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Indonesien / BRD: Na denn, Prost!

Montag, Juli 2nd, 2012

“Die Spur der Kronkorken

«Saufen für den Regenwald» ist eine der erfolgreichsten Ökoimagekampagnen im deutschsprachigen Raum: Die Krombacher-Brauerei schützt mithilfe des WWF das Klima. Das Imageproblem hat inzwischen der WWF.

Von Bernhard Pötter, Palangka Raya

Bevor am Sonntagabend Mord und Totschlag angesagt ist, gibts noch ein kleines Stück heile Welt: einen paradiesischen See in der Sonne, eine Insel und tiefgrüne Wälder. Zum ARD-«Tatort» wünscht die deutsche Krombacher-Brauerei «spannende Unterhaltung».

Sonne, Wasser und Bäume gibt es auch rund um Franz-Josef Weihrauch. Der Pressesprecher des Bierkonzerns Krombacher steht bis zu den Knien im Schlamm, aus dem Wasser ragen verbrannte Baumstümpfe. Weihrauch steht an einem ganz speziellen Tatort, 11 500  Kilometer südöstlich der ARD-Szenerie: Massakriert worden ist hier der Regenwald. Jetzt ist der Sebangau-Nationalpark im Süden Borneos die Szenerie für die grösste Umwelt- und Werbeaktion im deutschsprachigen Raum. Krombacher, Nummer eins beim deutschen Bier, und der WWF Deutschland, Nummer eins beim Umweltschutz, wollen gemeinsam das Klima schützen. Und ihr Image aufpolieren.

Moore retten in Indonesien

Eine Stunde dauert die Fahrt von Kereng Bengkirai auf dem Sebangau-Fluss bis ins Rasau-Gebiet. Die weite Flusslandschaft sieht aus wie eine grüne Oase. Aber sie ist eine ökologische Trümmerwüste. Hier stand einmal dichter Regenwald, bis die indonesische Regierung Holzlizenzen vergab. Auf einer Fläche fast halb so gross wie die Schweiz wurde das Moorgebiet mit seinem dichten Regenwald entwässert, abgeholzt und niedergebrannt.

Entstanden ist ein gigantischer Klimahotspot: Der Kohlenstoff, der sich über Jahrtausende in den Moorböden angesammelt hat, gast bei Trockenlegung der Gebiete aus. Weltweit steigen aus nur 0,3 Prozent der Landfläche sechs Prozent der menschgemachten Treibhausgase. Und weil überall in Indonesien der Wald für Holz und Palmölplantagen gerodet und die Moorböden trockengelegt werden, ist das Land hinter China und den USA zum drittgrössten Verschmutzer mit Treibhausgasen geworden.

Einen Deckel auf diesen Schlot zu legen, ist relativ einfach, wie Projektleiter Adventus Panda vom WWF Indonesien zeigt. Mitten im Sumpf haben die Umweltschützer eine Holzfällerhütte zu einem Camp umgebaut. Eine Baumschule produziert Setzlinge für die Aufforstung. Auf der Terrasse bewirtet der WWF prominente Gäste wie Arnold Schwarzenegger oder Ban Ki-Moon. Hier können sie den Damm bestaunen, den Panda und seine Helfer in den zehn Meter breiten Entwässerungs­kanal getrieben haben. «Im ganzen Gebiet haben wir 500 Dämme gebaut und den Wasserpegel um einen Meter gehoben.»

Mehr Wasser heisst weniger CO2-Emissionen. Bisher sind das nach WWF-Berechnungen 260 000  Tonnen. Und das zu einem unschlagbaren Preis: Die vermiedene Tonne CO2 in Sebangau kostet etwa 1,50 Euro. Im europäischen Emissionshandel zahlt man dafür sieben Euro, bei Wärmedämmung an Fassaden etwa fünfzig Euro. Um diesen Effekt fürs Klima sicher belegen zu können, leisten sich WWF und Krombacher ein Zertifizierungsverfahren vom deutschen Sicherheitsprüfer Tüv. Tatsächlich gilt die Wiedervernässung von Mooren als eine der günstigsten Massnahmen zum Klimaschutz.

Mehr als ein Greenwashing?

Deutschland ist zur Fussball-EM mit Krombacher-Plakaten gepflastert. Die Kooperation mit dem WWF läuft bereits seit zehn Jahren. Sechs Millionen Euro haben die Brauer als Klimadividende bisher gespendet. «Saufen für den Regenwald», wie das Programm gern bespöttelt wird, begann 2002 in Zentralafrika. Im Dzanga-Sangha-Gebiet, so warb damals TV-Star Günther Jauch, wurde für jeden verkauften Kasten Krombacher ein Quadratmeter Regenwald geschützt. Für die Bier­brauer ein Erfolg, der sich in steigendem Absatz ausdrückt, wie Pressesprecher Weihrauch sagt. Nun will man den erfolgreichen Imagetransfer vom Panda zum Bier im Projekt in Indonesien fortsetzen. Hier ist Klimaschutz dringend nötig – und deutlich billiger: Pro Flasche ein Quadratmeter, verspricht jeder Krombacher-Kronkorken während der Fussball-EM.

