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Malaysia: ArbeitsmigrantInnen organisieren sich

Freitag, Juli 15th, 2011

“Wo die Chips wachsen

Sarah Bormann* über Arbeitsmigration und grenzüberschreitende Organisierung in Malaysia

Die ehemalige britische Kolonie Malaysia ist der weltgrößte Exporteur von Mikrochips. Allerdings blieb das Wachstum weitgehend auf Montagetätigkeiten begrenzt, und ein vergleichbar technologisches Upgrading wie in Singapur oder Taiwan blieb aus. Heute konkurriert Malaysia mit Ländern wie China, den Philippinen und Vietnam, die ein deutlich niedrigeres Lohnniveau aufweisen.

Die Regierung von Malaysia forcierte seit den 1970er-Jahren eine auf dem Elektroniksektor basierende Industrialisierung, indem sie Exportproduktionszonen gründete und ausländische Direktinvestitionen anwarb. Es war ein wesentlicher Bestandteil der Regierungspolitik, dass in diesem Sektor vor allem Arbeitsplätze für die Bevölkerungsgruppe der Malaien entstehen und sie auf diese Weise in die städtische Arbeiterklasse integriert werden sollten. Nach den massiven Ausschreitungen von Malaien gegen die in Malaysia ansässigen Chinesen im Jahr 1969 zielten diese Maßnahmen auf eine Stabilisierung und Herrschaftssicherung der ebenfalls von Malaien gestellten Regierung ab. In dem Sektor arbeiteten zunächst überwiegend malaiische Frauen, und bis heute gibt es eine starke geschlechtliche Segmentierung. So sind in der Produktion ca. 70 bis 80 Prozent der Beschäftigten Frauen. Allerdings stammen diese seit den späten 1990er-Jahren zunehmend aus Ländern wie Indonesien, Nepal und den Philippinen. ArbeitsmigrantInnen, meist von Arbeitsvermittlern in ihren Heimatländern angeworben, stellen zwischen 20 und 60 Prozent der Belegschaften in den Unternehmen. Oftmals erhalten sie nur einen Vertrag als Leiharbeitskräfte. Die auf Interviews mit migrantischen Arbeitskräften von Jabil Circuit und Flextronics basierende Studie »Migration in a Digital Age« (s.u.) kam zu dem Ergebnis, dass diese einer dreifachen Abhängigkeit unterworfen sind:

Sie sind von ihren Familien abhängig, die sich verschulden mussten, um oftmals illegal hohe Vermittlungsgebühren zu zahlen. Sie sind von den Arbeitsvermittlern bzw. Leiharbeitgebern abhängig. Diese führen Disziplinarmaßnahmen durch, wenn es zu (angeblichen) Verstößen am Arbeitsplatz kommt. Sie kontrollieren aber auch das Privatleben, nehmen ihnen die Pässe ab und sind für ihre Unterbringung, den Transport zum Unternehmen sowie die medizinische Versorgung zuständig. Eine dritte Abhängigkeit besteht aufgrund der restriktiven Migrationspolitik der Regierung, die den Aufenthalt zeitlich befristet und zum Beispiel Schwangerschaft verbietet. Die Polizei arbeitet mit einer Art privater Bürgerwehr zusammen, welche ArbeitsmigrantInnen verfolgt und misshandelt.

Ein Großteil der in der Untersuchung befragten ArbeitsmigrantInnen war davon überzeugt, dass er keiner Gewerkschaft beitreten dürfe. Dies habe ihnen der Arbeitsvermittler mitgeteilt – überdies ist es auch in den Arbeitsverträgen festgehalten. In Penang, dem Silicon Island of the East, wo ca. 200 000 der 300 000 Beschäftigen dieses Sektors arbeiten, erhalten sie vor allem soziale Unterstützung von kirchlichen Gruppen. Langsam fangen auch die Gewerkschaften an, sich stärker um diese Gruppe zu bemühen. Allerdings sind diese äußerst schwach. Bis 2010 verweigerte die Regierung die Registrierung einer Elektronikgewerkschaft und sprach der Electrical Industry Workers’ Union (EIWU) die Zuständigkeit für die Organisierung all jener Beschäftigten ab, die Endprodukte herstellen. Diese weltweit einzigartige Unterscheidung zwischen einem Elektronikund Elektrosektor war von Beginn an ein mächtiges Instrument, um die Organisierung der »Pionierindustrie « effektiv zu verhindern. Nach massiven Arbeitskämpfen in den 1980er-Jahren wollte die Regierung zunächst die Gründung einer Gewerkschaft für den gesamten Sektor erlauben. Aufgrund des Lobbyings multinationaler Unternehmen begrenzte sie dies dann aber auf die Gründung von Betriebsgewerkschaften. 2010 wurde nun erstmals eine Gewerkschaft auf regionaler Ebene erlaubt, die Electronic Industry Employees Union (EIEU).

