Report hier.

Afrika: Klimawandel begünstigt Cholera

Montag, Juni 27th, 2011

“Scientists discover link between cholera outbreaks, climate change

By CHRISTABEL LIGAMI

Scientists are warning that cholera cases could double in the next four months if rainfall and temperatures continue to rise.

The researchers from the International Vaccine Institute in Seoul, Korea have been analysing data from cholera-endemic areas of Zanzibar and Tanzania, in the hope that the findings will prompt early government interventions that will avert an outbreak.

“Our work validates the notion that rainfall and temperature rises are often precursors to cholera outbreaks in vulnerable areas,” said Rita Reyburn, the study’s lead researcher. “We are getting very close to developing a reliable forecasting system that will help to put in place pre-emptive measures — like mobilising public health teams or emergency vaccination efforts.”

The researchers matched cholera outbreaks which occurred in Zanzibar and Tanzania between 1999 and 2008 against temperature and rainfall patterns over the same period and found that the environmental changes were closely followed by disease.

When temperature rises by 1 degree Celsius, there is a chance cholera cases will double in four months and if rainfall goes up by 200 millimetres, then in two months’ time, cholera cases will go up 1.6 fold,” Mohammad Ali, a senior scientist at the IVI said in a telephone interview.

Poor sanitation

In East Africa, cholera outbreaks occur every year and are not only costly to treat but also lead to a loss of lives. In most cases, the cause is often the same — poor sanitation due to floods or rains.

“Governments can use these environmental cues to introduce early interventions like vaccinations,” said Willi Sang a microbiologist at Kenya Medical Research Institute.

He said this research is an example of an innovative approach that can be used in conjunction with other preventive measures to significantly reduce the incidence of cholera.

According to Dr Sang, cholera is a public health threat because of the dominance of the Vibrio cholerae strain of bacteria that causes the disease.

When well adapted to human habitats, it causes longer outbreaks that could last months, even years.

“The cholera bacteria reside in water and temperature rises cause them to multiply. Cholera is then transmitted through consuming contaminated food and water. It causes severe diarrhoea, dehydration and even death if the patient is left untreated,” he said.

A World Health Organisation report shows that Nyanza Province, which borders Lake Victoria, accounts for a larger proportion of cholera cases — 38.7 per cent than the 15.3 per cent expected for its population size for the national population.

Dr Sang warns that in coming decades, cholera outbreaks are likely to rise because experts predict hotter and wetter weather in many endemic areas.

“This research shows that global warming and climate change may have a key role in triggering an outbreak and that we also need new tools to combat cholera epidemics,” he said.

He noted that cholera outbreaks are occurring with increasing frequency and severity and this research is just an example of an innovative approach that if used in conjunction with other preventive measures could significantly reduce these incidences.”

 

(Quelle: The EastAfrikan.)

Global: Metallische Rohstoffe und ihre Nebenwirkungen

Mittwoch, Mai 18th, 2011

“Im Boden der Tatsachen

Metallische Rohstoffe und ihre Nebenwirkungen

Neue Studie, Mai 2011

“SÜDWIND weist in einer heute vorgestellten Studie nach, dass es beim Abbau von metallischen Rohstoffen massive soziale und ökologische Missstände gibt. Daher fordert SÜDWIND, dass beim Abbau und der Verarbeitung der nach Deutschland gelieferten Rohstoffe, die für die hiesige Wirtschaft die Grundlage vieler Produkte sind, soziale und ökologische Mindeststandards sowie grundlegende Menschenrechte eingehalten werden müssen.

Metalle bestimmen unseren Alltag, da ein großer Teil der alltäglich verwendeten Produkte – von Baumaterialien, Fahrzeugen und Maschinen in den Fabriken bis hin zu modernen Kommunikationsgeräten – ohne verschiedenste Metalle nicht gebaut werden könnten. „Da der Abbau und auch der größte Teil der ersten Verarbeitungsschritte der metallischen Rohstoffe nicht in Deutschland stattfinden, kennen die meisten Verbraucherinnen und Verbraucher die damit verbundenen Probleme nicht. Doch dies darf die hiesigen Unternehmen nicht aus ihrer Verantwortung für Missstände in ihrer Zulieferkette entlassen‘, sagt Friedel Hütz-Adams, Hauptautor der Studie.

In vielen Minengebieten gibt es Landkonflikte, die Arbeitsbedingungen in Förderregionen sind teilweise schlecht und auch die Weiterverarbeitung der Rohstoffe ist mit großen Problemen verbunden. Die in der Studie beschriebenen Probleme in Indonesien, der Demokratischen Republik Kongo, Indien, China, Bolivien und Gabun belegen, dass die Menschen in den Fördergebieten oft nicht vom vermeintlichen Rohstoffreichtum profitieren.