Eine ähnlich lukrative Kooperation kann der WWF Schweiz nicht vorweisen. Er lässt sich von der Zürcher Kantonalbank die Jugendarbeit sponsern und bringt Grossunternehmen wie Coop, Migros, Ikea, Swisscom oder die Post in der WWF Climate Group zusammen. Bis zu 150 000  Franken im Jahr zahlen sie dafür, WWF-Wissen und Panda-Logo nutzen zu dürfen. Seither, heisst es vom WWF Schweiz, hätten die Unternehmen ­ihren CO2-Ausstoss um 21 Prozent gesenkt.

Eine solche Vereinbarung gab es zwischen Krombacher und WWF Deutschland nie. Als das Projekt startete, war es eine reine Imagekampagne. «Klassisches Greenwashing», so Jana Gebauer vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung in Berlin: Der Werbung standen keine Ökoanstrengungen des Bierbrauers gegenüber.

Aber dann begann das Greenwashing, das Unternehmen grün durchzuspülen. Kaum bewarb Krombacher sein grünes Image, flatterten Zehntausende Briefe und E-Mails ins Haus: «Was macht ihr eigentlich für die Umwelt in eurem Unternehmen?» Da fehlten ­ihnen erst mal die Antworten, sagt Weihrauch. Nun kann er liefern: Die Brauerei setzt auf Mehrweg statt auf Dosen, hat auf Ökostrom umgestellt, ihren Verbrauch an Energie und Wasser reduziert und einen Ökofussabdruck für ihr Bier errechnen lassen. Ausserdem hat sie einen «Nachhaltigkeitsrat» mit Experten – darunter einen vom WWF – ­berufen.

«Für einen Einsteiger ganz gut», kommentiert Jana Gebauer den ersten Nachhaltigkeitsbericht von Krombacher aus dem Jahr 2011. «Allerdings ergibt das noch kein Bild, wie das gesamte Unternehmen Richtung Nachhaltigkeit steuert.» Auch zur Verantwortung gegenüber den Beschäftigten werde nicht viel gesagt. Und warum setze die Brauerei nicht auf Ökorohmaterial? «Wir brauchen 90 000  Tonnen Gerste im Jahr, die bekommt man nicht in Ökoqualität», so Weihrauch. «Krombacher könnte ja als Nachfrager auftreten und den Markt dafür schaffen», kontert Gebauer. Positiv ist für sie allerdings, wie das Klimaschutzengagement vom Marketingtrick zum Strukturwandler für das Unternehmen geworden ist. «Das war und ist ein langer Lernprozess.»

Schlechtes Image – gute Geschäfte

Auch für den WWF. Die Negativschlagzeilen um die weltgrösste Umweltschutzorgani­sation reissen nicht ab: Der spanische König Juan Carlos, WWF-Ehrenvorsitzender, jagte kürzlich Elefanten. Und das «Schwarzbuch WWF» bezichtigt den WWF des Greenwashings für multinationale Konzerne und deren Umweltzerstörungen (vgl. «Haie zu Vegetariern» im Anschluss an diesen Text). Christoph Heinrich, beim WWF Deutschland als Geschäftsleiter Naturschutz tätig, verteidigt die Politik des WWF auf einer langen Fahrt über die hals­brecherischen Stras­sen von Borneo: Wer wirklich etwas verändern wolle, sagt er, schaffe das nur mit, nicht gegen die Unternehmen. Auch der Vorwurf, der WWF sei zu wirtschaftsfreundlich, gelte heute nicht mehr. «Im Gegenteil: Wir stören den Export der indonesischen Papierkonzerne APP und April nach Deutschland, weil sie sich hier nicht an die Regeln halten.»

Ausserhalb des Sebangau-Projekts muss sich der WWF in Indonesien viel Kritik anhören. Überall roden Konzerne den Regenwald für Palmölplantagen, vertreiben die Einheimischen mit Gewalt und dezimieren die Orang-Utan-Bestände. Während die lokale Umweltorganisation Walhi, Greenpeace oder Robin Wood zum Widerstand aufrufen, rief der WWF den «Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl» ins Leben, an dem auch die Regenwaldkiller sitzen. Laut Heinrich «die einzige Chance, Schlimmeres zu verhüten». Arie Rompas von Walhi: «Der WWF kooperiert mit den Firmen, die den Wald zerstören. Er hilft ihnen, ihre Produkte grünzu­waschen.»

Probleme mit dem Image hat inzwischen eher der WWF als Krombacher. Umso mehr freut sich die Organisation über einen Finanzier, der nicht nur verlässlich Geld gibt, sondern auch selbst ein bisschen grüner wird. Mit dem Vorzeige­projekt wirbt der WWF grossflächig im Jahresbericht. Darin lobt der Krombacher-Geschäftsführer, das «faszinierende Naturschutzprojekt» sei ein «Meilenstein für modernes Marketing». In der Tat: Der Imagetransfer funktioniert in beide Richtungen. Erst hat der Panda den Brauern geholfen, ihr Bier grün erscheinen zu lassen. Jetzt hilft der Sponsor mit seinem Projekt dem WWF, Kritik am Panda zu kontern.

Weniger Unterstützung, mehr Geld

Krombacher jedenfalls denkt schon an die nächste Runde im grünen Marketing, denn die Kooperation mit dem WWF ist auf dreissig Jahre angelegt. Die Einsparungen im indonesischen Moor sollten locker reichen, um die Bierproduktion in Deutschland klimaneutral zu machen. Das Engagement soll also bleiben, auch wenn ab 2013 die Krom­bacher-Werbung vor dem «Tatort» ausläuft.

