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Namibia: Zwangssterilisation für HIV-positive Frauen

Montag, Juli 30th, 2012

“Namibia zwingt HIV-positive Frauen zu Sterilisation

Die drei Mütter hatten 2009 gegen die Regierung geklagt, nachdem sie in einem staatlichen Krankenhaus der Sterilisation zustimmen mussten

30.07.2012 | EPD

Namibias Regierung hat nach Einschätzung eines Gerichts drei HIV-positive Frauen zu einer Sterilisation gezwungen. Damit seien die Grundrechte der Frauen verletzt worden, urteilten die Richter am Montag und sprachen den Opfern Schadensersatz zu. Die Höhe der Zahlung soll zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt werden.

Die Mütter hatten 2009 gegen die Regierung geklagt, nachdem sie in einem staatlichen Krankenhaus der Sterilisation zustimmen mussten, um mit einem Kaiserschnitt entbunden zu werden. Ein Kaiserschnitt reduziert das Risiko, dass sich das Kind während der Geburt mit dem HI-Virus ansteckt. Die Operationen fanden 2005, 2007 und 2009 statt. Richter Elton Hoff fand die Vorwürfe bewiesen. Allerdings gebe es keine Belege dafür, dass die Frauen wegen ihrer HIV-Infektion sterilisiert worden seien.

Zwangssterilisation auch in anderen afrikanischen Ländern

Nach Angaben von Frauenorganisationen und der Menschenrechtsorganisation SALC, die die Frauen vor Gericht vertrat, gibt es in Namibia 40 dokumentierte Fälle von Zwangssterilisation HIV-positiver Frauen. Sie hätten fürchten müssen, dass ihnen ohne eine Zustimmung zur Sterilisation eine Kaiserschnittgeburt verweigert worden wäre, sagten die Anwälte von SALC. Das Gesundheitsministerium habe angeordnet, HIV positive Frauen zu sterilisieren.

Auch in anderen Ländern im südlichen Afrika wie in Swasiland gibt es den SALC-Anwälten zufolge ähnliche Vorgehensweisen. In Namibia liegt die HIV-Rate nach UN-Angaben bei 13 Prozent.”

 

(Quelle: evangelisch.de)

Swasiland: Coca-Cola isn’t it!

Montag, September 12th, 2011

“Living on the Coke side of life

Von Peter Kenworthy

Coca-Cola ist nicht nur eine der größten und reichsten Firmen der Welt, sondern auch eine der bekanntesten. Weniger bekannt dürfte hingegen die verzweifelte Situation der von Armut geplagten Zuckerrohrarbeiter in den Feldern von Swasiland sein, die die wichtigste Zutat der Afrikanischen Cola ernten. Ihre Notlage scheint nicht berichtenswert. Dabei leben sie unter einem brutalen und repressiven Regime der absoluten Monarchie, in dem König Mswati III und eine kleine Elite in Luxus schwelgen, während der größte Teil der Bevölkerung in erbärmlicher Armut existieren muss.

Über eine Milliarden Flaschen Coca-Cola werden weltweit jeden Tag konsumiert, was der Firma jedes Jahr gewaltige Gewinne einbringt (2005 waren es über 15 Mrd. Euro). Seit dem Rückgang des Wachstums der westlichen Märkte zielt Coca-Cola immer stärker auf die Märkte der Entwicklungsländer ab, nicht zuletzt auf den afrikanischen. Das Wachstumspotenzial ist bedeutend höher und der Wettbewerb weniger scharf. „Die Wirtschaft wächst, aber nirgendwo wächst sie schneller als in Asien und Afrika“, betont Mutha Kent, Verwaltungsratsvorsitzender, im Coca-Cola-Jahresbericht 2010.

Coca-Cola kann überall in Afrika gekauft werden. Die Firma ist einer der größten Arbeitgeber des Kontinents und unterhält über 160 Fertigungsanlagen mit fast 70.000 Angestellten. Ich habe Coca-Cola schon in den abgelegensten Dörfern gesehen, als ich vor 15 Jahren im östlichen Monze-Distrikt des ländlichen Sambia unterwegs war, und die Versorgung mit dem Getränk ist seitdem nicht schlechter geworden. „In den größten Teilen Afrikas muss niemand überzeugt werden, Cola zu trinken und nicht Pepsi“, sagt Constance Hays, Autorin des Buchs Truth and Power at the Coca-Cola Company. „Aber die Menschen, die so gut wie kein Geld haben und deren Ernährungs- und Gesundheitssituation sich äußert kritisch gestaltet, müssen davon überzeugt werden, ihre letzten Rand oder Schillinge aus der Tasche zu ziehen und sie für Coca-Cola auszugeben.“ Coca-Cola hatte deswegen in den letzten Jahren nicht nur auf die Wirtschaft vieler afrikanischer Länder einen großen Einfluss, sondern auch auf deren Einwohner. In Swasiland generiert Coca-Cola über 40 Prozent des BIP.

Coca-Colonisierung
Die wichtigste Zutat der Coca-Cola, die in Afrika und Teilen Asiens und Australiens konsumiert wird, stammt aus einer riesigen industriellen Fabrik in Mapatsa, Swasiland. Gründe für die Standortwahl waren für die Firma vor allem günstige Steuervereinbarungen sowie das große, stets verfügbare Reservoir an billiger Arbeitskraft und Rohrzucker.

„Coca-Cola kann Swasiland erpressen, wann immer sie Lust darauf haben. Wenn sie ihren Kopf nicht durchsetzen können, dann müssen sie nur damit drohen, ihr Geschäft woanders hin zu verlagern“, erklärt Richard Rooney, ein ehemaliger außerordentlicher Professor der Universität von Swasiland. Und wenn Coca-Cola Swasiland nicht bestraft, dann werden andere es tun. Die liberale Politik der Marktöffnung, die Swasiland eingeführt hat, wirkt selbstverstärkend, da jeder Versuch, sie umzukehren, umgehend vom Markt selbst geahndet wird. Man könnte also sagen, dass Swasiland quasi „Coca-Colonisiert“ worden ist. Nicht, dass Swasilands absolutistischer Herrscher Mswati III gezwungen werden müsste: Ihm wird nachgesagt, gute Beziehungen zur Firma zu unterhalten und das Hauptquartier in Atlanta jährlich zu besuchen. Mswati hat auch dafür gesorgt, dass die immer lauter werdenden Rufe nach Menschenrechten und sozioökonomischer Gerechtigkeit dem Geschäft nicht in die Quere kommen.

Die englische Organisation War on Want, die gegen Armut kämpft und sich für Menschenrechte einsetzt, klagt Coca-Cola in einem Report an, den lokalen Kommunen das Wasser zu entziehen und die Brunnen von Landwirten zum Austrocknen zu bringen, da große Mengen an Wasser für die Produktion in den Fabriken benötigt würde. „Es braucht fast drei Liter Wasser, um einen Liter Coca-Cola herzustellen. Das zerstört die lokale Landwirtschaft.“

Darüber hinaus wirft ein Report des Human Resource Certification Institutes (HRCI) Coca-Cola und seinen Zweiggesellschaften vor, an zahlreichen Fällen von „Verletzung elementarer Menschenrechte“ beteiligt zu sein wie zum Beispiel gewaltsames Vorgehen gegen Gewerkschaften oder diskriminierende Praktiken.

Die transnationalen Wohltäter?
Coca-Cola sieht sich selbst allerdings gerne in einem anderem Licht: als altruistischer Akteur in Afrika, der vor allem durch seine „Coca-Cola-Afrika-Stiftung“ viel Gutes tut. Schirmherr ist König Mswati III.