Bruno Periera von der EIEU erklärt, warum der Prozess der Organisierung migrantischer Arbeitskräfte so langsam verläuft: »Ältere indonesische Arbeiter sind mehr als gewillt, uns zu helfen, weil sie fühlen, dass nur Gewerkschaften ein Forum zum Schutz der Arbeiter darstellen. Bislang helfen sie uns auf einer rein ehrenamtlichen Basis, weil wir keine Finanzierung haben. Sie gehen in ihrer freien Zeit zu den jungen indonesischen Arbeitern und sprechen mit ihnen.«

Nicht führen, sondern folgen

Das folgende Gespräch mit dem Gewerkschafter Balakrishnan Nadeson von der Electrical Industry Workers’ Union (EIWU) fand 2010 in Penang, Malaysia statt. Die Fragen stellte Sarah Bormann.

Wie viele Gewerkschaftsmitglieder hat die EIWU?

Wir hatten um die 28 000 Mitglieder, jetzt haben wir 17 000. Davon sind ca. acht Prozent Frauen und weniger als drei Prozent Ausländer.

In der Elektronikindustrie arbeiten überwiegend Frauen, warum ist es so schwierig, sie zu organisieren?

Man muss die Kultur und Religion der Arbeiterinnen berücksichtigen. Vor dreißig Jahren habe ich nie eine Muslima mit Kopftuch gesehen, aber dies hat sich mit der Islamisierung verändert. Heutzutage halten sich viele Frauen von Männern fern, deshalb können nur andere Frauen mit ihnen über Gewerkschaften und Arbeitsrechte sprechen. Malaysia ist eine sehr paternalistische Gesellschaft. Die Dominanz von Männern über Frauen hat ein starkes Ausmaß, sie beginnt Zuhause und setzt sich in den Fabriken in dem Verhältnis von Arbeiterinnen und männlichen Vorarbeitern fort. Von Frauen wird nicht erwartet, dass sie führen, sondern dass sie folgen. Aus diesem Grund sind sie zurückhaltend, für ihre eigenen Rechte zu kämpfen. Das macht es schwierig, sie in die gewerkschaftliche Organisierung mit einzubeziehen.

Während immer weniger einheimische Frauen in dem Sektor arbeiten, wächst die Anzahl der ArbeitsmigrantInnen. Liegt das an einem Mangel lokaler Arbeitskräfte?

In dem aktuellen System gibt es definitiv eine Arbeitskräfteknappheit. Nichtsdestotrotz haben wir in Penang eine Arbeitslosenrate von ungefähr vier Prozent. Lokale Arbeitskräfte sind verfügbar, aber die Frage ist, welche Angebote ihnen die Unternehmen machen. Die Löhne sind sehr niedrig, ca. 200 Euro inklusive Überstunden. Die Frauen können sich nicht qualifizieren, sie schauen zum Beispiel den ganzen Tag auf einen Computer und machen Qualitätskontrollen. Viele haben Probleme mit den Augen, viele stehen zwölf Stunden am Tag und können kaum ihre Haltung ändern. Einen solchen Job gibt man leicht auf, wenn sich etwas Besseres ergibt.

Versucht ihr, MigrantInnen zu organisieren?

Um mit einem Unternehmen Tarifverhandlungen führen zu können, müssen wir über 50 Prozent der Belegschaft als Mitglieder der EIWU organisiert haben. Wenn die Hälfte der Beschäftigten migrantische Arbeitskräfte sind, erschwert dies für uns den Organisierungsprozess. Wir haben zum Beispiel Panasonic, Sanyo, Sony und jetzt Bosch gewerkschaftlich organisiert. Ich denke, die Mehrheit in diesen Unternehmen besteht aus lokalen Arbeitskräften. Es ist schwierig, ArbeitsmigrantInnen zu organisieren. Ein Problem stellen die Sprachbarrieren dar. Zweitens kommen sie, wie auch die einheimischen ArbeiterInnen, überwiegend aus ländlichen Regionen. In Indonesien gibt es unabhängige, fortschrittliche Gewerkschaften bzw. Organisationen der Arbeiterbewegung. Kommen IndonesierInnen allerdings vom Land, dann haben sie nur ein minimales Verständnis von Arbeitsrechten, wenn überhaupt. Eine weitere Herausforderung besteht darin, dass sie darauf eingestellt sind, hier für zwei bis drei Jahre zu bleiben, Geld zu verdienen und dann wieder zurückzukehren – warum sollten sie in einer Gewerkschaft aktiv werden?

Wie ist es Euch gelungen, trotz dieser Hindernisse zumindest einige migrantische Arbeitskräfte zu organisieren?

Malaiische KollegInnen haben eine entscheidende Rolle bei der Kontaktaufnahme und dem Gespräch mit ihnen gespielt. Sie haben sie direkt angesprochen und gefragt: »Warum trittst Du nicht einer Gewerkschaft bei?« Dies ist ein Weg. Ein anderer Weg wäre die Kontaktaufnahme über die Kirchengemeinden. Sobald wir in einem Unternehmen eine Gewerkschaft gründen und mit dem Unternehmen die Arbeitsbedingungen verhandeln, gelten diese für alle, für die lokalen und die ausländischen ArbeiterInnen.