Und der WWF hat erst recht ein Motiv, die lukrative Krombacher-Connection fortzuführen. Er baut auf die Treue seiner kleinen und grossen SpenderInnen. Als im letzten Jahr nach Wilfried Huismanns Fernseh­doku «Der Pakt mit dem Panda» die Vorwürfe gegen den WWF laut wurden, verlor dieser in Deutschland etwa 2000 von 430 000  UnterstützerInnen. Aber die Einnahmen waren 2011 mit gut 50 Millionen Euro so hoch wie noch nie.

Die Pressereise nach Indonesien wurde vom WWF und von Krombacher organisiert.



«Schwarzbuch WWF»

«Haie zu Vegetariern»

Der WWF ist eine der weltweit grössten Lobby­organisationen – für die Umwelt, dachte man bislang. Seit der deutsche Reporter Wilfried Huismann seine Recherchen über «die dunkle Seite des Panda» 2011 als Dokumentarfilm im Fernsehen und im Kino sowie jüngst auch als Buch veröffentlicht hat, zeigt sich immer deutlicher, wie mächtig und in der Tat dunkel das Lobbying des Umweltschutz­riesen ist: Im April hat der WWF ein Sende­verbot gegen «Der Pakt mit dem Panda» erwirkt. Zeitgleich hat er mit einer einstweiligen Verfügung gegen das «Schwarzbuch WWF» massiven Druck auf Verlag, Grossverteiler und Buchhandlungen ausgeübt. Obwohl das Landgericht Köln am 15. Juni zugunsten von Huismann entschieden hat, führen in der Schweiz Thalia und Buch.ch sein Buch noch immer nicht in ihren virtuellen Regalen.

Natürlich ist Huismanns Schwarzbuch eine Polemik. Er zeichnet den WWF als elitäre Organisation mit mangelnder Transparenz im Umgang mit Spenden sowie bezüglich seines Clubs der 1001, eines «elitären Old-Boys-Netzwerks mit viel Einfluss in der Welt der multinationalen Konzerne». Das hilft, wenn man sich zum Ziel setzt, Verträge mit jenen Grosskonzernen abzuschliessen, welche die wichtigsten Rohstoffe der Erde kontrollieren. «Der WWF schwimmt mit den Haien, in der Hoffnung, sie mit seinen moralischen Appellen in Vegetarier zu verwandeln.»

So betreibt der WWF laut Huismann ein «Greenwashing» sondergleichen: Mit seinen Labels für «verantwortungsvolle Soja» und «nachhaltiges Palmöl» hängt er der Vernichtung des Regenwalds und der Vertreibung der UreinwohnerInnen ein grünes Mäntelchen um, und sein «Aquaculture Stewardship Council»-Label soll Lachs-Mastanlagen als nachhaltig qualifizieren – was kompletter Unsinn ist.

Ob die 260 000  Mitglieder des WWF Schweiz das weiter unterstützen wollen?

Franziska Meister


Dieser Artikel wurde ermöglicht durch den Recherchierfonds des Fördervereins ProWOZ. Dieser Fonds understützt Recherchen und Reportagen, die die finanziellen Möglichkeiten der WOZ übersteigen. Er speist sich aus Spenden der WOZ-LeserInnen.

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(Quelle: WOZ.)

Global: Nicht in unserem Namen, Greenpeace…

Montag, Mai 30th, 2011

REDD Light!

Indigenous say offset plan threatens traditional title

by Dawn Paley

 

Hector Rodriguez, posing defiantly in front of riot police, was among the thousands of Indigenous peoples, small farmers, women, environmental groups and other activists who took action and made their voices heard throughout the two-week COP 16 conference. “The market will not protect our rights,” reads a statement by the Indigenous Environmental Network, which represents front-line Indigenous communities. “Approaches based on carbon offsetting, like Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation [REDD], will permit polluters to continue poisoning land, water, air, and our bodies [and] will only encourage the buying and selling of our human and environmental rights.”

 

SAN CRISTOBAL DE LAS CASAS, MEXICO—The carbon market was the hottest issue at last year’s Conference of the Parties (COP)-16 summit in Cancun. Inside the meeting, delegates approved the Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation and Conservation program (REDD+). However, outside the official meeting, non-governmental organizations (NGOs) and Indigenous-led organizations clashed over its merits.

Opponents of REDD+ (or simply “REDD”), say the mechanism is a false solution to the climate crisis which will intensify a pattern of land grabs by the private sector throughout the Third World. The final Cancun text on REDD does little to address these concerns, as it does not contain wording that would prevent conservation projects from encroaching on the rights and title of Indigenous peoples living in forest-rich lands.

Deforestation is responsible for at least 18 per cent of global carbon emissions—more than aviation and global transport combined—according to a report by carbon management company Carbon Planet. REDD is a mechanism by which forests in developing countries are “sustainably managed” or designated as carbon sinks in order to mitigate climate change. Though REDD primarily emerged from the COP-13 in Bali in 2007, the idea germinated during Kyoto Protocol negotiations in 1997.