„Jedes Gut, dass wir für uns selbst sichern, ist nicht sicher, bis es für alle gesichert ist. Das ist der Grundsatz der Coca-Cola-Afrika-Stiftung“, kann man auf der Website der Stiftung nachlesen. Geschäftsführer Fanus Nothnagel betonte 2009 in einem Interview zum Thema Nachhaltigkeit, dass man bedürftige lokale Gemeinden unterstützen würde, um etwas zurückzugeben. Im Jahresbericht 2010 wird betont, das Coca-Cola „eine tiefe Verantwortung dafür empfindet, dass alle Firmentätigkeiten greifbare und konkrete Werte für die Gemeinden, die wir betreuen, schaffen. Es soll ein positiver Unterschied geschaffen werden.“ Die Stiftung spendet auch medizinisches Equipment an die swasische Regierung, unterstützt Gemeindeprojekte, die sich für Bildung einsetzen, und initiierte im letzten Jahr ein „Wasserentwicklungsprojekt“.

Der eigentliche Punkt aber ist die Tatsache, dass Coca-Cola aller Wahrscheinlichkeit nach deswegen in Swasiland ist, weil es eine Diktatur ist, die die Opposition und die Bevölkerung im Allgemeinen unterdrückt. Das sorgt dafür, dass die Löhne niedrig bleiben und die Arbeitslosigkeit hoch. Coca-Cola scheint zweifelsfrei glücklich zu sein mit seiner Beziehung zur autokratischen swasischen Regierung. So drückte Thembinkosi Thwala, einer der Manager der Stiftung, noch letztes Jahr gegenüber Swasilands Premierminister Sibusiso Dlamini seine „aufrichtige Anerkennung für das Königreich Swasiland“ aus und betonte, man freue sich auf eine Fortführung der soliden Beziehungen.

Die Armut der Zuckerrohrarbeiter
Diese „soliden Beziehungen“ machen die „positiven Unterschiede in den Gemeinden“, in denen Coca-Cola arbeitet, anscheinend erst möglich. Dass dies aber nicht die bedrängten Zuckerrohrarbeiter einschließt, wurde mir bei einem Besuch der Zuckerrohrfelder im östlichen Swasiland im September 2010 nur allzu deutlich. „Zuckerrohrschneiden ist Knochenarbeit, und Unfälle gehören zur Tagesordnung“, war das Fazit eines Human Rights Watch-Berichts von 2004. „Von allen landwirtschaftlichen Tätigkeiten ist Zuckerrohrschneiden die gefährlichste.“

Dies trifft zweifelsohne auch auf die Zuckerrohrarbeiter in Swasiland zu. Die Gegend, die ich besucht habe, Vuvulane, wird von der VIF (Vuvulane Irrigated Farms) gemanagt. Die Zuckerrohrfelder hingegen stehen unter der Aufsicht des Water and Agricultural Development Enterprise und der Royal Swasiland Sugar Corporation, die die Felder an Farmer vermieten, die dann wiederum eigene Arbeiter anstellen. In einer kleinen Stadt in Vuvulane arbeiten die meisten Erwachsenen auf den Zuckerrohrfeldern und verdienen damit um die 400-550 Rand monatlich. „Das reicht nicht aus, um Medizin, richtiges Essen und die Schulgebühren unserer Kinder zu bezahlen“, erzählt mir einer der Dorfbewohner. „Manchmal essen wir tagelang nichts. Wir hatten früher unsere eigenen kleinen Gemüsegärten, aber die wurden von der Zuckerfirma konfisziert. Manchmal fischen wir auch in dem nahe gelegenen Staudamm, aber nur Abends, wenn es dunkel ist. Wenn wir erwischt werden, werden wir eingesperrt, da der Damm ebenfalls Eigentum der Zuckerfirma ist“, berichtet mir ein anderer Bewohner. So gut wie keines der Kinder im Dorf, die in kaputten und zerrissenen Sachen herumlaufen und einen unterernährten Eindruck machen, geht zur Schule, und viele der Dorfbewohner empfangen Nahrungsmittelhilfen. Darüber hinaus wird die Wasserversorgung von einer privaten Firma kontrolliert, die die Versorgung stoppt, wenn nicht rechtzeitig gezahlt wird.

Firmen wie Coca-Cola behaupten immer, sie wüssten von nichts, wenn es um die Verletzung von Menschenrechten geht, die durch ihre Produktion verursacht werden. „Die Richtlinien der Firma werden für die direkten Zulieferer der Firma stets angewandt“, teilte Coca-Cola Human Rights Watch 2004 mit. Dieses Argument überzeugt allerdings nicht; es ist vergleichbar mit einer Person, die Sachen auf der Straße kauft, obwohl sie weiß, dass sie gestohlen sind. Leider werden diese Umstände auch noch von den Medien gestützt. Die swasischen Medien, die unbeeinflusst über wichtige Themen wie die immense Macht der Firma Coca-Cola oder die katastrophalen Lebensbedingungen der Zuckerrohrarbeiter berichten sollten, veröffentlichen überschwänglich positive und unkritische Berichte über die Aktivitäten der Firma. So berichtete die The Times of Swasiland am 21. Mai diesen Jahres in einem der typischen Artikel: „Coca-Cola feierte mit dem Rest der Welt den Softdrink, der immens zur internationalen Wirtschaft beigetragen hat.“ Der staatliche Swazi Observer stimmte in das Loblied ein und betonte, dass die „Reinvestitionen in die Gemeinden zu den besten Eigenschaften der Firma Coca-Cola gehören“. Doch auch die internationale Gemeinde in Swasiland ist nicht viel besser. Der US-Botschafter sprach erst im letzten Jahr über die „Hingabe, mit der Coca-Cola die soziale Verantwortung von Firmen erkennt und umsetzt und sich für demokratische Werte einsetzt“.

Aber ist Swasiland wirklich ein Musterbeispiel für die soziale Verantwortung von Firmen und demokratische Werte? Profitiert Swasiland wirklich von der Tatsache, dass Coca-Cola effektiv seine königliche Diktatur stützt? Die Firma mag einen großen Teil von Swasilands jährlichem BIP generieren, aber welchen Nutzen hat das für die verarmten Zuckerrohrbauern oder den durchschnittlichen Einwohner, der auch so kaum über die Runden kommt? Welchen Nutzen hat es, wenn der größte Teil des Bruttoinlandprodukts in den Taschen einer kleinen Elite landet? Als der Vorsitzende des Aufsichtsrats von Coca-Cola, Mukhtar Kent, 2011 sagte, er spüre, dass bessere Tage für die Gesellschaft, die Gemeinden und die Humanität kommen würden, so kann er damit sicherlich nicht Swasiland gemeint haben.

Sozioökonomische Gerechtigkeit gefordert
Die Arbeiter in den Zuckerrohrfeldern sind wohl also auf sich selbst gestellt, genauso wie die Gewerkschaften und die Demokratiebewegungen. Einzige Unterstützung dabei sind einige ausländische Freunde und Solidaritätsorganisationen.

Es gab allerdings in letzter Zeit einige Hinweise darauf, dass es in Swasiland zur Verstärkung des politischen Bewusstseins kommt und dass der Wille, einem brutalen und unterdrückerischem Regime die Stirn zu bieten, zunimmt. Dieses Bewusstsein wurde vor allem durch eine weitreichende Kampagne für Demokratie und zivile Erziehung in den ländlichen Gegenden Swasilands ausgelöst, die von Organisationen wie der Foundation for Socio-Economic Justice durchgeführt wurden. Dieses verbesserte Bewusstsein ermöglicht es den swasischen Arbeitern, eine Verbindung herzustellen zwischen ihrer Armut, den schlechten Arbeitsbedingungen, den niedrigen Löhnen und dem swasischem Regime, der Vernachlässigung durch die Firmen sowie dem Neoliberalismus.