Jüngst habt Ihr versucht, das deutsche Unternehmen Robert Bosch zu organisieren und seid dabei auf Gegenwehr des Managements gestoßen. Kannst Du hierüber berichten?

Bei unserem ersten Versuch in den 1980er-Jahren gab es harte Auseinandersetzungen. Wir waren stark, aber wir sind gescheitert. Heute ist das Unternehmen Bosch in drei Unternehmenseinheiten aufgeteilt und zwar in R. Bosch Power Tools, R. Bosch Malaysia (Car Multimedia Division) und Blaupunkt.1 Dies macht es schwieriger, alle Beschäftigten zu organisieren. Mit Unterstützung des US-amerikanischen Gewerkschaftsdachverbands AFL-CIO konnten wir zwei Frauen und drei Männer als OrganizerInnen einstellen. Sie gingen von Tür zu Tür, nahmen den Kontakt mit den ArbeiterInnen auf und sprachen zuhause mit ihnen. Im November 2009 hatten wir nach acht Monaten eine Mehrheit von über 60 Prozent bei Robert Bosch Power Tools erzielt. Aber die Unternehmensleitung focht die Mehrheit an und erkannte zudem die EIWU nicht als zuständige Gewerkschaft an. Die Tatsache, dass Bosch ein Internationales Rahmenabkommen unterzeichnet hatte, war hier allein nicht ausreichend. Das malaiische Management von Bosch veränderte allerdings seine anti-gewerkschaftliche Haltung, als unsere deutschen Brüder von der IG Metall und vom Gesamtbetriebsrat aktiv wurden. Erst im November 2010, nach einer geheimen Gewerkschaftswahl, musste das Management die EIWU anerkennen, und wir können bei Robert Bosch die Verhandlungen zu unserem ersten Tarifvertrag aufnehmen.

* Sarah Bormann leitete bis 2010 das Projekt PC Global bei WEED und promoviert nun an der Universität Jena zu globalen Gewerkschaftskampagnen. Gemeinsam mit Moritz Siebert produzierte sie den Kurzfilm »Blue Elephants«, in dem eine indonesische Leiharbeiterin und ein nepalesischer Leiharbeiter über ihre Arbeits- und Lebensbedingungen in Penang/Malaysia berichten: www.pcglobal.org

Die Studie »Migration in a Digital Age. Migrant workers in the Malaysian Electronics Industry: Case Studies on Jabil Circuit and Flextronics« von Sarah Bormann, Pathma Krishnan und Monika E. Neuner verfasst, kann im Internet heruntergeladen werden: www.weed-online.org/themen/wk/4592279.html

Anmerkung

1 Blaupunkt war eine 100-prozentige Tochter der Bosch-Unternehmensgruppe. Im Jahr 2008 wurde allerdings ein Teil von Blaupunkt von der Firma Aurelius übernommen, und der größere Teil dieser Unternehmenssparte blieb als Car Multimedia Division innerhalb der Bosch-Gruppe.

 

erschienen im express, Zeitung für sozialistische Betriebs- und Gewerkschaftsarbeit, 6/11
express im Netz unter: www.express-afp.info, www.labournet.de/express

 

(Quelle: express.)

Indonesien: “Trostfrauen”

Dienstag, Mai 10th, 2011

“Trostfrauen

Während des zweiten Weltkriegs wurden sie in Asien von der japanischen Armee entführt, zur Prostitution gezwungen und vergewaltigt. Die Journalistin Hilde Janssen porträtierte zusammen mit dem Fotografen Jan Banning die heute über 80 jährigen Trostfrauen

Zehntausende Frauen wurden im zweiten Weltkrieg systematisch vom japanischen Militär zur Prostitution gezwungen. Die sogenannten “Trostfrauen” wurden Tag für Tag misshandelt, gedemütigt und vergewaltigt.

Nach dem Krieg kehrten die wenigen überlebenden “Comfort Women” in ihre Heimat zurück. Dort wurden die meist schwer kranken und traumatisierten Frauen von ihren Mitmenschen verachtet. Nicht nur an den physischen, sondern vor allem an den psychischen Folgen der Zwangsprostitution litten die Frauen ein Leben lang.

Der Fotograf Jan Banning und die Journalistin Hilde Janssen besuchten in Indonesien heute noch lebende Frauen, die diese schreckliche Zeit miterlebten. In dem Buch “Comfort Women” sprechen 18 von ihnen ganz offen über ihre Vergangenheit. Um beide Seiten zu beleuchten, werden im Buch die Geschichten der Frauen und japanische Kriegspropaganda-Poster gegenübergestellt.

Jan Banning konzentrierte sich bei seiner Arbeit auf die Gesichter der betroffenen Frauen. Diese drücken noch nach Jahrzehnten die erlittenen seelischen Qualen aus. GEO.de zeigt ausgewählte Porträtfotos.”