In Cancun, a clear anti-REDD message unified many Mexican Indigenous, environmental and peasant groups, but NGOs such as Greenpeace International, the World Wildlife Federation, the Environmental Defense Fund, and Conservation International promoted the REDD agreement.

No REDD projects have yet been implemented in Chiapas, which, as a state with heavy forest cover, is a target region for the program. According to Gustavo Castro Soto, an organizer with Otros Mundos (“Other Worlds,” a social and environmental justice organization) in San Cristobal de las Casas, Chiapas, the mechanisms for measuring the effectiveness and impact of REDD programs have yet to be designed.

Already, precursors to the implementation of REDD have people like Castro worried. Barring people’s access to forests on ejidos (communally-held lands) is the first necessary step in putting these forested areas on the carbon market.

“This is how the government will ensure that there is a forest in each ejido, and this will obviously be sold as an Environmental Service [a UN-defined category of the carbon market], for which the government will receive a quantity of money, of which the community will receive a fraction,” said Castro.

“This is what they call sustainable community forest management,” he said dryly.

Decisions about how exactly to finance REDD have been postponed to COP-17 in Durban.

“If REDD is going to be financed through the carbon market, it won’t be a real solution to climate change,” Mariana Porras of Friends of the Earth Costa Rica told The Dominion in a phone interview from San Jose. “We’ve denounced this, but government groups don’t see it the same way,” she said.

Market-based financing for REDD will likely complement the ongoing privatization of forest reserves, which moves ownership and access rights of forests currently owned communally by Indigenous or peasant communities into the hands of individuals.

In Costa Rica, as in Mexico, the government is in the early phases of implementing REDD, which means engaging in public consultations. “If you see who gets invited to the meetings about REDD—to the consultations—it’s rare that you’ll see a peasant community, or peasant organizations,” said Porras. “Mostly, you’ll see people who own private lands, or people from private organizations.”

In Cancun, the Indigenous Environmental Network stood in opposition to the discourse of many other NGOs. In a final statement from Cancun, they berated COP-16 as the “World Trade Organization of the sky,” and harshly criticized the REDD plan. “The agreements implicitly promote carbon markets, offsets, unproven technologies and land grabs—anything but a commitment to real emissions reductions,” reads their final release.

In the streets of Cancun, Greenpeace International brought delegates from around the world to show support for popular movements, but the organization’s language fell short of grassroots solidarity. Days before the final agreement was reached, Executive Director Kumi Naidoo released a statement saying that “a good REDD deal would benefit biodiversity, people and the climate.”

Greenpeace was steadfast in its support for the outcome of the climate negotiations in Mexico, and after COP-16 wound down, Naidoo posed for a photo with Mexican President Felipe Calderon, and praised the president’s leadership in reaching a global climate agreement.

Resistance to the REDD program did not end with COP-16. Activists say that the COP-17 meeting in Durban at the end of the year will be decisive as to the future of REDD, and the carbon market is sure to be a key issue in the months preceding the conference.

Dawn Paley is a journalist based in Vancouver.

 

(Quelle: The Dominion.)

Paraguay: Tödliches Soja

Montag, Mai 2nd, 2011

“GM soy: The invisible ingredient ‘poisoning’ children

The home of Petrona Villasboa is surrounded by genetically modified (GM) soy fields. The golden crop looks like a bumper harvest but for her it is a symbol of death.

By Louise Gray, Environment Correspondent

‘Soy destroys people’s lives,’ she says. ‘It is a poison. It is no way to live. Soy is deadly to us’.

Sitting outside her painted green shack in rural Paraguay, the mother of eight describes the day in January 2003 when her 11-year-old son Silvino Talavera came home from cycling to the shops.

‘I was washing clothes down by the river and he came to tell me he had been sprayed by one of the mosquitoes (the spraying machines behind a tractor),’ she says.

‘He smelt so bad that he took his clothes off and jumped straight in the water.’

The busy mum did not think much more about it. For people living around GM soy fields spraying with chemicals is a common occurrence.

But later that day the whole family was ill after eating the food Silvino had brought from the shops.
Petrona rushed her youngest to hospital and by the time she was back the usually healthy child was in bed rigid with pain.

Now in a blind panic, she begged local farmers to take her to hospital.

‘He was violently sick, he said mummy, my bones ache, his skin went black,’ she says.

By the time they arrived in the city Silvino was paralysed, all the doctors could do was administer pain killers, while his mother wiped the foam from his mouth. In a few hours he was dead.

To the family it was clear this horrific death was caused by chemical intoxication but in their grief no autopsy was ever carried out. It was only after years of campaigning that Petrona managed to get the case to court. Eventually two local farmers were convicted of causing the death, though it is unclear whether they have ever been sent to prison.

Like many court cases in Paraguay there are serious unanswered questions. But Petrona is sure of one thing, that her son’s death was caused by GM soy and we should listen to her because we are eating it.

Daily Telegraph investigations have found that every single supermarket in Britain stocks meat and dairy from animals fed GM soy. Leading brands including Cadbury, Unilever and Dairycrest, also use products from livestock fed GM.

In fact the new technology is so widespread that it is likely at least one item of food you eat today will have come from an animal fed GM soy, whether it was the milk on your cereal or the bacon in your sandwich.
But what effect is our growing reliance on soy having on the countries supplying Britain with this ‘invisible ingredient’?