Aus diesen Gründen werden die swasischen Arbeiter in den letzten Jahren offener und deutlicher in ihren Forderungen. Beispiel hierfür sind die heftigen Streiks der 160.000 unterbezahlten und teilweise misshandelten Arbeiterinnen der Textilindustrie im Jahr 2008 sowie die Demonstrationen von historischem Ausmaß im März und April diesen Jahres, die mehr sozioökonomische Gerechtigkeit und Demokratie forderten. Den swasischen Arbeitern mag ihr Kampf gegen Coca-Cola und das Regime in letzter Zeit vielleicht vorgekommen sein wie der Kampf David gegen Goliath. Aber die Ereignisse der letzten Zeit erwecken den Eindruck, dass sie sich langsam wieder daran erinnern, dass es David war, der den Kampf gewonnen hat.

Der Autor ist Soziologe, Afrikareisender und bezeichnet sich als Amateurmusiker und mittelmäßigen Fußballspieler. Er unterhält den Stiff Kitten’s Blog.”

 

(Quelle: afrika süd.)

Anmerkung

Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift “afrika süd”, aus der dieser Aufsatz stammt, kann in unserer Bücherei entliehen werden.

Afrika: Die Strategie der Weltbank

Freitag, Juni 24th, 2011

The World Bank’s Africa Strategy

Neoliberalism, Poverty and Ecological Destruction

By PATRICK BOND

A renewed wave of development babble began flowing soon after the February launch of the World Bank’s ten-year Strategy document, “Africa’s Future and the World Bank’s Support to It”. Within three months, a mini-tsunami of Afro-optimism swept in: the International Monetary Fund’s Regional Economic Outlook for SubSaharan Africa, the Economic Commission on Africa’s upbeat study, the African World Economic Forum’s Competitiveness Report, and the African Development Bank’s discovery of a vast new “middle class” (creatively defined to include the 20% of Africans whose expenditures are $2-4/day).

Drunk on their own neoliberal rhetoric, the multilateral establishment swoons over the continent’s allegedly excellent growth and export prospects, in the process downplaying underlying structural oppressions in which they are complicit: corrupt power relations, economic vulnerability, worsening Resource Curses, land grabs and threats of environmental chaos and disease.

These are merely mentioned in passing in the Bank’s Africa Strategy – the most comprehensive of these neoliberal-revival tracts – but a frank, honest accounting of the author’s role is inconceivable, even after an internal Independent Evaluation Group report scathing of mistakes the last time around. That effort, the 2005 Africa Action Plan (AAP), was associated with the G-8’s big-promise little-delivery Summit in Gleneagles.

The Bank admits the AAP was a “top-down exercise, prepared in a short time with little consultations with clients and stakeholders”, and that the “performance of the Bank’s portfolio in the Region” was lacking. Tellingly, the Bank confesses, “People who had to implement the plan did not have much engagement with, and in some cases were not even aware of, the AAP.”

Tyrants and democrats

Though in 2021 the same will probably be said of this Strategy, the Bank claims its antidote is “face-to-face discussions with over 1,000 people in 36 countries.” However, as quotes from attendees prove, the Bank could regurgitate only the most banal pablum.

Nor does the Strategy propose grand new alliances (e.g. with the Gates Foundation). There is just a quick nod to two civilized-society partners, the Africa Capacity Building Foundation (Harare) and African Economic Research Consortium (Nairobi) which together have educated 3000 local neoliberals, the Bank proudly remarks.

Embarrassingly, the Bank hurriedly stoops to endorse three continental institutions: the African Union (AU), New Partnership for Africa’s Development (founded by former SA president Thabo Mbeki in 2001) and African Peer Review Mechanism (2003). The latter two are usually described as outright failures.

As for the former, there were once high hopes that the AU would respond to Africa’s socio-political and economic aspirations, but not only did Muammar Gaddafi exercise a strong grip as AU president and source of no small patronage.

Horace Campbell pointed out other leadership contradictions in Pambazuka News in March: “That the current leaders of Africa could support the elevation of Teodoro Obiang Nguema to be the chairperson of this organisation pointed to the fact that most of these leaders such as Denis Sassou-Nguesso of Republic of Congo, Robert Mugabe of Zimbabwe, Omar al-Bashir of Sudan , Paul Biya of Cameroon, Blaise Compaore of Burkina Faso, Meles Zenawi of Ethiopia, Ali Bongo of Gabon, King Mswati III of Swaziland, Yoweri Museveni of Uganda, Ismail Omar Guelleh of Djibouti, and Yahya Jammeh of Gambia are not serious about translating the letters of the Constitutive Act into reality.”

These sorts of rulers are the logical implementers of the Bank Strategy. No amount of bogus consultations with civilized society can disguise the piling up of Odious Debts on African societies courtesy of the Bank, IMF and their allied strongmen borrowers.

Yet these men are nowhere near as strong as the Bank assumes, when reproducing a consultancy’s map of countries considered to have “low” levels of “state fragility”, notably including Tunisia and Libya – just as the former tyranny fell and the latter experienced revolt.

In contrast, the Africa Strategy makes no mention whatsoever of those pesky, uncivil-society democrats who are opposed to Bank partner-dictators. Remarks Pambazuka editor Firoze Manji, “Their anger is being manifested in the new awakenings that we have witnessed in Tunisia, Egypt, Libya, Yemen, Côte d’Ivoire, Algeria, Senegal, Benin, Burkina Faso, Gabon, Djibouti, Botswana, Uganda, Swaziland, and South Africa. These awakenings are just one phase in the long struggle of the people of Africa to reassert control over our own destinies, to reassert dignity, and to struggle for self-determination and emancipation.”

Unsound African architecture

The Bank will continue standing in their way by funding oppressors, leaving the Africa Strategy with a structurally-unsound, corny architectural metaphor: “The strategy has two pillars – competitiveness and employment, and vulnerability and resilience – and a foundation – governance and public-sector capacity.”

Setting aside hypocritical governance rhetoric, the first pillar typically collapses because greater competitiveness often requires importing machines to replace workers (hence South Africa’s unemployment rate doubled through post-apartheid economic restructuring). And Bank advice to all African countries to do the same thing – export! – exacerbates mineral or cash crop gluts, such as were experienced from 1973 until the commodity boom of 2002-08.

The Bank Strategy also faces “three main risks: the possibility that the global economy will experience greater volatility; conflict and political violence; and resources available to implement the strategy may be inadequate.”

These are not just risks but certainties, given that world economic managers left unresolved all the problems causing the 2008-09 meltdown; that resource-based conflicts will increase as shortages emerge (oil especially as the Gulf of Guinea shows); and that donors will be chopping aid budgets for years to come. Still, while the Bank retains “some confidence that these risks can be mitigated”, in each case its Strategy actually amplifies them.

It is self-interested – but not strategic for Africa – for the Bank to promote further exports from African countries already suffering extreme primary commodity dependency. Economically, the Strategy is untenable, what with European countries cracking up and defaulting, Japan stagnant, the US probably entering a double-dip recession, and China and India madly competing with Western mining houses and bio-engineering firms for African resources and land grabs. Nowhere can be found any genuine intent of assisting Africa to industrialise in a balanced way.

The Bank’s bland counterclaim: “While Africa, being a relatively small part of the world economy, can do little to avoid such a contingency, the present strategy is designed to help African economies weather these circumstances better than before.” But these are not “circumstances” and “contingencies”: they are core features of North-South political economy from which Africa should be seeking protection.

Neoliberalism, poverty and ecological destruction

A poignant example is the Bank’s warm endorsement of Kenyan cut-flower trade in spite of worsening water stress, commodity price volatility and inclement carbon-tax constraints. Nevertheless, “Between 1995 and 2002, Kenya’s cut flower exports grew by 300 percent” – while nearby peasant agriculture suffered crippling water shortages, a problem not worth mentioning in Bank propaganda.

Where will water storage and power come from? Bank promotion of megadams (such as Bujagali in Uganda or Inga in the DRC) ignores the inability of poor people to pay for hydropower, not to mention worsening climate-related evaporation, siltation or tropical methane emissions.