 

(Quelle: GEO.de)

Global: Drohende Wasserkrise – aber nur 1 Milliarde Menschen betroffen

Dienstag, Juli 20th, 2010

“Im Himalaya schmelzen die Gletscher schneller als an jedem anderen Ort dieser Erde

Von den Folgen könnten eine Milliarde Menschen verheerend betroffen sein

Von Juan Gonzalez

Unser Gast:

Syed Iqbal Hasain – Vorsitzender der ‘Glacier and Climate Change Commission’, die von der Regierung des indischen Bundesstaates Sikkim eingerichtet wurde

Das Interview führten: Juan Gonzalez und Amy Goodman

 

Amy Goodman:

Wir machen weiter mit dem Thema ‘Klimawandel’ – Juan?

 

Juan Gonzalez:

Wir wenden uns nun der Himalaya-Region in Asien zu, um zu sehen, welche Auswirkungen der Klimawandel auf diese Region hat. Wissenschaftler warnen, das Abschmelzen der Gletscher könnte verheerende Folgen für über eine Milliarde Menschen haben.

Die Gletscher des Himalaya werden als die ‘Wassertürme Asiens’ bezeichnet, denn de wichtigsten Flusssysteme Asiens beziehen ihr Wasser hauptsächlich aus dieser Region. Es sind Flüsse, die durch Afghanistan, Pakistan, Bangladesh, Bhutan, China, Indien, Burma und Nepal fließen.

 

Amy Goodman:

Wissenschaftler behaupten, die Gletscher des Himalaya würden schneller schmelzen als die an jedem anderen Ort dieser Erde. Am Ende des Jahrhunderts könnten 75% der Gletscher des Himalaya verschwunden sein.

 

Wir sind nun mit dem prominenten indischen Wissenschaftler und Gletscherforscher Syed Iqbal Hasnain verbunden. Er ist Vorsitzender der ‘Climate Change Commission’, die von der Regierung des indischen Bundesstaates Sikkum eingerichtet wurde. Er sprach mit uns gestern Abend, anlässlich einer Veranstaltung der ‘Asia Society mit dem Thema ‘The Himalayan Glaciers and Asia’s Looming Water Crisis’ (Die Gletscher des Himalaya und die drohende Wasserkrise in Asien).

 

Wir haben nur wenige Minuten Zeit, aber können Sie uns bitte erläutern, um was für eine Art Krise es sich handelt und was im Himalaya vor sich geht?

 

Syed Iqbal Hasnain:

Vielen Dank, dass ich mich in Ihrer Sendung haben.

 

Wie bereits erwähnt, hängt es damit zusammen, dass sich die Erde um mehr als 2 Grad Celsius erwärmt hat. Wenn Rechnen Sie das mal in Watt per Meter um – dann sehen Sie, dass wir es mit einer um 20% erhöhten Strahlungsenergie zu tun haben. Für die Politiker ist das ein großes Dilemma. Wie können sie diese Entwicklung stoppen? Schließlich war auch Kopenhagen ein Schlag ins Wasser – wie wir bereits gesehen haben. Denn es wurde kein klares, verifizierbares Abkommen zu diesem Thema getroffen. Ich denke, die globale – die ganze – Welt sollte etwas unternehmen.

 

Was die Gletscher des Himalaya betrifft, so schmelzen sie sehr schnell – und nicht nur die Gletscher auf der Tibetanischen Hochebene. Wir haben Gletscher, und wir haben den Permafrost. Der Permafrost schmilzt und ebenso die Gletscher. Aber da es sich um eine ungeheure Zahl von Objekten handelt (wie am Nord- und Südpol), dauert es eine Weile, bis sie alle abgeschmolzen sind. Wegen des Schmelzvorgangs ist auch der Wasserstand in sämtlichen Flusssystemen erhöht – ob es sich nun um den Indus oder den Brahmaputra handelt. In den kommenden Jahren wird der Wasserstand wieder abnehmen. Auf alle Gemeinden, die dort leben, wird sich dies äußerst katastrophal auswirken. Wir reden von über 1,5 bis 2 Milliarden Menschen, die in direkter Weise von den Wasserressourcen der Hochebene von Tibet und der großen Gebirgsketten des Himalaya abhängen.

 

Juan Gonzalez:

Wie schnell werden – Ihrer Meinung nach – die Gletscher zurückgehen?

 

Syed Iqbal Hasnain:

Wissen Sie, im Himalaya gibt es unterschiedliche klimatische Zonen – wenn man den gesamten Himalaya-Bogen sieht. Die östlichen (Gletscher) bekommen im Sommer den Monsunregen ab und schmelzen wesentlich schneller als die Gletscher auf der westlichen Seite, wo Winterzeit herrscht. Im Himalaya finden wir ein kompliziertes Klimasystem vor. Sie (die Gletscher) reagieren zu unterschiedlichen Zeiten. Insgesamt jedoch ziehen sich alle Gletscher des Himalaya zurück. Da Abschmelzen vollzieht sich nur zu unterschiedlichen Zeiten.

 

Amy Goodman:

Sprechen wir nun über die Bedeutung der Gletscher. Sie erwähnten die Flüsse, die vom Abschmelzen der Gletscher und dem Auftauen des Permafrostes betroffen sind. Was erwarten Sie für die kommenden Jahrzehnte?