Paraguay, a landlocked country in the heart of South America, is on the front line of the new craze for growing ‘green gold’.

In many ways it is the perfect place to grow unsustainable soy. Ruled by despotic dictators for centuries, the country is famous for being a hot bed of drug smugglers, Nazi war criminals and even al-Qaeda. Even now, with a new democratically government in place, corruption is rife and regulations to protect the people are lax to say the least.

In the last year the amount of land planted with soy has grown to a record 2.6 million hectares, most of which is GM, leading to claims of deforestation, violent land disputes and the ‘poisoning’ of local communities.
Already it is estimated that 90 per cent of the Atlantic Rainforest in Paraguay has been lost to make way for crops, taking with it thousands of unique plants species, hundreds of rare birds and endangered animals like the jaguar.

There is evidence that soy production is now moving into the vast ‘Gran Chaco’ in the north of the country, the home of some of the last uncontracted tribes on Earth.

Its not just animals that suffer, the forests were also home to humans. Groups of Guarani people claim they have been driven from their land by the soy farmers. They can be seen camping in pathetic tarpaulin shacks in the town squares or on the road side. ‘Campesinos’, the small farmers who have traditionally worked the land, also claim they have been displaced. Since the first soy boom of 1990 it is estimated 100,000 farmers in Paraguay have been forced to migrate to urban slums. Like the ‘wild west’, as soy production moves into new areas there have been violent clashes between land owners and peasants occupying the land. Many of the ‘invaders’ are from Brazil or the even more alien Mennonites, a religious sect from Germany. Amnesty International say fights over land has led to several deaths, thousands of arrests and hundreds of injuries. It is now common to see armed guards protecting the soy fields 24 hours a day.

Those peasants who have clung to their land claim, like Petrona, that they are being ‘poisoned’ by the ‘mosquitoes’. Most of the crop in Paraguay is GM and requires spraying with agrochemicals. Just as in the UK, farmers are expected to follow certain regulations when spraying fields such as leaving a space between homes or school playgrounds. ‘Live’ barriers of trees should be planted to protect communities and spraying is not allowed in strong winds or hot conditions.

However growing evidence of contamination, poisonings and even deaths suggest the rules are not being followed.
Farmers are also reported to be using compounds that are outlawed in Europe such as the 2,4-D or combinations of chemicals that could be dangerous.

Dr Stela Benítez, a paediatrician at Asuncion University, carried out a study in 2006 summarised in a respected American paediatrics journal, that found women living within 1km of sprayed fields were twice as likely to have a child with deformities.

She is quite certain that there is a risk and the regulations should be applied when spraying close to people’s homes, after all there are rules in Europe, so why not protect people in poorer countries?

‘I am worried about a lack of control in an industry that does not apply the principle of protection over all our children,’ she says.

The flouting of the law seems to be the main problem in a tour of Paraguay with Friends of the Earth to meet some of the victims of pesticides spraying.

The most recent case happened this January in the rolling hills of Colonia Yeruti, where a few families plant maize amid the growing fields of soy. Isabella Portillo, 26, describes how both her husband Reuben Caceras, 28, and her 2-year-old son Diego became sick after the fields were sprayed with a heavy dose of chemicals. The baby survived but she says her husband died of ‘intoxication’ a few days later. ‘It is hard without him,’ she says. ‘I feel completely alone.’

In Itakyru a whole community was affected when poisons ‘rained from the sky’ and Guarani women and children were rushed to hospital. The chief says Giralda Gauto Vera, 18, and her daughter Giseli, 18 months, were in hospital for four days after the planes came. Later the authorities confirm that aerial spraying should not even be allowed in an area dotted with the dwellings of indigenous people.

Dr Angie Duarte, who has treated dozens of patients at the public hospital in Curuguaty for what she believes is ‘intoxication’, admits that many of the worse affected communities are already suffering from malnutrition, immune deficiency and perhaps even using dangerous chemicals themselves on crops.

But isn’t that all the more reason to ensure they are protected?

‘How much is it costing to get this so wrong?’ she asks. ‘I fear this will become a problem for the future because more people are getting sick and it impacts on health system. It is in everyone’s interests to act.’

Soy has certainly been in Paraguay’s economic interest over the last year, driving unprecedented growth of 14.5 per cent, ahead of even China.

Sweeping his hand across the shimmering fields, Breno Batista Bianchi is confident that it is soy farmers like him that the country has to thank.

Using new machinery and GM, he is reporting record yields while using less pesticides and water
Of course there are some problems with ‘super weeds’, that build up resistance to chemicals, and outbreaks of disease, but these can easily be solved.

‘They will invent new seeds, new chemicals,’ he says.

But this blind faith in progress is not shared by everyone.

Paraguay might be providing the soil, water and labour but a tiny percentage of the population see the profits. Soy is not even taxed and most of it leaves South America labelled as ‘Brazilian’ as shipments are mixed in together at the sea ports.

Oskar Rivas, the Environment Minister in a new socialist government, says the growth of soy must not be at the expense of the people.

‘It is false development. Who foots the bill? The countryside, the people and the ecosystems and who keeps the profit? The corporations.’

Sr Rivas said it is up to the British consumer to demand change.

