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Südsudan: Todesmutige Hilfe

Mittwoch, Juni 25th, 2014

Update From South Sudan – April 21, 2014

‘”We are deeply saddened by the new escalation of violence in South Sudan. A few days ago armed protestors forced their way into the UNMISS base in Bor, Jonglei State. They opened fire on the 5100 internally displaced persons, primarily women and children, who had been sheltering there. The Nonviolent Peaceforce (NP) team on the ground courageously were able to directly protect five women and nine children in the sudden chaos of the attack. On three separate occasions men with guns approached the NP team who were sheltering together with the women and children in a tukul (mud hut). The men with guns demanded the NP team leave the women and children to be killed. The peacekeepers saved the lives of those women and children by refusing to leave them and repeatedly clarifying their role and identities as humanitarian workers. When the attack ended, the team then worked tirelessly into the night collecting the wounded, verifying deaths and working together with partner organizations to organize medical evacuations to Juba.

The NP team in Juba has been working together with health actors to receive the evacuation flights as they arrive in Juba and providing protection support for the most vulnerable. At the time of writing, the team in Juba is at the airstrip receiving a wounded one year old child whose mother was killed in the Bor attack. In Bentiu over the past several days, the Nonviolent Peaceforce team has been doing civilian extractions, whenever there is enough of a safety window to move out of the base. They move out to where civilians are reported to be in hiding and then they are collecting these civilians to bring them into the safety of the UNMISS base. The fighting in the area has been fierce, on an extraction mission to collect ten civilians, the NP team saw more than 100 bodies on the short journey from the base to the town.

NP call upon all parties to exercise restraint, to respect international humanitarian law and to adhere to the Cessation of Hostilities (CoH) agreement signed on January 23, 2014. Section 3 of the CoH provides detailed and specific language about the protection of civilians which was agreed upon by both parties.” Tiffany Easthom, Nonviolent Peaceforce Country Director in South Sudan.

Date Published: Tuesday, April 22, 2014″

 

(Quelle: Nonviolent Peaceforce.)

BRD/Afrika: Test-Teilnehmer_in

Sonntag, Februar 16th, 2014

“Neues Konzept der U.S. Air Force für die Evakuierung verwundeter US-Soldaten aus Afrika

Von Jennifer H. Svan
STARS AND STRIPES, 26.12.13

AIR BASE RAMSTEIN, Deutschland – Auch während des vorjährigen Jahrestages der Terroranschläge am 11. September 2001 waren sie in Alarmbereitschaft.

Wäre übers Telefon ein Einsatzbefehl gekommen, hätten die Mitglieder des neu aufgestellten Air-Force-Teams für den medizinisch betreuten Lufttransport von Verwundeten sofort ihre in einem Lagerraum bereitstehenden Notfallkoffer mit chirurgischem Gerät und sonstiger Ausrüstung ergriffen und wären zu einer auf der Rollbahn der Air Base Ramstein wartenden C-130 oder C-17 geeilt; dann hätte ein Wettlauf gegen die Zeit und die Entfernung (bis zum Einsatzort) begonnen. Ein Chirurg, ein Notarzt, zwei zu Anästhesisten ausgebildete Krankenpfleger/innen und ein Operationssaal-Techniker, die der U.S. Air Force angehören und im Landstuhl Regional Medical Center / LRMC arbeiten, hätte sich auf den Weg gemacht, um andere medizinische Evakuierungsteams bei einem Einsatz in Afrika zu verstärken; sie hätten verletzte US-Amerikaner im Flugzeug nach Deutschland zurückgeholt und sie notfalls schon vor dem Start oder während des Fluges operiert.

Der Lufttransport verwundeter oder erkrankter US-Soldaten ist nichts Neues für die Air Force; während der Kriege im Irak und in Afghanistan hat sie mehr als 150.000 Patienten zur ärztlichen Behandlung ausgeflogen und damit geholfen, das Überleben von etwa 98 Prozent der im Kampf verwundeten Soldaten zu sichern.

Air-Force-Teams für den medizinisch betreuten Lufttransport fliegen routinemäßig auch Schwerverwundete, die vor dem Flug stabilisiert oder notoperiert wurden. Bisher haben sie aber noch nie Verwundeten an Bord genommen, die nicht bereits erstversorgt waren und auch noch nicht während des Fluges operiert.

Jetzt wollen die Air-Force-Teams genau das tun, denn in Afrika ist die Erstversorgung von Verwundeten vor Ort häufig nicht möglich, weil Verwundungen auch an entlegenen unsicheren Orten auftreten können, wo überhaupt keine ärztliche Erstversorgung möglich ist.

Deshalb habe die U.S. Air Force in Europa / USAFE kürzlich ein “Tactical Critical Care Evacuation Team Enhanced / TCCET-E” (ein medizinisches Evakuierungsteam mit gesteigerter Leistungsfähigkeit für taktische Einsätze) gegründet, das vor dem Start oder sogar während des Fluges stabilisierende Notoperationen durchführen könne, teilte Col. (Oberst) Jay Neubauer, der Chefchirurg der USAFE, mit.

Das Konzept sei in Zusammenarbeit zwischen der USAFE und dem Air Mobility Command, das auch für den Lufttransport von Verwundeten zuständig sei, entwickelt worden und gehe auf Initiativen der Special Forces (Spezialkräfte) der Air Force zurück, erläuterte Neubauer.

“Sie haben sich schon länger mit dem Problem befasst, wie Patienten am besten aus abgelegenen Einsatzorten evakuiert werden können,” fügte er hinzu.