 

Syed Iqbal Hasnain:

Wissen Sie, ich konstatiere, dass wir nichts gegen die Treibhausgase und unser regionales Problem unternommen haben. Letzteres ist der schwarze Kohlenstoff (Ruß). Er sorgt dafür, dass sich das Abschmelzen in dieser Region schneller vollzieht. Der schwarze Kohlenstoff wirkt sich vor allem im Himalaya aus.

Ich sehe (voraus), dass das Abschmelzen immer weitergehen wird. Nach einiger Zeit wird der Wasserspiegel steigen, dann wird er wieder sinken. Aktuelle Studien von Wissenschaftlern, die sich mit unserer Erde beschäftigt haben, ergeben schon heute, dass das Wasser des Indus überwiegend aus Schmelzwasser (Schnee und Eis des Himalaya) besteht: Die Ratio zwischen dem Schmelzwasser im Fluss und dem Regenwasser im Fluss betrage 151 Prozent, denn die Niederschlagsmenge im Gebiet des Indus hat abgenommen. Das alles hängt mit den Treibhausgasen und dem Ruß zusammen…. Das Entscheidende an der Gletscherschmelze ist nicht die Wassermenge, die dadurch freigesetzt wird, sondern wann dies geschieht, in welcher Jahreszeit. Denn das Wasser fließt in die Gemeinden, die flußabwärts gelegen sind sowie in die landwirtschaftlichen Ökosysteme und hält sie während der Sommerzeit, während der trockenen Zeit, am Leben.

 

Amy Goodman:

Was sollte jetzt geschehen?

 

Syed Iqbal Hasnain:

Ich denke, das ist ein sehr wichtiges Thema. Sobald sich die globale Gemeinschaft wieder in Cancun trifft, muss sie Begrenzungen beschließen…

 

Amy Goodman:

In Cancun findet der nächste Gipfel zum Klimawandel statt.

 

Syed Iqbal Hasnain:

Ja, das nächste Treffen zum Klimawandel.

 

Amy Goodman:

… im Dezember.

 

Syed Iqbal Hasnain:

Sie müssen die Sache sehr ernst nehmen. Mit Gerede ist es einfach nicht getan. Sie müssen bestimmte Grenzen setzen, auf globaler wie auf regionaler Ebene. Die Länder Süd(ost)asiens – einschließlich China – müssen ihre Ruß-Emissionen begrenzen, der durch Dieselemissionen und die Verbrennung von Biomasse entsteht. Sie müssen das ändern. Andere Kochherde für die Menschen müssen her – solche Dinge. Das betrifft Millionen von Menschen. Es gilt, die Emissionen des schwarzen Kohlenstoffes zu reduzieren. Ebenso müssen Filter (Katalysatoren) in die Lastwagen eingebaut werden. Im Himalaya ist das ein großes Problem – aufgrund der Armeegefängnisse in China, Indien und Pakistan. Das alles muss reduziert werden. Dann werden wir eine Veränderung in der Atmosphäre über Süd(ost)asien erkennen.

 

Amy Goodman:

Vielen Dank, dass Sie bei uns waren. Syed Iqbal Hasnain – indischer Wissenschaftler, der die Folgen des Klimawandels für die Gletscher untersucht. Mr. Hasnain ist Vorsitzender der ‘Glacier and Climate Change Commission’, die von der Regierung des indischen Bundesstaates Sikkim eingerichtet wurde.

 

 

Orginalartikel: Himalyan Glaciers Melting Faster Than Anywhere Else in World; Impact Could Devastate Over 1 Billion People
Übersetzt von: Andrea Noll”

 

(Quelle: ZNet.)

Global: Wichtig wie der Regenwald – Mangroven

Montag, Juli 19th, 2010

GLOBAL: Mangroves, much more than a swamp



Photo: David Gough/IRIN
Mangroves a “must-have” along the coast

JOHANNESBURG – On 26 December 2004 an undersea earthquake off Sumatra – one of the most powerful ever recorded – generated a tsunami that rolled across the Indian Ocean and surged onto the shores of southeast Asia with outrageous force. Coastlines protected by mangroves were the lucky ones. Or were they?

After the tsunami most disaster experts put mangrove forests on the list of “must-haves” for communities living along the coast; they bore the brunt of tidal waves, protecting people, animals, homes and livelihoods, and helped disperse the force of rushing water.

But the benefits of mangroves were soon caught up in a battle of studies. The main protagonists were researchers Jeff Vincent, from Duke University in the US, and Saudamini Das, from the University of Delhi in India, on one side, and a group from Australia, India and Guam on the other.

Das and Vincent studied villages hit by a cyclone in 1999 in the Indian coastal state of Orissa and were the first to show that mangroves could offer protection from certain types of disasters. Their work was published in The Proceedings of the National Academy of Sciences.

Andrew Baird of the ARC Centre of Excellence for Coral Reef Studies at James Cook University in Australia, Ravi Bhalla and V. Srinivas of the Foundation for Ecological Research, Advocacy and Learning in India, and Alexander Kerr of the University of Guam, said: “It would be extremely dangerous to rely on tree planting alone to shield coastal communities in the event of future tsunami or storm surges, and doing so could lead to further tragedies.”