While he accepts it is too late to stop GM being grown in Paraguay, he insists more non-GM could be grown, just as in Brazil where whole states have insisted on a more sustainable system, or at least a more sustainable crop.
‘You have the right to demand cheap milk and meat but you also have the right to demand milk and meat from environmentally sound sources,’ he adds.

New initiatives such as the Round Table on Responsible Soy (RTRS), backed by WWF, hope to encourage this sort of production by producing a new label for soy, including GM soy, produced in a sustainable way. Already it has been taken up by major supermarkets in the UK including Waitrose, Asda, M&S and Sainsbury’s although many environmental groups are against a scheme that endorses GM.

Sitting in his new office complex, that is currently been dug up to make an organic garden, Sr Rivas sketches out his vision for a country that uses some of the best growing conditions in the world to produce healthy sustainable food.

Already Friends of the Earth International are working with local charity Sobrevivencia to teach communities environmental law so they can fight back when communities are sprayed and organic farming techniques so they can make their own food.

‘At the moment we all lose out,’ says the minister. ‘With a different structural process we could all win.’”

 

(Quelle: The Telegraph.)

Siehe auch:

Open Letter: Growing Opposition to Round Table on Responsible Soy

Kolumbien: “Bio” heißt nicht “fair”

Donnerstag, Juni 24th, 2010

Neue Hoffnung aus Genf

Von Florian Blumer

Wo «Bio» draufsteht, ist nicht immer auch Fairness drin. Ein kolumbianischer Kleinbauer hat einen Biopalmölkonzern vor dem Uno-Menschenrechtsausschuss in Genf eingeklagt. Ein Teil der Produktion des Daabon-Konzerns darf sich mit dem Bio-Suisse-Label schmücken.

Don Misael Payares ist ein kleiner, hagerer Mann mit leiser, ruhiger Stimme. Der Kleinbauer aus Kolumbien hat im Alter von 63 Jahren zum ersten Mal seine­ Heimat verlassen. Er soll in der fernen Schweiz für das Recht von 123 Familien kämpfen, die vom Biopalmölkonzern Daabon von ihrem Land vertrieben worden sind. Fünf Minuten hat ihm der Uno-Menschenrechtsausschuss in Genf gewährt, um sein Anliegen vorzubringen. Auch mit deutschen Biofirmen, die Abnehmer von Daabon sind, führt Don Misael Gespräche. So soll der fast schon verloren geglaubte Fall der 123 KleinbäuerInnen wieder ins Rollen gebracht werden.

Das Recht des Stärkeren regiert

Don Misaels Geschichte beginnt mit seinem Grossvater. Der machte sich in den vierziger Jahren wie viele andere Kolumbianer auf die Suche nach einem guten Ort zum Siedeln. Grosse Teile des Landes waren damals noch unbewohnt. Im Sumpfgebiet des Magdalenaflusses in der Region Südbolivar wurde er fündig: Gemeinsam mit anderen Bauernfamilien richtete er sich auf einer Insel zwischen zwei Flussarmen ein – ein idealer Ort für den Ackerbau wie auch zum Fischen und Jagen. Für drei Pesos pro Hektare erwarben die BäuerInnen das Nutzungsrecht für den Boden vom Staat. An Landbesitz waren sie nicht interessiert; es wäre wohl auch zu teuer gewesen.

Bereits wenige Jahre später machten sich Viehzüchter auf ihrem Land breit, die KleinbäuerInnen mussten auf Felder in der Umgebung ausweichen. Die Staatsgewalt war weit weg, in der Region Magdalena Medio herrschte das Recht des Stärkeren. Zwar konnten die BäuerInnen zwischenzeitlich wieder zurück auf ihr Land, nachdem die Viehzüchter weitergezogen waren. Aber mit den zunehmenden Landkäufen von Privaten in den sechziger Jahren wurde es für sie immer enger.

In den achtziger Jahren kaufte der Drogenhändler Jesús Emilio Escobar – ein Verwandter des legendären Drogenbarons Pablo Escobar – die Hacienda Las Pavas, ein Grundstück, das sich teilweise auf dem ursprünglich von den Bauernfamilien bewohnten und bewirtschafteten Land befand. Durch Kauf und durch illegale Aneignung von Staatsland vergrösserte Escobar seine­ Hacienda in der Folge stetig – bis Don Misaels Familie und den anderen, die Staatsland per Nutzungsrecht bebauten, nichts mehr blieb. Sie mussten erneut weichen.

1995 verliessen Escobar und seine Familie die Hacienda, die BäuerInnen kehrten zurück – um wenige Jahre später nochmals vertrieben zu werden, diesmal von Paramilitärs. Nach deren Demobilisierung kehrten die Kleinbauernfamilien erneut zurück. Vor vier Jahren strengten sie dann ein sogenanntes Titulierungsverfahren an: Das kolumbianische Gesetz sieht vor, dass BäuerInnen, die verlassenes Land bebauen, nach fünf Jahren Antrag stellen können, offizielle BesitzerInnen zu werden.

Escobar jedoch hatte andere Pläne: Im Jahr 2007 verkaufte er das Land an das kolumbianische Biopalmölunternehmen Daabon und vertrieb die KleinbäuerInnen mit Waffengewalt. Zu diesem Zeitpunkt hatte ihr Titulierungsverfahren noch gar nicht begonnen, weil verschiedene Behörden in Machtkämpfe verstrickt waren. Es ist erst 2008 eröffnet worden.