Das neue Air-Force-Konzept der ärztlichen Erstversorgung während des Fluges wolle man künftig auch auf andere Weltregionen ausweiten, es werde aber erst einmal in Afrika erprobt, ergänzte Neubauer.

“In zukünftigen Kriegen und bei unserer Umorientierung auf den Pazifik könnten wir auch auf Gebiete treffen, wo wir nicht so einfach Fuß fassen können wie in Afghanistan und im Irak,” führte Neubauer aus. Damit bezog er sich auf das Netz von Feldlazaretten und Hauptverbandsplätzen in beiden Kriegsgebieten, in denen das US-Militär seine im Kampf Verwundeten sehr schnell behandeln und so die Sterblichkeitsrate senken konnte.

Wir haben dieses neue Konzept erst einmal für Afrika entwickelt,” sagte Neubauer. “In dort auftretenden besonderen Situationen kann es sehr hilfreich für uns sein, ein Team zu haben, das dazu fähig ist, schnell Verwundete zu bergen und zurück nach Europa zu bringen.”

Wegen der Weite des afrikanischen Kontinents, der relativ geringen US-Militärpräsenz, des Mangels an Einrichtungen zur medizinischen Versorgung vor Ort und fehlender Lufttransport-Möglichkeiten sei das im Irak und Afghanistan praktizierte Modell der schnellen Versorgung Verwundeter nicht anwendbar. Da sich US-Soldaten häufig in abgelegenen, manchmal auch gefährlichen Gebieten und fern von einheimischen Krankenhäusern aufhielten, gebe es eine Lücke in der schnellen ärztlichen Versorgung.

(Der Anschlag auf den US-Botschafter in) Bengasi war ein typisches Beispiel dafür.

Bereits auf einer Ärztekonferenz, die im Herbst 2013 in London stattgefunden hat, war Neubauer auf den am 11. September 2012 erfolgten Angriff auf das US-Konsulat in der unruhigen libyschen Stadt eingegangen, bei dem der US-Botschafter und drei weitere US-Amerikaner getötet wurden.

“Wir waren damals nicht imstande, schnell genug zu reagieren – wir konnten uns weder entsprechend zur Wehr setzen, noch sofort die Schwerverwundeten bergen,” hat Neubauer nach einen Bericht in Jane’s Defence Weekly auf dieser Konferenz am 16. Oktober festgestellt.

Nach Pressemeldungen über den Angriff auf das Konsulat (in Bengasi) dauerte es fast 24 Stunden, bis die Überlebenden, darunter auch drei Verwundete, von Tripolis nach Deutschland ausgeflogen werden konnten.

Dieses Ereignis “und die Erinnerung an den 11.09.(2001) lieferten genug Gründe für die Schaffung einer Möglichkeit, schnell auf Anschläge in Afrika – besonders auf US-Botschaften – reagieren und Verwundete umgehend per Lufttransport evakuieren zu können,” wird Neubauer in dem Artikel zitiert.

In einem neueren Interview spielte Neubauer diese Bemerkung herunter.

“Es ging nicht nur um Bengasi. Die Ereignisse in Bengasi haben uns in unseren bereits vorher eingeleiteten Planungen nur bestärkt,” sagte Neubauer, ohne näher darauf einzugehen. “Wir müssen in die Zukunft und auf die Fähigkeiten schauen, die wir in möglichen neuen Kriegen brauchen.”

Das TCCET-E sei eine verbesserte Version schon bisher von der Air Force eingesetzter dreiköpfiger Rettungsteams, die auch schon kleinere medizinische Eingriffe in Hubschraubern vorgenommen hätten. Durch den Einsatz von Starrflügelflugzeugen könne die Reichweite aber enorm vergrößert werden.

Auch das fünfköpfige TCCET-E werde mit einer auf den Transport von Verwundeten spezialisierten Besatzung in einem Flugzeug fliegen, das wie eine Intensivstation ausgestattet ist, damit Schwerverwundete während des Fluges von speziell ausgebildetem Pflegepersonal betreut werden können. Nach Angaben aus dem Pentagon hat ein solches Team bereits einen US-Soldaten evakuiert, der am 21. Dezember (2013) bei einem Angriff auf ein US-Militärflugzeug im Südsudan verwundet worden war.

“Die bisherigen (dreiköpfigen) Teams konnten mit ihrer Spezialausrüstung intravenöse Infusionen vornehmen und Patienten künstlich beatmen; durch die Eingliederung eines Chirurgen (in das fünfköpfige Team) können jetzt bei Bedarf sogar schadensbegrenzende chirurgische Eingriffe auch während des Fluges vorgenommen werden,” erläuterte Neubauer.

Das für Notfälle geschulte Team solle nach Möglichkeit direkt zu den Verletzten geflogen werden, ergänzte Lt. Col. (Oberstleutnant) Rick Dagrosa, ein Notarzt, der zur Zeit der Medizinische Direktor der Notaufnahme des LRMC (des US-Hospitals aus dem Kirchberg bei Landstuhl) und eines der fünf Mitglieder des TCCET-E ist.

Wir können jetzt ein chirurgisches Team direkt zum Gefechtsfeld bringen und den Verwundeten schnell helfen,” betonte er, “das war bisher nicht möglich.”

Die Hilfeleistung werde aber durch die großen Entfernungen und die zu deren Überwindung notwendige Zeit erschwert, ergänzte Lt. Col. Jerry Fortuna, der Chef des TCCET-E, der gleichzeitig Chef der Allgemeinen Chirurgie des LRMC ist.