Middle-of-the road

Now, the first global assessment of mangroves in a decade has appeared, and it takes a middle-of-the road stand on the benefits of mangroves as a protective measure against storms and tidal surges.

Mangrove
facts
A mangrove is
a tree or shrub that grows in tidal, chiefly tropical, coastal  swamps
having numerous tangled roots that grow above ground and form dense
thickets
There are 70
species of mangrove
The countries
with the
largest mangrove areas are Indonesia with 21 per cent of
global mangroves, Brazil with 9 per cent, Australia 7 per cent, Mexico 5
per cent and Nigeria with 5 per cent
Source: The Atlas & various

“Mangroves are not a panacea; mangroves cannot provide much of a buffer against tidal waves which are more than 15 metres high,” acknowledged Mark Spalding, a marine ecologist at The Nature Conservancy, a UK-based NGO. “But that is not to say they do not act as a buffer – often it is the only thing communities have protecting them from the sea.”

Spalding is the lead author of the World Mangrove Atlas, which covers 123 countries and is billed as the most comprehensive assessment ever. He is enthusiastic about the role of mangroves in the unfolding impact of climate change. “It provides one of the best kinds of adaptation for coastal communities, who not only face more intense cyclones but sea-level rise.”

Like other trees, mangroves soak up harmful carbon dioxide from the atmosphere, and store the carbon in the wood; when they die the carbon is trapped in the water-logged soil. “Unlike peatlands, [one of the most effective carbon stores of all ecosystems] you don’t face the threat of methane emissions,” Spalding noted.

Methane gas released from peat bogs in the northern third of the globe probably helped fuel the last major round of global warming, ending the last ice age between 11,000 and 12,000 years ago, a joint study by the University of California and the Russian Academy of Sciences concluded.

A UN Environment Programme assessment in 2009 found that worldwide, mangroves probably sequester carbon faster than terrestrial forests; the bad news is that mangroves are being lost three to four times faster than land-based forests, and about one-fifth of all mangroves have disappeared since 1980, according to the Atlas.

Restoring mangroves is also not always easy. Community-driven projects were often more effective, because “The big [internationally funded] projects got the species wrong,” Spalding said. The Philippines has made tremendous strides in improving mangrove coverage with new policies and projects driven by local government.

Many countries, such as Mexico, Belize, Tanzania and Mozambique, have established general legal protection for mangroves, controlling destructive activities by means of strict licensing systems.

The Atlas, published by Earthscan, is a joint project by the International Tropical Timber Organization (ITTO), the International Society of Mangrove Ecosystems, the UN Food and Agriculture Organization, UNEP-World Conservation Monitoring Centre (UNEP-WCMC), UNESCO – Man and Biosphere (UNESCO-MAB), the UN University Institute for Water Environment and Health (UNU-INWEH) and The Nature Conservancy (TNC).

 

(Quelle: IRIN News.)

Atomwaffensperrvertrag: Bollwerk mit Löchern

Dienstag, Juni 29th, 2010

“Bollwerk mit Löchern

Wolfgang Schwarz (In: Das Blättchen, Nr. 11 v. 7. Juni 2010)

Die am 28. Mai in New York zu Ende gegangene turnusmäßige Überprüfungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag (NPT) war nach Auffassung vieler Beobachter ein Fehlschlag, weil wirklich substantielle Fortschritte in Richtung einer kernwaffenfreien Welt nicht erreicht worden sind. Die Tatsache, daß alle 189 NPT-Mitgliedsstaaten auf der Konferenz einer gemeinsamen Abschlußerklärung zustimmten, nachdem dies auf der vorangegangenen Tagung im Jahre 2005 im wesentlichen an der damaligen Bush-Administration gescheitert war, könne allein nicht bereits als Erfolg gelten, da die Erklärung über Allgemeinplätze nicht hinaus gehe.

Kritik dieser Art ist nicht neu, und unberechtigt ist sie schon gar nicht, denn der Atomwaffensperrvertrag und das von ihm begründete internationale Regime inklusive der Kontrolle seiner Einhaltung durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) weisen von Geburt an gravierende Schwächen auf, an denen sich, seit der NPT 1970 in Kraft trat, nichts Grundlegendes geändert hat. Kein Staat kann letztlich gezwungen werden, sich dem NPT zu unterwerfen, wie an Israel, Indien und Pakistan unschwer zu sehen ist, die dem Vertrag nie beigetreten sind und heute über Kernwaffen verfügen. Nordkorea trat 2003 aus dem NPT aus und besitzt nach eigenem Bekunden nun ebenfalls erste Atomsprengköpfe. Ein weiteres Manko besteht darin, daß der NPT zwar die Zielstellung einer atomwaffenfreien Welt formuliert, aber bindende Vorgaben für die fünf offiziellen Atommächte (USA, Rußland, Großbritannien, Frankreich und China) zur Beseitigung ihrer Arsenale nicht enthält. Und um eine dritte Schwachstelle des NPT-Regimes zu markieren: Obligatorische unangekündigte Verdachtskontrollen in nukleartechnischen Anlagen der 184 NPT-Mitgliedsländer, die keinen Kernwaffenstatus tragen, darf die IAEO nach wie vor nicht durchführen. Das läßt Möglichkeiten zum heimlichen Überschreiten der nuklearen Schwelle offen.