Other silences are revealing, such as in this Bank confession of prior multilateral silo-mentality: “Focusing on health led to a neglect of other factors such as water and sanitation that determine child survival.” The reason water was underfunded following Jeffrey Sachs’ famous 2001 World Health Organisation macroeconomic report was partly that his analysts didn’t accurately assess why $130 billion in borehole and piping investments failed during the 1980s-90s: insufficient subsidies to cover operating and maintenance deficits.

Lack of subsidies for basic infrastructure is an ongoing problem, in part because “the G-8 promise of doubling aid to Africa has fallen about $20 billion short.” So as a result, “the present strategy emphasizes partnerships – with African governments, the private sector and other development partners,” even though Public-Private Partnerships rarely work. Most African privatized water systems have fallen apart.

South Africa has had many such failed experiments, in every sector. The latest Bank loan to Pretoria, for $3.75 billion (its largest-ever project loan) is itself a screaming rebuttal to the Strategy’s claim that “the Bank’s program in Africa will emphasize sustainable infrastructure. The approach goes beyond simply complying with environmental safeguards. It seeks to help countries develop clean energy strategies that choose the appropriate product mix, technologies and location to promote both infrastructure and the environment.”

That loan also caused extreme electricity pricing inequity and legitimation of corrupt African National Congress construction tenders. This generated condemnation of the government by its own investigators and of the Bank by even Johannesburg’s Business Day newspaper, normally a reliable ally.

South African workers would also take issue with a Bank assumption: “The regulation of labor (in South Africa, for instance) often constrains businesses… In some countries, such as South Africa (where the unemployment rate is 25 percent), more flexibility in the labor market will increase employment.”

This view, expressed occasionally by the Bank’s aggressively neoliberal Africa chief economist, Shanta Devarajan, is refuted not only by 1.3 million lost jobs in 2009-10 but by the September 2010 International Monetary Fund Article IV consultation analysis, which puts SA near the top of world labour flexibility rankings, trailing only the US, Britain and Canada.

There are other neoliberal dogmas, e.g., “Microfinance, while growing, has huge, untapped potential in Africa.” The Bank apparently missed the world microfinance crisis symbolized by the firing of Muhammad Yunus as Grameen executive (just as the Strategy was released), the many controversies over usurious interest rates, or the 200,000 small farmer suicides in Andra Pradesh, India in recent years due to unbearable microdebt loads.

The Bank also endorses cellphones, allegedly “becoming the most valuable asset of the poor. The widespread adoption of this technology – largely due to the sound regulatory environment and entrepreneurship – opens the possibility that it could serve as a vehicle for transforming the lives of the poor.” The Bank forgets vast problems experienced in domestic cellphone markets, including foreign corporate ownership and control.

And as for what is indeed “the biggest threat to Africa because of its potential impact, climate change could also be an opportunity. Adaptation will have to address sustainable water management, including immediate and future needs for storage, while improving irrigation practices as well as developing better seeds.” Dangers to the peasantry and to urban managers of the likely 7 degree rise and worsened flooding/droughts are underplayed, and opportunities for wider vision for a post-carbon Africa are ignored, such as the importance of the North (including the World Bank itself) paying its vast climate debt to Africa.

“An African Consensus”?

Compared to Bank funding for insane mega-projects such as the $3.75 billion lent to South Africa to build the world’s fourth largest coal-fired power plant last April, not much is at stake in the Strategy’s portfolio: $2.5 billion/year over the decade-long plan.

Nevertheless, the Africa Strategy hubris is dangerous not only for diverging from reality so obviously, but for seeking a route from Bank Strategy to “an African consensus.” The Bank commits to “work closely with the AU, G-20 and other fora to support the formulation of Africa’s policy response to global issues, such as international financial regulations and climate change, because speaking with one voice is more likely to have impact.”

Does Africa need a sole neoliberal voice claiming “consensus”, speaking from shaky pillars atop crumbling foundations based on false premises and corrupted processes, piloting untenable projects, allied with incurable tyrants, impervious to demands for democracy and social justice? If so, the Bank has a Strategy already unfolding.

And if all goes well with the status quo, the Strategy’s predictions for 2021 include a decline in the poverty rate by 12 percent and at least five countries entering the ranks of middle-income economies (candidates are Ghana, Mauritania, Comoros, Nigeria, Kenya and Zambia).

More likely, though, is worsening uneven development and growing Bank irrelevance as Africans continue courageously protesting neoliberalism and dictatorship, in search of both free politics and socio-economic liberation.

Patrick Bond directs the University of KwaZulu-Natal’s Centre for Civil Society in Durban: http://ccs.ukzn.ac.za

 

(Quelle: CounterPunch.)

Afrika: Springt der “nordafrikanische Funke” über?

Montag, Mai 9th, 2011

Morgenröte in Afrika?

Von William Gumede

Die Volksaufstände gegen die Despoten in den arabischen Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens werden auf dem Rest des Kontinents aufmerksam verfolgt. Auch dort gibt es Autokraten und Diktatoren. Können die Ereignisse in Ägypten und Tunesien Aufstände in anderen Ländern Afrikas beflügeln?

Viele Diktatoren in Afrika haben kalte Füße bekommen, seit Protestwellen lang gediente Herrscher in Tunesien und Ägypten von ihren Machtpositionen vertrieben haben. In Simbabwe hat die regierende Zanu-PF die staatlichen Medien angehalten, nur das Unumgänglichste über die Aufstände im Maghreb zu berichten, weil sie offensichtlich eine Ansteckung durch die Ereignisse in Tunesien und Ägypten befürchtet. Die Regierung Robert Mugabes hat 45 Teilnehmer einer Veranstaltung – Studenten, Gewerkschafter und Menschenrechtsaktivisten – wegen Staatsverrats verklagt, weil dort Videos der Aufstände in Ägypten und Tunesien vorgeführt wurden. Das sei Teil eines Planes, Mugabe aus dem Amt zu jagen, lautet die Anklage.

Doch gibt es überhaupt einen solchen Dominoeffekt, der aus dem Norden auf den Süden Afrikas übergreift? Simbabwe, Swasiland, Lesotho und andere Länder Afrikas südlich der Sahara sind ebenfalls von Autokraten beherrscht, unter deren Willkür die Bevölkerung schwer leidet – wenn nicht sogar schwerer als in Tunesien oder Ägypten.

In Simbabwe ist Robert Mugabe seit 1980 an der Macht, In Kamerun sitzt Paul Biya seit 29 Jahren im Sattel. Yoweri Museveni regiert Uganda seit 1986. José Eduardo dos Santos ist in Angola seit 1979 an der Macht und bereitet seine nächste Amtsperiode vor; eines seiner Kinder soll ihm einmal nachfolgen. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Es gibt Parallelen, aber auch Unterschiede zwischen den Gesellschaften im Norden und denen südlich der Sahara. Doch alle haben es zugelassen, dass – um es in den Worten des südafrikanischen Finanzministers Pravin Gordhan auszudrücken – „die Ungleichheit wächst, die Arbeitslosigkeit immer schneller zunimmt und dass man sich mit einem unzumutbaren Zustand abfindet und hinnimmt, dass eine Minderheit den Reichtum für sich akkumuliert“.

Wirtschaftskrise, Eliten und Aufstände
Alle afrikanischen Staaten bekommen – wenn auch verspätet – die Folgen der globalen Finanzkrise zu spüren, eben wie Tunesien und Ägypten. Merkwürdigerweise preisen sich Staatschefs von Ländern wie Swasiland, Lesotho oder Kamerun glücklich, dass sie von der globalen Krise nicht so hart getroffen seien. Da liegen sie falsch. Sie werden die Folgen noch zu spüren bekommen.

Viele dieser Länder hängen in hohem Maße von westlicher Hilfe ab. Mit dem Abschwung in den meisten der Geberländer werden auch die Hilfen spärlicher fließen, möglicherweise nur noch tröpfeln. Auch die Budgets internationaler Organisationen und Nichtregierungsorganisationen dieser Länder, die in Entwicklungsprojekten aktiv sind, wurden beschnitten und werden weiter zurückgehen. In manchen afrikanischen Ländern werden die nationalen Haushalte zu mehr als der Hälfte von ausländischen Hilfsgeldern finanziert.