Der Hauptgrund für die mit fast 99 Prozent sehr hohe Überlebensrate in Afghanistan sei die schnelle ärztliche Versorgung innerhalb einer Stunde nach der Verwundung gewesen, fügte Fortuna hinzu.

Weil Afrika mehrere Flugstunden von Deutschland entfernt sei, könne sein Team leider nicht in allen Fällen innerhalb dieser “goldenen ersten Stunde” eingreifen, bedauerte er.

“Es gibt Zeit- und Entfernungsprobleme, die sich nachteilig auf den körperlichen Zustand der Patienten auswirken können. Sie sind nicht immer zu überwinden – aber auch etwas später vorgenommene chirurgische Eingriffe sind besser als noch weiter hinausgeschobene. Wie bei jeder Hilfeleistung muss auch hier mit Einschränkungen gerechnet werden.”

Obwohl das neue Team bei seinen Einsatzflügen mindestens 10mal mehr Blutkonserven mitführt als bei normalen medizinischen Evakuierungsflügen, kann es vorkommen, dass sie wegen des langen Anfluges bei Verwundeten mit starkem Blutverlust nicht ausreichen.

“Der hohe Blutverlust, der bei schweren im Kampf erlittenen Verwundungen häufig zum Tod führt, kann natürlich auch für Verwundete, die wir bergen wollen, zum Problem werden,” gab Fortuna zu bedenken. “Es ist wichtig zu wissen, dass jemand, der nach einer schweren Verletzung viel Blut verliert, weil die Blutungen nicht durch das Abschnüren von Adern gestoppt werden können, auch durch sechs bis neun Stunden später erfolgende chirurgische Eingriffe nicht mehr zu retten ist. Da kommt auch unsere Hilfe zu spät.”

Das neue Team könne zum Beispiel helfen, Brüche zu stabilisieren, sich um dadurch verursachte Gefäßverletzungen kümmern oder Patienten mit Unterleibsproblemen behandeln, führte Fortuna aus.

Das Sterilhalten eines Operationsbereichs innerhalb des Flugzeugs und die während des Fluges auftretenden Turbulenzen seien zusätzliche Probleme, die aber zu bewältigen seien.

Schwieriger sei es, aus den aufgenommen Verwundeten, deren Verletzungen erst noch beurteilt werden müssten, die auszuwählen, die sofort chirurgische Hilfe bräuchten, sagte Dagrosa. “Wir wissen nicht viel über den Zustand der Verwundeten, die wir aufnehmen, müssen ihn also selbst erst überprüfen und entscheiden, wer zuerst vom Chirurgen unseres Teams behandelt wird.”

Das Team werde von mitfliegendem Sicherheitspersonal geschützt. “Der Einsatz kann auch in einem Gebiet erfolgen, in dem man sich nicht lange aufhalten kann, weil dort noch gekämpft wird. Meistens muss nach der Landung möglichst schnell wieder gestartet werden,” ergänzte Dagrosa.

Das Team sei auf sein Flugzeug “angewiesen”, und dürfe sich nicht zu weit von ihm entfernen, weil es ja auch wieder mit ihm ausfliegen müsse.

Die USAFE bilde gerade ein zweites TCCET-E aus, teilte Fortuna mit.

“Niemand von uns befindet sich derzeit wie ein Pilot in ständiger Alarmbereitschaft,” sagte Fortuna abschließend. “Aber wir halten ständig Kontakt zueinander, um sicherzustellen, dass wir innerhalb einer angemessenen Zeit losfliegen können, wenn wir angefordert werden.”

Übersetzung:
Jung, Wolfgang

Anmerkung:

Die im o. g. Original-LUFTPOST-Artikel vorhandenen Links und Ergänzungen innerhalb des Textes sowie die Anmerkungen und der Kommentar wurden entfernt.

 

(Quelle: LUFTPOST.)

Nordsudan / Südsudan: Schritte zum Frieden

Dienstag, August 7th, 2012

“Literatur als Brücke zwischen Nord- und Südsudan

Interview mit der südsudanesischen Schriftstellerin Istella Qaatano

Von Ishraga Mustafa Hamid

Es ist bedauernswert, dass man kaum etwas über die Frauenbewegung im Südsudan hört. Ich vermisse Bilder und Geschichten zum Überlebenskampf mitten im Krieg. Viele kritische Fragen begann ich mir in der Migration zu stellen, speziell 2005 nach der von mir organisierten Wiener Internationalen Konferenz mit Frauen aus marginalisierten sudanesischen Bevölkerungsgruppen, aus dem Südsudan, vom Blauen Nil, aus Darfur und aus den Nuba-Bergen. Es ging damals, nach dem Friedensabkommen, um die Rolle der Frauen im Demokratisierungsprozess und im Wiederaufbau des Sudan. Damals begann ich tief in die Wunden des Krieges, der Verarmung und Diskriminierung einzutauchen. Auch ich hatte Diskriminierung in Österreich erlebt und habe diese negativen Erfahrungen in positive Energie umgewandelt. Ich fragte mich, wie und warum diese Frauen in ihrem eigenen Heimatland diskriminiert wurden und welche politische und ökonomische Macht dahinter steckt. Ich war begeistert von den südsudanesischen Teilnehmerinnen der Konferenz, die trotz der schmerzlichen Erfahrungen mit Krieg, Tod und Flucht bereit waren, weiter einen offenen Dialog zu führen.