Dies betrifft so unterschiedliche Metalle wie Aluminium, Gold, Mangan oder Seltene Erden. „Während viele Unternehmen und die Bundesregierung nach Wegen suchen, um der deutschen Industrie den Zugang zu preiswerten metallischen Rohstoffen zu erleichtern, werden die entwicklungspolitischen, sozialen und ökologischen Auswirkungen von deren Förderung häufig nicht beachtet‘, so Hütz-Adams weiter.

Die vorliegende Studie ist die Einführung einer Serie von vier Studien zum Thema Rohstoffe, die im Jahr 2011 bei SÜDWIND erscheinen. In den drei nachfolgenden Studien wird auf Lösungsansätze bei entwicklungspolitischen sowie klimarelevanten Problemen eingegangen. Darüber hinaus werden wir uns intensiv mit der Rolle von Banken und Investoren auf dem Metallmarkt beschäftigen. Auch auf die Rolle, die Verbraucherinnen und Verbraucher spielen können, wird eingegangen.

Die Studie steht hier als Download zur Verfügung und kann zum Preis von 5 Euro bestellt werden: Studie bestellen

Kontakt:
Friedel Hütz-Adams
Tel.: +49 (0)2241-259 735
E-Mail: huetz-adams(at)suedwind-institut.de

Dokumente:
Pressemitteilung
Studie
Inhalt
Literatur

 

(Quelle: SÜDWIND-Institut.)

Grossbritannien: Disaster’s coming home (II)

Samstag, Juli 24th, 2010

“Wer ärmer ist, stirbt auch zunehmend früher

Nach einer Studie ist die Ungleichheit im Hinblick auf vorzeitige Mortalität in Großbritannien seit 1990 stetig gestiegen

Von Florian Rötzer


Bildquelle: Scottish Politics
“Tony Blair ist Margret Thatcher ohne Handtasche.”

Die Ungleichheit in den Gesellschaften auch in den reichen Ländern hat in der letzten Zeit enorm zugenommen. Das weiß man, und das ist auch ein Effekt der liberalen Ideologie, die sich gerade auch die Sozialdemokraten nach der vermeintlich alternativenlosen Durchsetzung des Kapitalismus auf dem globalen Markt angeeignet haben. Einer der Vorreiter war die Labour-Partei in Großbritannien, deren ‘Vordenker’ von einem nebulösen Dritten Weg und einer Neuen Mitte fantasiert haben, was auch deutsche Sozialdemokraten gerne übernahmen, weil man damit vermeintlich ebenso fortschrittlich und modern wurde, wie wenn man die Finanzindustrie fördert und den Sozialstaat abbaut.

Dass diese Politik Folgen hatte, die einerseits zur Finanzkrise und andererseits zum Auseinanderklaffen der Einkommen führt, ist allseits bekannt. Nun haben Wissenschaftler der Universitäten von Sheffield und Bristol auf eine weitere Konsequenz dieser Politik in einer im British Medical Journal erschienenen Studie aufmerksam gemacht, die auch dem ewigen Gerede vom Fortschritt widerspricht.

So hat sich nach ihren Untersuchungen die Ungleichheit zwischen Armen und Reichen nach dem Gini-Koeffizienten in der vorzeitigen Mortalität der Menschen in England und Wales wieder so weit erhöht, dass sie der gleicht, die vor dem weltwirtschaftlichen Einbruch von 1929 und der darauf folgenden Wirtschaftskrise geherrscht hat. Seit 1990 wuchs die Ungleichheit stetig an, und sie könnte noch schlimmer werden, was heißt, dass die Menschen aus den ärmeren Schichten nicht nur weniger Einkommen haben, sondern auch früher sterben.

1990 starben die ärmsten Menschen im Vergleich zu den reichsten 1,6 mal frühzeitiger, 2006-2007 war die Wahrscheinlichkeit schon auf das Doppelte angestiegen. Nur kurzzeitig hatte es 2001 einmal einen Rückgang gegeben, aber nun ist die Ungleichheit bis zum Alter von 65 Jahren auf den höchsten Stand – zumindest seit 1921, als erstmals entsprechende Daten gesammelt wurden. 2006 kam es zum höchsten Anstieg der Ungleichheit, der mit dem Anstieg der Kinderarmut parallel ging.

‘Auch wenn die Lebenserwartung für alle Menschen weiter steigt’, so die Wissenschaftler, ‘wächst auch die Kluft zwischen den ärmsten und den reichsten Gebieten. Die Wirtschaftskrise 2008 könnte noch größere Ungleichheiten im Hinblick auf die Mortalität zwischen Gebieten in Großbritannien zur Folge haben.'”

 

(Quelle: Telepolis.)

 

Siehe auch:

Disaster’s coming home