Zusammen mit einem empfindlichen Preisanstieg bei Grundnahrungsmitteln und Lebenshaltungskosten in den meisten afrikanischen Ländern stehen den einfachen Menschen dort harte Zeiten bevor. Verzweiflung kann sich schnell in einen politischen Aufschrei wenden. Erst im letzten Jahr kam es in der mosambikanischen Hauptstadt Maputo zu Hungeraufständen. Das Leben dürfte von Tag zu Tag schwieriger werden. Deshalb ist damit zu rechnen, dass sich in diesem Jahr die Unruhen mit politischen Aufständen gegen die herrschenden Eliten ausweiten.

Wie in Tunesien und Ägypten gibt es auch in anderen Ländern eine große Kluft zwischen einer kleinen Elite, die einen protzigen Lebensstil pflegt, und der Mehrheit der Armen – eine offene Wunde, wenn man das Pech hat, einer dieser unglücklichen Armen zu sein.

Die Folgen der globalen Finanzkrise treffen auch die relativ schmale Mittelklasse der Länder südlich der Sahara, wie es in Ägypten und Tunesien geschehen ist. Dort bekam die Mittelklasse den Zangengriff der Wirtschaftskrise zu spüren. In der Regel haben sich die Mittelklassen mit den Regimen arrangiert. Oft haben sie viel zu verlieren, wenn sie opponieren. Doch die Kombination aus einer ausgepressten Mittelklasse und einer arbeitslosen und unterbeschäftigten Jugend ist ein explosives Gemisch – auch in Ländern südlich der Sahara.

Jugend und Arbeitslosigkeit
In allen afrikanischen Ländern hat sich seit der Unabhängigkeit die demographische Struktur dramatisch verändert. Junge Menschen stellen die Mehrheit der Bevölkerung. Das gilt für den Norden wie für den Süden. Die Jugend war auch die Avantgarde der Aufstände in Tunesien wie Ägypten.

Ferner ist unter den Jugendlichen die Arbeitslosigkeit relativ höher, dabei sind sie besser ausgebildet, allerdings oft nicht für die Berufe, die von der Wirtschaft dringend nachgesucht werden. Das war bei der vorangegangenen Generation noch anders.

Globalisierung und neue Technologien wie Internet oder soziale Medien wie Twitter ermöglichten es vielen Menschen in Tunesien und Ägypten, und vor allem Jugendlichen, einen Vergleich mit ihren Altersgenossen in westlichen Ländern anzustellen, die wesentlich besser gestellt sind als sie.

Medienfreiheit und Kontrolle
In den meisten afrikanischen Ländern hat der Staat die Medien fest im Griff. So können die herrschenden Parteien sicherstellen, dass Meldungen über offizielle Korruption, über Missmanagement und Fehlgriffe nur in nicht zu vermeidendem Umfang in die Öffentlichkeit dringen.

Wo private Medien präsent sind, ist ihre Reichweite begrenzt. Zudem leiden die Privatmedien in der Regel unter einer prekären finanziellen Lager. In vielen afrikanischen Staaten kontrolliert der Staat direkt weite Teile der Wirtschaft; das gilt für den Norden wie für den Süden. Wo dem Staat der direkte Zugriff fehlt, übt er zumindest einen indirekten Einfluss aus. Er kann Privatunternehmen Zulassungen genehmigen oder verweigern und entziehen, sollten sie der Regierung missliebig werden.

Das bedeutet, dass letztlich der Staat der wichtigste Auftraggeber für Anzeigen in den Medien ist. Wo er selbst keine Anzeigen aufgibt, kann er Druck auf den Privatsektor ausüben, in bestimmten Medien, die nicht auf Staatslinie liegen, keine Anzeigen zu schalten. Zuwiderhandelnde Firmen riskieren, Regierungsaufträge oder gleich ihre Lizenzen zu verlieren.

Das Radio ist das verbreitetste Medium in Afrika. In vielen Fällen wird der Rundfunk vom Staat kontrolliert. Manche Privatsender erhalten nur Frequenzen, wenn sie auf politische Berichterstattung verzichten. Auch Community-Radios, die sich auf dem gesamten Kontinent ausbreiten, unterliegen häufig denselben Auflagen – es sei denn, sie übernehmen regierungsamtliche Verlautbarungen.

Diese Informationslücken helfen den Politikern und politischen Bewegungen in den meisten afrikanischen Ländern, sich länger an der Macht zu halten, da viele ihrer Anhänger in abgelegenen ländlichen Gebieten überhaupt nichts über den Umfang des Machtmissbrauchs erfahren. So können Leute vom Schlage Robert Mugabe die Misserfolge ihrer Regierungsarbeit als Werk westlicher „Imperialisten“, der ehemaligen Kolonialmacht, von Minderheiten oder Oppositionsgruppen „verkaufen“.

Eine florierende unabhängige Medienlandschaft, die die Leser über die korrupten Machenschaften der Politiker und regierenden Parteien informiert, über die sie in den staatlichen Medien nichts finden, kann eine entscheidende Rolle bei der Aufklärung dessen spielen, was die Regierungen in ihrem Namen treiben. Es ist kein Zufall, dass die people’s power, mit der afrikanische Bürgerinnen und Bürger ihre längst überfälligen Regierungen aus dem Amt jagen, begleitet wird von einem Aufschwung unabhängiger Medien, die der Bevölkerung (und nicht zuletzt auch den Anhängern der regierenden Partei) ein ungeschminkteres Bild der Wirklichkeit zeigen und auf zivilgesellschaftliche Aufbrüche und oppositionelle Alternativen hinweisen.

Zur Rolle der neuen Technologien
In diesem Zusammenhang spielen auch das Internet, soziale Medien und Mobiltelefone eine Rolle. Sie bieten die Möglichkeit, abseits der staatlichen Medien zu kommunizieren. Bei den Aufständen gegen die unpopulären Machthaber in Tunesien und Ägypten konnte mit den neuen sozialen Medien die offizielle Verlautbarungspolitik ausgetrickst werden. Neue unabhängige Medien wie der arabische Sender Al Dschazira taten ein übriges.

Mobiltelefone finden langsam auch bei ärmeren Bevölkerungsschichten in Afrika Verbreitung. Damit eröffnet sich auch ein neues Potenzial für das wenig verbreitete Internet, da die meisten dieser Telefone internettauglich gemacht werden können.

Es ist sicher eher unwahrscheinlich, dass über Internet in den afrikanischen Ländern eine Revolution beschleunigt werden kann. Doch Mobiltelefone bieten da eine neue Möglichkeit.

Beschränkungen der Bewegungsfreiheit
Viele junge Menschen und Fachkräfte sind in der Vergangenheit aus Tunesien und Ägypten über das Mittelmeer nach Europa gekommen, um eine bessere Perspektive zu suchen. Die wirtschaftlichen Probleme in den meisten europäischen Ländern hat diese Perspektiven verschlechtert, ganz abgesehen davon, dass Europa zu einer Festung gegen Zuwanderung ausgebaut wird. (Oberster Festungskommandant am südlichen Mittelmeer war bisher übrigens Gaddafi; d. Red.).

Schwieriger noch ist es für junge Afrikaner südlich der Sahara geworden, in Europa oder den USA Arbeit und Auskommen zu finden. In Afrika selbst ist das relativ reiche Südafrika zum Magneten für Jugendliche aus den Nachbarländern geworden, aus Simbabwe, Lesotho, Swasiland. Doch Südafrika bekommt die globale Finanzkrise wohl von allen afrikanischen Staaten am härtesten zu spüren – auch wenn die Staatsführung anfangs behauptete, das Land könne dem Sturm widerstehen. Im letzten Jahr haben eine Million Menschen ihre Arbeit verloren. Allen Worten der Politiker zum Trotz, man werde in diesem Jahr eine Million neue Arbeitsplätze schaffen – man braucht sich nur ihre Pläne anschauen, dann wird schnell klar, dass sie nur halbherzig verfolgt werden und eher ein Wunschdenken ausdrücken. Das Gegenteil dürfte wahrscheinlicher sein: Noch mehr Leute werden in diesem Jahr ihre Arbeit verlieren.