Diese positive Energie erfahre ich auch in den Geschichten der südsudanesischen Schriftstellerin Istella Qaatano. Sie wurde in Khartoum geboren, wuchs dort auf, studierte Pharmazie an der Universität von Khartoum und schrieb in dieser Stadt auf Arabisch. Sie ist mit einem Nordsudanesen verheiratet und hat zwei Kinder. Durch ihr Schreiben spüre ich die Qualen der SüdsudanesInnen im Nordsudan, vor allem die der Binnenflüchtlinge in den Flüchtlingslagern. Positiv ist, dass bei Istella Qaatano immer wieder das schöne Leben, für das wir uns gemeinsam einsetzen sollten, Platz findet. Sie schrieb Geschichten, die mir das schöne Leben im Süden des Sudan näher brachten. Sie gehört der neuen Generation an, die positiv denkt und umdenkt. Deshalb nahm ich mit ihr Kontakt auf, und wir unterhielten uns über die Rolle von Literatur und Kunst als Mittel zum gerechten sozialen Wandel. Im Sudan ist sie eine der bekannteren Schriftstellerinnen. Ihre Geschichten wurden in Anthologien veröffentlicht und einige davon ins Englische und Französische übersetzt.

Nach der Trennung des Südens vom Norden wurde Istella Qaatano heuer, 2012, gezwungen, in den Südsudan zurückzugehen, wo sie weder geboren noch aufgewachsen war, weit entfernt von der Existenz, die sie sich mit ihrem Mann in Khartoum aufgebaut hatte.

Ishraga Mustafa Hamid: Wie ist deine Geschichte?

Istella Qaatano: Ich bin wie viele SüdsudanesInnen im Nordsudan geboren und aufgewachsen, nachdem meine Familie wegen dem Krieg und mangelnder Sicherheit in den Norden geflüchtet war. Aber der Süden ist für mich Mutter und Vater, meine Großmutter und die vertriebenen Verwandten, die mit uns flohen. Auch die Orte, die Bräuche und die Traditionen, die Lebensgewohnheiten und die Tänze, all das macht uns das Getrenntsein vom Süden erträglich, und es mindert das Bewusstsein der fremden Kultur des Nordens. Wir blieben bei unserer Sprache und bei den lokalen Gewohnheiten. Unsere Eltern erzogen uns mit dem Respekt für die Bedeutung der eigenen Kultur, das war die Grundlage für unsere emotionale Identitätsbildung.

Was haben diese Erfahrungen bewirkt?

Als ich zu schreiben begann, hatte ich der Südsudan mit all seinen Geschichten, Erzählungen und Märchen in mir gespeichert, und dies habe ich in meinem Schreiben reflektiert. Es war mir immer wichtig zu wissen, wer die SüdsudanesInnen sind, was sie denken. Aber auch die Erfahrungen des Anderseins, die ich immer wieder hatte, wenn ich nach außen ging, und die Frage “Warum bin ich anders?”, “Warum habe ich diese Gefühle, obwohl ich hier im Norden geboren wurde, hier aufgewachsen bin, hier studiert habe?”
Es war mir bewusst, dass ich und meine Leute anders behandelt wurden, weil im Norden das Wissen über uns fehlt. Das waren die Gründe, warum ich mich in meinem Schreiben auf diese Themen konzentrierte. Mein Ziel war es, Brücken zwischen dem Süden und dem Norden aufzubauen und Stereotype abzubauen. Es gibt z. B. das Klischee, dass wir aggressiv sind. Ich begann mit Liebe über jene Südsudanesinnen zu schreiben, die mitten im Krieg, unter Hunger, Flucht und Tod geboren und aufgewachsen sind.

Was sind die Visionen deines Schreibens?

Unser kritisches Bewusstsein hat sich durch die Wunden der Diskriminierung entwickelt. Durch die Schmerzen im Bewusstsein, dass es historische, politische, soziale, ethnische, religiöse und kulturelle Probleme gibt, die seit Jahren angewachsen sind. Dies alles verursacht Hass und Zerstörung. Die Regierungen haben auf jeden Fall eine enorme Rolle dabei gespielt, dass die SüdsudanesInnen marginalisiert wurden. Diese Ungerechtigkeit hat zum Krieg geführt, denn unsere Sprachen, Religionen und die Kultur wurden ignoriert und Arabismus und Islam wurden uns rücksichtslos übergestülpt. Das hatte sehr negative Auswirkungen auf die Beziehung zwischen Nord- und SüdsudanesInnen. Wir waren also mit vielen offenen Problemen konfrontiert und fanden keine Antwort auf die Frage, warum wir diskriminiert werden. Es war und ist uns immer noch versagt, zur Schule zu gehen, und es war auch für mich nicht einfach, an die Khartoum-Universität gemeinsam mit einer anderen Südsudanesin zugelassen zu werden, wo wir die zwei einzigen SüdsudanesInnen waren. Sie und ich waren wie ein seltsames Muttermal. Ich hatte mein Vorhaben durchgesetzt, nicht isoliert zu werden. Es war mir bewusst, dass dies meine einzige Möglichkeit darstellt, mich mit der Gesellschaft auseinanderzusetzen und Stereotype und Klischeebilder zu verändern. Dies war nur durch Kommunikation mit den anderen möglich.
In anderen Fakultäten waren auch noch einige wenige SüdsudanesInnen, die waren sehr isoliert, sie haben mich beschimpft, dass ich mich mit diesen teuflischen StudentInnen unterhalte, und sie sagten mir, dass niemand von den NordsudanesInnen mich als schwarze Studentin akzeptieren würde. Meine Antwort war, dass es keinen anderen Weg gebe, als mit den anderen zu kommunizieren, nur das war und ist die Möglichkeit, unsere eigenen Bilder von uns zu vermitteln, so wie wir wahrgenommen werden wollen.
Ich empfand es als ernsthafte Verantwortung, Botschafterin für alle SüdsudanesInnen zu sein. Meine Botschaft war, dass wir Respekt, Anerkennung und ein Leben in Würde verdienen. Es sollten einfach unsere Vielfalt und die Unterschiede wahrgenommen werden.Ich entdeckte durch diese Erfahrungen, dass es eine Menge von Hindernissen und Illusionen gibt, die die Erwachsenen mit ihren negativen Bildern ausgesät haben. Ich setzte mich durch und war in der Universität sehr aktiv. Im dritten Studienjahr war ich bekannter als der Rektor der Universität.
Die politische Krise führte zu der Trennung. Die SüdsudanesInnen haben sich dafür entschieden, weil sie jahrelang unter diskriminierenden Umständen gelebt haben. Trotzdem war es meine Meinung, dass es für den Sudan besser wäre, einig zu sein, statt Mauern aufzubauen. Es wäre möglich, weil viele von uns nun ausgebildet sind und wir unsere Stimmen erheben könnten. Es ist leicht, eine Wand zwischen dir und den anderen aufzubauen, eigentlich ist es ja eine in dir selber, aber es ist nicht leicht, sie zu durchbrechen. Die meisten haben sich für die Trennung entschieden, und sie hatten das Recht dazu, denn ihr Recht auf ein Leben in Würde wurde nicht berücksichtigt. Dieses Schicksal trifft auch andere marginalisierten Gebiete des Sudan. Es war und ist meine Angst, dass der Sudan zerstückelt werden könnte.