Andererseits sind der von Kernwaffen ausgehende Schrecken und die ihnen innewohnende Bedrohung der menschlichen Existenz seit Hiroshima und Nagasaki sowie durch die weltweit mehr als 2.000 Kernwaffenversuche – hunderte davon oberirdisch – keine nurmehr theoretischen Annahmen. Das hat die internationale Staatengemeinschaft überhaupt dazu veranlaßt, den militärischen Umgang mit dem Atom vereinbarten Regularien zu unterwerfen und eine immer weitere Verbreitung von Kernwaffen unterbinden zu wollen. Natürlich wäre die Antwort auf die Frage, wie die Welt ohne 40 Jahre NPT-Regime heute aussähe, spekulativ. Aktenkundig ist aber, daß Staaten wie Südafrika, Brasilien, Argentinien, Ägypten, Libyen u.a. in den vergangenen Jahrzehnten heimliche Kernwaffenforschungs- und -entwicklungsprogramme betrieben und dann aufgegeben haben. Aktenkundig ist auch, daß heute etliche nukleare Schwellenländer existieren, die von ihren wissenschaftlichen, technologischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen her jederzeit Kernwaffen herstellen könnten. Dazu zählt neben Japan, Taiwan und Südkorea nicht zuletzt auch die Bundesrepublik. Und aktenkundig ist schließlich, daß über die Jahrzehnte die Idee kernwaffenfreier Zonen auf der Grundlage entsprechender regionaler Abkommen immer mehr Parteigänger gewonnen hat. Solche Zonen existieren heute in der Antarktis, Zentral- und Südamerika (33 Staaten), Südostasien (10 Staaten) und im Südpazifik (13 Staaten). Im März 2009 kam Zentralasien hinzu, wobei die fünf Mitgliedsstaaten dieser Zone besonderen Sinn für Symbolik bewiesen – sie schlossen den entsprechenden Vertrag in Semipalatinsk ab, in jener Stadt, die als Synonym für das Hauptatomtestgelände der Sowjetunion auf dem Gebiet Kasachstans steht. Dort wurden zwischen 1949 und 1989 fast 500 Atomtests durchgeführt. Und das jüngste Beispiel ist die Atomwaffenfreie Zone Afrika; der Vertrag wurde zwischen 52 Staaten im Juli 2009 abgeschlossen und ist bereits in Kraft, da die Mindestzahl von 28 hinterlegten Ratifikationsurkunden bereits erreicht wurde.

Gemessen an möglichen Alternativen ist die Bilanz von 40 Jahren NPT also beachtlich. Das gilt auch für die seit Ende des Kalten Krieges zu verzeichnende Reduzierung der Atomwaffenarsenale der nuklearen Supermächte USA und Rußland. Trotzdem ist die Perspektive einer kernwaffenfreien Welt alles andere als in greifbarer Nähe. Und die jetzige Konferenz in New York gibt leider Anlaß zum Zweifeln, etwa ob die Widerstände auf dem Weg dorthin in den nächsten Jahren oder ob sie überhaupt überwunden werden können. Vor allem das zwiespältige Agieren der USA vor und hinter den Kulissen wirft einmal mehr die Frage auf, wie ernst es Präsident Barack Obama tatsächlich mit seiner am 9. April 2009 in Prag verkündeten Vision ist. Einerseits hat Washington die jetzige Abschlußerklärung von New York mit unterzeichnet, in der die Wichtigkeit eines Beitritts Israels zum NPT unterstrichen und in der für 2012 eine Konferenz über eine masservernichtungswaffenfreie Zone im Nahen und Mittleren Osten auf die Tagesordnung gesetzt wird. Andererseits hat Washington auf die sofort erfolgte Ablehnung durch Israel nicht nur nicht reagiert, sondern Obama selbst stellte Tel Aviv quasi einen Freifahrtschein aus, als er erklärte: „Wir lehnen es entschieden ab, … daß Israels nationale Sicherheit in Gefahr gerät.‟ Ebenfalls in der Abschlußerklärung wird Pakistan zum NPT-Beitritt aufgefordert. Diesem Land gegenüber hatte ebenfalls Obama selbst erst im April erklärt, die USA hegten „keine finsteren Absichten gegen das Atomprogramm Pakistans‟. Glaubwürdige Politik hört sich anders an.