Angezündete Felder

Daabon stellt sich auf den Standpunkt, zum Zeitpunkt des Kaufs nichts vom Landkonflikt gewusst zu haben, und weist jede Schuld von sich. Dies, obwohl sich ein anderer potenzieller Käufer zuvor wegen des Konflikts zurückgezogen hatte. Der Konzern, der für einen Teil seiner Produktion das Bio-Suisse-Label trägt und Mitglied des Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) ist, liess seine Ansprüche vielmehr rigoros durchsetzen: Im Juli 2009 fuhr ein Abrisskommando in Las Pavas auf. Bewaffnete Spezialeinheiten der kolumbianischen Polizei kreisten die Bauernfamilien ein, zündeten ihre Felder an und rissen ihre Hütten nieder.

Seither leben die Familien im Nachbardorf und sind auf staatliche und internationale Hilfe angewiesen – in der Region Magdaleno Medio gibt es kaum noch Land, das sie bewirtschaften könnten.

Mehr als Lippenbekenntnisse?

In einer Verfügung vom Februar 2010 erklärte die kolumbianische Agrarreformbehörde Incoder das Titulierungsverfahren der KleinbäuerInnen für ungültig: Es fehle die Unterschrift eines Beamten als Bestätigung, dass das Land tatsächlich bewirtschaftet wurde. Doch noch ist nicht alles verloren, auch wenn Daabon bereits begonnen hat, das Land für seine Palmölplantagen zu präparieren. Der Entscheid kann angefochten werden, und das unerwartete Interesse im fernen Europa hat Don Misael neue Hoffnung gegeben.

Vertreter der deutschen Biofirma Rapunzel haben ihm aufmerksam zugehört, hat doch Rapunzel zuvor eine eigene Rohstoffexpertin nach Kolumbien geschickt, um die Produktionsbedingungen bei Daabon zu überprüfen. Auf den Plantagen, von denen das Rapunzel-Biopalmöl stamme – Südbolivar gehört nicht dazu –, herrschten «vorbildliche» Arbeits- und Umweltschutzbedingungen, hat sie gemeint. Wie Don Misael betont, war die Rapunzel-Expertin allerdings nicht in Süd­bolivar auf der Hacienda Las Pavas. Die deutsche Biofirma will ihren Zulieferbetrieb nicht offen kritisieren, betont aber, dass sie «zukünftig ein neues Projekt aufbauen» werde, sollte sich Daabon nicht aktiv um eine Lösung bemühen und nicht «respektvoll mit den Bauern in Südbolivar umgehen».

Bereits für Ende Mai hat die Firma Body Shop, die ebenfalls Palmöl von Daabon bezieht, einen Bericht zur Situation in Las Pavas angekündigt, zusammen mit der Hilfsorganisation Christian Aid. Auf Anfrage heisst es jetzt, der Bericht werde «in den nächsten Wochen» publiziert.

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Mehr als ein Marketing-Gag?

Im letzten Jahr importierte die Schweiz über 30 000 Tonnen Palmöl – ein Rekordwert. Der Konsum hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdreifacht. Das hat Folgen: «Eine Ausweitung der Palmölproduktion geht immer auf Kosten des Regenwalds», sagt Lukas Straumann, Geschäftsleiter des Bruno-Manser-Fonds. Die Organisation kämpft gegen den Anstieg der Palmölproduktion. Denn er führt nicht nur zu Umweltproblemen, sondern auch zu massiven Menschenrechtsverletzungen: Angehörige des Volks der Penan auf Borneo etwa, für die sich der Bruno-Manser-Fonds einsetzt, werden aus ihrem angestammten Lebensraum vertrieben. Die Insel Borneo gehört zu den Staatsgebieten von Malaysia und Indonesien; diese zwei Länder stellen rund neunzig Prozent der Weltproduktion an Palmöl.

Um den Zerstörungen und den Menschenrechtsverletzungen entgegenzuwirken, die mit der Palmölproduktion verbunden sind, hat der WWF 2003 den Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO) initiiert. Die internationale Organisation vergibt seither Zertifikate, die garantieren sollen, dass das Palmöl der betreffenden Firma nachhaltig produziert wird. Lukas Straumann begrüsst die Initiative. Doch er sieht auch die Gefahr, dass sie «zur reinen Marketingmassnahme verkommt». Denn die Mitglieder sind zum grössten Teil Palmölproduzenten. Und die haben nicht gerade dazu beigetragen, die Ernsthaftigkeit ihrer Initiative zu unterstreichen.

Nebst Daabon in Kolumbien steht auch das Palmölunternehmen IOI, Gründungsmitglied des RSPO, in der Kritik. IOI soll die Richt­linien massiv missachten. Diese besagen, dass kein Urwald gerodet werden und kein Landkonflikt um das Anbaugebiet bestehen darf. Der Bruno-Manser-Fonds wirft der Firma IOI jedoch vor, grossflächig Regenwaldökosysteme zerstört und die Landrechte der UreinwohnerInnen auf Borneo verletzt zu haben.