Welche Rolle hat das Schreiben für dich?

Ich schreibe Kurzgeschichten und Artikel, die in einigen Zeitungen veröffentlicht werden. Da ich deren Sprache beherrsche, versuche ich das Leben von SüdsudanesInnen zu beleuchten: wie wir denken, lieben, heiraten, singen, tanzen. Wichtig ist es, durch die Literatur Bilder von den Frauen zu vermitteln. Schreiben ist ein Weg, der Weg zu effektiver Partizipation am Leben. Es ist mein Weg zu den anderen, zu jenen, die unsere Stimme hören. Der Beweis dafür ist das tägliche Feedback von Leserinnen und Lesern, die nicht unbedingt mein Schreiben loben, sondern auch kritisieren, auch davon lerne ich. Wir hören nie auf zu lernen, solange wir am Leben sind, jeder Tag eröffnet ein neues Wissen, neue Erfahrungen; und die Sonne geht jeden Tag auf, genauso wie unser Bewusstsein und unser Verlangen für die soziale Gerechtigkeit.

Danke für das Gespräch!

Zur Autorin: Ishraga Mustafa Hamid ist Literatin, Publizistin, Buchautorin und Aktivistin. Sie lebt in Wien.

 

(Quelle: Frauensolidarität.)

Anmerkung

Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift “Frauensolidarität”, aus der dieser Aufsatz stammt, kann in unserer Bücherei entliehen werden.

Eritrea / Südsudan: Veränderte der Krieg das Frauenbild?

Mittwoch, Januar 4th, 2012

“Women Without Arms: Gendered Fighter Constructions in Eritrea and Southern Sudan

By Annette Weber, Senior Associate, Middle East/Africa Division, German Institute for International and Security Affairs (SWP), Berlin, Germany

(…) The results reached through my field research in southern Sudan and Eritrea can be summarized as follows:

1. Women have restricted access to power positions during conflict because they are not fully acknowledged as active fighters.

2. Women are able to perform but not transform gendered fighter images. They can act as fighters but not become “real fighters.” As a result they fail to benefit from the fighter-citizen connection created by the masculine fighter image. Even if they turned into fighters during the war, they are forced to turn back into women afterwards and thereby leave the masculine sphere of power.

3. Masculine fighter images are idealized by men and women alike. But for women to become fighters means crossing established gender lines. Fighter ideals are grounded in gendered body images and narratives and practiced through gendered social roles.

4. Women actively participate in the construction of the masculine fighter idea(l) and legitimize the fighters’ use of force and violence.

5. There seems to be no apparent difference between men and women in the use of violence; it is merely the opportunity factor that leads more men to legitimized uses of violence.

6. The armed movement and civilians create a sub-status of supporters of the struggle, which is hardly contested. Thereby the high status of the fighter is manifested whereas the supporters are not fully acknowledged as active participants in the struggle.

While feminist theorists and peace scholars (Alison 2007; Ruddick 1990, 1994; Reardon 1985, Gilligan 1992; Chodorow 1989), masculinity scholars (Theweleit 1993, 284), and war theorists (van Creveld 2001) discuss both inherent and socialized peacefulness of women and war-proneness of men, my research clearly demonstrates that despite socialized gender norms women can play violent roles during conflicts, both in active fighting and in legitimizing violence. The case studies from Eritrea and southern Sudan clearly show that women possess an interest in the use of violence and in becoming active fighters. Yet one of the manifestations of structural violence in gendered fighter images is exclusion (Weber 2007). In many insurgent groups, armed forces, rebel groups, and militias, women are simply not allowed to operate as fighters. And if they do, they are not formally recognized as active combatants and fail to gain high positions in the military hierarchy. This enforced absence from the armed forces themselves by no means excludes women from war and conflict; on the contrary, the home front, support, and supply are continuously tended by women. And civilian casualties are much higher than casualties amongst fighters.