Und auch Südafrika macht die Grenzzäune gegen den Zuzug aus den Nachbarländern dichter. Das zwingt die arbeitslosen Jugendlichen, in ihren Ländern zu bleiben; dort könnten sie ein Motor für den Wandel werden.

Von Wahlspielchen
Es gibt einen großen Unterschied zwischen Tunesien und Ägypten gegenüber den Staaten südlich der Sahara: Die Art der Wahlen. In den südlichen Ländern gibt es überwiegend regelmäßig dosierte Wahlen, bei denen die Wählerinnen und Wähler ihre Frustrationen ablassen können. Die Oppositionsparteien sind hier jedoch nahezu irrelevant oder bieten keine alternative Politik und sind in der Regel nicht mehr als Klone der Regierungsparteien (die Oppositionsparteien in Nigeria sind hier ein einschlägiges Beispiel). Sie sind eher ein Hindernis für echte Demokratie.

An der Elfenbeinküste hat im November vergangenen Jahres der alte starke Mann Laurent Gbagbo die Wahlen gegen Alassane Quattara verloren, behauptet aber weiterhin den Wahlsieg. Wer auch immer sich als Präsident durchsetzen wird, es gibt zwischen beiden kaum Unterschiede in ihren politischen Vorstellungen und Ansichten – es läuft letztlich aufs Gleiche hinaus.

Die meisten Diktatoren werden von den großen westlichen Ländern oder den neuen östlichen Mächten wie China im Austausch gegen Öl und mineralische Rohstoffe bzw. aus strategischen Gründen gestützt – Kenia ist hier ein gutes Beispiel. Simbabwe hat unlängst Investitionen von über 10 Mrd. US-Dollar von der chinesischen Entwicklungsbank für seinen Bergbau- und Agrarsektor erhalten, ein kräftiger Schub für Mugabes Überleben.

In den letzten zwei Jahren hat Tunesien ein „Wirtschaftswunder“ erlebt. Trotz aller politischen Autokratie haben multilaterale Organisationen und westliche Staaten dieses „Wunder“ angeheizt. Ägypten war ein strategischer Partner der USA und wurde von ausländischen Hilfsgeldern überschwemmt.

Sogar Libyen schloss sich dem US-geführten „Krieg gegen den Terror“ an und wurde vom „Schurken“ zum Alliierten des Westens. Das Gaddafi-Regime wurde bis zum Vorabend der Rebellionen hofiert.

Es ist bezeichnend, dass das Regime in Ägypten sang- und klanglos verschwand, als US-Präsident Obama den Stecker zog.

Viele Länder Afrikas südlich der Sahara haben sich in der Vergangenheit auf die Seite der USA geschlagen, indem sie sich als Partner im „Kampf gegen den Terror“ andienten, oder ihre Regierungen haben sich mit finanzieller Unterstützung durch China an der Macht gehalten. Das ist der Fall in Simbabwe, wo es historische Verbindungen aus der Zeit des Befreiungskampfes gibt, aber auch in Südafrika.

Die altgedienten starken Männer Yoweri Museveni in Uganda und Meles Zenawi in Äthiopien waren Lieblinge des Westens, ungeachtet ihrer autokratischen Regime. Unlängst haben äthiopische Wirtschaftler in einem offenen Brief den Träger des Nobelpreises für Wirtschaft, Joseph Stieglitz, aufgefordert, sich von Zenawi zu distanzieren, mit dem dieser enge Beziehungen unterhält.

Die meisten Regime in Afrika – im Norden wie im Süden – können sich an der Macht halten, weil die Armee hinter ihnen steht. Sie halten die Militärs großzügig bei Laune. Das dürfte jedoch schwieriger werden, je mehr sich die wirtschaftlichen Probleme zuspitzen.

Ferner haben die Entwicklungen in Tunesien und Ägypten gezeigt, dass das Militär schnell die Fronten wechselt oder sich zumindest neutral verhält, wenn die überseeische Partner das Regime fallen lassen.

Das Militär bleibt in den Ländern Afrikas südlich der Sahara allerdings weiter ein enormes Hindernis für Veränderung und Demokratisierung. So wird es in Ländern wie Simbabwe ein zentrales Problem bleiben, die Armee aus der Allianz mit der politischen Macht zu lösen und ihr ausreichend Anreize zu bieten – über eine Amnestie oder Arbeitsplatzgarantie –, damit sie sich neutral verhält.

Tunesien und Ägypten sind Länder mit einer ziemlich homogenen Bevölkerung. Die meisten Länder im Süden Afrikas sind – sieht man mal von Swasiland oder Lesotho ab – ethnisch vielfältig. Leider gibt es in vielen dieser Länder skrupellose Politiker, die die ethnische Karte zu ihrem Machterhalt ausspielen.

Die Menschen in diesen Ländern erfahren ihre Probleme dann in dem Kontext, dass sie der falschen ethnischen Gruppe angehören, und weniger als Folge einer unverantwortlichen Regierungsführung. Simbabwe, Nigeria und Kenia sind dafür ein Beispiel.

Die Befreiung und die Befreiten
Und schließlich sind in vielen Staaten Afrikas südlich der Sahara immer noch die Parteien der Befreiung und Unabhängigkeit an der Macht. Viele geben immer noch ihre Stimmen für sie ab wegen der Verdienste, die sie sich im Kampf um Befreiung und Unabhängigkeit erworben haben.

Die Jugend dieser Staaten, in denen noch immer die Befreiungsbewegung die Macht ausübt, wird maßgeblich mobilisiert durch die Jugendorganisationen dieser Bewegung. Diesen Jugendligen wird zudem von den Bewegungen ein radikalerer Spielraum eingeräumt, um periodisch den Unmut unter der Jugend aufzufangen. Einschlägige Beispiele sind die Jugendliga des ANC mit ihrem Vorsitzenden Julius Malema oder die Jugendorganisationen der Zanu-PF in Simbabwe, der Frelimo in Mosambik oder der MPLA in Angola.

In Ländern mit Befreiungsbewegungen an der Macht ist die Zahl der Jugendlichen, die sich abseits von den Parteistrukturen zivilgesellschaftlich engagieren, gering, wenn auch nicht unbedeutend. Diese Jugendlichen mögen zwar gegen bestimmte Politiken der Befreiungs- und Unabhängigkeitsbewegungen in Amt und Macht protestieren, doch eine grundsätzliche Kritik ist wegen der Herkunft aus Befreiungs- oder Unabhängigkeitskampf tabu.

Eine unzufriedene Jugend fordert keine Ablösung der Befreiungsbewegungen an der Macht, sondern eher eine graduelle Verbesserung der Regierungspolitik – oder ihnen eine Teilhabe an der Macht zu ermöglichen. In dem Maße jedoch, in dem die Bevölkerung der meisten afrikanischen Staaten immer jünger wird, schwindet der Bezug auf die Verdienste für Befreiung und Unabhängigkeit.

Dieser demokratische Wandel führt notwendigerweise dahin, dass die Jugend immer weniger Erinnerung an den Befreiungskampf von gestern hat. Schon bald dürften junge Wählerinnen und Wähler ihre Entscheidungen nicht mehr vom Kampf gegen Apartheid oder Kolonialismus abhängig machen und nicht mehr einfach für die regierenden Parteien wählen, weil diese sich auf die Befreiung berufen. Einen Vorgeschmack auf diesen Wandel hat man in Tunesien und Ägypten bekommen.

Die Revolution südlich der Sahara steht nicht unmittelbar bevor, aber sie befindet sich auf dem Weg.