Zudem lassen viele der RSPO-Firmen nur etwa zehn bis fünfzehn Prozent ihrer Produktion für den europäischen Markt zertifizieren. Das übrige Öl stammt aus Plantagen, für die Urwald gerodet wird, was Menschenrechtsverletzungen mit sich bringt. Nach den RSPO-Regeln müssen sich die Firmen zwar verpflichten, nach und nach die gesamte Produktion zertifizieren zu lassen. Doch Straumann ist skeptisch: «Papier ist geduldig.» Dass ausgerechnet die Firma IOI als Gründungsmitglied die RSPO-Grundsätze missachte, stelle das System als Ganzes infrage.

Ein weiterer Streitpunkt ist die RSPO-Richtlinie, gemäss der Sekundärwald gerodet werden darf, «wenn erwiesen ist, dass der Wald ökologisch und sozial nicht wertvoll» ist. Als Sekundärwald wird diejenige Vegetation bezeichnet, die nachwächst, nachdem Urwald zerstört worden ist. Sie mache in der Region Sarawak auf Borneo neunzig Prozent des Waldes aus, sagt Straumann. Laut Corina Gyssler vom WWF Schweiz gibt es in Indonesien «mehr als sieben Millionen Hektar degradierte Wald- und Grasflächen», die für Palmölplantagen genutzt werden könnten. Für Straumann ein Mythos: Das Land gehöre mehrheitlich indigenen Gemeinden. Und der Verweis darauf, dass es sich um Sekundärwald handle, der gerodet wird, ändere nichts daran, dass so Regenwald verloren gehe. «Wenn man den Boden sich selbst überlässt, wächst der Wald wieder nach.»

Trotz allem, sagt Straumann, sei Palmöl aus zertifizierter Produktion besser als konventionelles. Grosse Sorgen bereitet ihm allerdings, dass Palmöl zunehmend als Agrotreibstoff verwendet wird und diese Nutzung von der EU auch noch gefördert wird. Bislang fand Palmöl in erster Linie in Lebensmitteln Verwendung, etwa in Schokolade. Es ist der weltweit verbreitetste pflanzliche Fettzusatz in Nahrungsmitteln. Auch Kosmetika und Tierfutter enthalten Palmöl. Der vollständige Verzicht darauf sei unrealistisch, sagt Straumann. «Es darf aber nicht sein, dass mit dem RSPO-Label eine Ausweitung der Produktion gerechtfertigt wird.»

(Quelle: WOZ.)

Woher nehmen, wenn nicht stehlen? Agrartreibstoff-Lobby will eine halbe Milliarde Hektar Land …

Freitag, Mai 21st, 2010

“Köln, 21.5.2010. Am Donnerstag ist im spanischen Sevilla die internationale Konferenz der Agrartreibstoffindustrie ‘World Biofuels 2010′ zu Ende gegangenen. Dort wurden die Ausbaupläne der Agrartreibstoff-Befürworter mit schockierenden Zahlen untermauert. 480 Millionen Hektar Land sollen bis 2045 für den Anbau von Energiepflanzen genutzt werden. Die Menschenrechtsorganisation FIAN ist entsetzt über diese angeblich nachhaltigen Zielsetzungen, die sogar mit der Umweltorganisation WWF einen Fürsprecher findet. Laut FIAN werden solche Pläne massive Vertreibung ländlicher Gruppen mit sich bringen und den Hunger weltweit verschärfen.

Seit 2008 wird wieder intensiv darüber debattiert, wie eine stetig wachsende Weltbevölkerung in Zukunft ernährt werden kann. Ein Kernthema dort sind die begrenzten Ressourcen Land und Wasser. „Es ist mir schleierhaft, wie vor diesem Hintergrund zusätzlich eine halbe Milliarde Hektar Land für die Agrartreibstoffproduktion zur Verfügung gestellt werden kann‘, so Roman Herre, Agrarreferent von FIAN Deutschland. „Diese Pläne sind ohne eine massive Zunahme von Landkonflikten, bei denen die Ärmsten immer als Verlierer hervorgehen, nicht umsetzbar.‘ Schon heute werden Indigenengruppen und Bauernfamilien vertrieben und verlieren den lebenswichtigen Zugang zu Land und Wasser durch riesige Agrartreibstoff-Projekte.

Neben den sozialen Folgen sieht FIAN auch in den Umweltauswirkungen des Anbaus von Energiepflanzen, wie Zuckerrohr, Jatropha oder der Ölpalme, große Probleme. „Bis heute ist der Nutzen der Agrartreibstoffe zur Bekämpfung des Klimawandels unklar. Zudem werden die Pflanzen durch eine industrielle Landwirtschaft auf riesigen Flächen angebaut, was Umweltzerstörungen mit sich bringen.‘ Gerade vor diesem Hintergrund ist es unverständlich, dass die Umweltorganisation WWF solche Ziele in Sevilla als Teil einer Nachhaltigkeitsstrategie präsentiert.”

(Quelle: FIAN.)

VIDEO: World Wildlife Fund (WWF) Conservation Campaign

Dienstag, April 27th, 2010

“Inspirational Campaign of the Day: The World Wildlife Fund (WWF) teamed up with Ben Lee and Leo Burnett for a truly beautiful conservation campaign featuring the first simian in space, returning home to the tune of Lee’s ‘Song for the Divine Mother of the Universe.’”

Hier geht’s zum Video…

(Quelle: The Daily Wh.at.)