It is also apparent that civilians, despite the hardship they suffer through war – from the enemy but also from the armed groups of their own side – support masculine fighter ideas and ideals and legitimize privileged access to power through fighting positions. This has already been reflected in studies of men and women in Western armies and conflicts (Boulding 1988, 2000; Cooke 1993; D’Amico 1996; Enloe 1983, 2000; Isaksson 1988; Kaplan 1994; Stiehm 1996, Tobias 1990) and is part of the ongoing debate in feminist theory and masculinity studies (Connell 2005; Goldstein 2001; Hooper 2001). The crystallization of gender dichotomies during war and the privilege of hypermasculinity (hegemonic masculinity) is discussed, yet the debate lacks analysis of the knock-on effect of this militarized masculine mindset on post-conflict society.

The significance of this evidence for post-conflict-societies, demobilization, state-building, peace negotiations, and conflict management is widely neglected. Analysis of war and political violence (Kalyvas 2006; Schlichte 2009; Tilly 2003) addresses “exceptional” politics (Agamben 1998, p.145), but forgets that exceptional politics and the use of violence are normal everyday praxis in gender relations.

The discussion generally focuses on the aspect of peaceful women as carers and mothers, rather than reflecting their function in mothering the frontline, legitimizing violence by “their” sons, and keeping quiet about atrocities. Active female fighters are hardly considered at all, and where they are, are mainly depicted as the exception, the travesty (Sjoberg 2007; Sylvester 2011). While there is a growing literature on the role of men as warriors and fighters in southern Sudan (Burton 2007; Deng 1972; Madut Jok 2007;) and autobiographies of military men turned politicians (Akol 2009; Arop 2006; Igga 2008; Nyaba 1997), there are very few reflections on the experience of women during the war (Hutchinson 1996; Turshen 1989) or autobiographical writings by influential female figures in southern Sudan. The experience of women in the war in Eritrea is more visible (Wilson 1991), but rarely reaches beyond biographical anecdotes (Schamaneck 1989) and is rather unreflective of the political exclusion of former female fighters and the potential consequences for post-conflict state-building. It is important to acknowledge the reality of these women in demobilization and reintegration schemes, and their experience and expertise need to be reflected in conflict management and peace negotiations, precisely because it differs from that of mainstream male fighters. Understanding the relational praxis of fighter-civilian interaction, the attribution of meaning and status to fighters and civilians before, during, and after conflict, is relevant for the success of post-conflict demobilization as well as for the shaping of societies and citizenship. Longstanding and protracted conflicts create social practices that carry on as habitual references after the conflict.

The United Nations acknowledges this connection and the necessity for women to become active participants at all levels of conflict resolution and peace negotiations.13 However, analysis of the basis of the fighter construct and the fighter-citizen nexus is lacking, especially in the efforts to implement UN Security Council Resolution 1325. There is also a growing body of literature on African rebel or liberation movements that have become governments (Boas, Dunn 2007; Mampilly 2011; Rolandsen 2007), but a total absence of critical debate about either the broad exclusion of women from fighter status or the existence of female fighters and its repercussion for post-conflict governments.

5. Outlook

Whether gendered fighter images will become an important building block for the grand narrative of the “imagined community” or a mere ridiculized travesty will depends on the political and social transformation from conflict to post-conflict. Especially in cases where the new leadership is unwilling or unable to downsize the armed forces, successfully demobilize and reintegrate former combatants, and subsequently form a national army with a meaningful role, the image of the soldier is degraded. Masses of men with arms but no pay roam the streets – often far away from their families – and become a threat to civilians rather than a force for protection. This scenario is currently quite realistic in the case of South Sudan. The opposite case, mystified over-admiration for everything connected with the fighter, from the assumed spirit of honor and discipline to moderation and endurance, a hierarchical style of leadership, and the foundation of the national identity on an exclusivist fighter experience, is strongly visible in the Eritrean case. Neither the SPLA’s propaganda apparatus, nor its political agenda, nor its community outreach ever reached the level of organization of the EPLF. The SPLA never formulated the need for social transformation in southern Sudan – only a transformation of the political elite in Khartoum. There-fore they did not think it necessary to educate or mobilize the rural and urban population for their struggle. Unlike the EPLF, the SPLA did not engaged in literacy programs for the rural population, nor did they mobilize communities to educate girls and boys alike. The sectors of distribution of public goods, education and health was outsourced to international humanitarian agencies. The fighter image is not constructed in isolation, but is closely linked to the efforts, discourse, and realities surrounding it.

Do women gain anything by actively joining armed struggles? This question has at least two answers. The skills, status, and acknowledgement acquired through active participation in the struggle empower women to perceive themselves as active members of society. The decisive question however remains whether their active involvement, their new skills, their transformed social gender role and praxis are acknowledged by the armed movement and the society at large. If female fighters remain a mere travesty of the construct of a “real” women and the image of the “real” fighter remains a masculine image of a male person transcending beyond the sphere of femininity, the gains for active female fighters in political power, participation, and social transformation are limited. Whereas women in southern Sudan were kept in a subordinated feminine image of support and supply, in Eritrea the fighter image underwent a gender transformation during the struggle, including equal distribution of formerly gendered tasks such as fighting and bringing up children (Pateman 1990; 220).14 The reason why this deep transformatory aspect could not prevail has largely to do with the militarization of society after independence. The retraditionalization of gender roles had a broader support base (the patriarchal non-fighting society as well as many male fighters) that obviously benefitted from the traditional role of women.”

 

(Quelle: International Journal of Conflict and Violence.)

Südsudan: Schon da!