Der Autor ist Programmdirektor am Afrika-Asien-Zentrum an der Universität von London und Honorarprofessor an der Universität Witwatersrand

 

(Quelle: issa.)

Hinweis:

Dieser Artikel entstammt der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift “afrika süd”, die sie in unserer Bücherei entleihen können.

Burkina Faso: Warum die westlichen Medien fehlten

Freitag, Mai 6th, 2011

Uprising in Burkina Faso: Why no cameras?

By Tendai Marima

Commenting on the Western media’s preference towards coverage of particular uprisings across North Africa, Tendai Marima asks ‘what makes Burkina Faso's crisis so un-newsworthy that it is easily swept under the news pile?'

When most major international news networks finally caught up with the final climactic moments of the Tunisian revolution, it seemed as though, between racing to get last-minute flights to Tunis and playing catch-up with other news agencies that had been reporting on Tunisia since December, the world's major media players made a collective 'never again' resolution to never or try not to ignore any developing story again. Having gotten over the failure to cover the fall of Zine al-Abidine Ben Ali from day one, Algeria, Libya and Egypt all jostling to take centre stage in popular uprisings were brilliant opportunities for a media that had missed out to cover up. In the end, Egypt proved ripe for revolution and so for 18 days, in spite or in remembrance of 800 civilian casualties, the Egyptian people successfully toppled the Mubarak regime.

As hundreds of thousands gathered in communal points all over Egypt chanting down Mubarak, to a far lesser extent similar popular protests went down in Cameroon, Angola, Gabon and Burkina Faso. All of these received marginal coverage. Even Côte d'Ivoire was at one point was rightly dubbed 'the forgotten war'. It did not fit the media template of a sexy, tech-savvy, populist revolution, as that which had been constructed of Egypt. Instead Côte d'Ivoire had the uncomfortable but familiar look and feel of a Rwanda genocide-lite. It was a messy, bloody struggle for power between rebel and patriot factions in a country most educated people outside of Africa would struggle to find on a map. Côte d'Ivoire, the world's largest cocoa producer and native home of soccer stars Didier Drogba, Salomon Kalou and Yaya Touré has the misfortune of being a country with little global influence and of lesser strategic importance than Egypt or Libya to the (mostly anglophone) countries that have historically determined which international news stories are to be prioritised.

And now that the French troops have assisted Alassane Ouattara in deposing the resistant Laurent Gbagbo from the presidency, most of the TV crews and cameras have gone. Field correspondents and NGOs continue to file dispatches of fighting in the streets of Abidjan and ongoing atrocities committed in the forests in the western side of the country, but the world's eyes have moved on. Not to Burkina Faso next door, but elsewhere, where more thrilling stories of revolution beckon.

But what makes Burkina Faso's crisis so un-newsworthy that it is easily swept under the news pile?

The beginnings of the crisis in the little West African nation parallel events in tiny Tunisia where it took an individual catalyst in a small town to set things off. On 20 February, in an industrial town called Koudougo, bigger than Sidi Bouzid, a student named Justin Zongo was taken into police custody after an alleged dispute with a female classmate. A few days later, Zongo was pronounced dead and according to official police reports, the cause of death was meningitis. His family and friends rejected this and claimed Zongo's death was due to police brutality. This led to a series of protests by students in four towns, Koudougo, Koupéla, Pouytenga and Po, and they were met with violence by the police. In an effort to contain the demonstrations, the government temporarily closed all schools and the national university. Although Compaoré pleaded for peace and national dialogue, a death toll of six protesters sent a different message to the student movement. The Africa Report states that the Association Nationale des Etudiants Burkinabé (ANEB)'s student representative, Mahamadou Fayama, the movement wanted to ‘denounce the climate of terror that the police have created’.

The student chants of 'Blaise dégage' and 'Tunisia is in Koudougo', urging Compaoré to step down from 23-year rule, spread to junior army officers in the military barracks of Lamizana. On 22 March the courts ruled against five soldiers for assaulting a young designer whom they claimed had made sexual advances towards another soldier's wife. Their disgruntled military colleagues took the streets of the capital, Ouagadougou, and went on a rampage. Although the government tried to assuage the gun-toting military men by pardoning and releasing their counterparts, by the end of March the spirit of mutiny had gone viral. Scores of junior soldiers demanded their salaries, which as yet had been unpaid by the government. The mayor's home was vandalised; in some parts of the capital, market stalls and shops were looted and in the east of the country more soldiers joined the uprising as well as members of the Presidential Guard. Speaking to L'Evénement, a bi-weekly local paper, one soldier expressed a dejectedness at the heart of the mutiny which was likely felt by many soldiers:

‘I just returned from Darfur. Our contingent has been deployed since no other country wanted to go, that is to say, 7 km from the Chadian border. This is the corridor for many rebels in both countries. We are the Burkinabe who have managed to secure the area. We have built in less than six months roads, bridges and schools. Everyone congratulated us for that. When we go, people applaud us. The UN congratulated us. That we came home and we do not care about us. First, they are our superiors that cut money from our mission. Following is a mayor [of Ouagadugou] who tells traders deal with us as “military thieves.” You see that, it hurts.’

So far none of Compaoré's pleas to restore order have worked and the mutiny's snowball effect continues to grow. There are reports that, despite the soldiers' lawlessness in some cities, the youths and some traders have united with revolting army officers. In Koudougo on 18 April, the youths are said to have set fire to the ruling party's local offices, while by contrast in the capital, market traders burnt several government buildings in retaliation for acts of vandalism by state troops. On 23 April it was reported that the soldiers upped their game and seized the southern town of Po, which is home to a state military school where Compaoré himself trained.

In a more hardened response, Compaoré has reacted to the military-led dissent by imposing a nationwide night-time curfew and firing the whole government, including the army chief. Last week he appointed Burkina's ambassador to France, Luc Adolphe Tiao, as prime minister, while he doubled as president and minister of defence. True to dictator form, Compaoré, like Hosni Mubarak of Egypt, has blamed foreign conspiratorial forces for the unrest and he has gotten rid of everyone else, except the problem, himself and his corrupt system. Appointing himself minister of defence when he is already supreme chief commander of the armed forces adds another fancy title to his name and gives the impression he's a superhuman who can juggle three cabinet roles. But superhuman ability or not, a display of megalomaniac tendencies will not heal the rift between the army and the government, or quieten feelings of resentment among oppositional regiments. If Compaoré's cosmetic changes and payouts to the soldiers prove unsatisfactory, now that the opposition and civil society have called for nationwide demonstrations on 30 April they would do well to join forces with the mutineers and instil some sense of order and discipline so that the ousting of Compaoré and not looting from civilians becomes every protester’s goal. Such a union would ensure the movement reaches the critical mass needed to topple the regime. But should Compaoré restore complete order, the eight weeks (and counting) of nationwide unrest will make it much harder for him to prevent his departure in the future should things escalate again. The continual playing out of mutiny and retaliation on state property signifies a loss of fear of repercussions for damaging state property and it also symbolises a loss of control and authority by the former army captain who has previously used the army to crush unrest like the food riots of 2008.

This dramatic story of Africa's top cotton producer is deserving of more attention, especially in the context of unrest on the African continent as a whole. All of the protests, from Cape to Cairo, with their own distinct set of local conditions, are linked to food security, economic instability and political dispossession – be it by ballot or dictatorship. There is a widespread feeling of continental discontent, but international and national pundits are so busy putting out possible fires of revolt in 'sub-Saharan Africa' with their analyses that the Burkina uprising has gone by largely unnoticed, and yet in two months mutineering soldiers and youth have stirred up serious trouble for the Compaoré regime – and possibly regionally too. Should Compaoré fall, it will have a significant impact on the fledgling administration of his neighbouring ally, Alassane Ouattara in Côte d'Ivoire, which Compaoré played a key diplomatic role in ensuring.