Was die unbefriedigenden Ergebnisse von New York anbetrifft, so griffe es allerdings zu kurz, allein auf die USA zu verweisen. Die fünf offiziellen Atommächte haben dort zwar einerseits in allgemeiner Form zugesagt, die Verkleinerung ihrer Kernwaffenarsenale zu beschleunigen und dazu 2014 einen Fortschrittsbericht vorzulegen. In seltener Eintracht haben sie aber andererseits zugleich verschiedene Anliegen praktisch sämtlicher anderen NPT-Mitgliedsstaaten blockiert – nämlich in die Abschlußerklärung einen konkreten Zeitplan für die nukleare Abrüstung der fünf, quasi als Verbindlichmachung von deren diesbezüglicher Zusage gemäß Art. VI des NPT, aufzunehmen oder auch nur die Verpflichtung zum Beginn von Verhandlungen über eine Konvention zum weltweiten Verbot von Atomwaffen. Im Übrigen werden auch die taktischen Kernwaffen, für deren Abzug aus Deutschland sich die Bundesregierung nach eigenem Bekunden in New York stark machen wollte, in der Abschlußerklärung der Konferenz nicht erwähnt.

All diese Sachverhalte geben natürlich keine Veranlassung, von der nächsten NPT-Überprüfungskonferenz im Jahre 2015 grundlegend gehaltvollere Ergebnisse zu erwarten. In Resignation und Verzweiflung sollte man deswegen allerdings nicht verfallen, sondern sich – allein schon mit Blick auf die Kinder und Enkel – besser an die Luther zugeschriebene Maxime halten: „Wenn ich wüßte, daß morgen der jüngste Tag wäre, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.‟ ‘

(Quelle: Linksnet.)

Sri Lanka: Rückkehrende Flüchtlinge durch Landminen bedroht

Montag, Juni 14th, 2010

“SRI LANKA: Returning IDPs face lack of clean water, landmine threat

KILINOCHCHI, 11 June 2010 (IRIN) – Thousands of internally displaced people (IDPs) returning home from camps in northern Sri Lanka are concerned about access to potable water and slow progress in clearing landmines.

Since the government declared victory over the Liberation Tigers of Tamil Eelam in May 2009, more than 170,000 of 280,000 people displaced by the violence have returned to the 7,650 sq km Vanni region, which includes the Kilinochchi, Mullaithivu, Jaffna, Mannar and Vavuniya districts and has a population of about 700,000.

Some resettled residents in Kilinochchi say they have difficulties accessing clean water and sanitation.

‘I have to walk over a mile to reach a clean water supply. I have shell shrapnel in my body. Walking just 100m exhausts [me],’ said Rasiah Gunanandan, 58, from Kilinochchi.

‘Lack of access to proper water and sanitation hinders the normality of our lifestyles. It affects many aspects of day-to-day life,’ added father-of-three Gunanandan. ‘Many of us dig random holes for our toilet needs. I am hoping the situation will get better as time goes on.’

But Hemantha Herath, a senior official from the Ministry of Health in Colombo, the country’s capital, insisted access to potable water was not a major concern.

‘People can get water either from wells or from streams,’ he said.

A number of ‘health education programmes are being conducted and health volunteers have been trained to educate people to ensure the quality and the safety of drinking water’, added Herath.

This process will continue until piped water reaches all families, he said.

A water tower in Kilinochchi destroyed during the war ‘On the other hand, people are finding it difficult to get water for agriculture for which larger quantities are needed. We have observed that the majority of reservoirs in the area are getting dry and it’s unlikely there will be rain before the next inter-monsoon season [September-November],’ Herath added.

The water supply infrastructure was severely damaged during the fighting, Herath said.  

Dangers and challenges

Chamil Jinadasa, an independent health worker in Colombo, told IRIN that while the situation had improved since the war, basic sanitation and water facilities were below par.

‘Due to the lack of proper toilet facilities, people use open [land] and river banks for their toilet needs,’ Jinadasa said.

Diarrhoea and other diseases are prevalent, although the work of government and NGO health professionals had prevented the situation from deteriorating, he added.

Abdulai KaiKai, the UN Children’s Fund (UNICEF) Colombo’s head of water, sanitation and hygiene (WASH), said: ‘It is very difficult to put numbers to percentages of resettled people who have access to water and sanitation mainly because the process is still ongoing.’

UNICEF has provided support to the government to help clean 3,000 dug wells and drill 15 new ones. Most water-and-sanitation facilities were destroyed, abandoned and defunct before or during the conflict, according to UNICEF research.

‘This is why UNICEF is supporting the efforts of the government by working very closely with the National Water Supply and Drainage Board and the Water Resources Board to clean and upgrade dug wells and drill new wells, installing hand-pumps.’

A joint operation between the government, UN agencies and NGOs has been launched to provide schools and health centres with WASH facilities, added KaiKai.

‘The first most important challenge is the amount of funding available. Not much funding is currently available and the future remains uncertain,’ he said. ‘The second most important challenge faced by UNICEF is the rate of progress of the demining process. This has implications for our ability and capacity to undertake assessments and make informed decisions.’

The threat of landmines was evidenced in Kilinochchi in January when a 10-year-old boy was injured by a mine while collecting wood.

‘The risk is still there. We need to do more,’ Nigel Robinson, country programme manager of the Swiss Foundation for Mine Action, told IRIN in May.

Clearing all known contaminated mine zones could take up to 20 years, or longer if funding dries up. While large parts of the Vanni region have been demined, increased civilian activity means there is still a risk. “

(Quelle: IRIN News.)