Freitag, Juli 8th, 2011

“Understanding Land Investment Deals in Africa

Nile Trading and Development, Inc. in South Sudan

Overview The largest land deal in South Sudan to date was negotiated between a Dallas, Texas-based firm, Nile Trading and Development Inc. (NTD) and Mukaya Payam Cooperative in March 2008.1 The 49-year land lease of 600,000 hectares (with a possibility of 400,000 additional hectares) for 75,000 Sudanese Pounds (equivalent to approximately USD 25,000),2 allows NTD full rights to exploit all natural resources in the leased land. These include:

    • Right to develop, produce and exploit timber/forestry resources on the leased land, including, without limitation, the harvesting of current tree growth, the planting and harvesting of hardwood trees, and the development of woodbased industries;

    • Right to trade and profit from any resulting carbon credits from timber on the leased land;

    • Right to engage in agricultural activities, including the cultivation of biofuel crops (jatropha plant and palm oil trees);

    • Right to explore, develop, mine, produce and/or exploit petroleum, natural gas, and other hydrocarbon resources for both local and export markets, as well as other minerals, and may also engage in power generation activities on the leased land;

    • Right to sublease any portion or all of the leased land or to sublicense any right to undertake activities on the leased land to third parties.3

    In addition, the Cooperative agrees to not oppose the undertaking of any such activities by NTD on the leased land and to cooperate with the company in any efforts to obtain more concessions from the government of South Sudan.4

Involvement of Multiple Firms, Individuals and a Texas Connection

While the lease is signed between NTD and Mukaya Payam Cooperative, several Texas-based interests are associated with this deal.
For instance, NTD is an affiliate of Kinyeti Development, LLC, an Austin, Texas-based “global business development partnership and holding company with decades of experience in international business, finance, and diplomacy.”5 Kinyeti’s managing director, Howard Eugene Douglas, was the United States Ambassador at Large and Coordinator for Refugee Affairs (1981-1985) during the Administration of President Ronald Reagan. Christopher Weikert Douglas, who in 2008 worked at the United States Consulate in Dusseldorf, Germany, serves as Secretary of the company. The two are also directors of the Texas incorporated company, Orbis Associates LLC, and the Singapore registered firm, Orbis Orient Ltd.

They also own a share in the equity of Kinyeti Forestis, in partnership with another Texan, James R. Franklin.6 This team is linked to the American Exotic Timber Group, another company based in Texas, working precious wood, such as teak and rosewood in South Sudan.

Co-founder of Kinyeti Development, Leonard Henry Thatcher, a UK-national who worked for many years as an investment banker and securities broker associated with the London Stock Exchange, played a major role in facilitating the deal. According to the Kinyeti website: “Mr. Thatcher was principally responsible for negotiating the major land lease contract in Southern Sudan that forms the basis of several Kinyeti projects, conducted in conjunction with its strategic partner, Nile Trading & Development, Inc.”7 Leonard Thatcher is the signatory on the NTD lease, listed as the “Chairman of the Board” of Nile Trading and Development.

Development Plans Extensive, but not yet Operational

The lease allows for NTD to engage in virtually any economic activity and explicitly states, “The Cooperative acknowledges and agrees that the Company may undertake any other activity permitted by the laws of Southern Sudan on the Leased Land.” However, NTD’s exact development plans and timeline remain uncertain.8
A May 2008 letter from NTD president David Neimann to General Wani Konga, the governor of the Central Equatoria State, seems to suggest that development plans are focused on the agrofuel sector but are without limitation of expansion into other sectors:

    Pursuant to the Lease, the Cooperative leased to the Company 600,000 hectares (with the possibility of additional hectarage in the future) in order to (A) develop, produce and exploit timber/forestry resources on the leased land, including, without limitation, the harvesting of current tree growth, the planting and harvesting of megafolia-paulownia, palm oil trees and other hardwood trees and the development of wood-based industries; and (B) engage in agricultural activities, including, without limitation, the cultivation of palm oil trees and biodiesel plants such as jatropha. We also intend to trade any carbon credits that result from the timber on the leased land and our activities on the leased land – so that we may reinvest a significant portion of the resulting profits in the Cooperative, Central Equatoria State and elsewhere in Southern Sudan and thereby help enhance the quality of life of its people.9

Indeed, Mr. Neimann entered into a “contractual alliance” with Tony Paris of Paris Broadcasting Cable 7 (PBC7)10 in June 2008 for algal agrofuel production in South Sudan.11 Additionally, the Kinyeti Development and American Exotic Timber Group project to harvest precious woods in South Sudan has been underway since late 2009, and this wood is for sale on various internet sites.12

Questionable Public Disclosure

The most mysterious element to the NTD land deal is the identity of the “lessor,” the Mukaya Payam Cooperative. The lease is signed by a Mukaya Paramount Chief on behalf of the Cooperative, and witnessed by two others – a judge and lawyer.13 According to Sudan’s Agency for Independent Media (AIM),14 the Mukaya Payam Cooperative is a “fictitious cooperative” comprised of “a group of influential natives from Mukaya Payam and the neighboring payams (districts)…The influential natives leased out the land behind the backs of the entire community…”15 The AIM report alleges that “the communities are largely ignorant of this cooperative and do not even understand it. In reality, the cooperative does not exist on the ground.”16 The report continues,

    “Individuals behind the Cooperative have sought to divide the community in sections. Some communities are in favor of the lease, while others are opposed to it. What is common among all of them, however, is that they are not all well informed about the advantages and disadvantages of the deal.”17

The process for land rents distribution among communities is also uncertain. The lease explicitly states that “any profits generated by NTD in respect of [sic] the leased land shall initially, and through 2012, be divided 60 percent to ‘the Company’ and 40 percent to Mukaya Payam Cooperative, ‘the Cooperative'”… with increasingly equitable distributions until 2033 when the profits generated by the Company shall be distributed 50 percent to the Company and 50 percent to the Cooperative.18 The lease agreement was only signed by a Paramount Chief at the payam level, without the involvement of leaders from any of the other four payams in the county. Thus, how or whether the Cooperative will distribute the rents among the payams and community members is unknown.