In different ways, masses of people are mounting serious challenges to totalitarian hegemonies and the iniquity of global capital that may lead to a new political dispensation, in successful revolutions, and at the very least for all countries, uprisings, including unsuccessful ones, reshape the role of the citizen in a political landscape as an empowered figure. At the level of the collective citizen, mass protests enable people to realise that together they, not their brutal governments, have the potential to become agents and actors of the political and social change they desire. The wider the gap grows between the globe's rich and poor due to increasing food prices or governments selling off land and water resources to Western corporates further impoverishing native people, the more likely popular unrest by an emboldened people will continue.

Some would be inclined to argue that Burkina Faso has been forgotten because the international media is biased towards representation of Africa south of the Sahara, and the ignoring or misrepresentation of the Rwanda genocide is the most cited example. But perhaps it is more complex than a simple Africa south of the Sahara bias; it's a bias against or in favour of certain African countries that has been constructed through namely, a country's geo-political and economic importance to the West and also through a history of colonial relations in which reader and viewer familiarity and association with former colonies is generated.

Even for alternative Western and non-Western newcomers to the game, there is pressure to compete with or take the lead over more established anglophone networks for essential and accurate coverage of one event over another. For example, because of its relation to America and France, the attempted return of a former leader, Jean-Bertrand Aristide, exiled in South Africa, to return to the Caribbean island of Haiti was more widely covered than the same attempt, a month before by another former leader, Marc Ravalomanana, exiled in South Africa to return to the tropical island of Madagascar, off the south-eastern coast of Africa.

Again, compare the near-instant coverage of the 12 April uprising in Swaziland with the delayed coverage of Burkina. With the headquarters of most major South African media in Johannesburg and the regional base of international media agencies like the BBC and CNN, coverage of Swaziland was guaranteed. Manzini, where the 12 April protests took place, is only four hours by road from Johannesburg. Swaziland is a former British colony and so there is a familiar narrative in the anglophone media of the British-educated King Mswati III, whose love of luxury cars, palaces and women is well-known. With a harem of 13 (soon to be 14) wives 'Africa's last absolute monarch', as he's often described, presides over a tiny landlocked kingdom where political opposition is harshly repressed and the traditional divine right of kings is revered. Perhaps if French-speaking Burkina Faso had bare-breasted, grass-skirted women walking around in traditional dress like in Swaziland, the cameras may have raced over from Abidjan, Côte d'Ivoire. But seriously, if Ban Ki-moon, Jean Ping and Nicolas Sarkozy were genuinely interested in advancing humanitarian efforts towards peace and democracy in all of West Africa, they could have issued symbolically meaningful statements of condemnation to bring more attention to the protests in Burkina Faso while the struggle for Côte d'Ivoire raged on.

Similar to Swaziland, the slightest hint of a fallout between the opposition and Robert Mugabe's ZANU-PF party in Zimbabwe is guaranteed widespread coverage and analysis, whereas the political musical chairs currently being played in Burkina by Compaoré in order to quell mutiny is of little interest to many major international media organisations, including South Africa. To their credit, AP, the BBC, Bloomberg, France 24 and Reuters have consistently filed reports on Compaoré's crisis, but most of these are factual reports littered with the odd in-depth analysis or commentary from key figures or detailed first-hand accounts from ordinary citizens caught up in this political crisis. There are few photographs and little footage coming out of Burkina Faso, so it's difficult for one to get a visual sense of what is happening on the ground.

NOT JUST BURKINA

The Guardian's 2010 list of most tagged countries confirms to some extent that history of familiarity with a place guarantees coverage. Egypt, South Africa and Zimbabwe got tagged more times than the DRC (Democratic Republic of Congo) and Sudan. Possibly because of its hosting of the World Cup, South Africa had 547 tags, outranking earthquake-stricken Haiti, which had 436 tags. Egypt had 219, while Zimbabwe had 144 tags, and yet the DRC had a paltry 124 tags, Sudan had 122 and Somalia even less at 113. All three are among the most unstable African countries of 2010 and yet they ranked lower than the World Cup host South Africa. The war-stricken Congo is one of the world's suppliers of raw materials for mobile and computer technology and ironically constitutes just over a fifth of the 604 articles on Apple. This is not a criticism of the Guardian as the paper does provide some of the best and insightful international news coverage, but these tags are unfortunately a skewed quantitative reflection of coverage patterns and the consumerist nature of public interest.

Saying this with all flippancy intended, the formula is simple. Reports of anti-British and homophobic comments by the African dictator everyone loves to hate, and shark attacks in Sharm el-Sheik make catchy headlines. Never-ending sagas of jungle wars and mass rapes, unless involving powerful countries, do not. Or unless they're packaged as humanitarian causes fronted by celebrities and award-winning journalists like George Clooney and Nicholas Kristof. Their combined interest in the Save Darfur campaign, malaria awareness and referendum for north–south separation ensured Sudan received frequent coverage in the New York Times. Unfortunately, no similar twin-set of movie star and scribe of Clooney's and Kristof's stature have permanently adopted the DR Congo or Somalia as their primary cause. Although one of the aims of international news is to appeal to as broad a global audience as possible, how broad is our interest and genuine our humanity as people if we suffer war and compassion fatigue towards stories on the DRC, Somalia and Sudan?

But now with all these revolutions and uprisings going on, places like the DR Congo are a distant tragedy. Despite the exceedingly valuable coverage of the uprisings by some news networks, there is an underlying sense of competition within the media to see who can land the best, exclusive interview or provide the most comprehensive coverage. In the face of such fierce competition, taking a few moments in between protest broadcasts to ask the world to remember the 5.4 million (and rising) Congolese dead since 1998 or to take a serious look at Compaoré's megalomanic scheming in Burkina Faso wouldn't be a suicidal gamble with the ratings. Events in Africa and the Middle East shouldn't be placed in competition with each other; what's happening in Nigeria, Syria or Libya can share the spotlight with many other untold or under-reported stories. It’s a question of willingness to pluralise news stories and cover unfamiliar terrain.

Joy Dibenedetto, a broadcast executive and founder of alternative news site, Hum News, reports that in 2009 research conducted by Hum News found that there are 237 countries or territories in the world, and the world's largest news organisations report from only 121 countries or territories. Out of 237 global locations, 116 are not covered. If true, that's just under 50 per cent of the world's stories potentially out of mainstream media focus – almost 50 per cent. Allow that to sink in.

While there are very good reasons to be excited about how social media is changing the face of the news, what about those who can't tweet about a parallel rise in grain prices and local discontent in rural Kenya or text FrontlineSMS to say a 14 year old girl has been raped by a soldier in Poa, Burkina Faso, because such a platform for crisis mapping does not exist? And even if it did, would anybody take notice? As digital technology increasingly shapes the future of news, the non-mainstream stories from lesser-known countries off the social media network radar risk becoming further marginalised.

As necessary as it is to cover unfolding crises in this moment of popular uprisings, perhaps there is also a competition for dominance in coverage of the big revolution stories to present a more racy, more in-depth and more radical story than other media competitors. Perhaps also at this time, covering small protests elsewhere would disrupt and divert resources from the ‘Arab World’s 1848 moment’ narrative being manufactured in the studios and newsrooms of television stations and newspapers as more and more people in the Middle East and North Africa courageously rise up against brutal dictatorships.

Apart from the many valid and not so valid political and commercial reasons for preferential coverage of some stories over others, its true that 'Africa needs an Al Jazeera of it is own' to tell the continent's forgotten stories. But in addition to that dream is a more crucial demand that can be sooner met, namely that existing international media genuinely commit itself to new ways of telling everyone's stories, all the time, rather than competing to duplicate or better the popular stories.

BROUGHT TO YOU BY PAMBAZUKA NEWS

* Tendai Marima is a blogger and doctoral scholar at Goldsmiths, University of London. Her research interests include African literature, feminist theory and contemporary black presence in Europe.
* Please send comments to editor@pambazuka.org or comment online at Pambazuka News.”

 

(Quelle: Pambazuka News.)