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Indien: Die Abschiedsbriefe der Selbstmordbauern

Sonntag, Mai 16th, 2010

“Begründungen für Suizide aus Not

Von P. Sainath

Amachandra Raut wollte, dass sein Brief an den Premierminister und den Präsidenten authentisch wirkt. Er schrieb ihn mit Sorgfalt und benutzte kein Gerichtsformular sondern einen Brief, der oben mit einem gültigen 100-Rupien-Schein frankiert war*. Er fügte einige weitere Adressen hinzu – an die Dorfverwaltung (sarpanch) und die Polizei. Dann schickte er den Brief ab – in der Hoffnung, er würde irgendwie sein Ziel erreichen. Anschließend beging Raut Selbstmord. Angesichts von nahezu 250 Bauernselbstmorden in den vergangenen 4 Monaten in Vidarbha ist sein Fall nichts Besonderes. Aber dieser verzweifelte Dorfbewohner wollte, dass man die Gründe für seine Tat erfuhr: ‘Zwei Jahre hintereinander Ernteausfall sind der Grund’. Dennoch seien ‘Angestellte der Bank zweimal zu mir nach Hause gekommen, um die Kredite an mich zurückzuholen’ (obwohl die Regierung angeordnet hatte, dass in einer Region, die von Ernteausfällen, Krisen und (in letzter Zeit) Dürren heimgesucht wird, Rückzahlungen langsamer eingefordert werden sollen).

 Rauts Selbstmord ereignete sich in dem Ort Dhotragoan, im Washim-Distrikt. Es war schon der dritte Selbstmord innerhalb eines Monats in dieser Ortschaft. Es liegt dem Dorf viel daran, dass sich die Welle nicht ausbreitet. ‘Wir versuchen es so einzurichten, dass wir jeden Abend für eine Stunde zusammenkommen – alle, jeder, der kommen will’, sagt Nandkishore Shankar Raut aus Dhotragaon. ‘Dahinter steht die Idee, die Menschen moralisch zu stärken’. Das Dorf Dhotragaon berät sich selbst. Der Brief von Ramachandra Rau war gleichzeitig ein Appell. Er wollte vermeiden, dass (…).”

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(Quelle: ZNet.de.)