Uncertain Future

It is not known when the matter will be resolved. A baseline report on land deals in South Sudan, published by the Norwegian People’s Aid (NPA) in March 2011, found that nine percent of the country has been sought or acquired by private interests. The report suggests that the government consider a temporary ban on large-scale land acquisition projects until institutions are better established. In response to the report, Robert Ladu Loki, head of the South Sudan Land Commission, said the investors’ contracts will be investigated.19

Regardless of the kind of development that occurs, there is no doubt that the effects on local communities will be considerable, and that US investors are intimately involved. As the NPA report points out, NTD’s lease of an area three times the size of Lainya County (whose population is 89,315) suggests that speculation is involved; and even if the company were to invest in a manner that does not require resettlement of local communities, such extensive development would still significantly affect patterns of land access and use for tens, or even hundreds of thousands of people.20

The views and conclusions expressed in this publication are opinions of the Oakland Institute alone.

Endnotes

1 Mukaya Payam, located in Lainya County, in the Central Equatoria State (CES) of South Sudan, is 63 miles from Juba and 37 miles to Yei River County.

2 Lease Agreement. Red: MPI/DLAc&PP/CES/38.A. Directorate of Lands Administration and Physical Planning, Ministry of Physical Infrastructure, Central Equatoria State, The Government of Southern Sudan. 9, March 9 2008.

3 Lease Agreement, The Government of Southern Sudan, 9 March 2008.

4 Lease Agreement, The Government of Southern Sudan, 9 March 2008.

5 Kinyeti Development website, “About Kinyeti,” http://kinyeti.com/index. php?option=com_content&view=article&ida&Itemidy (accessed 25 April
2011).

6 The Indian Ocean Newsletter, “Texans eyeing Central Equatoria,” No. 1306. Africa Intelligence, 2 April 2011.

7 Kinyeti Development website, “About Management,” http://kinyeti.com/index. php?option=com_content&view=article&ide&Itemid‡, (accessed 25 April 2011).

8 David Deng, “The New Frontier: A baseline survey of large-scale land-based investment in Southern Sudan,” Norwegian People’s Aid, March 2011, p 46.

9 Communication from David P. Neimann, President, Nile Trading & Development to Major General Clement Wani Kongo, Governor, Central Equatoria State, 2 May 2008.

10 Paris Broadcasting Cable 7 is a broadcasting studio based in Pine Bluff, Arkansas, and was founded by CEO/Executive Producer Tony Paris, a native of Dallas, Texas. Paris is also co-owner of Paris Hairston and Associates, also based in Pine Bluff, AK, a company engaged in algal oil research and production.

11 Paris Broadcasting Cable 7, “Algae Project,” 15 June 2008, http://www.pbc7.com/ algae_project (accessed 25 April 2011).

12 See “African Log Timber available from S. Sudan,” http://www.globalwood.org/ trade/godetail.asp?idi647 (accessed 3 May 2011). The posting states, “We are focused on providing our customers in United States, China, Mid Eastern Region and around the world the best timber available from Northeastern African Tropic Jungle. The area is rich in old-growth timber that never been commercially harvested…. Whether you are looking for high quality deciduous trees or tropical hardwood timber, in semi-processed or finished form, we are your first choice to access the best that the Africa can offer. Email us for more details.” Also see their listing for selling African teak from Sudan on http://www. alibaba.com/product/us107980388-107535976-101460078/Larger_Quantities_ African_Teak_Log.html (accessed 3 May 2011). The individuals involved in the above, James R. Franklin and Ms. Nellie Franklin are also listed as contacts for the Balkan Timber Group, see: http://www.bizearch.com/company/Balkan_ Timber_Group_D_O_O_116196.htm (accessed 3 May 2011).

13 One of the witnesses is Lawrence Korbandy, SPLM’s legal expert and Chairperson of Southern Sudan Human Rights Commission.

14 Agency for Independent Media (AIM) is a media and human rights networking agency operating in South Sudan. AIM’s mandate is anchored on the importance of professional facilitation of information gathering and dissemination within and outside South Sudan.

15 James Okanya Lomerry, and Lonya Bany Banak, “Southern Sudan Land Grabs: A Case on Mukaya Payam Land Issue,” unpublished work for Agency for Independent Media, commissioned by Oxfam International, Juba: October 2010.

16 Ibid. p 24.

17 Ibid. p 27.

18 Lease Agreement, The Government of Southern Sudan, 9 March 2008.

19 Sudan Catholic Radio Network, “Land Commission to Investigate Reported Foreign Deals,” 28 March 2011, http://sudancatholicradio.net/index.
php?option=com_content&view=article&id=3575:land-commission-toinvestigate-
reported-foreign-deals&catid=2:south-sudan&Itemid=84 (accessed 25 April 2011).

20 David Deng, “The New Frontier: A baseline survey of large-scale land-based investment in Southern Sudan,” Norwegian People’s Aid, March 2011, p 46. “

 

(Quelle: The Oakland Institute.)